Dienstag - 7. April 2020
KARWOCHE

Der Schmerzensmann



 Sext/Mittagsgebet


INGRESSUS

Gott, gedenke mein nach Deiner Gnade.
    Herr, erhöre mich mit Deiner treuen Hilfe.
Ehre sei dem Vater und dem Sohne
und dem Heiligen Geiste,
    wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit
    und in Ewigkeit. Amen.

HYMNUS

Noten

Als Siegeszeichen wunderbar
erstrahlt das Kreuz auf Golgatha;
verurteilt von der Welt Gewalt,
den Thron besteigt der Welten Herr.

Der Weisen Ahnung ist erfüllt,
und Wahrheit der Propheten Spruch:
das Opfer ist der einig Sohn
und herrscht in Güte königlich.

Du schicksalsvoller Baum der Schuld,
wie strahlst du in des Königs Glanz!
Trugst uns in deiner Frucht den Tod
und trägst an deinem Holz das Heil!

O heilig Kreuz, der Hoffnung Ziel
und aller dunklen Wege Sinn:
leucht' uns in unsrer Nacht und Not
und rette uns aus Tod und Schuld.

Dreieiniger, Dich, höchster Gott,
verehre, rühme alle Welt!
Führ' uns, gesegnet mit dem Kreuz,
durch aller Zeiten Lauf zu Dir. Amen.

PSALMGEBET

Eröffnung

Antiphon

Noten

Noten

Psalm 140 VIII


Errette mich, HERR, von den bösen Menschen; *
schütze mich vor dem Mann der Gewalttat.


    Sie ersinnen im Herzen Böses *
    und erregen jeden Tag Streit.


Sie haben scharfe Zungen wie Schlangen, *
Otterngift unter ihren Lippen.


    Bewahre mich, HERR,
    vor den Händen der Frevler; /
    behüte mich vor dem Mann der Gewalttat! *
    Mich zu Fall zu bringen, das planen sie.


Hochmütige legen mir heimlich Schlingen, /
sie spannen Stricke zu einem Netz, *
stellen mir Fallen am Weg.


    Ich sage zum HERRN: Du bist mein Gott; *
    H
ERR, höre mein lautes Flehen!

HERR, mein Gott, meine starke Hilfe, *
Du schützt mein Haupt am Tag des Streits.


    HERR, erfüll nicht die Wünsche des Frevlers, *
    lass seine Pläne nicht gelingen.


Ich weiß:
Der Herr vertritt die Sache des Armen; *
Gerechtigkeit schafft Er den Bedürftigen.


    Ja, die Gerechten
    werden Deinen Namen preisen, *
    die Redlichen
    vor Deinem Angesicht wohnen. +

Antiphon
Siehe, das Lamm Gottes!
Es nimmt hinweg die Sünde der Welt.

Wochenpsalm

Antiphon

Noten

Noten

Psalm 69 B II


HERR, gib mir Antwort, *
Deine Güte ist tröstlich;


    wende Dich zu mir, *
    denn groß ist Dein Erbarmen.


Verbirg nicht vor mir Dein Angesicht, *
denn mir ist angst, schnell, gib mir Antwort!


    Sei mir nahe, erlöse mich, *
    meiner Feinde wegen befreie mich! (+)

Du kennst meine Schmach,
meine Schande und Scham, *
meine Bedränger stehen Dir alle vor Augen.


    Die Schmach bricht mir das Herz *
    ich bin krank vor Schande.


Ich hoffte auf Mitleid - vergebens, *
auf Tröster - aber ich fand sie nicht.


    In meine Speise gaben sie Gift, *
    Essig zu trinken für meinen Durst. (+)

Ich bin elend und voller Schmerzen, *
Gott, Deine Hilfe möge mich schützen.


    Ich will den Namen Gottes preisen im Lied, *
    mit Dank will ich Ihn hoch erheben.


Schaut, ihr Gebeugten, und freut euch, *
die ihr Gott sucht, euer Herz wird leben!


    Denn der HERR hört auf die Armen, *
    verachtet Seine Gefangenen nicht. +

Antiphon
Der Menschensohn muss erhöht werden,
damit alle, die an Ihn glauben,
das ewige Leben haben.

