Sonntag

8. Oktober 2017

 

17. SONNTAG NACH TRINITATIS
Sieghafter Glaube

 

Predigttext

 

Jes 49, 1-6 (III. Reihe)
Jos 2, 1-21 (Rev. III)

Wochenspruch

 

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat

Wochenlied

 

Such, wer da will, ein ander Ziel (EG 346)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
P. Sinkwitz Vorabend
 
Da kamen einige chaldäische Männer und verklagten die Juden, fingen an und sprachen zum König Nebukadnezar: Der König lebe ewig! Du, König, hast ein Gebot ergehen lassen, dass alle Menschen niederfallen und das goldene Bild anbeten sollten, wenn sie den Klang des Horns, der Flöte, der Zither, der Harfe, der Leier und einer Doppelflöte und aller andern Instrumente hören würden; wer aber nicht niederfiele und anbetete, sollte in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Nun sind da judäische Männer, die du über die einzelnen Ämter im Lande Babel gesetzt hast, nämlich Schadrach, Meschach und Abed-Nego; diese Männer verachten dich, o König! Sie ehren deinen Gott nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du hast aufrichten lassen. Da befahl Nebukadnezar mit Grimm und Zorn, Schadrach, Meschach und Abed-Nego vor ihn zu bringen. Und die Männer wurden vor den König gebracht. Da fing Nebukadnezar an und sprach zu ihnen: Wie? Wollt ihr, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, meinen Gott nicht ehren und das goldene Bild nicht anbeten, das ich habe aufrichten lassen? Wohlan, seid bereit! Sobald ihr den Klang des Horns, der Flöte, der Zither, der Harfe, der Leier und einer Doppelflöte und aller andern Instrumente hören werdet, so fallt nieder und betet das Bild an, das ich habe machen lassen! Werdet ihr's aber nicht anbeten, dann sollt ihr zu derselben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen werden. Lasst sehen, wer der Gott ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte! Da fingen an Schadrach, Meschach und Abed-Nego und sprachen zum König Nebukadnezar: Es ist nicht nötig, dass wir dir darauf antworten. Siehe, unser Gott, den wir verehren, kann uns erretten aus dem glühenden Feuerofen, und auch aus deiner Hand, o König, kann er erretten. Und wenn er's nicht tut, so sollst du dennoch wissen, dass wir deinen Gott nicht ehren und das goldene Bild, das du hast aufrichten lassen, nicht anbeten werden. Da wurde Nebukadnezar voll Grimm und der Ausdruck seines Angesichts veränderte sich gegenüber Schadrach, Meschach und Abed-Nego, und er befahl, man sollte den Ofen siebenmal heißer machen, als man sonst zu tun pflegte. Und er befahl den besten Kriegsleuten, die in seinem Heer waren, Schadrach, Meschach und Abed-Nego zu binden und in den glühenden Feuerofen zu werfen. Da entsetzte sich der König Nebukadnezar, fuhr auf und sprach zu seinen Räten: Haben wir nicht drei Männer gebunden in das Feuer werfen lassen? Sie antworteten und sprachen zum König: Ja, König. Er antwortete und sprach: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen, und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter. Und Nebukadnezar trat vor die Tür des glühenden Feuerofens und sprach: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte des höchsten Gottes, tretet heraus und kommt her! Da traten Schadrach, Meschach und Abed-Nego heraus aus dem Feuer. Und die Fürsten, Würdenträger, Statthalter und Räte des Königs kamen zusammen und sahen, dass das Feuer den Leibern dieser Männer nichts hatte anhaben können und ihr Haupthaar nicht versengt und ihre Mäntel nicht versehrt waren; ja, man konnte keinen Brand an ihnen riechen. Da fing Nebukadnezar an und sprach: Gelobt sei der Gott Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut und des Königs Gebot nicht gehalten haben, sondern ihren Leib preisgaben; denn sie wollten keinen andern Gott verehren und anbeten als allein ihren Gott!
Dan 3, 8-20.24-28 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir lesen, wie die drei Männer im Feuerofen errettet wurden, weil bei ihnen in der Tiefe des Todes der Herr des Lebens war. Der Herr, der die Jünglinge im Feuerofen bewahrt hat durch Seinen heiligen Engel, wolle uns auch stärken und bewahren, daß wir nicht erschrecken vor der höllischen Macht, sondern durch Seinen gewaltigen Arm von ihr errettet werden. (Spieker [5], S. 126)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Hört mir zu, ihr Inseln, und ihr Völker in der Ferne, merkt auf! Der HERR hat mich berufen von Mutterleibe an; er hat meines Namens gedacht, als ich noch im Schoß der Mutter war. Er hat meinen Mund wie ein scharfes Schwert gemacht, mit dem Schatten seiner Hand hat er mich bedeckt. Er hat mich zum spitzen Pfeil gemacht und mich in seinem Köcher verwahrt. Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will. Ich aber dachte, ich arbeitete vergeblich und verzehrte meine Kraft umsonst und unnütz. Doch mein Recht ist bei dem HERRN und mein Lohn bei meinem Gott. Und nun spricht der HERR, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht bereitet hat, dass ich Jakob zu ihm zurückbringen soll und Israel zu ihm gesammelt werde - und ich bin vor dem HERRN wert geachtet und mein Gott ist meine Stärke -, er spricht: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, die Stämme Jakobs aufzurichten und die Zerstreuten Israels wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht der Völker gemacht, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.
Jes 49, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Mißverhältnis zwischen Berufung und Erfolg: berufen als Knecht Gottes, an dem sich Gott verherrlichen will vor der Welt; und der Erfolg: er hat seine Kraft verzehrt für »Chaos und Wind« - Dunkel und Leere starren ihn an. So sieht das Christuswerk in Israel aus. Aber Gott bekennt sich zu ihm und läßt uns ahnen, daß hinter dem Zusammenbruch Seiner Arbeit in Israel die Sendung an die Völker steht. (Spieker [5], S. 53)

