Sonntag

11. September 2016

 

16. SONNTAG NACH TRINITATIS
Der starke Trost

 

Predigttext

 

2. Tim 1, 7-10 (II. Reihe)
2. Kön 4, 18-37 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht durch das Evangelium

Wochenlied

 

O Tod, wo ist Dein Stachel nun (EG 113)
Was mein Gott will (EG 364)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Vorabend   Alttestamentliche Lesung   Epistel   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Dies ist das Lied Hiskias, des Königs von Juda, als er krank gewesen und von seiner Krankheit gesund geworden war: Ich sprach: Nun muß ich zu des Totenreiches Pforten fahren in der Mitte meines Lebens, da ich doch gedachte, noch länger zu leben. Ich sprach: Nun werde ich den HERRN nicht mehr schauen im Lande der Lebendigen, nun werde ich die Menschen nicht mehr sehen mit denen, die auf der Welt sind. Meine Hütte ist abgebrochen und über mir weggenommen wie eines Hirten Zelt. Zu Ende gewebt hab ich mein Leben wie ein Weber; er schneidet mich ab vom Faden. Tag und Nacht gibst du mich preis; bis zum Morgen schreie ich um Hilfe; aber er zerbricht mir alle meine Knochen wie ein Löwe; Tag und Nacht gibst du mich preis. Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube. Meine Augen sehen verlangend nach oben: Herr, ich leide Not, tritt für mich ein! Was soll ich reden und was ihm sagen? Er hat's getan! Entflohen ist all mein Schlaf bei solcher Betrübnis meiner Seele. Herr, laß mich wieder genesen und leben! Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. Denn die Toten loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue; sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute. Der Vater macht den Kindern deine Treue kund. Der HERR hat mir geholfen, darum wollen wir singen und spielen, solange wir leben, im Hause des HERRN!
Jes 38, 9-20 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Krankheit erschreckt uns durch die Einsicht, daß alles, woran wir unser Herz hängen, nichtig und flüchtig ist. Wenn Gott uns an die Grenze führt, zerschlägt Er uns alle unsre Berechnungen und Wünsche und läßt nur noch das E i n e übrig: den Ruf nach Ihm. Wer von Ihm aus solcher Not errettet wird, der kennt fortan seine Ohnmacht. Wir aber kennen Den, der uns vom Tode errettet und aus der Hölle herausführt. (Spieker [5], S. 240)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und dem Menschen, der nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen. Denn der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.
Klgl 3, 22-26.31-32 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Weg dahin, daß man rühmen und Gottes immerwährende Treue preisen kann, ist der Weg des unbeirrsamen Gehorsams, ein beharrliches Wandern in entsagender Demut. Aber diesem Wandel gilt die Verheißung, daß Gott treu ist, daß Er »unser Teil« ist, daß Er sich erbarmt nach Seiner großen Güte. (Spieker [5], S. 257)
 
Epistel
 
{Denn} Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein Gefangener bin, sondern leide mit mir für das Evangelium in der Kraft Gottes. Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluß und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt, jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.
2. Tim 1, 7-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Ruf Gottes erreichte uns zuerst bei unserer Taufe, als Ruf der Gnade, welche alle unseren Werken zuvorkommt, als Ruf des Lebens, welcher uns herausholt aus dem Raum des Todes und uns hineinversetzt in einen Raum göttlicher Kräfte, welche wirksam sind durch die christliche Gemeinde. (Spieker [5], S. 139)

