PFINGSTEN

 

Wochenspruch

 

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch Meinen Geist geschehen,
spricht der HERR Zebaoth.

 

PFINGSTVIGIL
Vorabend-Vesper

Verheißung des Geistes

 

Sonnabend

8. Juni 2019

Lied

 

Komm herab, o Heilger Geist (TZB 913)
Komm, Gott Schöpfer, Heilger Geist (EG 120)


1. Lesung

Es war zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte. Und alle die Sträucher auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und all das Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen. Denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und kein Mensch war da, der das Land bebaute; aber ein Strom stieg aus der Erde empor und tränkte das ganze Land. Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Und Gott der HERR machte aus Erde alle die Tiere auf dem Felde und alle die Vögel unter dem Himmel und brachte sie zu dem Menschen, dass er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch jedes Tier nennen würde, so sollte es heißen. Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen wurde keine Hilfe gefunden, die ihm entsprach. Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und Er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der HERR baute eine Frau aus der Rippe, die Er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.
1. Mose 2, 4b-7.18-23 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

2. Lesung

Es hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr der HERR hernieder, dass Er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der HERR von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.
1. Mose 11, 1-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Menschen erhoben sich wider Gottes heilige Majestät, weil sie ihre eigne Ehre suchten, darum kam das Gericht Gottes über sie. (Spieker [5], S. 170)

3. Lesung

{Und} Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe und wie Ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu Mir gebracht. Werdet ihr nun Meiner Stimme gehorchen und Meinen Bund halten, so sollt ihr Mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist Mein. Und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
[Als nun der dritte Tag kam und es Morgen ward, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dichte Wolke auf dem Berge und der Ton einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der HERR auf den Berg herabfuhr im Feuer; und sein Rauch stieg auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg bebte sehr. Und der Posaune Ton ward immer stärker. Und Mose redete, und Gott antwortete ihm laut.]
2. Mose 19, 3-6 (16-19) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

4. Lesung

So höre nun, Mein Knecht Jakob, und Israel, den Ich erwählt habe! So spricht der HERR, der dich gemacht und bereitet hat und der dir beisteht von Mutterleibe an: Fürchte dich nicht, Mein Knecht Jakob, und du, Jeschurun, den Ich erwählt habe! Denn Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre: Ich will Meinen Geist auf deine Kinder gießen und Meinen Segen auf deine Nachkommen, dass sie wachsen sollen wie Gras zwischen Wassern, wie die Weiden an den Wasserbächen. Dieser wird sagen »Ich bin des HERRN«, und jener wird genannt werden mit dem Namen »Jakob«. Und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben »Dem HERRN eigen« und wird mit dem Namen »Israel« genannt werden.
Jes 44, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wie verdorrtes Erdreich und verbrannter Pflanzenwuchs sich erneuert bei einsetzender Regenzeit, so geschieht die Erneuerung des Volkes Gottes aus dem Geist: beides ist ein Wunder des Schöpfergottes. (Spieker [5], S. 173)

5. Lesung

(Der HERR sprach zu Seinem Volk:) Und nach diesem will ich Meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will Ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde Meinen Geist ausgießen. Und ich will Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut, Feuer und Rauchsäulen. Die Sonne soll in Finsternis und der Mond in Blut verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Und es soll geschehen: wer des HERRN Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Denn auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR verheißen hat, und bei den Entronnenen, die der HERR berufen wird.
Joel 3, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

So wie unter dem belebenden Strom göttlichen Segens fruchtbares Wachstum und reiche Ernte dem Lande geschenkt wird, so wird durch den Segen göttlichen Geistes die Gemeinde beschenkt mit rechten Lehrern; Junge und Alte werden mit der Gabe des Schauens und Weissagens begnadet. .. Gottes Geist kommt als Anbruch der neuen Schöpfung, als Gericht über die alte Welt. (Spieker [5], S. 220/171)

Epistel

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte Seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, in uns erfüllt werde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod, doch geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch sich dem Gesetz Gottes nicht unterwirft; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, da ja Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht Sein. Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen. Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird Er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch Seinen Geist, der in euch wohnt.
Röm 8, 1-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

