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Lesung im Kirchenjahr
Sexagesimä
Viererlei Ackerfeld


Sonntag
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Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.
Hebr 3, 15  Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Seine Stimme dringt auf mannigfaltigen Wegen zu uns. Doch hat auch sie ihre Tage und Stunden, und eben in der Stunde, da ich Gott reden höre, heißt es Seiner Stimme "Gehör schenken" und "gehorchen". Wir dürfen uns nicht Zeit lassen, einen Riegel vorzuschieben, sonst bleibt vielleicht die Tür dauernd verschlossen; wenn ich nicht "heute" höre, bin ich in Gefahr, für immer "taub" zu werden. Ein verstocktes Herz - das ist ein Herz, das nicht mehr hören, nicht mehr empfangen kann. Wohl heißt es in der Heiligen Schrift, daß Gott das Herz eines Menschen verstockt hat; doch verstockt der Herr niemanden, der nicht zuvor selbst "sein Herz verstockt" hat.
(Spieker [5], S. 76)

Sonntag

SEXAGESIMÄ

 

Wochenspruch

 

Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.

Wochenlied

 

Herr, für dein Wort sei hoch gepreist (EG 196)
Es wolle Gott uns gnädig sein (EG 280)

Vorabend
 
Mitten im Fest ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Und die Juden verwunderten sich und sprachen: Wie kann dieser die Schrift verstehen, wenn er es doch nicht gelernt hat? Jesus antwortete ihnen und sprach: Meine Lehre ist nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede. Wer von sich selbst aus redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber die Ehre dessen sucht, der ihn gesandt hat, der ist wahrhaftig, und keine Ungerechtigkeit ist in ihm.
[Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum sucht ihr mich zu töten? Das Volk antwortete: Du bist besessen; wer sucht dich zu töten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und es wundert euch alle. Mose hat euch doch die Beschneidung gegeben - nicht daß sie von Mose kommt, sondern von den Vätern -, und ihr beschneidet den Menschen auch am Sabbat. Wenn nun ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann mir, weil ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe? Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.]
Joh 7, 14-18 (19-24) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Jesus redet nicht von sich selber, denn Er sucht nicht Seine eigne Ehre, sonder Er sucht die Ehre eines Andern. Darum bleibt Er im Gehorsam und hört einzig auf die Stimme Seines Vaters. Deshalb geschieht Sein Reden in der Vollmacht. Seine Botschaft enthüllt ihr Recht und ihren Anspruch nur dem Jünger, der im Gehorsam steht. (Spieker [5], S. 93)
 
Alttestamentliche Lesung
 
[Suchet den HERRN, solange er zu finden ist; rufet ihn an, solange er nahe ist. Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERRN, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern soviel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.]
Denn gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und läßt wachsen, daß sie gibt Samen, zu säen, und Brot, zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende. Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden.
Jes 55, (6-9) 10-12a Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Wirkungsmacht göttlicher Gedanken liegt beschlossen im Geheimnis des Wortes; es ist Same und Brot, es zeugt Leben und ist Speise. Das Wort soll seine Wirkung tun trotz aller Verhinderung durch den bösen Feind, trotz Herzenshärtigkeit, Oberflächlichkeit, Diesseitsgesinnung der Hörenden - es soll Herzen finden, die es aufnehmen. "Es genügt ein winziges Samenkorn, das der Priester des Herrn in die Seele des einfachen Mannes legt - es wird nicht sterben, sondern in seiner Seele durch das ganze Leben hindurch fortwirken" (Dostojewski). (Spieker [5], S. 77)
 
Epistel
 
Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.
Hebr 4, 12-13 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das göttliche Wort schneidet uns alle menschlichen Fluchtwege ab, auf welchen wir uns dem Anspruch Gottes zu entziehen trachten. Es gibt deshalb keine andere Möglichkeit, zur Ruhe und Geborgenheit in Gott zu gelangen, als daß wir dem Wort stille halten, uns von ihm richten und aufrichten lassen. (Spieker [5], S. 80)
 
Evangelium
 
Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus den Städten zu ihm eilten, redete er in einem Gleichnis: Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
[Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen, damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören. Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.]
Luk 8, 4-8 (9-15) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Widersacher Gottes möchte die Lebenskeime des göttlichen Wortes unwirksam machen, ehe sie Frucht tragen. Die Hörer werden zur Entscheidung gerufen, ob sie die Botschaft annehmen oder verweigern, bewahren oder vergessen. Auch du bist gerufen, mit gesammelter Kraft und in großer Tiefe das dir anvertraute Wort aufzunehmen und zu bewahren.(Spieker, [5] S. 77)
 
