Sonntag

9. April 2017

 

PALMSONNTAG
Der Schmerzensmann

 

Predigttext

 

Jes 50, 4-9 (III. Reihe)
Hebr 11, 1-2.39b-40; 12, 1-3 (Rev. III)

Wochenspruch

 

Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben

Wochenlied

 

Du großer Schmerzensmann (EG 87)


Glaubenszeugen   Wochenpsalm

Vorabend   Alttestamentliche Lesung   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
P. Jordan Vorabend
 
Einige, die die Auferweckung des Lazarus gesehen hatten, {aber von ihnen} gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer den Hohen Rat und sprachen: Was tun wir? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Lassen wir ihn gewähren, dann werden sie alle an ihn glauben, und dann kommen die Römer und nehmen uns Tempel und Volk. Einer aber von ihnen, Kaiphas, der in diesem Jahr Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisst nichts; ihr bedenkt auch nicht: Es ist besser für euch, ein Mensch sterbe für das Volk, als dass das ganze Volk verderbe. Das sagte er aber nicht von sich aus, sondern weil er in diesem Jahr Hoherpriester war, weissagte er. Denn Jesus sollte sterben für das Volk und nicht für das Volk allein, sondern auch, um die verstreuten Kinder Gottes zusammenzubringen. Von dem Tage an war es für sie beschlossen, dass sie ihn töteten. Da ging Jesus nicht mehr frei umher unter den Juden, sondern ging von dort weg in eine Gegend nahe der Wüste, in eine Stadt mit Namen Ephraim, und blieb dort mit den Jüngern. Es war aber nahe das Passafest der Juden; und viele aus der Gegend gingen hinauf nach Jerusalem vor dem Fest, dass sie sich reinigten. Da suchten sie Jesus und redeten miteinander, als sie im Tempel standen: Was meint ihr? Er wird doch nicht zum Fest kommen? Die Hohenpriester und Pharisäer aber hatten geboten, wenn jemand wüsste, wo er wäre, sollte er's anzeigen, damit sie ihn ergreifen könnten.
Joh 11, 46-57 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der irdische Hohepriester spricht dem himmlischen Hohenpriester das Urteil und dient damit, ohne es zu ahnen, dem Heilsplan Gottes. Wider Willen enthüllt er weissagend als Hoherpriester das Opfergesetz für die Welt: es soll wirklich durch den Tod des Einen das ganze Volk Gottes gerettet werden. Der irdische Priester- und Opferdienst kommt hier an sein Ende; ein neues Hohepriestertum, das ewig bleibt, wird erkennbar. (Spieker [5], S. 107)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Gott der HERR hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Er weckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der HERR hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der HERR hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der HERR hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie ein Kleid zerfallen, Motten werden sie fressen.
Jes 50, 4-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nun wird erfüllt, was geschrieben steht vom Knecht Gottes. Er geht unbeirrbar seinen Weg. Die Welt kann ihn nicht schrecken - er hört allein auf Den, der ihn gerufen hat. Die Welt kann ihn nicht verdammen - "Er ist nahe, der mich gerecht spricht." (Spieker [5], S. 92)

Epistel
 
Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht: Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz. Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.
Phil 2, 5-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Obwohl Er der Göttliche ist von Ewigkeit her, steigt Er doch als Mensch von Stufe zu Stufe hinab bis zur tiefsten Erniedrigung, um Seines Vaters Willen zu erfüllen. Davon redet das geheimnisvolle Wort von Seiner "Entäußerung", eigentlichl: "Er machte sich selber leer, da Er die Gestalt eines Knechtes annahm." Darum ist bei Ihm Raum für Gehorsam, für die vollkommene Erfüllung des Gotteswillens; in diesem Gehorsam liegt der Grund für Seine Erhöhung. (Spieker [5], S. 112)

Evangelium
 
Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht: »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte. Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.
Joh 12, 12-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der hier einzieht, kommt her von der Auferweckung des Lazarus und nimmt den Kampf auf mit den Todesmächten der Welt. Sein Volk begrüßt Ihn durch die Palmen als Sieger. (Spieker [5], S. 113)
 
Abend
 
(Aus dem hohepriesterlichem Gebet Jesu:) Solches redete Jesus und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist gekommen: Verherrliche deinen Sohn, auf dass der Sohn dich verherrliche; so wie du ihm Macht gegeben hast über alle Menschen, auf dass er ihnen alles gebe, was du ihm gegeben hast: das ewige Leben. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass du mich gesandt hast.
Joh 17, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Stunde des Abscheidens von der Welt ist der Beginn der Verklärung unsres Herrn. In dieser Stunde tritt Er priesterlich ein für die Seinen, denen Er das Geheimnis Seines Vaters offenbart hat. Wir lassen uns heiligen durch das hohepriesterliche Gebet unsres Herrn, der Sein Werk auf Erden vollendet und schon teil hat an der Klarheit der zukünftigen Welt. (Spieker [5], S. 112)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-03-13
top

Impressum
Haftungsausschluss