"Fleisch" und "Geist" - zwischen diese beiden Wirklichkeiten sind wir gestellt. "Fleisch" - die selbstherrliche menschliche Natur, welche sich wider Gott erhebt und ein eignes Reich menschlicher Größe aufrichten will. "Geist" - die Herrschaft Gottes im Menschen durch den göttlichen Lebensodem, welcher den ganzen Menschen durchwaltet und mit den Lebenskräften Christi erfüllt. Auch unser Leib, an dem sich die Todesmacht der Sünde so furchtbar auswirkt, soll Anteil haben an der Lebensmacht Christi, wenn wir von Seinem Geist regiert sind. (Spieker [5], S. 219)

Evangelium (1. Alternative)

{Aber} am letzten, dem höchsten Tag des Festes trat Jesus auf und rief: Wen da dürstet, der komme zu Mir und trinke! Wer an Mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagte Er aber von dem Geist, den die empfangen sollten, die an Ihn glaubten; denn der Geist war noch nicht da; denn Jesus war noch nicht verherrlicht.
Joh 7, 37-39 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Inmitten der Kirche strömt auch heute der Born des Lebens, den der Herr selbst ihr erschlossen hat in Seinem Wort und Sakrament. Sein Geist wird in dem Glaubenden zur Quelle, aus der wieder andere Kraft schöpfen.(Spieker [5], S. 186)

Evangelium (2. Alternative = Evangelium Exaudi !)

(Aus der Abschiedsrede Jesu:) Jetzt {aber} gehe Ich hin zu dem, der Mich gesandt hat; und niemand von euch fragt Mich: Wo gehst Du hin? Doch weil Ich dies zu euch geredet habe, ist euer Herz voll Trauer. Aber Ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass Ich weggehe. Denn wenn Ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn Ich aber gehe, werde Ich Ihn zu euch senden. Und wenn Er kommt, wird Er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht; über die Sünde: dass sie nicht an Mich glauben; über die Gerechtigkeit: dass Ich zum Vater gehe und ihr Mich hinfort nicht seht; über das Gericht: dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird Er euch in aller Wahrheit leiten. Denn Er wird nicht aus Sich selber reden; sondern was Er hören wird, das wird Er reden, und was zukünftig ist, wird Er euch verkündigen. Er wird Mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird Er's nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, das ist Mein. Darum habe Ich gesagt: Er nimmt es von dem Meinen und wird es euch verkündigen.
Joh 16, 5-15 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Dies Evangelium redet vom dreifachen Amt des Heiligen Geistes: Er hält der Welt ihre Sünde vor, daß sie in ihrer Blindheit den Gottessohn ans Kreuz geschlagen hat; Er verherrlicht die Gerechtigkeit Gottes, welche den von der Welt Verworfenen zur Rechten Gottes erhöht hat; Er macht das Gericht über den Fürsten dieser Welt offenbar, welches ergangen ist durch Christi Tod und Auferstehung.(Spieker [5], S. 151)

PFINGSTSONNTAG

Die Kirche des Geistes

 

Sonntag

9. Juni 2019

Lied

 

Komm, Gott Schöpfer, Heilger Geist (EG 120)
Atme in uns, Heilger Geist (freiTöne 7)


Alttestamentliche Lesung

P. JordanEs hatte aber alle Welt einerlei Zunge und Sprache. Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Lande Schinar und wohnten daselbst. Und sie sprachen untereinander: Wohlauf, lasst uns Ziegel streichen und brennen! - und nahmen Ziegel als Stein und Erdharz als Mörtel und sprachen: Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, dass wir uns einen Namen machen; denn wir werden sonst zerstreut über die ganze Erde. Da fuhr der HERR hernieder, dass Er sähe die Stadt und den Turm, die die Menschenkinder bauten. Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun. Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe! So zerstreute sie der HERR von dort über die ganze Erde, dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen. Daher heißt ihr Name Babel, weil der HERR daselbst verwirrt hat aller Welt Sprache und sie von dort zerstreut hat über die ganze Erde.
1. Mose 11, 1-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Menschen erhoben sich wider Gottes heilige Majestät, weil sie ihre eigne Ehre suchten, darum kam das Gericht Gottes über sie. (Spieker [5], S. 170)

