Donnerstag

29. September 2016

 

MICHAELIS
Die Engel Gottes

 

Predigttext

 

Offb 12, 7-12a (II. Reihe)
Mt 18, 1-6.10 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten

Wochenlied

 

Heut singt die liebe Christenheit (EG 143)



Glaubenszeugen   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend   Abend Alternative Lesung
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
{Und} ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Norden her, eine mächtige Wolke und loderndes Feuer, und Glanz war rings um sie her, und mitten im Feuer war es wie blinkendes Kupfer. Und mitten darin war etwas wie vier Gestalten; die waren anzusehen wie Menschen. Und jede von ihnen hatte vier Angesichter und vier Flügel. Ihre Angesichter waren vorn gleich einem Menschen und zur rechten Seite gleich einem Löwen bei allen vieren und zur linken Seite gleich einem Stier bei allen vieren und hinten gleich einem Adler bei allen vieren. Und ihre Flügel waren nach oben hin ausgebreitet; je zwei Flügel berührten einander, und mit zwei Flügeln bedeckten sie ihren Leib. Immer gingen sie in der Richtung eines ihrer Angesichter; wohin der Geist sie trieb, dahin gingen sie; sie brauchten sich im Gehen nicht umzuwenden. Und in der Mitte zwischen den Gestalten sah es aus, wie wenn feurige Kohlen brennen, und wie Fackeln, die zwischen den Gestalten hin und her fuhren. Das Feuer leuchtete, und aus dem Feuer kamen Blitze. Und die Gestalten liefen hin und her, daß es aussah wie Blitze.
Hes 1, 4-6.10-14 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Es ist dem Menschen unmöglich, Gottes Angesicht zu schauen. Sein Lichtglanz spiegelt sich in dem Wesen wider, die Gottes Thronwächter sind. Andererseits aber sind die Cherubim und Seraphim die Chorführer in dem Lobpreis, den die Kreatur ihrem Schöpfer zu Ehren singt. Mit ihrem "Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth" unsere Stimmen zu vereinen, ist der letzte Sinn unseres menschlichen Daseins: denn zu jGottes Lob sind wir geschaffen. - Das hat die Kirche veranlaßt, die Symbole der vier Evangelisten - Engel, Löwe, Stier, Adler - diesem Gesicht des Hesekiel zu entnehmen. Die Evangelien sind vierfache Offenbarung von Gottes Herrlichkeit, zugleich aber auch vierfacher Lobpreis der Herrlichkeit Gottes, die da am größten ist, wo sie sich am tiefsten ins Fleisch herabläßt. (Spieker [5], S. 339)
 
Alttestamentliche Lesung
 
{Und} es begab sich, als Josua bei Jericho war, daß er seine Augen aufhob und gewahr wurde, daß ein Mann ihm gegenüberstand und ein bloßes Schwert in seiner Hand hatte. Und Josua ging zu ihm und sprach zu ihm: Gehörst du zu uns oder zu unsern Feinden? Er sprach: Nein, sondern ich bin der Fürst über das Heer des HERRN und bin jetzt gekommen. Da fiel Josua auf sein Angesicht zur Erde nieder, betete an und sprach zu ihm: Was sagt mein Herr seinem Knecht? Und der Fürst über das Heer des HERRN sprach zu Josua: Zieh deine Schuhe von deinen Füßen; denn die Stätte, darauf du stehst, ist heilig. Und so tat Josua.
Jos 5, 13-15 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes Engel lassen sich nicht für unsre irdischen Kampflosungen mißbrauchen - der Michaelskampf geht immer quer duch die irdischen Kampfreihen hindurch. Es geht in diesem Kampf darum, daß Gott die Ehre gegeben werde, daß die Wahrheit siege, daß die brüderliche Liebe das letze Wort behalte. (Spieker [5], S. 277)
 
Epistel
 
Michael-Holzschnitt von Frère Marc TaizéUnd es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen. Und ich hörte eine große Stimme, die sprach im Himmel: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes geworden und die Macht seines Christus; denn der Verkläger unserer Brüder ist verworfen, der sie verklagte Tag und Nacht vor unserm Gott. Und sie haben ihn überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses und haben ihr Leben nicht geliebt, bis hin zum Tod. Darum freut euch, ihr Himmel und die darin wohnen!
[Weh aber der Erde und dem Meer! Denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat.]
Offb 12, 7-12a (12b) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Am Wendepunkt der Geschichte erscheint Michael, der Schirmherr des Gottesvolkes, der Führer der Engelheere. Ihm hat Gott das Gericht über den Satan übertragen. Der Engelkampf ist das himmlische Gegenbild zu dem Christussieg über den Satan. Als Echo dieses Kampfes ertönt in der himmlilschen Welt das Siegeslied: der Feind ist überwunden durch des Lammes Blut. Freilich: Auf Erden muß die Gemeinde den Ansturm des Wüterichs aushalten, solange seine Zeit befristet ist. (Spieker [5], S. 276)

