Sonntag

25. September 2016

 

18. SONNTAG NACH TRINITATIS
Das vornehmste Gebot

 

Predigttext

 

Röm 14, 17-19 (II. Reihe)
Jak 2, 1-3 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe

Wochenlied

 

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397)
In Gottes Namen fang ich an (EG 494)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Ihr {aber}, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, daß ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« Wenn ihr euch aber untereinander beißt und freßt, so seht zu, daß ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet. Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, so daß ihr nicht tut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
Gal 5, 13-18 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Kreuz Christi läßt keinerlei Eitelkeit und Verherrlichung des Menschen mehr zu, jeder Versuch eigner Verdienstlilchkeit ist ausgeschlossen. Allein dem Glauben wird die Gnade Gottes zuteil, aus der das ganze Leben neu wird. Durch Christi Kreuz sind wir frei geworden von aller menschlichen Leistung und ganz gebunden an Ihn, unsern Herrn und Erlöser. Wir sind gerufen, in Seinem Namen unsern Brüdern zu dienen. (Spieker [5], S. 262 f.)
 
Alttestamentliche Lesung
 
{Und} Gott redete alle diese Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
2.Mose 20, 1-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes heiliger Wille und Seine große Barmherzigkeit - beides wird uns durch die Sätze von Sinai kundgetan. Wir sollten davor erschrecken, daß der Fluch der Sünde bis Kind und Kindeskind reicht. Wir sollten zum Halten der Gebote gelockt werden dadurch, daß Gottes Barmherzigkeit sich an Tausenden erweist. Mit jedem Gebot hat Gott uns ein Geschenk Seinr Gnade gegeben, das zu schützen und zu bewahren die Gebote gegeben sind. (Spieker [5], S. 50)

Epistel
 
{Denn} das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum laßt uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.
Röm 14, 17-19 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Asketische Strenge oder christliche Weite? Der Apostel lenkt den Blick auf das Zentrale, auf die Gemeinschaft und ihre Mitte: dem Herrn zulieb geschieht die asketische Entsagung, an den Herrn weiß sich der Freie gebunden. Denn Christen kennen kein Leben an sich, sondern nur ein Leben, welches ausgerichtet ist auf den Herrn; keinen bloß natürlichen Tod, sondern ein Sterben mit dem Ausblick auf den Herrn. Vor Seinem Richtstuhl werden beide, die Gebundenen und die Freien, mit ihrem Gewissen offenbar werden. (Spieker [5], S. 294)
 
Evangelium
 
Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, daß er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.
Mark 12, 28-34 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Unser Leben hat nur Sinn, wenn wir es ganz hineinopfern in die Welt mit allen Kräften des Leibes und der Seele. Wir gehören nicht uns selbst, sondern ganz, mit unserer ganzen irdischen Wirklichkeit, Gott unserm Herrn Der schenkt uns täglich unser Leben neu, damit wir es brauchen zu Seinem Lob und zum Dienst unsres Nächsten. (Spieker [5], S. 102)
 
Abend
 
{Denn} das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tust. Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. Wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, daß du den HERRN, deinen Gott, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen.
[Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern läßt dich verführen, daß du andere Götter anbetest und ihnen dienst, so verkünde ich euch heute, daß ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt und seiner Stimme gehorcht und ihm anhanget. Denn das bedeutet für dich, daß du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.]
5.Mose 30, 11-16 (17-20) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes Gebot ist keine weltfremde Angelegenheit, es bedarf keiner besonderen Weisheit, um Gott zu dienen. Sein Gebot ragt in unseren Alltag hinein, und es bedarf nur des gehorsamen Herzens und des offenen Auges, dann haben wir mit dem »vornehmsten Gebot« genug zu tun unser Leben lang. (Spieker [5], S. 266 f.)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-08-22
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