Epistel

{Und} als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden. Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist's, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist: »Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will Ich ausgießen von Meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf Meine Knechte und auf Meine Mägde will Ich in jenen Tagen von Meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen.«
Apg 2, 1-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Aus der verborgenen Gemeinschaft der Jünger Jesu wird die Kirche der Bekenner des lebendigen Christus. Die babylonische Sprachverwirrung wird aufgehoben, Christus sammelt sich Seine Gemeinde aus allen Völkern der Erde. (Spieker [5], S. 172)

P. Sinkwitz Evangelium

(Aus der Abschiedsrede Jesu:) Liebt ihr Mich, so werdet ihr Meine Gebote halten. Und Ich will den Vater bitten und Er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht Ihn nicht und kennt Ihn nicht. Ihr kennt Ihn, denn Er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; Ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann sieht die Welt Mich nicht mehr. Ihr aber seht Mich, denn Ich lebe, und ihr sollt auch leben.
[An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass Ich in Meinem Vater bin und ihr in Mir und Ich in euch. Wer Meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der Mich liebt. Wer Mich aber liebt, der wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren. Spricht zu Ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass Du Dich uns offenbaren willst und nicht der Welt? Jesus antwortete und sprach zu ihm:]
Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und Wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Wer aber Mich nicht liebt, der hält Meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht Mein Wort, sondern das des Vaters, der Mich gesandt hat. Das habe Ich zu euch geredet, solange Ich bei euch gewesen bin. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den Mein Vater senden wird in Meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe. Frieden lasse Ich euch, Meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe Ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.
P. Jordan Joh 14, 15-19 (20-23a) 23b-27 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott will Wohnung bei uns machen; das geschieht, wenn Christus in uns wirkt. Sein Geist schenkt uns mitten in der Welt und ihrer Angst jene Gelassenheit, durch welche das Herz heimfindet aus allem Erdenstreit in die Welt Gottes und in ihr Geborgenheit, Frieden und Seligkeit empfängt. (Spieker [5], S. 172)

Abend

(Des HERRN Wort an Hesekiel:) {Denn} Ich will Meinen großen Namen, der vor den Völkern entheiligt ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt, wieder heilig machen. Und die Völker sollen erfahren, dass Ich der HERR bin, spricht Gott der HERR, wenn Ich vor ihren Augen an euch zeige, dass Ich heilig bin. Denn Ich will euch aus den Völkern herausholen und euch aus allen Ländern sammeln und wieder in euer Land bringen, und Ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von all eurer Unreinheit und von allen euren Götzen will Ich euch reinigen. Und Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will Meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in Meinen Geboten wandeln und Meine Rechte halten und danach tun. Und ihr sollt wohnen im Lande, das Ich euren Vätern gegeben habe, und sollt Mein Volk sein, und Ich will euer Gott sein.
Hes 36, 23-28 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott allein kann die Entheiligung Seines Namens unter den Menschen aufheben und sich durch Seinen Geist ein neues Vollk bereiten. Aus Wasser und Geist, in der Schar der Getauften schafft sich Gott ein neues Volk, welches die Heiligkeit Seines Namens vor der Welt bezeugt. (Spieker [5], S. 172)

PFINGSTMONTAG/PFINGSTWOCHE

Die Gaben des Geistes

 

Montag

10. Juni 2019

Lied

 

Freut euch, ihr Christen alle (EG 129)
Strahlen brechen viele (EG 268)


