2. SONNTAG NACH TRINITATIS
1. SONNTAG NACH JOHANNIS

Die Einladung

Sonntag

30. Juni 2019

Wochenspruch

 

Christus spricht: Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid;
Ich will euch erquicken.

Lied

 

Kommt her, ihr seid geladen (EG 213)
Komm, sag es allen weiter (EG 225)


Alttestamentliche Lesung

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und eßt! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben!
[Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben. Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des HERRN willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.]
Jes 55, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Unsre Mühe, unser Geld verschaffen uns nicht, was unser Leben wirklich kann ernähren. Gott bietet es uns an in freier, schenkender Gnade. Wir eignen es uns an im Hören, ja im "Essen" des Worts. (Spieker, [5], S. 185)

Epistel

Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn. Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.
Eph 2, (11-16) 17-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Durch Christus ist mitten in der Zerissenheit der Welt der Anfang zu einer neuen Einheit des Menschengeschlechts gemacht, die ihre sichtbare Verwirklichung in der christlichen Kirche findet. Sie erhebt sich wie der "Turm über den Wassern", weil ihre Bausteine aus dem Wasser der Taufe geholt sind. (Spieker, [5], S. 174)

Evangelium

[Als einer das hörte, der mit zu Tisch saß, sprach er zu Jesus: Selig ist, der das Brot ißt im Reich Gottes!]
P. SinkwitzEr aber sprach zu ihm: Es war ein Mensch, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu ein. Und er sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Abendmahls, den Geladenen zu sagen: Kommt, denn es ist alles bereit! Und sie fingen an alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der zweite sprach: Ich habe fünf Gespanne Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe eine Frau genommen; darum kann ich nicht kommen. Und der Knecht kam zurück und sagte das seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen, Verkrüppelten, Blinden und Lahmen herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, daß mein Haus voll werde. Denn ich sage euch, daß keiner der Männer, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird.
Lk 14, (15) 16-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott selber ladet uns ein zu der Fülle der himmlischen Gnaden. Aber die Geladenen in ihrem irdischen Sinn verachten den Ruf Gottes und gehen des Heiles verlustig. Es werden die an der himmlischen Tafel sitzen, welche wirklich der Hilfe, Heilung und Führung bedürfen und sie auch annehmen. (Spieker, [5], S. 186)

JOHANNIS

Sonntag

30. Juni 2019


Abend

Da nun Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog Er sich nach Galiläa zurück. Und Er verließ Nazareth, kam und wohnte in Kapernaum, das am Galiläischen Meer liegt im Gebiet von Sebulon und Naftali, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Das Land Sebulon und das Land Naftali, das Land am Meer, das Land jenseits des Jordans, das Galiläa der Heiden, das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht gesehen; und denen, die saßen im Land und Schatten des Todes, ist ein Licht aufgegangen.« Seit der Zeit fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!
Mt 4, 12-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

JOHANNIS

Montag

1. Juli 2019


Morgen

Wenn ich von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahr. Ein anderer ist's, der von mir zeugt; und ich weiß, dass das Zeugnis wahr ist, das er von mir gibt. Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat die Wahrheit bezeugt. Ich aber nehme nicht von einem Menschen Zeugnis an; sondern ich sage das, damit ihr selig werdet. Er war ein brennendes und strahlendes Licht; ihr aber wolltet eine kleine Weile fröhlich sein in seinem Licht. Ich aber habe ein größeres Zeugnis als das des Johannes; denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, damit ich sie vollende, eben diese Werke, die ich tue, zeugen von mir, dass mich der Vater gesandt hat. Und der Vater, der mich gesandt hat, hat von mir Zeugnis gegeben. Ihr habt niemals seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnen; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat.
Joh 5, 31-38 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wie Gott dem Volk Israel nach Krieg und Schrecken Seine Güte erzeigen und Sein Land und Seine Hauptstadt wieder aufbauen will, so soll auch uns offenbar werden, daß in allen Schickungen und Gerichten die Güte Gottes am Werke war, die uns zu Ihm ziehen will. Von dieser ewigen Gnade darf die Gemeinde durch ihren priesterlichen Dienst Zeugnis ablegen. (Spieker, S. 27)

BESUCH MARIAS BEI ELISABETH

Magd des Herrn Mutter Jesu

Dienstag

2. Juli 2019

Tagesspruch

 

Als die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn,
geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan.

