5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Der rettende Ruf

Sonntag

21. Juli 2019

Wochenspruch

 

Aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Lied

 

Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Jesus, der zu den Fischern lief (EG 313)


Vorabend

Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht? Niemand weiß, was sie wert ist, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen. Die Tiefe spricht: »In mir ist sie nicht«; und das Meer spricht: »Bei mir ist sie auch nicht.« Man kann nicht Gold für sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen. Woher kommt denn die Weisheit? Und wo ist die Stätte der Einsicht? Sie ist verhüllt vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel. Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unsern Ohren nur ein Gerücht von ihr gehört.« Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. Als er dem Wind sein Gewicht gegeben und dem Wasser sein Maß gesetzt, als er dem Regen ein Gesetz gegeben hat und dem Blitz und Donner den Weg: Damals schon sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie und sprach zum Menschen: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.
Hiob 28, 12-15.20-28 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

{Und} der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.
1. Mose 12, 1-4a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Durch den Glauben ward Abraham dem Rufe gehorsam. Er traute allein der Verheißung und baute auf das Wort: "In ein Land, das Ich dir zeigen will." So wird Abraham ein Zeuge für den Christusweg des Gehorsams, (Spieker, [5] S. 81)

Epistel

{Denn} das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will Ich verwerfen.« Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in Seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
1. Kor 1, 18-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Einladende ist der Gekreuzigte; darum fliehen viele vor Seiner Einladung, denn sie fürchten sich, daß auch sie auf den Weg des Kreuzes gerufen werden. (Spieker, [5] S. 187)

Evangelium

BildEs begab sich aber, als sich die Menge zu Jesus {ihm} drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.
Lk 5, 1-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Jünger erfährt an dem Herrn göttliche Macht und überwältigende Güte, die ihn zutiefst seinen Abstand empfinden lassen. Aber die Güte des Herrn richtet ihn auf und läßt ihn seinen bisherigen Beruf mit einem völlig neuen Ziel und Sinn verstehen. (Spieker, [5] S. 207)

MARIA MAGDALENA

Zeugin des neuen Lebens

Montag

22. Juli 2019

Tagesspruch

 

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

Lied

 

Christus ist König, jubelt laut (EG 269)
Erstanden ist der heilig Christ (EG 105 1-4.7-10.15-17)
Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin (EG 114 1.2.5.9)


Vorabend

Und es begab sich danach, dass Jesus {Er} von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit Ihm, dazu etliche Frauen, die Er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.
Lk 8, 1-3 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

Des Nachts auf meinem Lager suchte ich, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. Ich will aufstehen und in der Stadt umhergehen auf den Gassen und Straßen und suchen, den meine Seele liebt. Ich suchte, aber ich fand ihn nicht. Es fanden mich die Wächter, die in der Stadt umhergehen: »Habt ihr nicht gesehen, den meine Seele liebt?« Als ich ein wenig an ihnen vorüber war, da fand ich, den meine Seele liebt. Ich hielt ihn und ließ ihn nicht los, bis ich ihn brachte in meiner Mutter Haus, in die Kammer derer, die mich geboren hat. - Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt noch stört, bis es ihr selbst gefällt.
Hld 3, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

{Denn} die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben, dass Einer für alle gestorben ist und so alle gestorben sind. Und Er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben ist und auferweckt wurde. Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir Ihn doch jetzt so nicht mehr. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles ist von Gott, der uns mit Sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.
2. Kor 5, 14-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

An einer Stelle ist die Welt wirklich anders geworden: in Christus ist sie in das ursprüngliche Kindesverhältnis zurückgeführt, d. i. versöhnt, die rechte Gottesordnung, die durch den Sündenfall zerstört war, ist wieder hergestellt. Wer an dem neuen Sein in Christo Anteil hat, der hat auch teil an Christi Gerechtigkeit, d. h. dem völligen Zusammenklang mit Gottes Willen und Ordnung. (Spieker, [5] S. 135)

Evangelium

[Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie Ihn hingelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab.]
Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie Ihn hingelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu Ihm: Herr, hast Du Ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast Du Ihn hingelegt? Dann will Ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu Ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre Mich nicht an! Denn Ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu Meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu Meinem Vater und eurem Vater, zu Meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was Er zu ihr gesagt habe.
Joh 20, (1-3) 11-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Stimme des Auferstandenen dringt bis in die Tiefe des Erdenschmerzes und ruft die Trauernde bei ihrem Namen - darin erfährt Maria das Wunder neuer persönlicher Gemeinschaft. Sie wird zur Botin an die Jünger, durch ihren Mund werden sie zur Bruderschaft mit dem Auferstandenen berufen. (Spieker, [5] S. 122)