Alttestamentliche Lesung

Und Mose sprach zu dem HERRN: Warum bekümmerst Du Deinen Knecht? Und warum finde ich keine Gnade vor Deinen Augen, dass Du die Last dieses ganzen Volks auf mich legst? Hab ich denn all das Volk empfangen oder geboren, dass Du zu mir sagen könntest: Trag es in deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das Du ihren Vätern zugeschworen hast? Ich vermag all das Volk nicht allein zu tragen, denn es ist mir zu schwer. Willst Du aber doch so mit mir tun, so töte mich lieber, wenn anders ich Gnade vor Deinen Augen gefunden habe, damit ich nicht mein Unglück sehen muss. Und der HERR sprach zu Mose: Sammle Mir siebzig Männer unter den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie Älteste im Volk und seine Amtleute sind, und bringe sie vor die Stiftshütte und stelle sie dort vor dich, so will Ich herniederkommen und dort mit dir reden und von deinem Geist, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, damit sie mit dir die Last des Volks tragen und du nicht allein tragen musst. Und Mose ging heraus und sagte dem Volk die Worte des HERRN und versammelte siebzig Männer aus den Ältesten des Volks und stellte sie rings um die Stiftshütte. Da kam der HERR hernieder in der Wolke und redete mit ihm und nahm von dem Geist, der auf ihm war, und legte ihn auf die siebzig Ältesten. Und als der Geist auf ihnen ruhte, gerieten sie in Verzückung wie Propheten und hörten nicht auf.
[Es waren aber noch zwei Männer im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Und der Geist kam über sie, denn sie waren auch aufgeschrieben, jedoch nicht hinausgegangen zu der Stiftshütte, und sie gerieten in Verzückung im Lager. Da lief ein junger Mann hin und sagte es Mose und sprach: Eldad und Medad sind in Verzückung im Lager. Da antwortete Josua, der Sohn Nuns, der dem Mose diente von seiner Jugend an, und sprach: Mose, mein Herr, wehre ihnen! Aber Mose sprach zu ihm: Eiferst du um meinetwillen? Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR Seinen Geist über sie kommen ließe! Darauf kehrte Mose zum Lager zurück mit den Ältesten Israels.]
4. Mose 11, 11-12.14-17.24-25 (26-30) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott beruft durch Seinen Geist Mitarbeiter, welche mittragen an der Last der Verantwortung. In der Gemeinde Gottes gibt es kein Vorrecht der Berufung, ja es sind alle berufen zu einem heiligen Priestertum. (Spieker [5], S. 174)

Epistel

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Durch einen jeden offenbart Sich der Geist zum Nutzen aller. Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben; dem andern ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden; einem andern mancherlei Zungenrede; einem andern die Gabe, sie auszulegen. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie Er will.
1. Kor 12, 4-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Heilige Geist ist die Mitte der Kirche, die Quelle, aus der ihr Bekenntnis und ihr Leben fließt. Die verschiedenartigen Gaben und Kräfte, welche leicht auseinanderstreben und die Einheit sprengen könnten, werden zusammengehalten durch das eine Ziel: den Aufbau der Gemeinde, durch die Gemeinsamkeit des Ursprungs: die Einheit von Vater, Sohn und Geist. (Spieker [5], S. 230)

Evangelium

Am Abend {aber} dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als Er das gesagt hatte, zeigte Er ihnen die Hände und Seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und als Er das gesagt hatte, blies Er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.
Joh 20, 19-23 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Es waren aber noch zwei Männer im Lager geblieben; der eine hieß Eldad, der andere Medad. Und der Geist kam über sie, denn sie waren auch aufgeschrieben, jedoch nicht hinausgegangen zu der Stiftshütte, und sie gerieten in Verzückung im Lager. Da lief ein junger Mann hin und sagte es Mose und sprach: Eldad und Medad sind in Verzückung im Lager. Da antwortete Josua, der Sohn Nuns, der dem Mose diente von seiner Jugend an, und sprach: Mose, mein Herr, wehre ihnen! Aber Mose sprach zu ihm: Eiferst du um meinetwillen? Wollte Gott, dass alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR Seinen Geist über sie kommen ließe! Darauf kehrte Mose zum Lager zurück mit den Ältesten Israels.
4. Mose 11, 26-30 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

PFINGSTWOCHE

Dienstag

11. Juni 2019


Morgen

Und als man Petrus und Johannes {sie} hatte gehen lassen, kamen sie zu den Ihren und berichteten, was die Hohenpriester und Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie ihre Stimme einmütig zu Gott und sprachen: Herr, Du hast Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht, Du hast durch den Mund unseres Vaters David, Deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt: »Warum toben die Heiden, und die Völker nehmen sich vor, was vergeblich ist? Die Könige der Erde treten zusammen, und die Fürsten versammeln sich wider den Herrn und seinen Christus.« Wahrhaftig, sie haben sich versammelt in dieser Stadt gegen Deinen heiligen Knecht Jesus, den Du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, zu tun, was Deine Hand und Dein Ratschluss zuvor bestimmt haben, dass es geschehen sollte. Und nun, Herr, sieh an ihr Drohen und gib Deinen Knechten, mit allem Freimut zu reden Dein Wort. Strecke Deine Hand aus zur Heilung und lass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen Deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimut.
Apg 4, 23-31 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