Epistel
 
{Denn} wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und glaubst in deinem Herzen, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. Denn wer mit dem Herzen glaubt, wird gerecht; und wer mit dem Munde bekennt, wird selig. Denn die Schrift spricht: »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.« Es ist hier kein Unterschied zwischen Juden und Griechen; es ist über alle derselbe Herr, reich für alle, die ihn anrufen. Denn »wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden«. Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger? Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: »Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen!« Aber nicht alle waren dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: »Herr, wer glaubte unserm Predigen?« So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.
[Ich frage aber: Haben sie es nicht gehört? Doch, es ist ja »in alle Lande ausgegangen ihr Schall und ihr Wort bis an die Enden der Welt«.]
Röm 10, 9-17 (18) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Vom Wagnis des evangelischen Predigtamtes, seiner Notwendigkeit, seinem Auftrag und seiner Verheißung. Nicht unter einem Versprechen des Erfolgs, aber unter einer Verheißung stehn die Prediger des Wortes: daß sie einen Dienst tun für den Herrn, der »reich ist über alle, die Ihn anrufen«. (Spieker [5], S. 77)
 
Evangelium
 
P. Jordan{Und} Jesus ging weg von dort und entwich in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach, Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. Er aber antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger zu ihm, baten ihn und sprachen: Lass sie doch gehen, denn sie schreit uns nach. Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. Sie sprach: Ja, Herr; aber doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihrer Herren fallen. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: Frau, dein Glaube ist groß. Dir geschehe, wie du willst! Und ihre Tochter wurde gesund zu derselben Stunde.
Matth 15, 21-28 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
»Christus ist nirgend so hart gemalet im ganzen Evangelio als hier« (Luther). Aber die bittende Heidin läßt nicht nach, so als ahne sie, daß hinter der Ablehnung noch ein anderes Wort für sie bereit liege, hinter dem dreifachen »Nein« ein letztes und endgültiges »Ja«. Christus wird durch die Demut und Glaubenskraft dieser Frau hörend für den Willen Seines Vaters, dessen Barmherzigkeit weiter geht als die Grenzen des jüdischen Volkes. (Spieker [5], S. 93)
 
Abend
 
Es ist {aber} der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. In diesem Glauben haben die Alten Gottes Zeugnis empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist. Durch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; durch den Glauben wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist. Durch den Glauben wurde Henoch entrückt, dass er den Tod nicht sehe, und wurde nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte; denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, dass er Gott gefallen habe. Aber ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt. Durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als er ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah; durch den Glauben sprach er der Welt das Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.
Hebr 11, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das »Erbteil der Heiligen im Licht« kann nur im Glauben erfaßt werden, denn der Glaube richtet sich auf zukünftige Dinge und hat es zu tun mit unsichtbaren Wirklichkeiten. Als Vertreter des Glaubens werden Abel, Henoch und Noah genannt; sie leben, handeln und sterben im Vertrauen auf den unsichtbaren Gott, der ihnen in Gebot und Verheißung sich kund tut. (Spieker [5], S. 313 f.)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 17-08-25
top

Impressum
Haftungsausschluss