1. SONNTAG NACH TRINITATIS

Zur Liebe gerufen

Sonntag

23. Juli 2019

Wochenspruch

 

Wer euch hört, der hört Mich, und wer euch verachtet der verachtet Mich.

Lied

 

Von Gott will ich nicht lassen (EG 365)
Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)


Vorabend

Können etwa zwei miteinander wandern, sie hätten sich denn getroffen? Brüllt etwa ein Löwe im Walde, wenn er keinen Raub hat? Schreit etwa ein junger Löwe aus seiner Höhle, er habe denn etwas gefangen? Fällt etwa ein Vogel zur Erde, wenn kein Fangnetz da ist? Oder springt eine Falle auf von der Erde, sie habe denn etwas gefangen? Bläst man etwa das Horn in einer Stadt, und das Volk entsetzt sich nicht? Geschieht etwa ein Unglück in der Stadt, und der HERR hat es nicht getan? - Gott der HERR tut nichts, Er offenbarte denn Seinen Ratschluss Seinen Knechten, den Propheten. - Der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten? Gott der HERR redet, wer sollte nicht Prophet werden?
Amos 3, 3-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

So spricht der HERR Zebaoth: Hört nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie betrügen euch, sie verkünden euch Gesichte aus ihrem Herzen und nicht aus dem Mund des HERRN. Sie sagen denen, die des HERRN Wort verachten: Es wird euch wohlgehen -, und allen, die im Starrsinn ihres Herzens wandeln, sagen sie: Es wird kein Unheil über euch kommen. Aber wer hat im Rat des HERRN gestanden, dass er Sein Wort gesehen und gehört hätte? Wer hat Sein Wort vernommen und gehört? Siehe, es wird ein Wetter des HERRN kommen voll Grimm und ein schreckliches Ungewitter auf den Kopf der Gottlosen niedergehen. Und des HERRN Zorn wird nicht ablassen, bis Er tue und ausrichte, was Er im Sinn hat; zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen. Ich sandte die Propheten nicht, und doch laufen sie; Ich redete nicht zu ihnen, und doch weissagen sie. Denn wenn sie in Meinem Rat gestanden hätten, so hätten sie Meine Worte Meinem Volk gepredigt, um es von seinem bösen Wandel und von seinem bösen Tun zu bekehren. Bin Ich nur ein Gott, der nahe ist, spricht der HERR, und nicht auch ein Gott, der ferne ist? Meinst du, dass sich jemand so heimlich verbergen könne, dass Ich ihn nicht sehe?, spricht der HERR. Bin Ich es nicht, der Himmel und Erde erfüllt?, spricht der HERR. Ich höre es wohl, was die Propheten reden, die Lüge weissagen in Meinem Namen und sprechen: Mir hat geträumt, mir hat geträumt. Wann wollen doch die Propheten aufhören, die Lüge weissagen und ihres Herzens Trug weissagen und wollen, dass Mein Volk Meinen Namen vergesse über ihren Träumen, die einer dem andern erzählt, so wie ihre Väter Meinen Namen vergaßen über dem Baal? Ein Prophet, der Träume hat, der erzähle Träume; wer aber Mein Wort hat, der predige Mein Wort recht. Wie reimen sich Stroh und Weizen zusammen?, spricht der HERR. Ist Mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
Jer 23, 16-29 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

[Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.]
Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie Er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. Lasst uns lieben, denn Er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von Ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.
1. Joh 4, (13-16a) 16b-21 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Je mehr du selber von der göttlichen Liebeskraft erfüllt und Werkzeug dieser Liebe wirst, desto kühner und getroster darfst du vor Gott treten. Deshalb bedürfen wir alle - Luthers 17. These - der "Minderung des Grauens und der Mehrung der Liebe". (Spieker [5], S. 182)