In der Stunde ihrer Bedrohung betet die Gemeinde nicht um Sicherung ihrer Existenz, sondern um Vollmacht und Freimut ihres Zeugnisses. Solches Bitten wird erhört. Ihm folgt die Verheißung, daß durchs Evangelium alles bewegt und verwandelt werde. (Spieker [5], S. 174)

Abend

Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber darum, dass ihr prophetisch redet! Denn wer in Zungen redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht ihn: im Geist redet er Geheimnisse. Wer aber prophetisch redet, der redet zu Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung. Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde. Ich möchte, dass ihr alle in Zungen reden könnt; aber noch viel mehr, dass ihr prophetisch redet. Denn wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, auf dass die Gemeinde erbaut werde. Wenn einer meint, er sei ein Prophet oder vom Geist erfüllt, der erkenne, dass es des Herrn Gebot ist, was ich euch schreibe. Wer aber das nicht erkennt, wird nicht erkannt. Darum, liebe Brüder, bemüht euch um die prophetische Rede und wehrt nicht der Zungenrede. Lasst aber alles ehrbar und ordentlich zugehen.
1. Kor 14, 1-5.37-40 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alle Lebensäußerungen der Gemeinde im Gottesdienst werden daran gemessen, ob sie dem geistlichen Wachstum der Gemeinde dienen. Darum hat das prophetische Zeugnis ("weissagen") den Vorrang vor dem stammelnden Gebet des vom Geist Überwältigten ("Zungenreden"), weil dieses ein Gespräch des Herzens mit Gott ist, jenes aber ein Zeugnis vor der Gemeinde von Dem, der die Herzen erforscht und das Verborgene offenbar macht. (Spieker [5], S. 187)

PFINGSTWOCHE

Mittwoch

12. Juni 2019


Morgen

[Es war aber ein Mann mit Namen Simon, der zuvor in der Stadt Zauberei trieb und das Volk von Samarien in seinen Bann zog, weil er vorgab, er wäre etwas Großes. Und alle hingen ihm an, Klein und Groß, und sprachen: Dieser ist die Kraft Gottes, die die Große genannt wird. Sie hingen ihm aber an, weil er sie lange Zeit mit seiner Zauberei in seinen Bann gezogen hatte.]
Als sie aber den Predigten des Philippus von dem Reich Gottes und von dem Namen Jesu Christi glaubten, ließen sich taufen Männer und Frauen. Da wurde auch Simon gläubig und ließ sich taufen und hielt sich zu Philippus. Und als er die Zeichen und mächtigen Taten sah, die geschahen, geriet er außer sich vor Staunen. Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samarien das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie zu ihnen Petrus und Johannes. Die kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen. Denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus. Da legten sie die Hände auf sie und sie empfingen den Heiligen Geist. Als aber Simon sah, dass der Geist gegeben wurde, wenn die Apostel die Hände auflegten, bot er ihnen Geld an und sprach: Gebt auch mir diese Macht, dass jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfange. Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, Gottes Gabe werde durch Geld erlangt. Du hast weder Anteil noch Anrecht an dieser Sache; denn dein Herz ist nicht rechtschaffen vor Gott. Darum tu Buße für diese deine Bosheit und bitte den Herrn, ob dir vergeben werden möge das Trachten deines Herzens. Denn ich sehe, dass du voll bitterer Galle bist und verstrickt in Ungerechtigkeit. Da antwortete Simon und sprach: Bittet ihr den Herrn für mich, dass nichts von dem über mich komme, was ihr gesagt habt. Als sie nun das Wort des Herrn bezeugt und geredet hatten, kehrten sie wieder um nach Jerusalem und predigten das Evangelium in vielen Dörfern Samarias.
Apg 8, (9-11) 12-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wo in der Kirche unter demütigem Gebet die Hände aufgelegt werden, da werden wirklich geistliche Gaben mitgeteilt. Wo diese Gaben zu selbstsüchtigen Zwecken erstrebt oder mißbraucht werden, da wird die Kirche verraten und der Heilige Geist gelästert. (Spieker [5], S. 175)

