10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Kirche und Israel

Sonntag

25. August 2019

Wochenspruch

 

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist;
dem Volk, das Er zum Erbe erwählt hat.

Lied

 

Nun danket Gott, erhebt und preiset (EG 290)
Lobt und preist die herrlichen Taten (EG 429)


Vorabend

Ich sage die Wahrheit in Christus und lüge nicht, wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlass in meinem Herzen habe. Denn ich wünschte, selbst verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch. Sie sind Israeliten, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch. Gott, der da ist über allem, sei gelobt in Ewigkeit. Amen.
Röm 9, 1-5 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Apostel ist bereit, mit seiner Seligkeit die Rettung seines Volkes zu erkaufen, so wie Mose angeboten hat, daß sein Name aus dem Buch des Lebens getilgt werde. Um so größer ist der Schmerz des Apostels um den Irrweg seines Volkes, als es seit den Tagen des Mose der höchsten Gnaden gewürdigt wurde. Ja, aus ihm ist Christus hervorgegangen, in diesem Volke ist Gott selbst Fleisch geworden.
(Spieker [5], S. 233)


Alttestamentliche Lesung

Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägyptenland, an diesem Tag kamen sie in die Wüste Sinai. Sie brachen auf von Refidim und kamen in die Wüste Sinai, und Israel lagerte sich dort in der Wüste gegenüber dem Berge. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der HERR rief ihm vom Berge zu und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und den Israeliten verkündigen: Ihr habt gesehen, was Ich an den Ägyptern getan habe und wie Ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu Mir gebracht. Werdet ihr nun Meiner Stimme gehorchen und Meinen Bund halten, so sollt ihr Mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist Mein. Und ihr sollt Mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.
2. Mose 19, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist. Und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Es wird kommen aus Zion der Erlöser; der wird abwenden alle Gottlosigkeit von Jakob. Und dies ist Mein Bund mit ihnen, wenn Ich ihre Sünden wegnehmen werde.« Nach dem Evangelium sind sie zwar Feinde um euretwillen; aber nach der Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen. Denn Gottes Gaben und Berufung können Ihn nicht gereuen. Denn wie ihr einst Gott ungehorsam gewesen seid, nun aber Barmherzigkeit erlangt habt wegen ihres Ungehorsams, so sind auch jene jetzt ungehorsam geworden wegen der Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, damit auch sie jetzt Barmherzigkeit erlangen. Denn Gott hat alle eingeschlossen in den Ungehorsam, damit Er sich aller erbarme.
Röm 11, 25-32 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Evangelium

{Und} es trat zu Jesus {Ihm} einer der Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Als er sah, dass Er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er Ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus antwortete: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft«. Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu Ihm: Ja, Meister, du hast recht geredet! Er ist einer, und ist kein anderer außer Ihm; und Ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und mit aller Kraft, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Da Jesus sah, dass er verständig antwortete, sprach Er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, Ihn zu fragen.
Mk 12, 28-34 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher Weinberg, singet von Ihm! Ich, der HERR, behüte ihn und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will Ich ihn Tag und Nacht behüten. Ich zürne nicht. Sollten aber Disteln und Dornen aufschießen, so wollte Ich über sie herfallen und sie alle miteinander anstecken, es sei denn, sie suchen Zuflucht bei Mir und machen Frieden mit Mir, ja, Frieden mit Mir. Es wird einst dazu kommen, dass Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen. Hat Er Israel geschlagen, wie Er Seine Feinde schlägt? Oder hat Er es getötet, wie Er Seine Feinde tötet? Vielmehr, indem Du es wegschicktest und wegführtest, hast Du es gerichtet, es verscheucht mit rauem Sturm am Tage des Ostwinds. Darum wird die Schuld Jakobs dadurch gesühnt werden, und das wird die Frucht davon sein, dass seine Sünde weggenommen wird: Er wird alle Altarsteine zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine Bilder der Aschera noch Räucheraltäre werden mehr bleiben.
Jes 27, 2-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag

26. August 2019


Morgen

So frage ich nun: Hat denn Gott Sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn auch ich bin ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. Gott hat Sein Volk nicht verstoßen, das Er zuvor erwählt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia, wie er vor Gott tritt gegen Israel und spricht: »Herr, sie haben Deine Propheten getötet, Deine Altäre haben sie niedergerissen. Ich bin allein übrig geblieben, und sie trachten mir nach dem Leben«? Aber was sagt ihm die göttliche Antwort?: »Ich habe Mir übrig gelassen siebentausend Mann, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor Baal.« So geht es auch jetzt zu dieser Zeit: Ein Rest ist geblieben, der erwählt ist aus Gnade. Ist's aber aus Gnade, so ist's nicht aufgrund von Werken; sonst wäre Gnade nicht Gnade.
[Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Erwählten aber haben es erlangt. Die Übrigen wurden verstockt, wie geschrieben steht: »Gott hat ihnen gegeben einen Geist der Betäubung, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.« Und David spricht: »Ihr Tisch soll ihnen zur Falle werden und zu einer Schlinge und zum Ärgernis und zur Vergeltung. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit.«]
So frage ich nun: Sind sie gestrauchelt, damit sie fallen? Das sei ferne! Sondern durch ihre Verfehlung ist den Heiden das Heil widerfahren; das sollte sie eifersüchtig machen. Wenn aber ihre Verfehlung Reichtum für die Welt ist und ihr Schade Reichtum für die Heiden, welchen Reichtum wird dann ihre volle Zahl bringen!
Röm 11, 1-6 (7-10) 11.12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Wenn nun dies alles über dich kommt, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es zu Herzen nimmst, wenn du unter den Heiden bist, unter die dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, dass du Seiner Stimme gehorchst, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele in allem, was ich dir heute gebiete, so wird der HERR, dein Gott, deine Gefangenschaft wenden und Sich deiner erbarmen und wird dich wieder sammeln aus allen Völkern, unter die dich der HERR, dein Gott, verstreut hat. Wenn du bis ans Ende des Himmels verstoßen wärst, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und du wirst es einnehmen, und Er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher machen, als deine Väter waren. Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst. Aber alle diese Flüche wird der HERR, dein Gott, auf deine Feinde legen und auf die, die dich hassen und verfolgen. Du aber wirst umkehren und der Stimme des HERRN gehorchen, dass du tust alle Seine Gebote, die ich dir heute gebiete.
5. Mose 30, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

27. August 2019


Morgen

{Und} als einige von dem Tempel sagten, dass er mit schönen Steinen und Weihegaben geschmückt sei, sprach Jesus {Er}: Es wird die Zeit kommen, in der von dem allen, was ihr seht, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde. Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe ins Gebirge, und wer in der Stadt ist, gehe hinaus, und wer auf dem Lande ist, komme nicht hinein. Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Wehe den Schwangeren und den Stillenden in jenen Tagen! Denn es wird große Not auf Erden sein und Zorn über dies Volk kommen, und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt unter alle Völker, und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.
Lk 21, 5.6.20-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Gott spricht: Hört Mir zu, die ihr der Gerechtigkeit nachjagt, die ihr den HERRN sucht: Schaut den Fels an, aus dem ihr gehauen seid, und des Brunnens Schacht, aus dem ihr gegraben seid. Schaut Abraham an, euren Vater, und Sara, von der ihr geboren seid. Denn als einen Einzelnen berief Ich ihn, um ihn zu segnen und zu mehren. Ja, der HERR tröstet Zion, Er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüste wie Eden und ihr dürres Land wie den Garten des HERRN, dass man Wonne und Freude darin findet, Dank und Lobgesang. Merke auf Mich, Mein Volk, hört Mich, Meine Leute! Denn Weisung wird von Mir ausgehen, und Mein Recht will Ich gar bald zum Licht der Völker machen. Denn Meine Gerechtigkeit ist nahe, Mein Heil tritt hervor, und Meine Arme werden die Völker richten. Die Inseln harren auf Mich und warten auf Meinen Arm. Hebt eure Augen auf gen Himmel und schaut unten auf die Erde! Denn der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid zerfallen, und die darauf wohnen, werden wie Mücken dahinsterben. Aber Mein Heil bleibt ewiglich, und Meine Gerechtigkeit wird nicht zerbrechen.
Jes 51, 1-6 (7) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Sara, die Unfruchtbare, Abraham, der Kinderlose, sind der Ursprung des Gottesvolkes. Wo, menschlich gesehn, nichts zu hoffen ist, da schenkt Gott einen neuen Anfang. Am Ende, beim Vergehen der irdischen Welt, steht die Hoffnung des neuen Himmels und der neuen Erde. (Spieker [5], S. 30)

