Sonntag

6. November 2016

 

DRITTLETZTER SONNTAG IM KIRCHENJAHR
Mitten unter uns

 

Predigttext

 

Röm 14, 7-9 (II. Reihe)
Mi 4, 1-5 (7b) (Rev. II)

Wochenspruch

 

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils

Wochenlied

 

Wir warten dein, o Gottes Sohn (EG 152)
Mitten wir im Leben sind (EG 518)


Glaubenszeugen   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Abend

Gebete: Morgen   Mittag   Abend

Vorabend

{Und} als Jesus {er} aus dem Tempel ging, sprach zu ihm einer seiner Jünger: Meister, siehe, was für Steine und was für Bauten! Und Jesus sprach zu ihm: Siehst du diese großen Bauten? Nicht ein Stein wird auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde. Und als er auf dem Ölberg saß gegenüber dem Tempel, fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wenn das alles vollendet werden soll? Jesus fing an und sagte zu ihnen: Seht zu, daß euch nicht jemand verführe! Es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin's, und werden viele verführen. Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so fürchtet euch nicht. Es muß so geschehen. Aber das Ende ist noch nicht da.Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere. Es werden Erdbeben geschehen hier und dort, es werden Hungersnöte sein. Das ist der Anfang der Wehen.
Mark 13, 1-8 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Verführung, Krieg und Schrecken, Verfolgung, Zwiespalt und Haß - durch alles muß die Gemeinde hindurch, wenn sie ihrem Herrn entgegengeht. In dieser ständigen Bedrohtheit sollen die Jünger acht haben auf sich selber, damit sie der Stunde gewachsen sind, in der sie gefordert werden. Auch das »résistez« der Hugenotten war nur möglich in der Kraft des heilligen Geistes. (Spieker [5], S. 9)

Alttestamentliche Lesung

Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, daß du mich vor dir ins Gericht ziehst. Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.
Hiob 14, 1-6 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

{Denn} unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber. Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er über Tote und Lebende Herr sei.
Röm 14, 7-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Dahin zielte Christi Tod und Auferstehen, daß Er der Herr sei über Lebende und Tote. Darum ist das mein »einziger Trost im Leben und im Sterben, daß ich mit Leib und Seele nicht mein, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin« (Heidelberger Katechismus). (Spieker [5], S. 35)

Evangelium

Als Jesus {er aber} von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man's beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es! Oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Er sprach aber zu den Jüngern: Es wird die Zeit kommen, in der ihr begehren werdet, zu sehen einen der Tage des Menschensohns, und werdet ihn nicht sehen. Und sie werden zu euch sagen: Siehe, da! Oder: Siehe, hier! Geht nicht hin und lauft ihnen nicht nach! Denn wie der Blitz aufblitzt und leuchtet von einem Ende des Himmels bis zum andern, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein.
[Zuvor aber muß er viel leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird's auch geschehen in den Tagen des Menschensohns: Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um. Ebenso, wie es geschah zu den Zeiten Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, als Lot aus Sodom ging, da regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um. Auf diese Weise wird's auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.
Luk 17, 20-24 (25-30) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Heimliche Gegenwart und plötzliches Hervorbrechen des göttlichen Reiches wehrt aller Berechnung und aller menschlichen Sicherheit. Christus ist jetzt schon mitten unter uns und kann jeden Augenblick aus Seiner Verborgenheit heraustreten. Er kommt plötzlich wie der Blitz, der aus dunklen Wolken flammt und das Land darunter taghell erleuchtet. (Spieker [5], S. 9)

Abend

Seht zu, liebe Brüder, daß keiner unter euch ein böses, ungläubiges Herz habe, das abfällt von dem lebendigen Gott; sondern ermahnt euch selbst alle Tage, solange es »heute« heißt, daß nicht jemand unter euch verstockt werde durch den Betrug der Sünde. Denn wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten. Wenn es heißt: »Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah« - wer hat sie denn gehört und sich verbittert? Waren's nicht alle, die von Ägypten auszogen mit Mose? Und über wen war Gott zornig vierzig Jahre lang? War's nicht über die, die sündigten und deren Leiber in der Wüste zerfielen? Wem aber schwor er, daß sie nicht zu seiner Ruhe kommen sollten, wenn nicht den Ungehorsamen? Und wir sehen, daß sie nicht dahin kommen konnten wegen des Unglaubens. O laßt uns nun mit Furcht darauf achten, daß keiner von euch etwa zurückbleibe, solange die Verheißung noch besteht, daß wir zu seiner Ruhe kommen.
Hebr 3, 12 - 4, 1 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das göttliche Wort fordert dich in dem Augenblick, in dem du es hörst. Du kannst es nicht auf morgen vertagen noch dich damit beruhigen, daß du es gestern gehört oder gelesen hast. In dem »Jetzt« und »Hier« entscheidet sich dein Leben, in dem »Heute« gewinnst oder verlierst du die göttliche Verheißung. (Spieker [5], S. 79)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-10-02
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