Evangelium
 
P. Jordan Es lag {aber} einer krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf Marias und ihrer Schwester Marta.
[Maria aber war es, die den Herrn mit Salböl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar getrocknet hatte. Deren Bruder Lazarus war krank.]
Da sandten die Schwestern zu Jesus und ließen ihm sagen: Herr, siehe, der, den du liebhast, liegt krank. Als Jesus kam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grabe liegen. Betanien aber war nahe bei Jerusalem, etwa eine halbe Stunde entfernt. Und viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, sie zu trösten wegen ihres Bruders. Als Marta nun hörte, daß Jesus kommt, geht sie ihm entgegen; Maria aber blieb daheim sitzen. Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du bittest von Gott, das wird dir Gott geben. Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta spricht zu ihm: Ich weiß wohl, daß er auferstehen wird - bei der Auferstehung am Jüngsten Tage. Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist.
[Da hoben sie den Stein weg. Jesus aber hob seine Augen auf und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich weiß, daß du mich allezeit hörst; aber um des Volkes willen, das umhersteht, sage ich's, damit sie glauben, daß du mich gesandt hast. Als er das gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, gebunden mit Grabtüchern an Füßen und Händen, und sein Gesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Jesus spricht zu ihnen: Löst die Binden und laßt ihn gehen! Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und sahen, was Jesus tat, glaubten an ihn.]
Joh 11, 1 (2) 3, 17-27 (41-45) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Zweifel sieht am Ende des Weges Christi nur den Tod: den Tod des Lazarus, den Tod des Herrn selbst, den Er am Kreuz erleiden soll. Der Feind, vor den sich Jesus gestellt sieht, ist der Tod. Darum ergrimmt Er »im Geist« über das, was der Feind in dieser Welt angerichtet hat, und darüber, daß auch Seine Freunde so völlig im Bann der Todesmacht stehn. Darum richtet Er in dieser Welt voll Verwesungsgeruch ein Zeichen auf: es gibt eine Macht, welche dieser Todesgewalt überlegen ist. Gott will auch d e i n Leben, diese sündige und verwesliche Fleischesnatur, verwandeln zu neuer Leiblichkeit aus der Kraft der Auferstehung Jesu Christi. (Spieker [5], S. 100/104)
 
Abend
 
Und Nathan ging heim. Und der HERR schlug das Kind, das Urias Frau David geboren hatte, so daß es todkrank wurde. Und David suchte Gott um des Knäbleins willen und fastete, und wenn er heimkam, lag er über Nacht auf der Erde. Da traten herzu die Ältesten seines Hauses und wollten ihn aufrichten von der Erde; er aber wollte nicht und aß auch nicht mit ihnen. Am siebenten Tage aber starb das Kind. Und die Männer Davids fürchteten sich, ihm zu sagen, daß das Kind tot sei; denn sie dachten: Siehe, als das Kind noch am Leben war, redeten wir mit ihm, und er hörte nicht auf uns; wie könnten wir ihm nun sagen: Das Kind ist tot! Er könnte ein Unheil anrichten. Als aber David sah, daß seine Männer leise redeten, merkte er, daß das Kind tot sei, und sprach zu seinen Männern: Ist das Kind tot? Sie sprachen: Ja. Da stand David von der Erde auf und wusch sich und salbte sich und zog andere Kleider an und ging in das Haus des HERRN und betete an. Und als er wieder heimkam, ließ er sich Speise auftragen und aß. Da sprachen seine Männer zu ihm: Was soll das, was du tust? Als das Kind lebte, hast du gefastet und geweint; nun es aber gestorben ist, stehst du auf und issest? Er sprach: Als das Kind noch lebte, fastete ich und weinte; denn ich dachte: Wer weiß, ob mir der HERR nicht gnädig wird und das Kind am Leben bleibt. Nun es aber tot ist, was soll ich fasten? Kann ich es wieder zurückholen? Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir zurück. Und als David seine Frau Batseba getröstet hatte, ging er zu ihr hinein und wohnte ihr bei. Und sie gebar einen Sohn, den nannte er Salomo. Und der HERR liebte ihn.
2.Sam 12, 15-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
David weiß um seine Schuld und um die Strafe, die der Prophet ihm angedroht hat. [11. So. nach Trinitatis AT] Darum nimmt er den Tod seines Kindes aus Gottes Hand und weiß, daß Gott es also geordnet hat, nicht nur für sein Kind, sondern auch für ihn selber, daß er sterben muß. So weiß er sich und sein Kind in Gottes Macht. (Spieker [5], S. 257)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-07-26
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