Lied

 

Mein Seel, o Herr, muss loben dich (EG 398)
Nun komm, der Heden Heiland (EG 4)


Vorabend

{Und} Hanna betete und sprach: Mein Herz ist fröhlich in dem HERRN, mein Horn ist erhöht in dem HERRN. Mein Mund hat sich weit aufgetan wider meine Feinde, denn ich freue mich Deines Heils. Es ist niemand heilig wie der HERR, außer Dir ist keiner, und ist kein Fels, wie unser Gott ist. Lasst euer großes Rühmen und Trotzen, freches Reden gehe nicht aus eurem Munde; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von Ihm werden Taten gewogen. Der Bogen der Starken ist zerbrochen, und die Schwachen sind umgürtet mit Stärke. Die da satt waren, müssen um Brot dienen, und die Hunger litten, hungert nicht mehr. Die Unfruchtbare hat sieben geboren, und die viele Kinder hatte, welkt dahin. Der HERR tötet und macht lebendig, führt ins Totenreich und wieder herauf. Der HERR macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt auf den Dürftigen aus dem Staub und erhöht den Armen aus der Asche, dass Er ihn setze unter die Fürsten und den Thron der Ehre erben lasse. Denn der Welt Grundfesten sind des HERRN, und Er hat die Erde darauf gesetzt.
[Er wird behüten die Füße Seiner Heiligen, aber die Frevler sollen zunichtewerden in Finsternis; denn viel Macht hilft doch niemand. Die mit dem HERRN hadern, müssen zugrunde gehen. Über ihnen wird Er donnern im Himmel. Der HERR wird richten der Welt Enden. Er wird Macht geben Seinem Könige und erhöhen das Horn Seines Gesalbten.]
1.Sam 2, 1-8 (9.10) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

{Und} es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und Wohlgefallen wird er haben an der Furcht des HERRN. Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen und mit dem Odem seiner Lippen den Gottlosen töten. Gerechtigkeit wird der Gurt seiner Lenden sein und die Treue der Gurt seiner Hüften.
Jes 11, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der mächtige Stamm des Königshauses Davids ist längst gefällt, seine Nachkommen sind wieder in die Niedrigkeit zurückgesunken, aus der der Stammvater Isai gekommen war. Gottes Barmherzigkeit läßt den Wurzelstock sein schönstes Reis treiben, den Heiland. Er ist der Friedenskönig, begabt mit dem Geist Gottes, der, in die Niedrigleit geboren, der Helfer der Geringen und Elenden ist, Sein Königsschmuck und Seine Rüstung ist die Gerechtigkeit und Treue Gottes. (Spieker, [5] S. 345)

Epistel

{Und} groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
1.Tim 3, 16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Lobpreisendes Bekenntnis zu Ehren der Gottesoffenbarung in Christus. (Spieker, [5] S. 152)

Evangelium

Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom Heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach: Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Ja, selig ist, die da geglaubt hat! Denn es wird vollendet werden, was ihr gesagt ist von dem Herrn. Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes; denn Er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.
[Denn Er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und Seine Barmherzigkeit währet für und für bei denen, die Ihn fürchten. Er übt Gewalt mit Seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt Er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft Seinem Diener Israel auf, wie Er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit.]
Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.
Lk 1, 39-48 (49-55) 56 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die erste Begegnung des Erlösers mit der erlösungsbedürftigen Menschheit! Das Leben des Ungeborenen grüßt die Mutter seines Herrn. Sie aber, deren armes Leben Gott angerührt und zu dem seligen Dienst begnadet hat, singt das hohe Lied ihres schmerzensreichen und doch "gebenedeiten", gesegneten Lebens. - Die Kirche Christi darf mit diesem Lied die Freude über das Geheimnis der Fleischwerdung weitertragen auf alle Kindeskinder und auch ihr geringer Dienst lebt von Seiner Herablassung: "Er hat die Niedrigkeit Seiner Magd angesehen" (Spieker, [5] S. 345)

