Montag

14. August 2017

 

9. SONNTAG NACH TRINITATIS
Anvertraute Gaben

 

Predigttext

 

Jer 1, 4-10 (III. Reihe)
Phil 3, (4b-6) 7-14) (Rev. III)

Wochenspruch

 

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Wochenlied

 

Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun (EG 497)


Glaubenszeugen   Wochenpsalm
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Morgen
 
Zu der Zeit kamen zwei Huren zum König und traten vor ihn. Und die eine Frau sprach: Ach, mein Herr, ich und diese Frau wohnten im selben Hause, und ich gebar bei ihr im Hause. Und drei Tage nachdem ich geboren hatte, gebar auch sie. Und wir waren beieinander, und kein Fremder war mit uns im Hause, nur wir beide. Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. Und sie stand in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, als deine Magd schlief, und legte ihn in ihren Arm, und ihren toten Sohn legte sie in meinen Arm. Und als ich des Morgens aufstand, um meinen Sohn zu stillen, siehe, da war er tot. Aber am Morgen sah ich ihn genau an, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren hatte. Die andere Frau sprach: Nein, mein Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene aber sprach: Nein, dein Sohn ist tot, doch mein Sohn lebt. Und so redeten sie vor dem König. Und der König sprach: Diese spricht: Mein Sohn lebt, doch dein Sohn ist tot. Jene spricht: Nein, dein Sohn ist tot, doch mein Sohn lebt. Und der König sprach: Holt mir ein Schwert! Und als das Schwert vor den König gebracht wurde, sprach der König: Teilt das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die Hälfte und jener die Hälfte. Da sagte die Frau, deren Sohn lebte, zum König - denn ihr mütterliches Herz entbrannte in Liebe für ihren Sohn - und sprach: Ach, mein Herr, gebt ihr das Kind lebendig und tötet es nicht! Jene aber sprach: Es sei weder mein noch dein; lasst es teilen! Da antwortete der König und sprach: Gebt dieser das Kind lebendig und tötet's nicht; die ist seine Mutter. Und ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie fürchteten den König; denn sie sahen, dass die Weisheit Gottes in ihm war, Gericht zu halten.
1. Kön 3, 16-28 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der König weiß um die geheimen Bande des Herzens, welche Mutter und Sohn unlösbar verbinden. Indem er befiehlt, das Kind zu zerteilen, droht er auch jene unsichtbaren Bande zerschneiden zu lassen und lockt damit die Sprache der wirklichen Mutter hervor. Aus dem Rechtsspruch des Königs leuchtet göttliche Weisheit, welche weiß, was im Menschen ist, und ans Licht bringt, was tief verborgen war. (Spieker [5], S. 227)

Abend
 
Wenn du die Brüder und Schwestern dies lehrst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, genährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre, der du gefolgt bist. Die ungeistlichen Altweiberfabeln aber weise zurück; übe dich selbst aber in der Frömmigkeit! Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; aber die Frömmigkeit ist zu allen Dingen nütze und hat die Verheißung dieses und des zukünftigen Lebens. Das ist gewisslich wahr und wert, dass man es beherzigt. Denn dafür arbeiten und kämpfen wir, weil wir unsre Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt haben, welcher ist der Heiland aller Menschen, besonders der Gläubigen. Dies gebiete und lehre. Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit. Fahre fort mit Vorlesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme. Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist durch Weissagung mit Handauflegung des Rates der Ältesten. Dies lass deine Sorge sein, damit gehe um, auf dass dein Fortschreiten allen offenbar sei. Hab acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Stücken! Denn wenn du das tust, wirst du dich selbst retten und die, die dich hören.
1. Tim 4, 6-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wem ein Amt in der Kirche übertragen ist, der ist eingesetzt als Haushalter Gottes. Er ist um so strenger in seinem Haushalten gefordert, als es ja nicht irdische Güter, sondern Gottes Geheimnisse sind, die er zu verwalten hat. Niemand sollte ein Amt in der Kirche übernehmen, dem nicht durch Handauflegung, Fürbitte und Verheißungswort kund getan wäre, daß Gott ihm mit diesem Amt auch die Gabe Seines Heiligen Geistes mitteilen will. Solche Amtsgnade ist kein ruhender Besitz, sie muß immer wieder neu erbeten werden. Deshalb mahnt der Apostel seinen jungen Bruder zur Treue in der Vorlesung heiliger Schriften, in der Seelsorge, in der Verkündigung. (Spieker [5], S. 226 f.)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-06-30
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