VITA

Johann Hinrich Wichern
Er stammte aus einer einfachen Familie und wurde als ältestes von acht Kindern 1808 in Hamburg geboren. Sein Vater war Fuhrmann, arbeitete sich aber zum vereidigten Übersetzer hoch. Johann Hinrich besuchte eine an der Pädagogik Pestalozzis ausgerichtete Privatschule und studierte dann in Göttingen und Berlin Theologie. Hier kam er mit Neander und Goßner zusammen und war Mitarbeiter bei Hans Ernst von Kottwitz. Nach seinem Examen arbeitete er als Leiter an der Sonntagsschule des Hamburger Pfarrers Rautenberg. Bei einem Jahresfest der Sonntagsschule sprach Wichern so geisterfüllt über diese Arbeit, dass sich Amalie Sieveking und Wicherns spätere Frau Amanda Böhme als Lehrerinnen zur Verfügung stellten. Der Syndikus Karl Sieveking, ein Verwandter Amalies bot Wichern das ‚ruge huus’ in Horn als Standort für ein geplantes Rettungshaus an. Auf einer Gründungsversammlung 1833 schilderte Wichern die schlimmen Verhältnisse in den Hamburger Armenvierteln und stellte den Plan einer Rettungsanstalt, bestehend aus mehreren Familienhäusern und einem zentralen Bethaus, vor. Binnen zwei Monaten wurden 6.500 Mark für das Projekt zugesagt. Am 31. Oktober 1833 begann Wichern die Arbeit im ‚Rauhen Haus’. Ein Haus nach dem anderen wurde gebaut, 1839 konnte das Bethaus errichtet werden, 1842 entstanden die Druckerei und der Verlag ‚Agentur des Rauhen Hauses’. Nachdem Wichern feststellte, dass es an einer geeigneten Ausbildung für die erforderlichen Helfer fehlte, setzte er gegen den Widerstand des Verwaltungsrates 1846 die Errichtung eines Brüderhauses durch. Hier wurden junge Menschen praktisch und theoretisch ausgebildet. Aus der Ausbildung ist die Diakonenausbildung der Fachhochschule Rauhes Haus entstanden. In seiner Arbeit wurde Wichern auch deutlich, dass in ganz Deutschland Werke der rettenden Liebe erforderlich wären und er verwandte ab 1842 für diese Aufgabe den Begriff ‚Innere Mission’. Auf dem ersten deutschen Kirchentag zu Wittenberg 1848 hielt Wichern zur Eröffnung am 22. September eine ungeplante Rede, die so überzeugend war, dass der Kirchentag die Einsetzung eines Zentralausschusses der Inneren Mission beschloß und in allen deutschen Ländern binnen kurzer Zeit Vereine für Innere Mission gegründet wurden. Zwischen 1829 und 1855 entstanden über 100 Rettungshäuser in den deutschen Staaten. Friedrich Wilhelm IV. rief Wichern nach Berlin, das Gefängniswesen neu zu ordnen. 1857 siedelte er deshalb nach Berlin über. Seine Gefängnisreform konnte Wichern gegen die Bürokratie nicht durchsetzen, er gründete aber - geradezu nebenher - das Berliner Johannesstift und die Felddiakonie, die sich in den Kriegen (1864/1867und 1870) bewährte. 1866 erlitt er einen Schlaganfall, versuchte aber weiter, sein immenses Arbeitspensum zu bewältigen. 1872 ging er aus Berlin zurück in das Rauhe Haus. Nachdem er bereits 1873 die Leitung an seinen Sohn Johannes übergeben hatte, erlitt er 1874 einen weiteren Schlaganfall und bat um seine Entlassung aus den preußischen Ämtern. Eine voranschreitende Lähmung befiel ihn und die letzten sieben Jahre seines Lebens waren eine schwere Leidenszeit. Er starb am 7. April 1881 in Hamburg.

KURZLESUNG

Wochenspruch
Der Menschensohn muss erhöht
werden, damit alle, die an Ihn
glauben, das ewige Leben haben.


Lesung
Röm 12, 7-13
Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude. Die Liebe sei ohne Falsch. Hasst das Böse, hängt dem Guten an. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor. Seid nicht träge in dem, was ihr tun sollt. Seid brennend im Geist. Dient dem Herrn. Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet. Nehmt euch der Nöte der Heiligen an. Übt Gastfreundschaft.

RESPONSORIUM

Noten

KYRIE - VATERUNSER

Kyrie eleison.
    Christe eleison. Kyrie eleison.

Vater unser im Himmel, . . .

ANBETUNG - ANGELUS

Wir loben Dich und beten Dich an: Du stehst in der Mitte. Du gibst allem Leben Maß, Richtung und Ziel. Du bist königlich groß und allein Du bist gnädig. Was geschieht, kommt aus Deiner Hand. Du kennst alle Dinge und siehst alle unsere Wege. Du bist ein barmherziger Richter. Überwinde, was sich Dir entgegenstellt. Urteile, was Dir nicht angehört. Dein ist die Macht und Dein ist die Ehre. Mach unsere Hoffnung groß und unser Verlangen rein. Dir nahen wir. Wir beten dich an:
    Heilig, Heilig, Heilig, ist Gott der Herr,
    der Allmächtige, der da ist und der da war
    und der da kommt.

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft,
und sie empfing von dem Heiligen Geiste.
STILLE
Siehe, ich bin des Herrn Magd;
mir geschehe, wie du gesagt hast.
STILLE
Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
und wir sahen Seine Herrlichkeit.
STILLE
Deine Gnade, Herr, gieße uns in Herz und Sinn. Wir hören, was der Engel verkündigt und glauben: Christus, Dein Sohn, ist Mensch geworden. Führe uns durch Sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Dir sei Ehre in Ewigkeit.
    Amen.

MITTAGSKOLLEKTE

Christus, Du auferstandener Herr. Mitten am Tag umleuchtete Dein Licht - heller als die Sonne - den Paulus, dass Du Deinen Verfolger bezwungen und ihn zum Apostel der Heidenvölker berufen hast. Erfülle die Welt mit dem überwältigenden Glanz Deines Erscheinens, dass alle Völker kommen und Dich anbeten, der Du mit dem Vater und dem Geist lebst und wirkst in Ewigkeit.
    Amen

SEGEN

Der Herr unser Gott sei uns freundlich
    und fördere das Werk unserer Hände

Vesper

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