Samstag

24. Juni 2017

 

JOHANNIS
Der Vorläufer des Herrn

 

Predigttext

 

Jes 40, 1-8 (III. Reihe)
Joh 3, 22-30 (Rev. III)

Tagesspruch

 

Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen

Tageslied

 

Wir woll'n singen ein Lobgesang (EG 141)
Kam einst zum Ufer nach Gottes Wort und Plan (EG 312)


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Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Zu der Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester von der Ordnung Abija mit Namen Zacharias, und seine Frau war von den Töchtern Aaron, die hieß Elisabeth. Sie waren aber alle beide gerecht und fromm vor Gott und lebten in allen Geboten und Satzungen des Herrn untadelig. Und sie hatten kein Kind; denn Elisabeth war unfruchtbar, und beide waren hochbetagt. Und es begab sich, als Zacharias den Priesterdienst vor Gott versah, da seine Ordnung an der Reihe war, dass ihn nach dem Brauch der Priesterschaft das Los traf, das Räucheropfer darzubringen; und er ging in den Tempel des Herrn. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen zur Stunde des Räucheropfers. Da erschien ihm der Engel des Herrn, der stand an der rechten Seite des Räucheraltars. Und als Zacharias ihn sah, erschrak er, und Furcht überfiel ihn. Aber der Engel sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Gebet ist erhört, und deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Johannes geben. Und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn; Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken und wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist. Und er wird viele der Israeliten zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. Und er wird vor ihm hergehen im Geist und in der Kraft des Elia, zu bekehren die Herzen der Väter zu den Kindern und die Ungehorsamen zu der Klugheit der Gerechten, zuzurichten dem Herrn ein Volk, das wohl vorbereitet ist. Und Zacharias sprach zu dem Engel: Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt und meine Frau ist hochbetagt. Der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, mit dir zu reden und dir dies zu verkündigen. Und siehe, du wirst verstummen und nicht reden können bis zu dem Tag, an dem dies geschehen wird, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die erfüllt werden sollen zu ihrer Zeit. Und das Volk wartete auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er aber herauskam, konnte er nicht mit ihnen reden; und sie merkten, dass er eine Erscheinung gehabt hatte im Tempel. Und er winkte ihnen und blieb stumm. Und es begab sich, als die Zeit seines Dienstes um war, da ging er heim in sein Haus. Nach diesen Tagen wurde seine Frau Elisabeth schwanger und hielt sich fünf Monate verborgen und sprach: So hat der Herr an mir getan in den Tagen, als er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Menschen von mir zu nehmen.
Luk 1, 5-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes Gnade und Berufung geht unsern irdischen Wegen voraus. Johannes wird schon im Mutterleibe berufen und mit der Gabe des Heiligen Geistes begnadet. Darum begeht die Kirche bei Johannes - zum Unterschied von den Gedenktagen der Apostel und Märtyrer, bei denen sie den Todestag begeht - den Tag der irdischen Geburt, weil schon der Anfang seines irdischen Lebens geheiligt ist. (Spieker, [5] S. 202)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat die volle Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden. Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. Es spricht eine Stimme: Predige!, und ich sprach: Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras, und alle seine Güte ist wie eine Blume auf dem Felde. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt; denn des HERRN Odem bläst darein. Ja, Gras ist das Volk! Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, aber das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.
Jes 40, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nachdem Gottes hartes Gericht über ein Volk dahingegangen ist, tritt das Trostamt der Kirche in Kraft. Sie hat die Ankunft Gottes in die Welt des Fleisches zu verkündigen. Für Sein Kommen soll der Weg bereitet, über dem Vergehen menschlicher Herrlichkeit soll die Herrlichkeit Gottes sichtbar werden. Mitten in aller Vergänglichkeit steht wie ein Fels das göttliche Wort. (Spieker, [5] S. 203)
 
{Und} die Israeliten taten wiederum, was dem HERRN missfiel, und der HERR gab sie in die Hände der Philister vierzig Jahre. Es war aber ein Mann aus Zora vom Geschlecht der Daniter, mit Namen Manoach, und seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder. Und der Engel des HERRN erschien der Frau und sprach zu ihr: Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. So hüte dich nun, dass du nicht Wein oder starkes Getränk trinkst und nichts Unreines isst; denn du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem kein Schermesser aufs Haupt kommen soll. Denn der Knabe wird ein Geweihter Gottes sein von Mutterleibe an; und er wird anfangen, Israel zu erretten aus der Hand der Philister. Da kam die Frau und sagte es ihrem Mann und sprach: Es kam ein Mann Gottes zu mir, und seine Gestalt war anzusehen wie der Engel Gottes, zum Erschrecken, sodass ich ihn nicht fragte, woher er sei; und er sagte mir nicht, wie er hieß. Und die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson. Und der Knabe wuchs heran, und der HERR segnete ihn.
Rich 13, 1-6.24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel
 