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

28. August 2019


Morgen

P. JordanDie Frau spricht zu Jesus {Ihm}: Herr, ich sehe, dass Du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. Jesus spricht zu ihr: Glaube Mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir aber wissen, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden. Aber es kommt die Stunde und ist schon jetzt, dass die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Spricht die Frau zu Ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen. Jesus spricht zu ihr: Ich bin's, der mit dir redet.
Joh 4, 19-26 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der die Herzen und Gewissen erforscht, erweist sich der Frau als Prophet, den sie nach dem Ort der rechten Anbetung fragt. Jesus führt sie von dieser Frage hinweg und hin zur Anbetung »im Geist und in der Wahrheit«. Kein schlimmeres Mißverständnis, als wenn diese Stelle auf rein geistige und kultlose Gottesverehrung gedeutet wird. Echte Anbetung geschieht in Vollmacht und durch Kraft heiligen Gottesgeistes gemäß göttlicher Selbstmitteilung in Seiner Offenbarung und göttlichen Wirklichkeit. Diese ist für uns in Jesus gegenwärtig. (Spieker [5], S. 55)

ENTHAUPTUNG JOHANNES DES TÄUFERS

Über sich hinaus

Donnerstag

29. August 2019

Tagesspruch

 

Der Tod Seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN.
Dir will ich Dankopfer bringen und des HERRN Namen anrufen.

Lied

 

In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275, 1.3.5.6)
Mit Ernst, o Menschenkinder (EG 10, 1-3)


Vorabend (1. Alternative)

{Denn} der Heilige Geist, der ein Geist der Zucht ist, flieht die Falschheit und weicht von den törichten Gedanken und wird vertrieben, wenn Ungerechtigkeit Ihm naht. Die Weisheit ist ein Geist, der den Menschen liebt; und sie lässt den Lästerer nicht unbestraft für seine Reden. Denn Gott ist Zeuge seiner heimlichsten Gedanken und erkennt in Wahrheit sein Herz und hört seine Worte. Denn der Erdkreis ist erfüllt vom Geist des Herrn, und der Geist, der alles zusammenhält, kennt jedes Wort. Darum kann keiner verborgen bleiben, der Unrechtes redet; und das Recht, das ihn bestrafen soll, wird ihn nicht verfehlen. Denn die Pläne des Frevlers müssen vor Gericht, und seine Reden sollen vor den Herrn kommen, damit seine Übertretungen bestraft werden. Denn das Ohr des eifernden Gottes hört alles, und das Gerede der Murrenden bleibt nicht verborgen.
Weish 1, 5-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Vorabend (2. Alternative)

