Sonntag

30. April 2017

 

MISERIKORDIAS DOMINI
Der gute Hirte

 

Predigttext

 

Hes 34, 1-2 (3-9) 10-16.31 (III. Reihe)
Joh 10, 11-16 (27-30) (Rev. III)

Wochenspruch

 

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben

Wochenlied

 

Der Herr ist mein getreuer Hirte (EG 274)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
So spricht der HERR, euer Erlöser, der Heilige Israels: Um euretwillen habe ich nach Babel geschickt und habe die Riegel eures Gefängnisses zerbrochen, und zur Klage wird der Jubel der Chaldäer. Ich bin der HERR, euer Heiliger, der ich Israel geschaffen habe, euer König. So spricht der HERR, der im Meer einen Weg und in starken Wassern Bahn macht, der ausziehen lässt Wagen und Rosse, Heer und Macht - da liegen sie, stehen nicht wieder auf, sind verglüht wie ein Docht, erloschen: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde. Das Wild des Feldes preist mich, die Schakale und Strauße; denn ich will in der Wüste Wasser und in der Einöde Ströme geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten; das Volk, das ich mir bereitet habe, soll meinen Ruhm verkündigen.
Jes 43, 14-21 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Größer als alle Gottestaten der Vergangenheit ist das "Neue", welches "jetzt" aufwachsen soll: in Christus liegt das "Neue" vor dir. Die alten Mächte des Hasses und der Vergeltung werden überwunden, Sühne wird geleistet für Unrecht, das andere begangen haben, stellvertretend wird Strafe erlitten für fremde Schuld, es kommt ein neuer Anfang in der Kraft der Liebe und göttlichen Gerechtigkeit. (Spieker [5], S. 34)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Und des HERRN Wort geschah zu mir: Du Menschenkind, weissage gegen die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden?
[Aber ihr esst das Fett und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete, aber die Schafe wollt ihr nicht weiden. Das Schwache stärkt ihr nicht, und das Kranke heilt ihr nicht, das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrte holt ihr nicht zurück, und das Verlorene sucht ihr nicht; das Starke aber tretet ihr nieder mit Gewalt. Und meine Schafe sind zerstreut, weil sie keinen Hirten haben, und sind allen wilden Tieren zum Fraß geworden und zerstreut. Sie irren umher auf allen Bergen und auf allen hohen Hügeln und sind über das ganze Land zerstreut, und niemand ist da, der nach ihnen fragt oder sie sucht. Darum hört, ihr Hirten, des HERRN Wort! So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Weil meine Schafe zum Raub geworden sind und meine Herde zum Fraß für alle wilden Tiere, weil sie keinen Hirten hatten und meine Hirten nach meiner Herde nicht fragten, sondern die Hirten sich selbst weideten, aber meine Schafe nicht weideten, darum, ihr Hirten, hört des HERRN Wort!]
So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an die Hirten und will meine Herde von ihren Händen fordern; ich will ein Ende damit machen, dass sie Hirten sind, und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Rachen, dass sie sie nicht mehr fressen sollen. Denn so spricht Gott der HERR: Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen. Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind, so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten, wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war. Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels, in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande. Ich will sie auf die beste Weide führen, und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein; da werden sie auf guten Auen lagern und fette Weide haben auf den Bergen Israels. Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen, spricht Gott der HERR. Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken und, was fett und stark ist, behüten; ich will sie weiden, wie es recht ist. Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide, und ich will euer Gott sein, spricht Gott der HERR.
Hes 34, 1-2 (3-9) 10-16.31 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Bußwort des Propheten an die politischen und kirchlichen Führer nach dem Zusammenbruch: weil die "Hirten" versagt haben, darum wird sich Gott selbst Seiner Herde annehmen. In Christus sind diese Worte der Verheißung verwirklicht. Sein Wirken ist Dienst an den Kranken, den im Leben Gescheiterten, den schuldig Gewordenen. Er führt zu den Quellen wahren Lebens. (Spieker [5], S. 142)

Epistel
 
[Denn dazu seid ihr berufen,] da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.
1. Petr 2, 21b-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
So wurde einst Christus den christlichen Sklaven als Vorbild vor die Augen gestellt, damit sie im Aufblick zu Ihm Standhaftigkeit und Leidenskraft gewinnen. Zu Ihm seid auch ihr "bekehrt", d. h. herumgewendet, nachdem ihr im freien, eigenmächtigen Leben euch verirrt habt. Ihr braucht einen, der "auf euch sieht" - das ist der Sinn des Wortes "Bischof". (Spieker [5], S. 143)

Evangelium
 
P. Sinkwitz(Jesus sprach:) Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe. Der Mietling, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich mein Vater kennt; und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.
[Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Was mir mein Vater gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann es aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.]
Joh 10, 11-16 (27-30) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
In Christus ist das Urbild des rechten Hirten erschienen, in Seinem Opfer für die Seinen ist das Zeichen aufgerichtet, an welchem hinfort sich messen lassen muß, wer den Namen eines "Hirten" trägt. Das Opfer dieses Hirten wirkt in die Ferne - aus allen Völkern und Sprachen führt Er die Seinen herzu. Aber der Blick dieses Hirten erfaßt auch den Einzelnen - weil wir von Ihm "erkannt" sind, darum "kennen" wir Ihn. (Spieker, [5] S. 143)
 
Abend
 
{Und} Jesus zog umher in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren geängstet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen.
[Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: zuerst Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder; Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus; Simon Kananäus und Judas Iskariot, der ihn verriet.]
Diese Zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden und zieht nicht in eine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.
Matth 9, 35 - 10, 1 (2-4) 5-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Blick, mit dem Christus die Ihm sich darbietende Not Seines Volkes umfaßt, verbindet beides: einen unerhört nüchternen Wirklichkeitssinn, durch welchen Er eindringt bis in die letzten Tiefen und Ursachen der Not, und zugleich eine unerhörte Kühnheit des Glaubens, welcher sich durch die Grenzenlosigkeit der vor Ihm liegenden Aufgabe nicht entmutigen läßt. Er sieht in der Not der Menschen, in der seelischen Ratlosigkeit und ihrem leiblichen Elend, eine der großen Gelegenheiten Gottes. Aber es bedarf der Helfer, um diese Ernte einzubringen. Diese Helfer müssen gesendet und erbeten werden. (Spieker, [5] S. 241)
 

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-03-13
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