Samstag

6. August 2016

 

10. SONNTAG NACH TRINITATIS
Der Herr und sein Volk

 

Predigttext

 

Röm 9, 1-8.14-16 (II. Reihe)
5. Mose 30, 1-8 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat

Wochenlied

 

Gott, der Vater steh uns bei (EG 138)
Nun danket Gott, erhebt und preiset (EG 290)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm     Abend

Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Morgen
 
Der HERR wird euch zerstreuen unter die Völker, und es wird von euch nur eine geringe Zahl übrigbleiben unter den Heiden, zu denen euch der HERR wegführen wird. Dort wirst du dienen den Götzen, die das Werk von Menschenhänden sind, Holz und Stein, die weder sehen noch hören noch essen noch riechen können. Wenn du aber dort den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst. Wenn du geängstet sein wirst und dich das alles treffen wird in künftigen Zeiten, so wirst du dich bekehren zu dem HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchen. Denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben, wird auch den Bund nicht vergessen, den er deinen Vätern geschworen hat. Denn frage nach den früheren Zeiten, die vor dir gewesen sind, von dem Tage an, da Gott den Menschen auf Erden geschaffen hat, und von einem Ende des Himmels zum andern, ob je so Großes geschehen oder desgleichen je gehört sei, daß ein Volk die Stimme Gottes aus dem Feuer hat reden hören, wie du sie gehört hast, und dennoch am Leben blieb? Oder ob je ein Gott versucht hat, hinzugehen und sich ein Volk mitten aus einem Volk herauszuholen durch Machtproben, durch Zeichen, durch Wunder, durch Krieg und durch seine mächtige Hand und durch seinen ausgereckten Arm und durch große Schrecken, wie das alles der HERR, euer Gott, für euch getan hat in Ägypten vor deinen Augen? Du aber hast's gesehen, auf daß du wissest, daß der HERR allein Gott ist und sonst keiner.
[Vom Himmel hat er dich seine Stimme hören lassen, um dich zurechtzubringen; und auf Erden hat er dir gezeigt sein großes Feuer, und seine Worte hast du aus dem Feuer gehört. Weil er deine Väter geliebt und ihre Nachkommen erwählt hat, hat er dich herausgeführt mit seinem Angesicht durch seine große Kraft aus Ägypten, damit er vor dir her Völker vertriebe, die größer und stärker sind als du, und dich hineinbrächte, um dir ihr Land zum Erbteil zu geben, wie es jetzt ist. So sollst du nun heute wissen und zu Herzen nehmen, daß der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner, und sollst halten seine Rechte und Gebote, die ich dir heute gebiete; so wird's dir und deinen Kindern nach dir wohlgehen und dein Leben lange währen in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, gibt für immer.]
5.Mose 4, 27-35 (36-40) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
oder
 
Dies ist die Last, die der HERR ankündigt. Von Israel spricht der HERR, der den Himmel ausbreitet und die Erde gründet und den Odem des Menschen in ihm macht: Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsumher, und auch Juda wird's gelten, wenn Jerusalem belagert wird. Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln. Zu der Zeit, spricht der HERR, will ich alle Rosse scheu und ihre Reiter irre machen, aber über das Haus Juda will ich meine Augen offen halten und alle Rosse der Völker mit Blindheit plagen. Und die Fürsten in Juda werden sagen in ihrem Herzen: Die Bürger Jerusalems sollen getrost sein in dem HERRN Zebaoth, ihrem Gott! Zu der Zeit will ich die Fürsten Judas machen zum Feuerbecken mitten im Holz und zur Fackel im Stroh, daß sie verzehren zur Rechten und zur Linken alle Völker ringsumher. Aber Jerusalem soll auch fernerhin bleiben an seinem Ort. Und der HERR wird zuerst die Hütten Judas erretten, auf daß sich nicht zu hoch rühme das Haus David noch die Bürger Jerusalems wider Juda. Zu der Zeit wird der HERR die Bürger Jerusalems beschirmen, und es wird zu dieser Zeit geschehen, daß der Schwache unter ihnen sein wird wie David und das Haus David wie Gott, wie der Engel des HERRN vor ihnen her. Und zu der Zeit werde ich darauf bedacht sein, alle Heiden zu vertilgen, die gegen Jerusalem gezogen sind. Aber über das Haus David und über die Bürger Jerusalems will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden mich ansehen, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübt um den Erstgeborenen.
Sach 12, 1-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wochenspruch
 
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.
Ps 33, 12
 
In der prophetischen Predigt des alten Bundes und in der Psalmendichtung tritt - zum erstenmal in der Welt - die Erkenntnis ans Licht, daß der Gott, der sich den Vätern geoffenbart hat, der Herr aller Völker ist, und daß allein in dem Handeln Gottes mit den Menschen der verborgene Sinn der ganzen Geschichte und in diesem Universalismus des göttlichen Willens die Einheit des Menschengeschlechts zu finden ist. Gott aber hat ein Volk "erwählt", nicht um die anderen Völker aus seinem Ratschluß zu entlassen, sondern um an diesem einen Volk beispielhaft zu zeigen, was es heißt, unter Gottes Gericht und unter Gottes Verheißung zu stehen, seinen Zorn und seine Güte zu erfahren. Sich aus dieser göttlichen Beziehung zu lösen, ist für den Einzelnen wie für jedes Volk im gleichen Maß die Ursache des Verderbens.
Der 33. Psalm, aus dem dieser Spruch entnommen ist, stellt die Geschichte des erwählten Volkes hinein in die Gesamtschau der Welt und preist Jahwe als den Herrn der Schöpfung und als den Herrn der Geschichte. Indem die Gemeinde des neuen Bundes die Würde des alttestamentlichen Gottesnamens auf Jesus überträgt und Ihn als den Gesalbten Gottes, d, h. als den König aller Könige und Herrn aller Herren verehrt, tritt sie ein in dieses große Erbe und preist nicht nur sich selbst, sondern jedes Volk der Welt selig, das dieses Königtum Gottes und Seines Gesalbten wahrt und sich nicht an jene falschen Götter und Herren verliert, die das Leben in den Dienst der Eitelkeiten stellen und dadurch den Sinn der Geschichte an den trügerischen "Fortschritt" verraten. (Spieker [5], S. 229)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-06-28
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