Evangelium

Paul SinkwitzEs war {aber} ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Ein Armer aber mit Namen Lazarus lag vor seiner Tür, der war voll von Geschwüren und begehrte sich zu sättigen von dem, was von des Reichen Tisch fiel, doch kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben. Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und kühle meine Zunge; denn ich leide Pein in dieser Flamme. Abraham aber sprach: Gedenke, Kind, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, du aber leidest Pein. Und in all dem besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, dass niemand, der von hier zu euch hinüberwill, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber. Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual. Abraham aber sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.
Lk 16, 19-31  Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Paula JordanDer Entscheidungscharakter dieses irdischen Lebens wird deutlich an dem Lazarus, der vor deiner Türe liegt, an dem Wort der Apostel und Propheten, das dir gepredigt wird. Die Scheidung, die Gott vornimmt, ist endgültig. (Spieker, [5] S. 182)

Wochenspruch

Wer euch hört, der hört Mich, und wer euch verachtet der verachtet Mich. Luk 10, 16

Christus ist das Wort, das Gott selbst zu der Welt gesprochen hat. Wer dies "Wort des Vaters" in sich aufnimmt, der hat Gott selbst die Türe aufgetan; wer ihm widerspricht, kämpft gegen Gott. Das gleiche aber gilt von den Boten, die im Dienst und Auftrag des Herrrn Christus der Welt sagen, was sie gehört, gesehen und empfangen haben: sie fordern Gehör nicht für ihre Person, sondern für den Herrn, dem sie dienen; wer ihnen die Tür weist, hat nicht ihnen Schimpf angetan, sondern sich selber verschlossen für die befreiende und heilende Wahrheit. Nur wer von sich selber ganz frei geworden, von aller Eitelkeit und aller Herrschsucht gereinigt ist, nur mehr Gefäß und Vermittlung einer anvertrauten Wahrheit, kann diese Wahrheit glaubwürdig bezeugen mit dem vollen Gewicht ihres unerbittlichen Anspruchs.
(Spieker [5], S. 181)


JOHANNIS

Der Vorläufer des Herrn

Montag

24. Juni 2019

Wochenspruch

 

Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers:
Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

Lied

 

Wir wollen singn ein' Lobgesang (EG 141)
Kam einst zum Ufer nach Gottes Wort und Plan (EG 312)


Vorabend

Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth. Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt. Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers. Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor Ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt. Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als Er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.
Lk 1, 5-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gottes Gnade und Berufung geht unsern irdischen Wegen voraus. Johannes wird schon im Mutterleibe berufen und mit der Gabe des Heiligen Geistes begnadet. Darum begeht die Kirche bei Johannes - zum Unterschied von den Gedenktagen der Apostel und Märtyrer, bei denen sie den Todestag begeht - den Tag der irdischen Geburt, weil schon der Anfang seines irdischen Lebens geheiligt ist. (Spieker, [5] S. 202)

Alttestamentliche Lesung (1. Alternative)

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden. Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
[Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und Sein Arm wird herrschen. Siehe, was Er gewann, ist bei Ihm, und was Er Sich erwarb, geht vor Ihm her. Er wird Seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in Seinen Arm sammeln und im Bausch Seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.]
Jes 40, 1-8 (9-11) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Nachdem Gottes hartes Gericht über ein Volk dahingegangen ist, tritt das Trostamt der Kirche in Kraft. Sie hat die Ankunft Gottes in die Welt des Fleisches zu verkündigen. Für Sein Kommen soll der Weg bereitet, über dem Vergehen menschlicher Herrlichkeit soll die Herrlichkeit Gottes sichtbar werden. Mitten in aller Vergänglichkeit steht wie ein Fels das göttliche Wort. (Spieker, [5] S. 203)

Alttestamentliche Lesung (2. Alternative)

