3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Das Wort von der Versöhnung

Sonntag

7. Juli 2019

Wochenspruch

 

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lied

 

Jesus nimmt die Sünder an (EG 353)
Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt (SJ 114)


Vorabend

Am nächsten Morgen sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht Sühne erwirken kann für eure Sünde. Als nun Mose wieder zu dem HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde; wenn nicht, dann tilge mich aus Deinem Buch, das Du geschrieben hast. Der HERR sprach zu Mose: Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an Mir gesündigt hat. So geh nun hin und führe das Volk, wohin Ich dir gesagt habe. Siehe, Mein Engel soll vor dir hergehen. Ich werde aber ihre Sünde heimsuchen, wenn Meine Zeit heimzusuchen gekommen ist. Und der HERR schlug das Volk, weil sie sich das Kalb gemacht hatten, das Aaron angefertigt hatte. Der HERR sprach zu Mose: Geh, zieh von dannen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast, in das Land, von dem Ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will Ich's geben.
2. Mose 32, 30 - 33, 1 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mose tritt priesterlich ein für das Volk und will aus dem Buch des Lebens getilgt sein, wenn er damit die Sünde seines Volkes versöhnen kann, Aber er muß erfahren, daß kein Mensch für den andern vor Gott Sühne leisten kann (Ps. 49, 8), "er muß davon abstehen ewiglich", bis Gott in Christus die Welt mit sich selber versöhnt. (Spieker, [5] S. 108)

Alttestamentliche Lesung

Wo ist solch ein Gott, wie Du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die geblieben sind als Rest Seines Erbteils; der an Seinem Zorn nicht ewig festhält, denn Er hat Gefallen an Gnade! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie Du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.
Micha 7, 18-20 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Demütigung der Kirche auf Erden gibt der gottfeindlichen Welt noch kein Recht, über die Kirche Gottes zu triumphieren; denn auch im Gericht des göttlichen Zorns weiß sie sich in Gottes Händen und ist getrost: sie wird wieder aufstehn. Gott selber wird sie erheben, wenn sie im Feuer der Läuterung gereinigt ist. (Spieker [5], S. 39)

Epistel

Ich danke unserm Herrn Christus Jesus, der mich stark gemacht und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an Phn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.
1.Tim 1, 12-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Paulus war Lästerer und Verfolger, aber Gottes Barmherzigkeit hat ihn vom Tode zum Leben erweckt; einst tot in Sünden, jetzt lebendig in der Gerechtigkeit Christi. Solches ist uns geschehen zum Beispiel und Vorbild. (Spieker, [5] S. 140)

Evangelium

Es nahten sich Jesus {Ihm} allerlei Zöllner und Sünder, um Ihn zu hören. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Erbteil, das mir zusteht. Und er teilte Hab und Gut unter sie. Und nicht lange danach sammelte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land; und dort brachte er sein Erbteil durch mit Prassen. Als er aber alles verbraucht hatte, kam eine große Hungersnot über jenes Land und er fing an zu darben und ging hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Säue fraßen; und niemand gab sie ihm. Da ging er in sich und sprach: Wie viele Tagelöhner hat mein Vater, die Brot in Fülle haben, und ich verderbe hier im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir. Ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich einem deiner Tagelöhner gleich!
Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Als er aber noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an und gebt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemästete Kalb und schlachtet's; lasst uns essen und fröhlich sein! Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an, fröhlich zu sein. Aber der ältere Sohn war auf dem Feld. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er Singen und Tanzen und rief zu sich einen der Knechte und fragte, was das wäre. Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn. Er antwortete aber und sprach zu seinem Vater: Siehe, so viele Jahre diene ich dir und habe dein Gebot nie übertreten, und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber, da dieser dein Sohn gekommen ist, der dein Hab und Gut mit Huren verprasst hat, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir und alles, was mein ist, das ist dein. Du solltest aber fröhlich und guten Mutes sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden.
Lk 15, 1.3 11b-32 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Heimkehr des verlorenen Sohnes geschieht ohne Anspruch, nur mit dem Verlangen, zuzugehören zur Gemeinschaft des Vaterhauses. Daran erkennt der Vater die Auferstehung seines Sohnes durch das Wunder der Gnade, und der Jubel bricht auf über den Sünder, der Buße tut.
Der ältere Bruder ist in Gefahr, sich selber auszuschließen aus der Gemeinschaft der Feiernden, er will noch nicht einmal den heimgekehrten Bruder begrüßen. Dabei hat er immer unter der Güte des Vaters gelebt und hatte teil an seinem ganzen Besitz. Aber sein Herz ist eng und kann das Außerordentliche dieser Stunde der Heimkehr nicht fassen. (Spieker [5], S. 190 f.)