Es geschah aber, als Apollos in Korinth war, dass Paulus durch das Hochland zog und nach Ephesus kam und einige Jünger fand. Zu denen sprach er: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Und er fragte sie: Worauf seid ihr denn getauft? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus aber sprach: Johannes hat getauft mit der Taufe der Buße und dem Volk gesagt, sie sollten an den glauben, der nach ihm kommen werde, nämlich an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus. Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie und sie redeten in Zungen und weissagten. Es waren aber zusammen etwa zwölf Männer.
Apg 19, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Diese Jünger des Täufers leben noch in der Erwartung, sie sind über die Stufe der Vorbereitung nicht hinaus. Erst die Taufe auf den Namen des Herrn Jesu und die Handauflegung durch den Apostel lassen den Funken des göttlichen Geistes auf sie überspringen. - Gleich diesen Johannesjüngern sind viele Christen noch "Christen des Vorhofs" - sie bedürfen der pfingstlichen Taufe mit lebendig machendem Geist, der sie mit dem Feuer der göttlichen Liebe entzündet. (Spieker, [5] S. 204)
 
Evangelium
 
{Und} für Elisabeth kam die Zeit, dass sie gebären sollte; und sie gebar einen Sohn. Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, dass der Herr große Barmherzigkeit an ihr getan hatte, und freuten sich mit ihr. Und es begab sich am achten Tag, da kamen sie, das Kindlein zu beschneiden, und wollten es nach seinem Vater Zacharias nennen. Aber seine Mutter antwortete und sprach: Nein, sondern er soll Johannes heißen. Und sie sprachen zu ihr: Ist doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heißt. Und sie winkten seinem Vater, wie er ihn nennen lassen wollte. Und er forderte eine kleine Tafel und schrieb: Er heißt Johannes. Und sie wunderten sich alle. Und sogleich wurde sein Mund und seine Zunge aufgetan, und er redete und lobte Gott. Und es kam Furcht über alle Nachbarn; und diese ganze Geschichte wurde bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas. Und alle, die es hörten, nahmen's zu Herzen und sprachen: Was wird aus diesem Kindlein werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:
[Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten -, dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.]
Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Und das Kindlein wuchs und wurde stark im Geist. Und er war in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte.
Luk 1, 57-67 (68-75) 76-80 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Mit Geburt und Name des Johannes - "Gott ist huldreich" - leuchtet über der Welt die erste Morgenröte eines neuen Sonnenaufganges, so daß wir jubeln dürfen: "Gott hat uns nicht alleingelassen in Sünde und Schwachheit des Todes. Er hat besucht und erlöst sein Volk"(Spieker, [5] S. 203)
 
Abend
 
Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Der kam zum Zeugnis, damit er von dem Licht zeuge, auf dass alle durch ihn glaubten. Er war nicht das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. Er kam in sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Johannes zeugt von ihm und ruft: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: Nach mir wird kommen, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.
Joh 1, 6-15 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Johannes ist der Mensch vor Sonnenaufgang, aber er weiß die Stunde: der Aufgang des Lichtes ist nahe! Er selbst steht im Schatten, aber er schaut das Licht, als niemand sonst es gewahrt. Er weist auf Den, der aus der göttlichen Fülle Gnade um Gnade spendet. (Spieker, [5] S. 13)

Tagesspruch

Dies ist das Zeugnis Johannes des Täufers: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Joh 3, 30

Wir schauen an die Schönheit der Sonne, die von der Höhe ihrer Bahn wieder heruntersteigt und wieder abnimmt und der liebe helle Tag mit ihr. Wir schauen an Johannes den Täufer, der zusieht, wie der Größere nach ihm kommt, und denm es genug ist, lhm den Weg zu bereiten. Wir sehen in dem zwiefachen Bild, was die Heiligung, was also der göttliche Wille über uns ist: daß wir gehorsam und demütig unser altes und natürliches Wesen in den Tod geben, damit Christus in uns Gestalt gewinne. (Spieker [5], S. 202)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-05-24
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