{Und} die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN missfiel, und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre. Es war aber ein Mann aus Zora vom Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoach, und seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder. Und der Engel des HERRN erschien der Frau und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. So hüte dich nun, dass du nicht Wein oder starkes Getränk trinkst und nichts Unreines isst; denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister. Da kam die Frau und sagte es ihrem Mann und sprach: Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie der Engel Gottes, zum Erschrecken, sodass ich ihn nicht fragte, woher er sei; und er sagte mir nicht, wie er hieß. Und die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson. Und der Knabe wuchs heran, und der HERR segnete ihn.
Rich 13, 1-6.24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.
Apg 19, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Diese Jünger des Täufers leben noch in der Erwartung, sie sind über die Stufe der Vorbereitung nicht hinaus. Erst die Taufe auf den Namen des Herrn Jesu und die Handauflegung durch den Apostel lassen den Funken des göttlichen Geistes auf sie überspringen. - Gleich diesen Johannesjüngern sind viele Christen noch "Christen des Vorhofs" - sie bedürfen der pfingstlichen Taufe mit lebendig machendem Geist, der sie mit dem Feuer der göttlichen Liebe entzündet. (Spieker, [5] S. 204)

Evangelium

{Und} für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott. Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. Und alle, die es hörten, nahmen's zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.
Luk 1, 57-66.80 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mit Geburt und Name des Johannes - "Gott ist huldreich" - leuchtet über der Welt die erste Morgenröte eines neuen Sonnenaufganges, so daß wir jubeln dürfen: "Gott hat uns nicht alleingelassen in Sünde und Schwachheit des Todes. Er hat besucht und erlöst sein Volk"(Spieker, [5] S. 203)

Abend

Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen Ihn nicht auf. Wie viele Ihn aber aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von Ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn Er war eher als ich.
Joh 1, 6-15 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Johannes ist der Mensch vor Sonnenaufgang, aber er weiß die Stunde: der Aufgang des Lichtes ist nahe! Er selbst steht im Schatten, aber er schaut das Licht, als niemand sonst es gewahrt. Er weist auf Den, der aus der göttlichen Fülle Gnade um Gnade spendet. (Spieker, [5] S. 13)

GEDENKEN DER AUGSBURGISCHEN KONFESSION

Reformatorisches Bekennen

Dienstag

25. Juni 2019

Tagesspruch

 

Ich rede von Deinen Zeugnissen vor Königen und schäme mich nicht.

Lied

 

Es ist das Heil uns kommen her (EG 342)
Ist Gott für mich, so trete (EG 351)


Alttestamentliche Lesung

(Am ersten Tag des siebten Monats) versammelte sich das ganze Volk wie ein Mann auf dem Platz vor dem Wassertor, und sie sprachen zu Esra, dem Schriftgelehrten, er sollte das Buch des Gesetzes des Mose holen, das der HERR Israel geboten hat. Und Esra, der Priester, brachte das Gesetz vor die Gemeinde, Männer und Frauen und alle, die es verstehen konnten, am ersten Tage des siebenten Monats und Esra tat das Buch auf vor aller Augen, denn er überragte alles Volk; und da er's auftat, stand alles Volk auf. Und Esra lobte den HERRN, den großen Gott. Und alles Volk antwortete mit erhobenen Händen »Amen! Amen!«, und sie neigten sich und beteten den HERRN an mit dem Antlitz zur Erde. Und sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde. Und Nehemia, der Tirschata, und Esra, der Priester und Schriftgelehrte, und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sprachen zu allem Volk: Dieser Tag ist heilig dem HERRN, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht! Denn alles Volk weinte, als sie die Worte des Gesetzes hörten. Und Esra sprach zu ihnen: Geht hin und esst fette Speisen und trinkt süße Getränke und sendet davon auch denen, die nichts für sich bereitet haben; denn dieser Tag ist heilig unserm Herrn. Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke. Und die Leviten hießen alles Volk schweigen und sprachen: Seid still, denn der Tag ist heilig; seid nicht bekümmert! Und alles Volk ging hin, um zu essen, zu trinken und davon auszuteilen und ein großes Freudenfest zu feiern; denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen kundgetan hatte.
Neh 8, 1-2.5.6.8-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