2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

2. Juli 2019


Abend

Gebt uns Raum bei euch! Wir haben niemand Unrecht getan, wir haben niemand verletzt, wir haben niemand übervorteilt. Nicht sage ich das, um euch zu verdammen; denn ich habe schon zuvor gesagt, dass ihr in unserm Herzen seid, mitzusterben und mitzuleben. Ich rede mit großem Freimut zu euch; mir wird viel Ruhm zuteil euretwegen; ich bin erfüllt mit Trost; ich habe überschwängliche Freude in aller unsrer Bedrängnis. Denn als wir nach Makedonien kamen, fanden wir keine Ruhe; sondern allenthalben waren wir bedrängt: von außen Streit, von innen Furcht. Aber Gott, der die Geringen tröstet, der tröstete uns durch die Ankunft des Titus; nicht allein aber durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, mit dem er bei euch getröstet worden war. Er berichtete uns von eurem Verlangen, eurem Weinen, eurem Eifer für mich, sodass ich mich noch mehr freute.
2. Kor 7, 2-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

APOSTEL THOMAS

Botschafter an Christi Statt

Mittwoch

3. Juli 2019

Tagesspruch

 

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten,
der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt.

Lied

 

Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr (EG 382)
Halt im Gedächtnis Jesus Christ (EG 405 1-3.6)


Alttestamentliche Lesung

{Und} Gideon sprach zu Gott: Willst Du Israel durch meine Hand erretten, wie Du zugesagt hast, so will ich abgeschorene Wolle auf die Tenne legen: Wird der Tau allein auf der Wolle sein und der ganze Boden umher trocken, so will ich daran erkennen, dass Du Israel erretten wirst durch meine Hand, wie Du zugesagt hast. Und so geschah es: Und als er am andern Morgen früh aufstand, drückte er die Wolle aus und presste Tau aus der Wolle, eine Schale voll Wasser! Und Gideon sprach zu Gott: Dein Zorn entbrenne nicht gegen mich, wenn ich noch einmal rede. Ich will's nur noch einmal versuchen mit der Wolle: Es sei allein auf der Wolle trocken und Tau auf dem ganzen Boden. Und Gott machte es so in derselben Nacht, dass es trocken war allein auf der Wolle und Tau auf dem ganzen Boden.
Rich 6, 36-40 Lutherbibel 2017© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

{Denn} wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel. Denn darum seufzen wir auch und sehnen uns danach, dass wir mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet werden, weil wir dann bekleidet und nicht nackt befunden werden. Denn solange wir in dieser Hütte sind, seufzen wir und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden wollen, damit das Sterbliche verschlungen werde von dem Leben. Der uns aber dazu bereitet hat, das ist Gott, der uns als Unterpfand den Geist gegeben hat. So sind wir denn allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leibe wohnen, weilen wir fern von dem Herrn; denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen. Wir sind aber getrost und begehren sehr, den Leib zu verlassen und daheim zu sein bei dem Herrn. Darum setzen wir auch unsre Ehre darein, ob wir daheim sind oder in der Fremde, dass wir Ihm wohlgefallen. Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, auf dass ein jeder empfange nach dem, was er getan hat im Leib, es sei gut oder böse.
2.Kor 5, 1-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

In der Hinfälligkeit unserer irdischen Leibeshütte sehnen wir uns nach der Bekleidung mit dem himmlischen Leibe. Der Geist, das Pfand des himmlischen Erbes, stärkt uns zur Bewährung in unserm irdischen Wandel. (Spieker [5], S. 315)

Evangelium

[Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als Er das gesagt hatte, zeigte Er ihnen die Hände und Seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.]
Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in Seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in Seine Seite, kann ich's nicht glauben. Und nach acht Tagen waren Seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! Danach spricht Er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh Meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in Meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu Ihm: Mein Herr und mein Gott! Spricht Jesus zu ihm: Weil du Mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!
Joh 20, (19.20) 24-29 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Auferstandene tut sich den Seinen kund durch das Wort der Sendung, durch Mitteilung des Heiligen Geistes, durch die Vollmacht, in Seinem Namen Sünden zu vergeben. Er tut sich dem Zweifler kund, indem Er ihn beschämt durch göttliche Herablassung und in leiblicher Gestalt mit den Zeichen des Kreuzesopfers vor ihm erscheint. Unser Glaube lebt nicht von dem, was die Sinne wahrnehmen, sondern von der göttlichen Wirklichkeit, die sich selbst überwältigend offenbart. (Spieker, [5] S. 139)