Abend

(Gott spricht:) Nicht, dass du Mich gerufen hättest, Jakob, oder dass du dich um Mich gemüht hättest, Israel. Mir hast du nicht die Schafe deines Brandopfers gebracht noch Mich geehrt mit deinen Schlachtopfern. Ich habe dir nicht Arbeit gemacht mit Opfergaben, habe dich auch nicht bemüht mit Weihrauch. Mir hast du nicht für Geld köstliches Gewürz gekauft, Mich hast du mit dem Fett deiner Opfer nicht gelabt. Aber Mir hast du Arbeit gemacht mit deinen Sünden und hast Mir Mühe gemacht mit deinen Missetaten. Ich, ich tilge deine Übertretungen um Meinetwillen und gedenke deiner Sünden nicht.
Jes 43, 22-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alle menschlichen Versuche, Gott zu versöhnen, verfehlen ihr Ziel, jedes Opfer, sofern es eine verdienstliche Leistung des Menschen sein soll, ist eine Verirrung, denn wir und unsre Väter bleiben Gottes Schuldner. Gott allein macht sich zum Lastträger unsrer Schuld, Er tilgt aus freier Gnade unsre Sünden. (Spieker, [5] S. 192)

3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag

8. Juli 2019


Morgen

Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen. Der eine glaubt, er dürfe alles essen. Der Schwache aber isst kein Fleisch. Wer isst, der verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, der richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen. Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten. Der eine hält einen Tag für höher als den andern; der andere aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei seiner Meinung gewiss. Wer auf den Tag achtet, der tut's im Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch.
Röm 14, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Daran erkennen wir, dass wir aus der Wahrheit sind, und können vor Ihm unser Herz überzeugen, dass, wenn uns unser Herz verdammt, Gott größer ist als unser Herz und erkennt alle Dinge. Ihr Lieben, wenn uns unser Herz nicht verdammt, so reden wir freimütig zu Gott, und was wir bitten, empfangen wir von Ihm; denn wir halten Seine Gebote und tun, was vor Ihm wohlgefällig ist. Und das ist Sein Gebot, dass wir glauben an den Namen seines Sohnes Jesus Christus und lieben uns untereinander, wie Er uns das Gebot gegeben hat. Und wer Seine Gebote hält, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass Er in uns bleibt: an dem Geist, den Er uns gegeben hat.
1.Joh 3, 19-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

»Gott ist größer als unser Herz«: Der Jünger Petrus flüchtet sich mit der Schuld der dreifachen Verleugnung in die Allwissenheit seines Herrn, der nicht übersieht, daß der Verleugner Ihn dennoch lieb hat. Unsre Sünden vermögen Gottes Güte und Vergebungsmacht nicht zu überwiegen. Aber diese Gewißheit von der überragenden Macht der göttlichen Güte bleibt uns nur erhalten, solange wir selber in der Liebe stehn. (Spieker [5], S. 299)