{Aber} du, Mensch Gottes, fliehe das! Jage aber nach der Gerechtigkeit, der Frömmigkeit, dem Glauben, der Liebe, der Geduld, der Sanftmut! Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen. Ich gebiete dir vor Gott, der alle Dinge lebendig macht, und vor Christus Jesus, der unter Pontius Pilatus bezeugt hat das gute Bekenntnis, dass du das Gebot unbefleckt und untadelig bewahrst bis zur Erscheinung unseres Herrn Jesus Christus, welche uns zeigen wird zu Seiner Zeit der Selige und allein Gewaltige, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.
1.Tim 6, 11-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das echte Bekennen macht den Grund offenbar, auf dem die Kirche steht. Dieser Grund trat zutage, als Jesus Christus vor Pontius Pilatus "bezeuget hat ein gut Bekenntnis". Er bekannte sich als den König der Wahrheit. Damit machte Er die göttliche Wahrheit offenbar als den Grund der Kirche.
Alles Bekennen der Kirche führt auf diesen festen unerschütterlichen Grund, alles Verleugnen reißt von diesem Grunde los. Bekennen heißt: teilhaben an der vollen Lebenswirklichkeit Gottes. Verleugnen bedeutet: die Lebensader, die uns speist, selber unterbinden. Das wird vollends offenbar werden, wenn alle Scheinwirklichkeit in sich zusammenbrechen und die Herrschermacht Christi offenbar werden wird als das Letzte und Einzige, welches Bestand hat. (Spieker, [5] S. 342)


Evangelium

(Jesus sagte Seinen Jüngern:) {Darum} fürchtet euch nicht vor ihnen. Denn es ist nichts verborgen, was nicht offenbar wird, und nichts geheim, was man nicht wissen wird. Was Ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was euch gesagt wird in das Ohr, das verkündigt auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet viel mehr den, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. Wer nun Mich bekennt vor den Menschen, zu dem will Ich Mich auch bekennen vor Meinem Vater im Himmel. Wer Mich aber verleugnet vor den Menschen, den will Ich auch verleugnen vor Meinem Vater im Himmel.
Mt 10, 26-33 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es liegt im Wesen der evangelischen Botschaft, daß sie offenbar werde und ans Licht trete. Dazu bedarf es des unerschrochenen Zeugnisses der Jünger. Diese sind dabei ebenso in Gottes Hand wie die Sperlinge unter dem Himmel. Das nimmt ihnen die Furcht, sie sind in der Macht Gottes geborgen. Ja, sie fallen aus Seiner Macht heraus, wenn sie verleugnen. Der, "der Leib und Seele verderben kann in der Hölle", ist niemand anders als Gott selbst! Wenn wir bekennen, so wird Er uns auch kennen und uns "retten in Sein himmlisches Reich."(2. Tim. 4,18). (Spieker, [5] S. 342)