2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

3. Juli 2019


Abend

{Und} es kam zu Jesus {Ihm} ein Aussätziger, der bat Ihn, kniete nieder und sprach zu Ihm: Willst Du, so kannst Du mich reinigen. Und es jammerte Ihn, und Er streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will's tun; sei rein! Und alsbald wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein. Und Jesus bedrohte ihn und trieb ihn alsbald von Sich und sprach zu ihm: Sieh zu, dass du niemandem etwas sagst; sondern geh hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Er aber ging fort und fing an, viel davon zu reden und die Geschichte bekannt zu machen, sodass Jesus hinfort nicht mehr öffentlich in eine Stadt gehen konnte; sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen zu ihm von allen Enden.
Mk 1, 40-45 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Jesus berührt den Unberührbaren und zieht ihn damit herein in den Stromkreis des Lebens. Er weist den Geheilten an den Priester - Er denkt nicht daran, das Gesetz aufzulösen, sondern leitet an, es zu erfüllen, damit an dem gebotenen Opfer der Dank gegen Gott kund werde. (Spieker, [5], S. 248)

2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag

4. Juli 2019


Morgen

P. Jordan{Und} Jesus ging von dort weiter und kam an das Galiläische Meer und ging auf einen Berg und setzte Sich dort. Und es kam eine große Menge zu Ihm; die hatten bei sich Lahme, Blinde, Verkrüppelte, Stumme und viele andere und legten sie Ihm vor die Füße, und Er heilte sie, sodass sich das Volk verwunderte, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Lahmen gingen und die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels. Und Jesus rief Seine Jünger zu Sich und sprach: Das Volk jammert Mich; denn sie harren nun schon drei Tage bei Mir aus und haben nichts zu essen; und Ich will sie nicht hungrig gehen lassen, damit sie nicht verschmachten auf dem Wege. Da sprachen die Jünger zu Ihm: Woher sollen wir so viel Brot nehmen in der Einöde, um eine so große Menge zu sättigen? Und Jesus sprach zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und ein paar Fische. Und Er ließ das Volk sich lagern auf die Erde und nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, und die Jünger gaben sie dem Volk. Und sie aßen alle und wurden satt; und sie sammelten auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll. Und die da gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder. Und als Er das Volk hatte gehen lassen, stieg Er ins Boot und kam in das Gebiet von Magadan.
Mt 15, 29-39 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Jesus hat nicht nur das Volk gelehrt, sondern auch gespeist. "Denn Christus ist nicht darum kommen, daß er Seele oder Leib verderben wolle, sondern beiden zu helfen." Er nimmt Seine Mahlgenossen auf in die Gemeinschaft derer, welche auf den Anbruch des Gottesreiches warten und erneuert das Mannawunder in der Wüste. "Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel." (Spieker, [5], S. 215)

Abend (1. Alternative)

Kommt her zu mir, ihr Ungebildeten, und wohnt im Haus der Bildung! Warum wollt ihr noch warten und eure Seelen dürsten lassen? Ich habe meinen Mund aufgetan und gesprochen: Kauft euch Weisheit - ganz ohne Geld! Beugt euren Nacken unter ihr Joch und nehmt ihre Erziehung an. Sie ist nahe und leicht zu finden. Seht mich an: Ich habe eine kleine Zeit Mühe und Arbeit gehabt und habe großen Trost gefunden. Nehmt Bildung an, die wertvoll ist wie Silber, und gewinnt Gold durch sie. Freut euch an der Barmherzigkeit Gottes und schämt euch nicht, ihn zu loben. Tut euer Werk zur rechten Zeit, so wird er euch belohnen zu seiner Zeit.
Sir 51, 23-30 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend (2. Alternative)

Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, dass du hörst. Das ist besser, als wenn die Toren Opfer bringen; denn sie wissen nichts als Böses zu tun. Sei nicht schnell mit deinem Munde und lass dein Herz nicht eilen, etwas zu reden vor Gott; denn Gott ist im Himmel und du auf Erden; darum lass deiner Worte wenig sein. Denn wo viel Mühe ist, da kommen Träume, und wo viel Worte sind, da hört man den Toren. Wenn du Gott ein Gelübde tust, so zögere nicht, es zu halten; denn Er hat kein Gefallen an den Toren; was du gelobst, das halte. Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du nicht hältst, was du gelobst. Lass nicht zu, dass dein Mund dich in Schuld bringe, und sprich vor dem Boten nicht: Es war ein Versehen. Gott könnte zürnen über deine Worte und verderben das Werk deiner Hände. Wo viel Träume sind, da ist Eitelkeit und viel Gerede; darum fürchte Gott!
Pred 4, 17 - 5, 6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Gang zum Hause Gottes fordert äußere und innere Bereitung; Haltung, Gebärde, Stimme zeigen an, ob du wirklich gesammelt und andächtig vor Gott stehst. (Spieker, [5], S. 186)