[{Und} es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn Ich will wachen über Meinem Wort, dass Ich's tue. Und es geschah des HERRN Wort zum zweiten Mal zu mir: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen siedenden Kessel überkochen von Norden her. Und der HERR sprach zu mir: Von Norden her wird das Unheil losbrechen über alle, die im Lande wohnen. Denn siehe, Ich will rufen alle Geschlechter der Königreiche des Nordens, spricht der HERR, dass sie kommen sollen und ihre Throne setzen vor die Tore Jerusalems und rings um die Mauern her und vor alle Städte Judas.]
Und Ich will Mein Gericht über sie ergehen lassen um all ihrer Bosheit willen, dass sie Mich verlassen und andern Göttern opfern und ihrer Hände Werk anbeten. So gürte nun deine Lenden und mache dich auf und predige ihnen alles, was Ich dir gebiete. Erschrick nicht vor ihnen, auf dass Ich dich nicht erschrecke vor ihnen! Denn Ich will dich heute zur festen Stadt, zur eisernen Säule, zur ehernen Mauer machen wider das ganze Land: wider die Könige Judas, wider seine Großen, wider seine Priester, wider das Volk des Landes, dass, wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben können; denn Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass Ich dich errette.
Jer 1, (11-15) 16-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Solche, die Gott fürchten, sind schwer zu erschrecken. Sie kennen Einen, der mehr zu fürchten ist als die Drohungen der Menschen. - An Johannes »geschah« der Befehl Gottes in der Wüste. Weil Gottes Auftrag hinter ihm steht, darum wird er zur »eisernen Säule« und zur »ehernen Mauer«. Er tritt vor den König, vor die Oberen und vor das ganze Volk. Er bleibt auch im Tode der unüberwindliche Zeuge der göttlichen Wahrheit (Spieker [5], S. 350)

Alttestamentliche Lesung

Achte auf das Wort des Königs und halte den Eid bei Gott! Eile nicht fort vom Angesicht des Königs und halte dich nicht zu einer bösen Sache; denn er tut alles, was er will. In des Königs Wort ist Gewalt, und wer darf zu ihm sagen: Was machst du? Wer das Gebot hält, wird nichts Böses erfahren; und eines Weisen Herz weiß um Zeit und Gericht. Denn jedes Vorhaben hat seine Zeit und sein Gericht, und des Menschen Bosheit liegt schwer auf ihm. Denn er weiß nicht, was geschehen wird, ja wer will ihm sagen, wie es werden wird? Der Mensch hat keine Macht, den Wind aufzuhalten, und hat keine Macht über den Tag des Todes, und keiner bleibt verschont im Krieg, und das gottlose Treiben rettet den Gottlosen nicht. Das alles habe ich gesehen und richtete mein Herz auf alles Tun, das unter der Sonne geschieht. Ein Mensch herrscht zuzeiten über den andern zu seinem Unglück. Und weiter sah ich Gottlose, die begraben wurden und zur Ruhe kamen; aber die recht getan hatten, mussten hinweg von heiliger Stätte und wurden vergessen in der Stadt. Das ist auch eitel. Weil das Urteil über böses Tun nicht sogleich ergeht, wird das Herz der Menschen voll Begier, Böses zu tun. Wenn ein Sünder auch hundertmal Böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es wohlgehen wird denen, die Gott fürchten, die Sein Angesicht scheuen. Aber dem Gottlosen wird es nicht wohlgehen, und wie der Schatten wird nicht lange leben, wer sich vor Gott nicht fürchtet.
Pred 8, 2-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Halt im Gedächtnis Jesus Christus, der auferstanden ist von den Toten, aus dem Geschlecht Davids, nach meinem Evangelium, für welches ich leide bis dahin, dass ich gebunden bin wie ein Übeltäter; aber Gottes Wort ist nicht gebunden. Darum dulde ich alles um der Auserwählten willen, auf dass auch sie die Seligkeit erlangen in Christus Jesus mit ewiger Herrlichkeit. Das ist gewisslich wahr: Sind wir mit gestorben, so werden wir mit leben; dulden wir, so werden wir mit herrschen; verleugnen wir, so wird Er uns auch verleugnen; sind wir untreu, so bleibt Er treu; denn Er kann Sich selbst nicht verleugnen.
2.Tim 2, 8-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mitten im Todesschicksal der Welt halten wir uns das Gedächtnis der Auferstehung des Herrn gegenwärtig. Durch Seine Gegenwart wird unser Sterben ein Mit-Sterben mit Christus, durch Ihn werden wir zum Leiden fähig, durch Ihn schmecken wir hier schon Kräfte der zukünftigen Welt, (Spieker [5], S. 153)