JOHANNIS

Dienstag

25. Juni 2019


Abend

Als aber der HERR Elia im Wettersturm gen Himmel holen wollte, gingen Elia und Elisa von Gilgal weg. Und Elia sprach zu ihm: Bleib du hier, denn der HERR hat mich an den Jordan gesandt. Er aber sprach: So wahr der HERR lebt und du lebst: Ich verlasse dich nicht. Und so gingen die beiden miteinander. Und fünfzig von den Prophetenjüngern gingen hin und standen von ferne; aber die beiden standen am Jordan. Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins Wasser; das teilte sich nach beiden Seiten, sodass die beiden auf trockenem Boden hinübergingen. Und als sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Dass mir zwei Anteile von deinem Geiste zufallen. Er sprach: Du hast Schweres erbeten. Doch wenn du mich sehen wirst, wie ich von dir genommen werde, so wird's geschehen; wenn nicht, so wird's nicht sein. Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wettersturm gen Himmel. Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, du Wagen Israels und seine Reiter!, und sah ihn nicht mehr. Da fasste er seine Kleider, zerriss sie in zwei Stücke und hob den Mantel auf, der Elia entfallen war, und kehrte um und trat wieder an das Ufer des Jordans. Und er nahm den Mantel, der Elia entfallen war, und schlug ins Wasser und sprach: Wo ist nun der HERR, der Gott Elias?, und schlug ins Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisa ging hindurch.
[Und als das die Prophetenjünger sahen, die gegenüber bei Jericho waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruht auf Elisa. Und sie gingen ihm entgegen und fielen vor ihm nieder zur Erde.]
2. Kön 2, 1.6-14 (15) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wie tief greift jeder Abschied von der Erde in alle menschlichen Bindungen und wie groß ist der Schmerz der Zurückbleibenden! - Es gibt beim Scheiden eines Gotteszeugen wie Elia nicht nur eine Weitergabe des Auftrags, sondern auch der Kraft und der Vollmacht. Und es leuchtet über allem Schmerz des Abschieds die Verheißung des himmlischen Zieles, welches uns durch die Himmelfahrt Christi vollends zur Gewißheit geworden ist. (Spieker, [5] S. 162)

JOHANNIS

Mittwoch

26. Juni 2019


Morgen

Denn siehe, es kommt der Tag, der brennen soll wie ein Ofen. Da werden alle Verächter und Gottlosen Stroh sein, und der kommende Tag wird sie anzünden, spricht der HERR Zebaoth, und er wird ihnen weder Wurzel noch Zweig lassen. Euch aber, die ihr Meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber. Ihr werdet die Gottlosen zertreten; denn sie sollen Staub unter euren Füßen werden an dem Tage, den Ich machen will, spricht der HERR Zebaoth. Gedenkt an das Gesetz Meines Knechtes Mose, das Ich ihm befohlen habe auf dem Berge Horeb für ganz Israel, an alle Gebote und Rechte! Siehe, Ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern, auf dass Ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.
Mal 3,19-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der kommende Tag Gottes kommt als Tag des Gerichts und der Erlösung. Darum geht der Prediger der Buße dem Kommen des Heilandes vorauf. Nur denen, die sich bereiten lassen und umkehren von ihrem verkehrten Wege, kann die Erlösung nahen. (Spieker, [5] S. 8)

Abend

{Und} dies ist das Zeugnis des Johannes, als die Juden zu ihm sandten aus Jerusalem Priester und Leviten, dass sie ihn fragten: Wer bist du? Und er bekannte und leugnete nicht, und er bekannte: Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elia? Er sprach: Ich bin's nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein. Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du dann?, dass wir Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Er sprach: »Ich bin die Stimme eines Predigers in der Wüste: Ebnet den Weg des Herrn!«, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.
Joh 1,19-23 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Täufer will nicht mehr sein als die Stimme, welche der Welt die unmittelbare Nähe Dessen ankündigt, "der da ist und der da war und der da kommt." Auch wir dürfen Seiner heimlichen Gegenwart gewiß sein und dürfen erfahren, daß Er unter uns offenbar wird. (Spieker, [5] S. 15)

