Sonntag

26. Februar 2017

 

ESTOMIHI
Der Weg zum Kreuz

 

Predigttext

 

Amos 5, 21-24 (III, Reihe/Rev. III)

Wochenspruch

 

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Wochenlied

 

Ein wahrer Glaube Gotts Zorn stillt (EG 413)
Lasset uns mit Jesu ziehen (EG 384)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium

Abend   Abend - Alternative Lesung

Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Es begab sich aber, als die Zeit erfüllt war, dass Jesus {er} in den Himmel aufgenommen werden sollte, da wandte er das Angesicht, entschlossen, nach Jerusalem zu wandern. Und er sandte Boten vor sich her; die gingen hin und kamen in ein Dorf der Samariter, ihm Herberge zu bereiten. Und sie nahmen ihn nicht auf, weil er sein Angesicht gewandt hatte, nach Jerusalem zu wandern. Als aber das die Jünger Jakobus und Johannes sahen, sprachen sie: Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre. Er aber wandte sich um und bedrohte sie. Und sie gingen in ein anderes Dorf.
Luk 9, 51-56 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wessen Auge auf das ewige Ziel gerichtet ist, der hat eine große innere Freiheit gegen alle törichten und böswilligen Menschen. - In unserm schnell aufbrausenden Zorn, in unserm falschen Eifer werden wir von dem Herrn gefragt: "Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?" (Spieker [5], S. 82)
 
Alttestamentliche Lesung
 
(So spricht der HERR zum Hause Israel:) Ich hasse und verachte eure Feste und mag eure Versammlungen nicht riechen - es sei denn, ihr bringt mir rechte Brandopfer dar -, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und euer fettes Schlachtopfer sehe ich nicht an. Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder; denn ich mag dein Harfenspiel nicht hören! Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5, 21-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Wort des Propheten gemahnt daran, daß jeder Gottesdienst unglaubwürdig wird, wenn er Ersatz sein soll für den wahren Gehorsam. Aber dieser Protest darf nicht dahin mißverstanden werden, als sei alles gottesdienstliche Leben zu verwerfen. Das ist ja gerade der Sinn des Gottesdienstes, daß er die Urbeziehung unseres Lebens zu Gott und unserm Nächsten wiederherstellt und uns an die Quelle führt, aus der allein Gehorsam und Gerechtigkeit wie ein starker Strom ausgehn. (Spieker [5], S. 263)
 
Epistel
 
Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir's nichts nütze. Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
1. Kor 13, 1-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Apostel ist ganz hingenommen von dem herrlichen Geschenk der göttlichen Liebe als der köstlichsten Gabe des Heiligen Geistes. Ihr gegenüber sind alle andern Geistesgaben - auf welche die Korinther so stolz sind - vorläufig, endlich und "Stückwerk". Alles, was der Apostel von dieser Liebe sagt, ist wahr - er redet von der Liebe, die durch Christus in dieser Welt zur Wirklichkeit wurde und die auch in heute lebenden Menschen Gestalt gewinnen will. (Spieker [5], S. 81)

Evangelium
 
Jesus {Und er} fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine Jünger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh hinter mich, du Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist. Und er rief zu sich das Volk samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben behalten will, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird's behalten. Denn was hilft es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen und Schaden zu nehmen an seiner Seele? Denn was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse? Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.
Mark 8, 31-38 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Auch Christus kennt jenes harte Müssen, dem wir unterworfen sind. Aber er wandelt es in freien Gehorsam, der jedes Ansinnen, wie Er sich dem erkannten Auftrag entziehen könne, als neuen Ansturm jener Versuchermacht aus der Wüste abwehrt. Du stehst dann in der Nachfolge, wenn du mit Christus den Weg des Gehorsams gehst und "Ja" sagst zu deinem Kreuz, in welcher Gestalt es dir auch begegnet. (Spieker, [5] S. 91)
 
Abend
 
Mein Kind, willst du des Herrn Diener sein, so bereite dich auf Anfechtung vor. Festige dein Herz und wanke nicht und lass dich nicht erschüttern in der Zeit der Not. Halt dich an Gott und weiche nicht, damit du am Ende gestärkt bist. Alles, was dir widerfährt, das nimm auf dich, und sei geduldig bei jeder neuen Demütigung. Denn wie das Gold durchs Feuer, so werden auch, die Gott gefallen, durchs Feuer der Trübsal erprobt. [In Krankheit und Not vertraue auf ihn.] Vertraue Gott, so wird er sich deiner annehmen; geh gerade Wege und hoffe auf ihn! Die ihr den Herrn fürchtet, wartet auf seine Gnade und weicht nicht, damit ihr nicht zugrunde geht. Die ihr den Herrn fürchtet, vertraut ihm, so wird es euch an Lohn nicht fehlen. Die ihr den Herrn fürchtet, hofft das Beste von ihm, hofft auf ewige Freude und Gnade. [Denn dafür gibt er ewige Gabe mit Freude.] Blickt auf die früheren Geschlechter und besinnt euch: Wer ist jemals zuschanden geworden, der auf den Herrn gehofft hat? Wer ist jemals verlassen worden, der in der Furcht des Herrn geblieben ist? Oder wer ist jemals von ihm verschmäht worden, der ihn angerufen hat? Denn der Herr ist gnädig und barmherzig und vergibt Sünden und hilft in der Not.
Sir 2, 1-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wenn Gott dich in Seinen Dienst ruft, bleibt dir Kampf nicht erspart. Diesen Kampf wirst du nur bestehn, wenn du dich fest an Gott hältst. (Diese Stelle stärkte Blumhardt d. Ä. in seinem "Kampf".) (Spieker, [5] S. 89)
 
oder
 
Sieh an die Werke Gottes; denn wer kann das gerade machen, was er krümmt? Am guten Tage sei guter Dinge, und am bösen Tag bedenke: Diesen hat Gott geschaffen wie jenen, damit der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist. Dies alles hab ich gesehen in den Tagen meines eitlen Lebens: Da ist ein Gerechter, der geht zugrunde in seiner Gerechtigkeit, und da ist ein Gottloser, der lebt lange in seiner Bosheit. Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest. Sei nicht allzu gottlos und sei kein Tor, damit du nicht stirbst vor deiner Zeit. Es ist gut, wenn du dich an das eine hältst und auch jenes nicht aus der Hand lässt; denn wer Gott fürchtet, der entgeht dem allen.
Pred 7, 13-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-01-09
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