Abend

In Christus {Ihm} sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, nach dem Ratschluss Seines Willens, damit wir zum Lob Seiner Herrlichkeit leben, die wir zuvor auf Christus gehofft haben. In Ihm seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Rettung - in Ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir Sein Eigentum würden zum Lob Seiner Herrlichkeit.
Eph 1, 11-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

PFINGSTWOCHE

Donnerstag

13. Juni 2019


Morgen

P. JordanEs hörten aber die Apostel und die Brüder in Judäa, dass auch die Heiden Gottes Wort angenommen hätten. Und als Petrus hinaufkam nach Jerusalem, stritten die aus der Beschneidung mit ihm und sprachen: Du bist zu unbeschnittenen Männern gegangen und hast mit ihnen gegessen. Petrus aber fing an und erzählte es ihnen der Reihe nach und sprach: Ich war in der Stadt Joppe im Gebet und sah in Verzückung ein Gesicht: Ich sah ein Gefäß herabkommen wie ein großes leinenes Tuch, an vier Zipfeln niedergelassen vom Himmel; das kam bis zu mir. Als ich genau hineinschaute, sah ich vierfüßige Tiere der Erde und wilde Tiere und kriechende Tiere und Vögel des Himmels. Ich hörte aber auch eine Stimme, die sprach zu mir: Steh auf, Petrus, schlachte und iss! Ich aber sprach: O nein, Herr; denn es ist nie etwas Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen. Aber die Stimme antwortete zum zweiten Mal vom Himmel: Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht unrein. Das geschah aber dreimal; und alles wurde wieder gen Himmel hinaufgezogen. Und siehe, auf einmal standen drei Männer vor dem Hause, in dem wir waren, von Cäsarea zu mir gesandt. Der Geist aber sprach zu mir, ich sollte mit ihnen gehen und nicht zweifeln. Es kamen aber mit mir auch diese sechs Brüder und wir gingen in das Haus des Mannes. Der berichtete uns, wie er gesehen habe einen Engel in seinem Hause stehen, der gesprochen habe: Sende nach Joppe und lass holen Simon, mit dem Beinamen Petrus; der wird dir die Botschaft sagen, durch die du selig wirst und dein ganzes Haus. Als ich aber anfing zu reden, fiel der Heilige Geist auf sie ebenso wie am Anfang auf uns. Da dachte ich an das Wort des Herrn, als er sagte: Johannes hat mit Wasser getauft; ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden. Wenn nun Gott ihnen die gleiche Gabe gegeben hat wie auch uns, die wir zum Glauben gekommen sind an den Herrn Jesus Christus: Wer war ich, dass ich Gott ehren könnte? Als sie das hörten, schwiegen sie still und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt!
Apg 11, 1-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott selber durchbricht die Schranke, mit der das alte Gottesvolk umgeben war, und offenbart Seinem Diener durch eine Schau, daß Er auch den Heiden Buße zum Leben gegeben hat. (Spieker [5], S. 41)

Abend

Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn viele falsche Propheten sind hinausgegangen in die Welt. Daran erkennt ihr den Geist Gottes: Ein jeder Geist, der bekennt, dass Jesus Christus im Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. Kinder, ihr seid von Gott und habt jene überwunden; denn der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist. Sie sind von der Welt; darum reden sie, wie die Welt redet, und die Welt hört sie. Wir sind von Gott, und wer Gott erkennt, der hört uns; wer nicht von Gott ist, der hört uns nicht. Daran erkennen wir den Geist der Wahrheit und den Geist des Irrtums.
1. Joh 4, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es gibt "Geist" und es gibt "Geister". Es gehört zur Aufgabe des Christen, nicht auf jeden Geist hereinzufallen, sondern die Geister zu prüfen. An der Fleischwerdung Gottes in dem Juden Jesus von Nazareth scheiden sich die Geister in alter und neuer Zeit. Wer sich dazu bekennt. grenzt sich ab gegen alle verschwommene "Gottgläubigkeit" und darf etwas erfahren von der Kraft dieses weltüberwindenden Glaubens. (Spieker [5], S. 319)