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag

22. Juli 2019


Abend

HERR, Du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will Seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in Seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.
Jer 20, 7-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Prophet weiß etwas von der überwältigenden Macht des göttlichen Wortes; er hat etwas erfahren von der Not und den Leiden, in welche ihn der Glaubensgehorsam bringen wird; er kennt die Versuchung, die göttliche Stimme in sich selber zum Schweigen zu bringen. Aber Gott erweist sich ihm als zu mächtig, er muß dem Ruf gehorchen und darf erfahren, daß das Eintreten für Gottes Sache unüberwindlich macht. (Spieker [5], S. 94)

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

23. Juli 2019


Morgen

Gott {Und Er} sprach zu mir: Du Menschenkind, Ich sende dich zu den abtrünnigen Israeliten und zu den Völkern, die von Mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen Mich aufgelehnt. Und die Kinder, zu denen Ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: »So spricht Gott der HERR! « Sie gehorchen oder lassen es - denn sie sind ein Haus des Widerspruchs -, dennoch sollen sie wissen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist. Und du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht fürchten noch vor ihren Worten fürchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um dich, und du wohnst unter Skorpionen; aber du sollst dich nicht fürchten vor ihren Worten und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen - denn sie sind ein Haus des Widerspruchs -, sondern du sollst ihnen Meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs. Aber du, Menschenkind, höre, was Ich dir sage, und widersprich nicht wie das Haus des Widerspruchs.
Hes 2, 3-8a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Harte Köpfe und verstockte Herzen sind wohl ein schwieriger Boden für die Aussaat des göttlichen Samens. Aber Ablehnung und Widerstand heben die Wahrheit nicht auf, welche der Diener des Herrn zu verkünden hat. Wehe denen, welche mit dem Boten die Botschaft ablehnen: "Wer euch verachtet, der verachtet Mich" [Luk 10, 16] (Spieker, [5] S. 182)

Abend

{Denn} ihr wisst selbst, Brüder und Schwestern, wie wir Eingang gefunden haben bei euch: Es war nicht vergeblich; sondern als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf. Denn unsre Ermahnung kommt nicht aus betrügerischer Absicht oder unlauterem Sinn noch mit List, sondern wie Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, so reden wir, nicht, als wollten wir Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisst, noch mit versteckter Habsucht - Gott ist Zeuge -, haben auch nicht Ehre gesucht von den Leuten, weder von euch noch von andern, obwohl wir unser Gewicht als Christi Apostel hätten einsetzen können, sondern wir waren arglos unter euch. Wie eine Amme ihre Kinder pflegt, so haben wir Herzenslust an euch und sind bereit, euch teilhaben zu lassen nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserm Leben; denn wir haben euch lieb gewonnen.
1. Thess 2, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

24. Juli 2019


Morgen

Als {aber} Jesus die Menge um Sich sah, befahl Er, hinüber ans andre Ufer zu fahren. Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu Ihm: Meister, ich will Dir folgen, wohin Du gehst. Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo Er Sein Haupt hinlege. Ein anderer aber, einer Seiner Jünger, sprach zu Ihm: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus spricht zu ihm: Folge Mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!
Mt 8, 18-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

{Denn} ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum: wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte und übertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Volk weit und eiferte über die Maßen für die Überlieferungen meiner Väter. Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch Seine Gnade berufen hat, dass Er Seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich Ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte wieder zurück nach Damaskus. Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder. Was ich euch aber schreibe - siehe, Gott weiß, ich lüge nicht! Danach kam ich in die Länder Syrien und Kilikien. Ich war aber unbekannt von Angesicht den Gemeinden Christi in Judäa. Sie hatten nur gehört: Der uns einst verfolgte, der predigt jetzt den Glauben, den er einst zu zerstören suchte. Und sie priesen Gott um meinetwillen.
Gal 1, 13-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Solange der Apostel eifert und wütet wider die Gemeinde Gottes, leht er sich auf gegen Gottes Rat. Darum muß er in Gottes Schule Gehorsam lernen, damit er begnadet werde mit der Heilsbotschaft. Fern vom Schauplatz der Weltgeschichte wird er in der Stille bereitet, bis er sollte hervortreten und zum "Licht des Erdkreises" werden. (Spieker, [5] S. 237)

APOSTEL JAKOBUS DER ÄLTERE

Botschafter an Christi Statt

Donnerstag

25. Juli 2019

Tagesspruch

 

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten,
der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt.

