Sonntag

2. Oktober 2016

 

19. SONNTAG NACH TRINITATIS
Heilung an Leib und Seele

 

Predigttext

 

Eph 4, 22-32 (II. Reihe)
2. Mose 34, 4-10 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.

Wochenlied

 

Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen (EG 320)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
ERNTEDANKTAG
 

Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
Jesus {Und er} lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, sei frei von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und laßt euch heilen, aber nicht am Sabbattag. Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Sollte dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? Und als er das sagte, mußten sich schämen alle, die gegen ihn gewesen waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch ihn geschahen.
Luk 13, 10-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Alttestamentliche Lesung
 
{Und} Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand. Da kam der HERR hernieder in einer Wolke, und Mose trat daselbst zu ihm und rief den Namen des HERRN an. Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft läßt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied! Und Mose neigte sich eilends zur Erde und betete an und sprach: Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und laß uns dein Erbbesitz sein. Und der HERR sprach: Siehe, ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschehen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was ich an dir tun werde.
2.Mose 34, 4-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wenn ein ganzes Volk vor Gott in der Schuld ist und die Gebote Gottes übertreten hat, so ist ihm nur dadurch zu helfen, daß die Tafeln des Gesetzes neu wieder vor ihm aufgerichtet werden. An ihnen wird offenbar, daß jedes göttliche Gebot zugleich eine Gabe und Gnade in sich schließt, welche uns verpflichtet, in den Geboten zu wandeln. (Spieker [5], S. 298)
 
Epistel
 
Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit. Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten, weil wir untereinander Glieder sind. Zürnt ihr, so sündigt nicht; laßt die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen, und gebt nicht Raum dem Teufel. Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit eigenen Händen das nötige Gut, damit er dem Bedürftigen abgeben kann. Laßt kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören. Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt seid für den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Eph 4, 22-32 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der »neue Mensch« ist nach dem Bilde Christi geschaffen. Wenn wir ihn »anziehen«, d.h. uns erneuern lassen, wird unser tiefstes Sehnen gestillt; wir dürfen Den schauen, dem wir gleichen, wir dürfen satt werden, wenn wir erwachen, an Seinem Bilde. - Durch die Gnade, die in den neuen Menschen wirksam ist, wird die Gemeinschaft gebaut und dem Teufel gewehrt; das geschieht mit dem Wort der Wahrheit, durch das Werk der Liebe, das Zeugnis des Glaubens, in der Macht der Vergebung. (Spieker [5], S. 283)

Evangelium
 
{Und} nach einigen Tagen ging Jesus {er} wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, daß er im Hause war. Und es versammelten sich viele, so daß sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, daß sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? Damit ihr aber wißt, daß der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, so daß sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.
Mark 2, 1-12 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Blick des Herzenskündigers dringt bis zur Wurzel der Krankheit, Er spricht den Sünder los und macht das Neuwerden des ganzen Menschen sichtbar auch an seinem Leibe. Niemand kann Sünden vergeben als Gott allein: hier ist Gott in Seinem Sohn zu den Menschen gekommen mit Seiner lebenerneuernden, heilenden Kraft. (Spieker [5], S. 190)

Abend
 
{Und} Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden. Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah - das heißt übersetzt: gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
Joh 9, 1-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Seit den Tagen des Hiob, den seine Freunde ödeten mit ihren zudringlichen Versuchen, ihn von seiner Schuld zu überzeugen, bis auf den heutigen Tag ist es Menschenart, nach dem »Warum« des Leidens zu fragen. Christus kehrt die Frage um in das »Wozu?« Fortan ist das unsre Aufgabe: das Licht Christi zu bezeugen auch gegenüber der Unbegreiflichkeit menschlichen Leidens. Dies geschieht in der Kraft sich selbst aufopfernder Liebe. (Spieker [5], S. 42)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-07-26
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