PFINGSTWOCHE

Freitag

14. Juni 2019


Morgen

Die aber zerstreut waren wegen der Verfolgung, die sich wegen Stephanus erhob, gingen bis nach Phönizien und Zypern und Antiochia und verkündigten das Wort niemandem als allein den Juden. Es waren aber einige unter ihnen, Männer aus Zypern und Kyrene, die kamen nach Antiochia und redeten auch zu den Griechen und predigten das Evangelium vom Herrn Jesus. Und die Hand des Herrn war mit ihnen und eine große Zahl wurde gläubig und bekehrte sich zum Herrn. Es kam aber die Kunde davon der Gemeinde zu Jerusalem zu Ohren; und sie sandten Barnabas, dass er nach Antiochia ginge. Als dieser dort hingekommen war und die Gnade Gottes sah, wurde er froh und ermahnte sie alle, mit festem Herzen an dem Herrn zu bleiben; denn er war ein bewährter Mann, voll Heiligen Geistes und Glaubens. Und viel Volk wurde für den Herrn gewonnen. Barnabas aber ging nach Tarsus, Saulus zu suchen. Und als er ihn fand, brachte er ihn nach Antiochia. Und sie blieben ein ganzes Jahr in der Gemeinde und lehrten viele. - In Antiochia wurden die Jünger zuerst Christen genannt.
Apg 11, 19-26 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte? Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr's denn nun im Fleisch vollenden? Habt ihr denn so vieles vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war! Der euch nun den Geist darreicht und wirkt solche Taten unter euch, tut er's durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?
Gal 3, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

PFINGSTWOCHE

Samstag

15. Juni 2019


Morgen

P. JordanDanach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth und fand einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig; der war mit seiner Frau Priszilla kürzlich aus Italien gekommen, weil Kaiser Klaudius allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Zu denen ging Paulus. Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete; sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher. Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden und Griechen. Als aber Silas und Timotheus aus Makedonien kamen, richtete sich Paulus ganz auf die Verkündigung des Wortes und bezeugte den Juden, dass Jesus der Christus ist. Da sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt; rein bin ich und gehe von nun an zu den Heiden. Und er machte sich auf von dort und kam in das Haus eines Mannes mit Namen Titius Justus, eines Gottesfürchtigen; dessen Haus war neben der Synagoge. Krispus aber, der Vorsteher der Synagoge, glaubte an den Herrn mit seinem ganzen Hause, und auch viele Korinther, die zuhörten, glaubten und ließen sich taufen. Es sprach aber der Herr durch eine Erscheinung in der Nacht zu Paulus: Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht! Denn Ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn Ich habe ein großes Volk in dieser Stadt. Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen das Wort Gottes.
Apg 18, 1-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das ist der Ruhm des Apostels, daß er das Evangelium predigt frei umsonst. Hier sehn wir ihn am Werk, in zwei Schichten arbeitend: in seinem Handwerk und als Prediger des Evangeliums. Er darf sagen: "Wir mühen uns ab mit unsrer Hände Arbeit" (1.Kor. 4, 12). Er steht mit diesem seinem Dienst unter Christi stärkendem Zuspruch. (Spieker [5], S. 99)

Wochenspruch

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch Meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth
Sach 4, 6  Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wir wissen, wie vieles durch menschliche Kraft, durch zielbewußten Willen und gesammelte Kraft geschehen kann; es wäre Torheit, davon gering zu denken. Wir wissen auch dieses, wie Ungeheures durch die Gewalt der Waffen geschehen kann; aber was kann ein Heer anderes als das Land "verheeren"? Es wäre Schwärmerei, das zu übersehen. Aber "es" geschieht nicht durch Heer oder Kraft; "es", nämlich das, worauf alles allein ankommt, wodurch die dunkle Welt erhellt und die sich selbst zerstörende Menschheit vor dem Abgrund ihres Verderbens zurückgerissen wird; nein, das vermag keine gesammelte Gewalt, sondern allein der schöpferische Anhauch Gottes, des "Herrn Geist", der "dreinbläst" und auf dem Totenfeld neues Leben erweckt. Darum scheidet sich der Glaube an den Heiligen Geist als den "Herrn, der lebendig macht", von dem Aberglauben an alle die großen und mächtigen Ideen und Kräfte, durch die "es" nicht geschieht. (Spieker [5], S. 170)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-15
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