Evangelium

P. JordanDas Wirken Jesu {Und es} kam dem König Herodes zu Ohren; denn der Name Jesu war nun bekannt. Und die Leute sprachen: Johannes der Täufer ist von den Toten auferweckt worden, und darum wirken solche Kräfte in Ihm. Andere aber sprachen: Er ist Elia; wieder andere: ein Prophet wie einer der Propheten. Als es aber Herodes hörte, sprach er: Es ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferweckt worden. Denn er, Herodes, hatte ausgesandt und Johannes ergriffen und ins Gefängnis geworfen um der Herodias willen, der Frau seines Bruders Philippus; denn er hatte sie geheiratet. Johannes aber hatte zu Herodes gesagt: Es ist nicht erlaubt, dass du die Frau deines Bruders hast. Herodias aber stellte ihm nach und wollte ihn töten und konnte es nicht. Denn Herodes fürchtete Johannes, weil er wusste, dass er ein gerechter und heiliger Mann war, und hielt ihn in Gewahrsam; und wenn er ihn hörte, wurde er sehr unruhig; doch hörte er ihn gern. Und es kam ein gelegener Tag, als Herodes an seinem Geburtstag ein Festmahl gab für seine Großen und die Obersten und die Vornehmsten von Galiläa. Da trat herein seine Tochter, die von Herodias, und tanzte, und sie gefiel Herodes und denen, die mit zu Tisch lagen. Da sprach der König zu dem Mädchen: Bitte von mir, was du willst, ich will dir's geben. Und er schwor ihr feierlich: Was du von mir bittest, will ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreichs. Und sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Da ging sie sogleich eilig hinein zum König, bat ihn und sprach: Ich will, dass du mir gibst, jetzt gleich auf einer Schale, das Haupt Johannes des Täufers. Und der König wurde sehr betrübt. Doch wegen der Eide und derer, die mit zu Tisch lagen, wollte er sie nicht abweisen. Und alsbald schickte der König den Henker hin und befahl, das Haupt des Johannes herzubringen. Der ging hin und enthauptete ihn im Gefängnis und trug sein Haupt herbei auf einer Schale und gab's dem Mädchen, und das Mädchen gab's seiner Mutter. Und da das seine Jünger hörten, kamen sie und nahmen seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.
Mk 6, 14-29 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Täufer ist herausgehoben aus einer Welt, aus welcher der Geruch von Fäulnis und Verwesung aufsteigt, als der Zeuge der Wahrheit Gottes, die man nicht umbringen kann. Der Täufer redet zu dem König, der ihn enthauptet hat, noch nach seinem Tode in schreckenden Bildern als die mahnende Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann. Er redet zu uns als der treue Zeuge, der uns auf den Weg der Wahrheit ruft. (Spieker [5], S. 350)