JOHANNIS

Donnerstag

27. Juni 2019


Morgen

So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verlässt und hält Fleisch für seinen Arm und weicht mit seinem Herzen vom HERRN. Der ist wie ein Strauch in der Wüste und wird nicht sehen das Gute, das kommt, sondern er wird bleiben in der Dürre der Wüste, im unfruchtbaren Lande, wo niemand wohnt. Gesegnet ist der Mann, der sich auf den HERRN verlässt und dessen Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte. Es ist das Herz ein trotzig und verzagt Ding; wer kann es ergründen? Ich, der HERR, kann das Herz ergründen und die Nieren prüfen und gebe einem jeden nach seinem Tun, nach den Früchten seiner Werke. Wie ein Rebhuhn, das sich über Eier setzt, die es nicht gelegt hat, so ist, wer unrecht Gut sammelt; denn mitten im Leben muss er davon und zuletzt steht er als Narr da. Aber die Stätte unseres Heiligtums ist der Thron der Herrlichkeit, erhaben von Anbeginn. Denn Du, HERR, bist die Hoffnung Israels. Alle, die Dich verlassen, müssen zuschanden werden, und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; denn sie verlassen den HERRN, die Quelle des lebendigen Wassers.
Jer 17, 5-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Und die Menge fragte Johannes {ihn} und sprach: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen, ob Johannes vielleicht der Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich Ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In Seiner Hand ist die Worfschaufel, und Er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in Seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird Er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen. Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und predigte ihm.
Lk 3, 10-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es werden keine außerordentlichen Dinge gefordert. Wir können in dieser vergehenden Weltzeit zur Vorbereitung auf das Kommen Christi nur vorläufige Dinge tun. Auch diese fordern unsre ganze Hingabe, nämlich Gehorsam gegen Gottes Gebot, Hilfsbereitschaft gegen den Nächsten, Treue im Alltag. (Spieker, [5] S. 13)

JOHANNIS

Freitag

28. Juni 2019


Morgen

{Und} um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen? Einige aber, die da standen, als sie das hörten, sprachen sie: Der ruft nach Elia. Und sogleich lief einer von ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab Ihm zu trinken. Die andern aber sprachen: Halt, lasst uns sehen, ob Elia komme und ihm helfe!
Mt 27, 46-49 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

APOSTEL PETRUS UND PAULUS

Botschafter an Christi Statt

Samstag

29. Juni 2019

Tagesspruch

 

Mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

Lied

 

Die Kirche steht gegründet (EG 264)
Ich lobe dich von ganzer Seelen (EG 250)


Vorabend

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch Ihn werdet auch ihr mit erbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Eph 2, 19-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Von dem ewigen Grund, auf den die Kirche erbaut ist. (Spieker, [5] S. 344)

Alttestamentliche Lesung

Siehe, Ich will viele Fischer aussenden, spricht der HERR, die sollen sie fischen; und danach will Ich viele Jäger aussenden, die sollen sie fangen auf allen Bergen und auf allen Hügeln und in den Felsklüften. Denn Meine Augen sehen auf alle ihre Wege, dass sie sich nicht vor Mir verstecken können, und ihre Missetat ist vor Meinen Augen nicht verborgen. Aber zuvor will Ich ihre Missetat und Sünde zwiefach vergelten, weil sie Mein Land mit ihren toten Götzen unrein gemacht und Mein Erbland mit ihren Gräueln angefüllt haben. HERR, du bist meine Stärke und Kraft und meine Zuflucht in der Not! Die Völker werden zu Dir kommen von den Enden der Erde und sagen: Nur Lüge haben unsere Väter gehabt, nichtige Götter, die nicht helfen können. Wie kann ein Mensch sich Götter machen? Das sind doch keine Götter! Darum siehe, diesmal will Ich sie lehren und Meine Kraft und Gewalt ihnen kundtun, dass sie erfahren sollen: Ich heiße der HERR.
Jer 16, 16-21 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Ich zog aber hinauf (nach Jerusalem) aufgrund einer Offenbarung und legte ihnen, besonders denen, die das Ansehen hatten, das Evangelium dar, das ich predige unter den Heiden, auf dass ich nicht vergeblich liefe oder gelaufen wäre. Aber selbst Titus, der bei mir war, ein Grieche, wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen. Es hatten sich aber einige falsche Brüder eingedrängt und eingeschlichen, um auszukundschaften unsere Freiheit, die wir in Christus Jesus haben, und uns so zu knechten. Denen wichen wir auch nicht eine Stunde und unterwarfen uns ihnen nicht, auf dass die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe. Von denen aber, die das Ansehen hatten - was sie früher waren, daran liegt mir nichts; denn Gott achtet das Ansehen des Menschen nicht -, mir haben die, die das Ansehen hatten, nichts weiter auferlegt. Im Gegenteil, da sie sahen, dass mir anvertraut war das Evangelium für die Unbeschnittenen so wie Petrus das Evangelium für die Beschnittenen - denn der in Petrus wirksam gewesen ist zum Apostelamt für die Beschnittenen, der ist auch in mir wirksam gewesen unter den Heiden -, und da sie die Gnade erkannten, die mir gegeben war, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, dass wir unter den Heiden, sie aber unter den Beschnittenen predigen sollten, allein dass wir der Armen gedächten - was ich mich auch eifrig bemüht habe zu tun.
Gal 2, 2-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart


Evangelium

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte Seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, Du seist Johannes der Täufer, andere, Du seist Elia, wieder andere, Du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass Ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Und Ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.
Mt 16, 13-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Christus hat Seine Kirche hineingestiftet in die Welt des "Fleisches". Ist auch Simon, des Jona Sohn, nur ein schwacher und schwankender Mensch, so hat ihn doch der Herr erwählt, daß er der "Fels" der Kirche werden soll. Der Felsgrund ist nicht der Mensch, sondern der Glaube! Diesen Glauben hat er nicht durch "Fleisch und Blut" empfangen, sondern durch Gottes Offenbarung.
Die Kirche wird erhalten durch das Amt, das ihr von Anfang an eingestiftet ist. Dieses Amt hat eine wirksame Beziehung zu Gottes Gnade und Recht. Das "Binden" bedeutet die Bindung an die Schuld und damit den Ausschluß aus dem Reich, Das "Lösen" bedeutet die Lösung von der Schuld und damit die Spendung des Lebens. Solche Volllmacht im Amt der Schlüssel hat der Herr nicht dem Petrus allein, sindern allen Seinen Jüngern gegeben (Matth. 18, 18). (Spieker, [5] S. 344)


JOHANNIS

Samstag

29. Juni 2019


Abend

So ermahne ich dich inständig vor Gott und Christus Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten, und bei Seiner Erscheinung und Seinem Reich: Predige das Wort, stehe dazu, es sei zur Zeit oder zur Unzeit; weise zurecht, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihrem eigenen Begehren werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren. Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, erfülle redlich deinen Dienst. Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Hinscheidens ist gekommen. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die Seine Erscheinung lieb haben.
2. Tim 4, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es gilt für den Prediger des Evangeliums: in heiliger Nüchternheit das Wort der Wahrheit der Welt zu verkünden, durch "gesunde" Lehre die kranken Gewissen zu heilen, und das alles in unbeirrbarer Treue und in der Bereitschaft zu leiden.
Der Apostel hat schon die Bande gelöst, welche ihn mit dieser Welt verknüpfen. Er hat diese Welt hinter sich gelassen wie einen Kampfplatz, wie eine Rennbahn, nach ehrenvollem Kampf. Er darf sich entgegenstrecken dem Siegespreis, den er aus der Hand des himmlischen Richters empfangen soll. Sein Vorbild verpflichtet jeden Zeugen des Evangeliums zu gleicher Treue. (Spieker, [5] S. 208/205)


Wochenspruch

Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Joh 3, 30
 
Wir schauen an die Schönheit der Sonne, die von der Höhe ihrer Bahn wieder heruntersteigt und wieder abnimmt und der liebe helle Tag mit ihr. Wir schauen an Johannes den Täufer, der zusieht, wie der Größere nach ihm kommt, und denm es genug ist, lhm den Weg zu bereiten. Wir sehen in dem zwiefachen Bild, was die Heiligung, was also der göttliche Wille über uns ist: daß wir gehorsam und demütig unser altes und natürliches Wesen in den Tod geben, damit Christus in uns Gestalt gewinne. (Spieker [5], S. 202)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-16
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