Evangelium
 
Die Zweiundsiebzig aber kamen zurück voll Freude und sprachen: Herr, auch die bösen Geister sind uns untertan in deinem Namen. Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz. Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden. Doch darüber freut euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.
Luk 10, 17-20 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Sieg über den Satan ist Jesus zur Gewißheit geworden, Er hat seine Sturz geschaut. Daraus folgt: auch auf Erden ist die Macht der Dämonen gebrochen, an den Jüngern beginnt sich die Verheißung zu erfüllen:»über Löwen und Ottern wirst du gehen und junge Löwen und Drachen niedertreten.« Doch nicht ihre Erfolge gegenüber den Dämonen dürfen den tiefsten Grund ihres Jubels bilden, sondern allein die Zugehörigkeit zu Gottes Reich. - Auch uns erhebt über die furchtbare Macht der Tiefe allein die Gewißheit, daß unser Name seit unserer Taufe im Buch des Lebens steht. (Spieker, [5] S. 278)
 
Abend
 
{Und} zu der Zeit, wenn dir der HERR Ruhe geben wird von deinem Jammer und Leid und von dem harten Dienst, in dem du gewesen bist, wirst du dies Lied anheben gegen den König von Babel und sagen: Wie ist's mit dem Treiber so gar aus, und das Toben hat ein Ende! Der HERR hat den Stock der Gottlosen zerbrochen, die Rute der Herrscher. Der schlug die Völker im Grimm ohne Aufhören und herrschte mit Wüten über die Nationen und verfolgte ohne Erbarmen. Nun hat Ruhe und Frieden alle Welt und jubelt fröhlich. Auch freuen sich die Zypressen über dich und die Zedern auf dem Libanon und sagen: »Seit du daliegst, kommt niemand herauf, der uns abhaut.« Das Totenreich drunten erzittert vor dir, wenn du nun kommst. Es schreckt auf vor dir die Toten, alle Gewaltigen der Welt, und läßt alle Könige der Völker von ihren Thronen aufstehen, daß sie alle anheben und zu dir sagen: »Auch du bist schwach geworden wie wir, und es geht dir wie uns. Deine Pracht ist herunter zu den Toten gefahren samt dem Klang deiner Harfen. Gewürm wird dein Bett sein und Würmer deine Decke.« Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: »Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.« Ja, hinunter zu den Toten fuhrest du, zur tiefsten Grube! Wer dich sieht, wird auf dich schauen, wird dich ansehen und sagen: »Ist das der Mann, der die Welt zittern und die Königreiche beben machte, der den Erdkreis zur Wüste machte und seine Städte zerstörte und seine Gefangenen nicht nach Hause entließ?«
Jes 14, 3-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend Alternative Lesung
 
{Und} der König von Aram führte Krieg mit Israel und beriet sich mit seinen Obersten und sprach: Wir wollen da und da einen Hinterhalt legen. Aber der Mann Gottes sandte zum König von Israel und ließ ihm sagen: Hüte dich, daß du nicht an diesem Ort vorüberziehst, denn die Aramäer lauern dort. So sandte denn der König von Israel hin an den Ort, den ihm der Mann Gottes gesagt und vor dem er ihn gewarnt hatte, und war dort auf der Hut; und tat das nicht nur einmal oder zweimal. Da wurde das Herz des Königs von Aram voller Unmut darüber, und er rief seine Obersten und sprach zu ihnen: Wollt ihr mir denn nicht sagen, wer von den Unsern es mit dem König von Israel hält? Da sprach einer seiner Obersten: Nicht doch, mein Herr und König, sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt alles dem König von Israel, auch was du in der Kammer redest, wo dein Lager ist. Er sprach: So geht hin und seht, wo er ist, damit ich hinsende und ihn holen lasse. Und sie sagten es ihm an und sprachen: Siehe, er ist in Dotan. Da sandte er hin Rosse und Wagen und ein großes Heer. Und als sie bei Nacht hinkamen, umstellten sie die Stadt. Und der Diener des Mannes Gottes stand früh auf und trat heraus, und siehe, da lag ein Heer um die Stadt mit Rossen und Wagen. Da sprach sein Diener zu ihm: O weh, mein Herr! Was sollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind! Und Elisa betete und sprach: HERR, öffne ihm die Augen, daß er sehe! Da öffnete der HERR dem Diener die Augen, und er sah, und siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.
2.Kön 6, 8-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Mögen die Mächte der Welt auch alles daran setzen, die Christen unschädlich zu machen wie hier den e i n e n Propheten, darf die Kirche bekennen wie hier der Prophet: »Derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind.« Weil wir im Glauben schwach sind, darum sehen wir keine Engel, sindern nur die bedrohliche Welt, »Rosse und Wagen«. Wenn wir könnten glauben, würden wir Gottes Herrlichkeit sehen, die uns wie mit einer feurigen Engelwacht beschützt. (Spieker, [5] S. 278 f.)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-07-26
top

Impressum
Haftungsausschluss