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag

29. August 2019


Abend

[Euch Heiden {aber} sage ich: Weil ich Apostel der Heiden bin, preise ich meinen Dienst, ob ich vielleicht meine Stammverwandten eifersüchtig machen und einige von ihnen retten könnte. Denn wenn ihr Verlust Versöhnung der Welt ist, was wird ihre Annahme anderes sein als Leben aus den Toten! Ist die Erstlingsgabe vom Teig heilig, so ist auch der ganze Teig heilig; und ist die Wurzel heilig, so sind auch die Zweige heilig.]
Wenn nun einige von den Zweigen ausgebrochen wurden, du aber, der du ein wilder Ölzweig bist, in den Ölbaum eingepfropft wurdest und Anteil bekommen hast an der Wurzel und dem Saft des Ölbaums, so rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen: Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich. Nun wirst du sagen: Die Zweige sind ausgebrochen worden, damit ich eingepfropft werde. Ganz recht! Sie wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht überheblich, sondern fürchte dich! Hat Gott die natürlichen Zweige nicht verschont, wird Er auch dich nicht verschonen. Darum sieh die Güte und die Strenge Gottes: die Strenge gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte Gottes aber dir gegenüber, sofern du in der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden. Jene aber, sofern sie nicht im Unglauben bleiben, werden eingepfropft werden; denn Gott vermag sie wieder einzupfropfen. Denn wenn du aus dem Ölbaum, der von Natur aus wild war, abgehauen und wider die Natur in den edlen Ölbaum eingepfropft worden bist, um wie viel mehr werden die natürlichen Zweige wieder eingepfropft werden in ihren eigenen Ölbaum.
Röm 11, (13-16) 17.24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Unlöslich ist das Schicksal der ehemals heidnischen Völker - also auch des unsrigen! - mit dem Volk Israel verknüpft. Unumstößlich ist der Gnadenwille Gottes über sein Volk, auch dessen zeitweilige Verwerfung dient dem göttlichen Ziel. Entgegen menschlichem Wähnen läßt Gott das Volk seiner Erwählung - dargestellt im Bild des Ölbaums - fortbestehen. Er läßt den Baum nicht abhauen sondern nimmt nur die untauglichen Zweige weg und pflanzt andere Zweige - die Heiden - ein. Auch die christlich gewordenen Heiden haben keinen Anlaß, sich über Israel zu erheben: »Es ist nicht ihr Glaube, der das Gottesvolk trägt, sondern es ist das Gottesvolk, das sie trägt« [Anders Nygren, Der Römerbrief, S. 285] (Spieker [5], S. 56)

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

30. August 2019


Morgen

Es folgte Jesus {Ihm} aber eine große Volksmenge und viele Frauen, die klagten und beweinten Ihn. Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über Mich, sondern weint über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in der man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht genährt haben! Dann werden sie anfangen zu sagen zu den Bergen: Fallt über uns!, und zu den Hügeln: Bedeckt uns! Denn wenn man das tut am grünen Holz, was wird am dürren werden?
Lk 23, 27-31 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Darum denkt daran, dass ihr, die ihr einst nach dem Fleisch Heiden wart und »Unbeschnittenheit« genannt wurdet von denen, die genannt sind »Beschneidung«, die am Fleisch mit der Hand geschieht, dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und den Bundesschlüssen der Verheißung fremd; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst fern wart, nahe geworden durch das Blut Christi. Denn Er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat und hat den Zaun abgebrochen, der dazwischen war, indem er durch Sein Fleisch die Feindschaft wegnahm. Er hat das Gesetz, das in Gebote gefasst war, abgetan, damit Er in Sich selber aus den zweien einen neuen Menschen schaffe und Frieden mache und die beiden versöhne mit Gott in einem Leib durch das Kreuz, indem Er die Feindschaft tötete durch Sich selbst. Und Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch Ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.
Eph 2, 11-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

10. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag

31. August 2019


Morgen

{Und} der HERR wird euch zerstreuen unter die Völker, und es wird von euch nur eine geringe Zahl übrig bleiben unter den Heiden, zu denen euch der HERR wegführen wird. Dort werdet ihr Göttern dienen, die das Werk von Menschenhänden sind, Holz und Stein, die weder sehen noch hören noch essen noch riechen können. Ihr werdet dort den HERRN, deinen Gott, suchen, und du wirst Ihn finden, so du Ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Wenn du geängstet sein wirst und dich das alles treffen wird in künftigen Zeiten, so wirst du dich bekehren zu dem HERRN, deinem Gott, und Seiner Stimme gehorchen. Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; Er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den Er deinen Vätern geschworen hat. Denn frage nach den früheren Zeiten, die vor dir gewesen sind, von dem Tage an, da Gott den Menschen auf Erden geschaffen hat, und von einem Ende des Himmels zum andern, ob je so Großes geschehen oder desgleichen je gehört sei, dass ein Volk die Stimme Gottes aus dem Feuer hat reden hören, wie du sie gehört hast, und dennoch am Leben blieb? Oder ob je ein Gott versucht hat, hinzugehen und sich ein Volk mitten aus einem Volk herauszuholen durch Machtproben, durch Zeichen, durch Wunder, durch Krieg und mit starker Hand und ausgerecktem Arm und durch große Schrecken, wie das alles der HERR, euer Gott, für euch getan hat in Ägypten vor deinen Augen? Du hast es sehen können, auf dass du wissest, dass der HERR allein Gott ist und sonst keiner.
[Vom Himmel hat Er dich Seine Stimme hören lassen, um dich zurechtzubringen; und auf Erden hat Er dir gezeigt Sein großes Feuer, und Seine Worte hast du aus dem Feuer gehört. Weil Er deine Väter geliebt und ihre Nachkommen erwählt hat, hat Er dich aus Ägypten herausgeführt mit Seinem Angesicht durch Seine große Kraft, damit Er vor dir her Völker vertriebe, die größer und stärker sind als du, und dich hineinbrächte, um dir ihr Land zum Erbteil zu geben, wie es jetzt ist. So sollst du nun heute wissen und zu Herzen nehmen, dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner, und sollst halten Seine Rechte und Gebote, die ich dir heute gebiete; so wird's dir und deinen Kindern nach dir wohlgehen und dein Leben lange währen in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, gibt für immer.]
5. Mose 4, 27-35 (36-40) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wochenspruch

Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das Er zum Erbe erwählt hat.  Ps 33, 12

In der prophetischen Predigt des alten Bundes und in der Psalmendichtung tritt - zum erstenmal in der Welt - die Erkenntnis ans Licht, daß der Gott, der sich den Vätern geoffenbart hat, der Herr aller Völker ist, und daß allein in dem Handeln Gottes mit den Menschen der verborgene Sinn der ganzen Geschichte und in diesem Universalismus des göttlichen Willens die Einheit des Menschengeschlechts zu finden ist. Gott aber hat ein Volk "erwählt", nicht um die anderen Völker aus seinem Ratschluß zu entlassen, sondern um an diesem einen Volk beispielhaft zu zeigen, was es heißt, unter Gottes Gericht und unter Gottes Verheißung zu stehen, seinen Zorn und seine Güte zu erfahren. Sich aus dieser göttlichen Beziehung zu lösen, ist für den Einzelnen wie für jedes Volk im gleichen Maß die Ursache des Verderbens.
Der 33. Psalm, aus dem dieser Spruch entnommen ist, stellt die Geschichte des erwählten Volkes hinein in die Gesamtschau der Welt und preist Jahwe als den Herrn der Schöpfung und als den Herrn der Geschichte. Indem die Gemeinde des neuen Bundes die Würde des alttestamentlichen Gottesnamens auf Jesus überträgt und Ihn als den Gesalbten Gottes, d, h. als den König aller Könige und Herrn aller Herren verehrt, tritt sie ein in dieses große Erbe und preist nicht nur sich selbst, sondern jedes Volk der Welt selig, das dieses Königtum Gottes und Seines Gesalbten wahrt und sich nicht an jene falschen Götter und Herren verliert, die das Leben in den Dienst der Eitelkeiten stellen und dadurch den Sinn der Geschichte an den trügerischen "Fortschritt" verraten. (Spieker [5], S. 229)



© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-08-16
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