Donnerstag

23. Juni 2016

 

4. SONNTAG NACH TRINITATIS
Die Gemeinde der Sünder

 

Predigttext

 

Röm 14, 10-13 (II. Reihe)
1. Sam 24, 2b-20.23b (Rev II)

Wochenspruch

 

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Wochenlied

 

Komm in unsre stolze Welt (EG 428)
O Gott, du frommer Gott (EG 495)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm   Abend

Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Morgen
 
Wenn aber alle Glieder ein Glied wären, wo bliebe der Leib? Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer. Das Auge kann nicht sagen zu der Hand: Ich brauche dich nicht; oder auch das Haupt zu den Füßen: Ich brauche euch nicht. Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns die schwächsten zu sein scheinen, die nötigsten; und die uns am wenigsten ehrbar zu sein scheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre; und bei den unanständigen achten wir besonders auf Anstand; denn die anständigen brauchen's nicht. Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem geringeren Glied höhere Ehre gegeben, damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.
1.Kor 12, 19-26 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Gemeinde ist der Leib Christi. Wir alle sind durch die Taufe Ihm eingeleibt. wir sind zu einem Geiste verbunden. Was der Apostel sagt von den Gliedern des Leibes, welche zueinander in mannigfacher Bezeihung und Wechselwirkung stehn, ist also nicht bloß ein schönes Bild, sondern er redet von der Wirklichkeit des Leibes Christi und der Zusammengehörigkeit seiner Glieder, welche sich nirgends herrlicher zeigt als in Tiefen des Leidens und in Stunden der Freude. (Spieker [5], S. 222)

Wochenspruch

Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.
Gal 6, 2  Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Was bedeutet das "Gesetz" Christi? Nicht ein neues "Gesetz", das die Forderung Gottes vollends ins Unerfüllbare steigert, ein erhabenes "Ideal", das uns ausweglos mit dem Gefühl belastet, nicht zu sein, was wir eigentlich sein sollten; sondern eine neue Ordnung des Lebens, die uns ebenso gegeben ist wie Aufgaben und in diesem Sinne uns "gesetzt" ist. Die neue und wahre Ordnung des menschlichen Seins wird sichtbar an der Begegnung mit den "Lasten" des Andern. Wir vergegenwärtigen uns an bestimmten einzelnen Menschen, die uns vertraut sind, welche Lasten sie zu tragen haben; wir vergegenwärtigen uns, welche Last der oder jener für uns bedeutet - und wir für ihn. Es ist menschlich und natürlich, diese Last des Bruders, den Bruder als Last abzuschütteln oder im besten Falle mit unwilligem Herzen zu schleppen, den belastenden Mitmenschen also allenfalls zu "ertragen" (ohne ständig gegen ihn zu explodieren); es ist aber göttlich, die Last, die der Bruder zu tragen hat oder die er selbst uns auferlegt, willig auf uns zu nehmen und also in Wahrheit zu tragen. Weil Christus selbst die Sünde der Welt als Last auf sich genommen und getragen hat, darum ist uns in Ihm ein für allemal diese Tragkraft gegeben und als Aufgabe "gesetzt".
(Spieker [5], S. 192 f.)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-05-03
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