Lied

 

Herzlich tut mich erfreuen (EG 148 1-3.9)
In Gottes Namen fahren wir (EG 489)


Alttestamentliche Lesung

(So spricht der HERR zu Kyrus:) Um Jakobs, Meines Knechts, und um Israels, Meines Auserwählten, willen rief Ich dich bei deinem Namen und gab dir Ehrennamen, obgleich du Mich nicht kanntest. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer Mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du Mich nicht kanntest, damit man erfahre vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, dass keiner ist außer Mir. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, der Jch das Licht mache und schaffe die Finsternis, der Ich Frieden gebe und schaffe Unheil. Ich bin der HERR, der dies alles tut.
Jes 45, 4-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

[In diesen Tagen kamen Propheten von Jerusalem nach Antiochia. Und einer von ihnen mit Namen Agabus trat auf und sagte durch den Geist eine große Hungersnot voraus, die über den ganzen Erdkreis kommen sollte; dies geschah unter dem Kaiser Klaudius. Aber unter den Jüngern beschloss ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und Saulus.]
Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote. Als er ihn nun ergriffen hatte, warf er ihn ins Gefängnis und überantwortete ihn vier Abteilungen von je vier Soldaten, ihn zu bewachen. Denn er gedachte, ihn nach dem Passafest vor das Volk zu stellen. So wurde nun Petrus im Gefängnis festgehalten; aber die Gemeinde betete ohne Aufhören für ihn zu Gott.
Apg (11, 27-30) 12, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Evangelium

Da trat zu Jesus {Ihm} die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor Ihm nieder und wollte Ihn um etwas bitten. Und Er sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu Ihm: Lass diese meine beiden Söhne sitzen in Deinem Reich, einen zu Deiner Rechten und den andern zu Deiner Linken. Aber Jesus antwortete und sprach: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den Ich trinken werde? Sie sprachen zu Ihm: Ja, das können wir. Er sprach zu ihnen: Meinen Kelch werdet ihr zwar trinken, aber das Sitzen zu Meiner Rechten und Linken zu geben steht Mir nicht zu. Das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist von Meinem Vater.
Mt 20, 20-23 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Weg zur Höhe führt nur durch die Tiefe, und der Gang zur Krone ist ein Gang durch Kreuz und Leiden. Wer nicht bereit ist, den Kelch zu trinken, den derHerr trank, und sich mit der Taufe taufen zu lassen, mit der der Herr getauft wurde, wird nie seiner Herrlichkeit teilhaftig werden.
(Spieker, [5] S. 346 f.)


5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag

25. Juli 2019


Abend

Es begab sich aber zu der Zeit, dass Jesus {Er} auf einen Berg ging, um zu beten; und Er blieb über Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief Er Seine Jünger und erwählte zwölf von ihnen, die Er auch Apostel nannte: Simon, den Er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholomäus; Matthäus und Thomas; Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot; Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Und Er ging mit ihnen hinab und trat auf ein ebenes Feld, Er und eine große Schar Seiner Jünger und eine große Menge des Volkes aus dem ganzen jüdischen Land und Jerusalem und aus dem Küstenland von Tyrus und Sidon, die gekommen waren, Ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund. Und alles Volk suchte Ihn anzurühren; denn es ging Kraft von Ihm aus und heilte sie alle.
Lk 6, 12-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

26. Juli 2019


Morgen

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dann umkehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu Ihm: Herr, ich bin bereit, mit Dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, Ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du Mich kennst.
Lk 22, 31-34 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Herr weiß um die Gefahr, die dem Jünger, die der Christenheit droht von dem Widersacher. Aber wir sind nicht wehrlos den Mächten der Tiefe ausgeliefert, sindern wir wissen uns geborgen in der Fürbitte unsres Herrn - selbst der sinkende Petrus wird gerettet durch seines Herrn Hand. (Spieker, [5] S. 295)

Abend

Was wollen wir hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn Er spricht zu Mose: »Wem Ich gnädig bin, dem bin Ich gnädig; und wessen Ich Mich erbarme, dessen erbarme Ich Mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Eben dazu habe Ich dich erweckt, dass Ich an dir Meine Macht erweise und dass Mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.« So erbarmt Er sich nun, wessen Er will, und verstockt, wen Er will. Nun sagst du zu mir: Was beschuldigt Er uns dann noch? Wer kann Seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht etwa ein Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich so gemacht? Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen? Da Gott Seinen Zorn erzeigen und Seine Macht kundtun wollte, hat Er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren, auf dass Er den Reichtum Seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die Er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit.
[So hat Er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie Er denn auch durch Hosea spricht: »Ich will das Mein Volk nennen, das nicht Mein Volk war, und Meine Geliebte, die nicht Meine Geliebte war.« »Und es soll geschehen: An dem Ort, da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht Mein Volk, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.«]
Röm 9, 14-23 (24-26) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag

27. Juli 2019


Morgen

Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren - ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es -, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit. Denn wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich kein Narr; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört. Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2. Kor 12, 1-10 Lutherbibel 2017© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das Rühmen des Apostels besteht einzig darin, daß es ihn als echten Diener Christi in Selbstaufopferung und Hingabe für die Gemeinden kennzeichnet. Den hohen Offenbarungen, deren er er sich rühmen könnte, stehen Stunden tiefer Demütigung und Schwäche gegenüber, in denen die Christuskraft sein einziger Trost ist. (Spieker, [5] S. 77)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-16
zurueck     top     weiter

Impressum
Haftungsausschluss