3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

9. Juli 2019


Morgen

Es bat Jesus {Ihn} aber einer der Pharisäer, mit ihm zu essen. Und Er ging hinein in das Haus des Pharisäers und setzte Sich zu Tisch. Und siehe, eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Als die vernahm, dass Er zu Tisch saß im Haus des Pharisäers, brachte sie ein Alabastergefäß mit Salböl und trat von hinten zu Seinen Füßen, weinte und fing an, Seine Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste Seine Füße und salbte sie mit dem Salböl. Da aber das der Pharisäer sah, der Ihn eingeladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Wenn dieser ein Prophet wäre, so wüsste Er, wer und was für eine Frau das ist, die Ihn anrührt; denn sie ist eine Sünderin. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, Ich habe dir etwas zu sagen. Er aber sprach: Meister, sag es! Ein Gläubiger hatte zwei Schuldner. Einer war fünfhundert Silbergroschen schuldig, der andere fünfzig. Da sie aber nicht bezahlen konnten, schenkte er's beiden. Wer von ihnen wird ihn mehr lieben? Simon antwortete und sprach: Ich denke, der, dem er mehr geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht geurteilt. Und Er wandte sich zu der Frau und sprach zu Simon: Siehst du diese Frau? Ich bin in dein Haus gekommen; du hast Mir kein Wasser für Meine Füße gegeben; diese aber hat Meine Füße mit Tränen genetzt und mit ihren Haaren getrocknet. Du hast mir keinen Kuss gegeben; diese aber hat, seit Ich hereingekommen bin, nicht abgelassen, Meine Füße zu küssen. Du hast Mein Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat Meine Füße mit Salböl gesalbt. Deshalb sage Ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. Und Er sprach zu ihr: Dir sind deine Sünden vergeben. Da fingen die an, die mit zu Tisch saßen, und sprachen bei sich selbst: Wer ist dieser, der auch Sünden vergibt? Er aber sprach zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden!
Lk 7, 36-50 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Tränen der Reue und die überschwengliche Tat der Liebe zeigen an, daß an dieser Frau etwas geschehen ist, was sie unempfindlich macht für die kalten Blicke der Verachtung. Die Vergebung Gottes ist ihr an Jesus kund geworden und hat sie, die Erniedrigte, aus dem Staub erhoben, darum kann sie sich vor den Augen der Welt erniedrigen, um ihre Dankbarkeit zu erzeigen, (Spieker, [5] S. 190)

Abend

Ich lasse euch aber wissen, Brüder und Schwestern: Wie es um mich steht, das ist zur größeren Förderung des Evangeliums geschehen. Denn dass ich meine Fesseln für Christus trage, das ist im ganzen Prätorium und bei allen andern offenbar geworden, und die meisten Brüder in dem Herrn haben durch meine Gefangenschaft Zuversicht gewonnen und sind umso kühner geworden, das Wort zu reden ohne Scheu. Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht: diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege; jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft. Was tut's aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.
Phil 1, 12-18a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Was vor der Welt als Nachteil und Bedrohung erscheint, das muß der Sache Christi dienen, wenn es nur im Glauben ertragen wird. Selbst Eifersucht und Konkurrenzneid können den echten Zeugen Christi nicht beirren - wenn sie nur die Wirkung haben, daß die Verkündigung um so eifriger geschieht. Nicht das Schicksal des einzelnen Predigers, sondern die Sache Christi ist wichtig. (Spieker [5], S. 249)

3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

10. Juli 2019


Morgen (1. Alternative)

Herr, Allmächtiger, Gott unsrer Väter, Abrahams, Isaaks und Jakobs, und ihrer gerechten Nachkommen, der Du Himmel und Erde gemacht hast samt all ihrer Ordnung. Du hast das Meer gebunden durch Dein Gebot und hast die Tiefe verschlossen und versiegelt durch Deinen furchterregenden und herrlichen Namen, dass jeder vor Dir erschrecken und sich vor Deiner Macht fürchten muss! Denn unerträglich ist die Größe Deiner Herrlichkeit und unwiderstehlich Dein Zorn, mit dem Du die Sünder bedrohst. Aber die Barmherzigkeit, die Du verheißt, ist unermesslich und unerforschlich. Denn Du bist der Herr, der Höchste, gütig, langmütig und voller Barmherzigkeit, und lässt Dich der Menschen Übel gereuen. Nun aber beuge ich die Knie meines Herzens und bitte Dich um Deine Gnade. Ach, Herr, ich habe gesündigt, ja, ich habe gesündigt und erkenne meine Missetaten. Ich bitte und flehe: Vergib mir, Herr, vergib mir! Richte mich nicht zugrunde wegen meiner Missetaten, behalte nicht im Gedächtnis meine Übeltaten bis in Ewigkeit, verdamme mich nicht in die Tiefen der Erde. Denn Du, Herr, bist der Gott derer, die umkehren. Erweise an mir Deine Güte; auch wenn ich unwürdig bin, wirst Du mich nach Deiner großen Barmherzigkeit erretten. Dann will ich Dich preisen alle Tage meines Lebens, denn Dich lobt das ganze Himmelsheer, Dein ist die Ehre bis in Ewigkeit, Amen.
Man 1-7.11-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Morgen (2. Alternative)