2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

5. Juli 2019


Morgen

{Aber} einer der Übeltäter, die am Kreuz hingen, lästerte Ihn und sprach: Bist Du nicht der Christus? Hilf Dir selbst und uns! Da antwortete der andere, wies ihn zurecht und sprach: Fürchtest du nicht einmal Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn Du in Dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, Ich sage dir: Heute wirst du mit Mir im Paradies sein.
Lk 23, 39-43 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

(Jesus sprach:) Alles, was Mir der Vater gibt, das kommt zu Mir; und wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen. Denn Ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich Meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der Mich gesandt hat. Das ist aber der Wille dessen, der Mich gesandt hat, dass Ich nichts verliere von allem, was Er Mir gegeben hat, sondern dass Ich's auferwecke am Jüngsten Tage. Denn das ist der Wille Meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an Ihn, das ewige Leben habe; und Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.
[Da murrten die Juden über Ihn, weil Er sagte: Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist, und sprachen: Ist dieser nicht Jesus, Josefs Sohn, dessen Vater und Mutter wir kennen? Wie kann Er jetzt sagen: Ich bin vom Himmel gekommen? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Murrt nicht untereinander. Es kann niemand zu Mir kommen, es sei denn, Ihn ziehe der Vater, der Mich gesandt hat, und Ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage. Es steht geschrieben in den Propheten: »Sie werden alle von Gott gelehrt sein.« Wer es vom Vater hört und lernt, der kommt zu Mir. Nicht dass jemand den Vater gesehen hätte; nur der, der von Gott ist, der hat den Vater gesehen.]
Joh 6, 37-40 (41-46) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

2. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag

6. Juli 2019


Morgen

P. JordanDa kam Jesus {Er} in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gegeben hatte. Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte Er sich an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib Mir zu trinken! Denn Seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Speise zu kaufen. Da spricht die samaritische Frau zu Ihm: Wie, Du, ein Jude, erbittest etwas zu trinken von mir, einer samaritischen Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. - Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest Ihn, und Er gäbe dir lebendiges Wasser. Spricht zu Ihm die Frau: Herr, Du hast doch nichts, womit Du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast Du denn lebendiges Wasser? Bist Du etwa mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh. Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten; wer aber von dem Wasser trinkt, das Ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das Ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. Spricht die Frau zu Ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen! Spricht Er zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her! Die Frau antwortete und sprach zu Ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast richtig gesagt: »Ich habe keinen Mann.« Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.
Joh 4, 5-14 (15-18) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Bittende ist hier in Wahrheit der Schenkende: Er bittet um das irdische Wasser, und Er hat den Trank des ewigen Heils zu verschenken, (Spieker, [5], S. 186)

Wochenspruch

Christus spricht: Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; Ich will euch erquicken. Mt 11, 28

"Mühselig" sind alle, deren Leben von der "Mühsal" unseres irdischen Daseins geprägt ist (daher das Wort eigentlich, um Mißverständnisse zu vermeiden, "mühsälig" geschrieben werden müßte); und "beladen" sind alle, die ihre Lebensumstände, ihre Mitmenschen und wahrscheinlich auch sich selber mehr als Last denn als Quelle der Daseinsfreude erfahren. Während es dem Menschen von Natur näher liegt, die Mühseligen und Beladenen, weil sie uns selber müde machen und belasten, zu meiden und lieber die Gesellschaft der Starken, Freudigen und Beglückten zu suchen, wagt es der Herr, eben die Mühseligen und Beladenen zu sich zu rufen; nicht um mit ihnen über die Misere dieses Weltlaufs zu klagen oder gar, um nach der Art jener politischen Agitatoren mit dem Zündstoff ihrer Unzufriedenheit einen revolutionären Brand zu entzünden, sondern um sie zu "erquicken". Die Erquickung aber, die Er ihnen verheißt, kann nicht darin bestehen, daß Er ihnen ihre Lasten abnimmt und ihnen die Mühsal erspart, sondern daß Er ihnen, die bereits sind, von Ihm zu lernen, das Joch Seines Gehorsams und Seiner Geduld auflegt, durch das die Last tragbar und die Mühsal in inwendige Stärke verwandelt wird. (Spieker, S. 170 f.)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-16
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