{Aber} Manasse verführte Juda und die Einwohner von Jerusalem, dass sie es ärger trieben als die Völker, die der HERR vor den Israeliten vertilgt hatte. Und wenn der HERR zu Manasse und seinem Volk reden ließ, merkten sie nicht darauf. Darum ließ der HERR über sie kommen die Obersten des Heeres des Königs von Assur; die nahmen Manasse gefangen mit Fesseln und legten ihn in Ketten und brachten ihn nach Babel. Und als er in Angst war, flehte er zu dem HERRN, seinem Gott, und demütigte sich vor dem Gott seiner Väter. Und als er bat, ließ sich der HERR erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn wieder als König nach Jerusalem zurück. Da erkannte Manasse, dass der HERR Gott ist. Er entfernte die fremden Götter und den Götzen aus dem Hause des HERRN und alle Altäre, die er gebaut hatte auf dem Berge des Hauses des HERRN und in Jerusalem, und warf sie hinaus vor die Stadt. Aber das Volk opferte noch auf den Höhen, jedoch dem HERRN, ihrem Gott.
2. Chr 33, 9-13 (15.17) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. Es ist aber in Jerusalem beim Schaftor ein Teich, der heißt auf Hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der war seit achtunddreißig Jahren krank. Als Jesus ihn liegen sah und vernahm, dass er schon so lange krank war, spricht Er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin! Und sogleich wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett und ging hin. Es war aber Sabbat an diesem Tag. Da sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: Heute ist Sabbat, es ist dir nicht erlaubt, dein Bett zu tragen. Er aber antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, sprach zu mir: Nimm dein Bett und geh hin! Sie fragten ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm dein Bett und geh hin? Der aber geheilt worden war, wusste nicht, wer es war; denn Jesus war fortgegangen, da so viel Volk an dem Ort war. Danach fand ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre. Der Mensch ging hin und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Darum verfolgten die Juden Jesus, weil Er dies am Sabbat getan hatte.
Joh 5, 1-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wir gleichen diesem Kranken, denn wir können uns nicht durch eigne Kraft aus unserm Zustand der Sünde und des Todes erheben, sondern müssen warten, bis Christus in uns das Verlangen nach wirlklicher Genesung weckt. Es gilt eingedenk zu sein des Wunders bei unsrer Taufe: Christus hat durch Seinen Geist das Wasser der Taufe bewegt und es zu einem gnadenreichen Wasser des Lebens gemacht, durch welches wir die Reinigung von unsern Sünden empfangen haben. (Spieker, [5] S. 140)

3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag

11. Juli 2019


Morgen

(Der HERR redete mit Mose und sprach:) Macht eine Lade aus Akazienholz; zwei und eine halbe Elle soll die Länge sein, anderthalb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe. Du sollst sie mit feinem Gold überziehen innen und außen und einen goldenen Kranz an ihr ringsherum machen. Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite. Und du sollst zwei goldene Cherubim machen. Als getriebene Arbeit sollst du sie ausführen an beiden Enden des Gnadenstuhls, sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem. Aus dem Gnadenstuhl sollt ihr die Cherubim herausarbeiten an seinen beiden Enden. Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenstuhl gerichtet sein. Und du sollst den Gnadenstuhl oben auf die Lade tun und in die Lade das Gesetz legen, das Ich dir geben werde. Dort will Ich dir begegnen und mit dir reden von dem Gnadenstuhl aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim, alles, was Ich dir gebieten will für die Israeliten.
2. Mose 25, 10.11.17-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es ist Gnade von Gott, daß Er auf Erden sich bezeugen will ja, einen Raum Seiner Gegenwart bestimmt. Zwischen den Keruben über der Bundeslade steht der "Gnadenthron" - Sühneort und Stätte Seiner Offenbarung, der Mensa des christlichen Altares vergleichbar, an der uns beides entgegentritt: Gottes Offenbarung in Seinem Wort, Gottes Versöhnung mit uns in Leib und Blut Seines Sohnes. (Spieker [5], S. 284)

Abend

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte Seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei? Sie sprachen: Einige sagen, Du seist Johannes der Täufer, andere, Du seist Elia, wieder andere, Du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er sprach zu ihnen: Wer sagt denn ihr, dass Ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern Mein Vater im Himmel. Und Ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will Ich Meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.
Mt 16, 13-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Christus hat Seine Kirche hineingestiftet in die Welt des "Fleisches". Ist auch Simon, des Jona Sohn, nur ein schwacher und schwankender Mensch, so hat ihn doch der Herr erwählt, daß er der "Fels" der Kirche werden soll. Der Felsgrund ist nicht der Mensch, sondern der Glaube! Diesen Glauben hat er nicht durch "Fleisch und Blut" empfangen, sondern durch Gottes Offenbarung.
Die Kirche wird erhalten durch das Amt, das ihr von Anfang an eingestiftet ist. Dieses Amt hat eine wirksame Beziehung zu Gottes Gnade und Recht. Das "Binden" bedeutet die Bindung an die Schuld und damit den Ausschluß aus dem Reich, Das "Lösen" bedeutet die Lösung von der Schuld und damit die Spendung des Lebens. Solche Volllmacht im Amt der Schlüssel hat der Herr nicht dem Petrus allein, sindern allen Seinen Jüngern gegeben (Matth. 18, 18). (Spieker, [5] S. 344)


3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

12. Juli 2019


Morgen

Als Judas, der Jesus {Ihn} verraten hatte, sah, dass Er zum Tode verurteilt war, reute es ihn, und er brachte die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück und sprach: Ich habe gesündigt, unschuldiges Blut habe ich verraten. Sie aber sprachen: Was geht uns das an? Da sieh du zu! Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging davon und erhängte sich. Aber die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es ist nicht recht, dass wir sie in den Tempelschatz legen; denn es ist Blutgeld. Sie beschlossen aber, den Töpferacker davon zu kaufen zum Begräbnis für die Fremden. Daher heißt dieser Acker Blutacker bis auf den heutigen Tag. Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: »Sie nahmen die dreißig Silberlinge, den Preis, der geschätzt worden war - den hatten einige von den Israeliten geschätzt -, und gaben sie für den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hat.«
Mt 27, 3-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

So hat doch »Abraham Gott geglaubt, und es wurde ihm gerechnet zur Gerechtigkeit« Erkennt also: Die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder. Die Schrift aber hat zuvor gesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum hat sie Abraham zuvor verkündigt: »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.« So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben: «Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's tue!» Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn «der Gerechte wird aus Glauben leben» Das Gesetz aber ist nicht «aus Glauben», sondern: «der Mensch, der es tut, wird dadurch leben» Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da Er zum Fluch wurde für uns - denn es steht geschrieben: «Verflucht ist jeder, der am Holz hängt» - auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.
Gal 3, 6-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

3. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag

13. Juli 2019


Morgen

So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch geschwächt war, das tat Gott: Er sandte Seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches und um der Sünde willen und verdammte die Sünde im Fleisch, damit die Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, in uns erfüllt werde, die wir nun nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Denn fleischlich gesinnt sein ist der Tod, doch geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.
Röm 8, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

»Fleisch« und »Geist« - zwischen diese beiden Wirklichkeiten sind wir gestellt. »Fleisch« - die selbstherrliche menschliche Natur, welche sich wider Gott erhebt und ein eignes Reich menschlicher Größe aufrichten will. »Geist« - die Herschaft Gottes im Menschen durch den göttlichen Lebensodem, welcher den ganzen Menschen durchwaltet und mit den Lebenskräften Christi erfüllt. Auch unser Leib, an dem sich die Todesmacht der Sünde so furchtbar auswirkt, soll Anteil haben an der Lebensmacht Christi, wenn wir von Seinem Geist regiert sind. (Spieker [5], S. 219)

Wochenspruch

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. Lk 19, 10

Das Werk Christi in der Welt, in dem das Wesen des Vaters Gestalt gewinnt, widerspricht jeder natürlichen menschlichen Art und hat andere Maßstäbe als unsere vernünftigen Erwägungen und Urteile: es ist menschlich, das Starke und Gesunde zu verherrlichen, es ist göttlich, das Verlorene zu retten; es ist menschlich, die natürliche Lebensfreude zu preisen, zu erhöhen und zu verklären, es ist göttlich, das was elend ist, zu trösten und die Traurigkeit in Freude zu verwandeln; es ist menschlich, Ehre und Würde des Menschen zu achten und das Edle zu preisen, es ist göttlich, den Sünder zu begnaden und das Verachtete zur Herrlichkeit zu führen. Aber der Sohn Gottes, der dieses göttliche Werk vollbringt, ist "des Menschen Sohn": der Mensch in seiner wahren Gestalt als das Bild Gottes.
(Spieker, [5] S. 188)



© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-16
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