Abend
 
Die Jünger traten zu Jesus und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben. Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt: »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.« Aber selig sind eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören. Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben's nicht gehört.
Matth 13, 10-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
An der Gleichnisrede wird der Entscheidungscharakter der Botschaft Jesu sichtbar: sie gibt denen, die dafür geöffnet sind, Anteil am Geheimnis des Gottesreiches, sie schließt die Pforte der Wahrheit vor denen zu, die nicht bereitet sind. (Spieker, [5] S. 78)

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Montag

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Mose kam und redete alle Worte dieses Liedes vor den Ohren des Volks, er und Josua, der Sohn Nuns. Als nun Mose das alles zu Ende geredet hatte vor ganz Israel, sprach er zu ihnen: Nehmt zu Herzen alle Worte, die ich euch heute bezeuge, daß ihr euren Kindern befehlt, alle Worte dieses Gesetzes zu halten und zu tun. Denn es ist nicht ein leeres Wort an euch, sondern es ist euer Leben, und durch dies Wort werdet ihr lange leben in dem Lande, in das ihr zieht über den Jordan, um es einzunehmen.
5.Mose 32, 44-47 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das göttliche Wort ist nicht Schall und Rauch, sondern es ist das Wort des Lebens; daran, ob wir es aufnehmen oder uns ihm verschließen, entscheidet sich, ob wir im Tod versinken oder wahrhaft lebendig werden. Wir leben wirklich "von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht." (Spieker [5], S. 78)
 
Abend
 
(Jesus spricht:) Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben hättet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, daß ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht? Ihr sollt nicht meinen, daß ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist einer, der euch verklagt: Mose, auf den ihr hofft. Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?
Joh 5, 39-47 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Zu allen Zeiten verschanzen sich die Schriftgelehrten gegen die Stimme der Wahrheit hinter den Buchstaben der Schrift. Aber alle Apostel und Propheten weisen einhellig auf die Mitte der Heiligen Schrift: das lebendige Zeugnis von Jesus. (Spieker [5], S. 183)

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Dienstag

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich zum Gott gesetzt für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein. Du sollst alles reden, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein Bruder, soll es vor dem Pharao reden, damit er die Israeliten aus seinem Lande ziehen lasse. Aber ich will das Herz des Pharao verhärten und viele Zeichen und Wunder tun in Ägyptenland. Und der Pharao wird nicht auf euch hören. Dann werde ich meine Hand auf Ägypten legen und durch große Gerichte meine Heerscharen, mein Volk Israel, aus Ägyptenland führen. Und die Ägypter sollen innewerden, daß ich der HERR bin, wenn ich meine Hand über Ägypten ausstrecken und die Israeliten aus ihrer Mitte wegführen werde. Mose und Aaron taten, wie ihnen der HERR geboten hatte. Und Mose war achtzig Jahre und Aaron dreiundachtzig Jahre alt, als sie mit dem Pharao redeten. Und der HERR sprach zu Mose und Aaron: Wenn der Pharao zu euch sagen wird: Weist euch aus durch ein Wunder!, so sollst du zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn hin vor dem Pharao, daß er zur Schlange werde! Da gingen Mose und Aaron hinein zum Pharao und taten, wie ihnen der HERR geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab hin vor dem Pharao und vor seinen Großen, und er ward zur Schlange. Da ließ der Pharao die Weisen und Zauberer rufen, und die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten: Ein jeder warf seinen Stab hin, da wurden Schlangen daraus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Aber das Herz des Pharao wurde verstockt, und er hörte nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.
2.Mose 7, 1-13 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
Du, Menschenkind, dein Volk redet über dich an den Mauern und in den Haustüren, und einer spricht zum andern: Kommt doch und laßt uns hören, was das für ein Wort ist, das vom HERRN ausgeht. Und sie werden zu dir kommen, wie das Volk so zusammenkommt, und vor dir sitzen als mein Volk und werden deine Worte hören, aber nicht danach tun, sondern ihr Mund ist voll von Liebesweisen, und danach tun sie, und hinter ihrem Gewinn läuft ihr Herz her. Und siehe, du bist für sie wie einer, der Liebeslieder singt, der eine schöne Stimme hat und gut spielen kann. Sie hören wohl deine Worte, aber sie tun nicht danach. Wenn es aber kommt - und siehe, es kommt! -, so werden sie erfahren, daß ein Prophet unter ihnen gewesen ist.
Hes 33, 30-33 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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Mittwoch

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Jesus ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach. Und als der Sabbat kam, fing er an, zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er das? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche mächtigen Taten, die durch seine Hände geschehen? Ist er nicht der Zimmermann, Marias Sohn, und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer daß er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er ging rings umher in die Dörfer und lehrte.
Mark 6, 1-6 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Weil Christus in menschlicher Gestalt auf Erden gelebt hat, darum stoßen sich die Menschen an Seiner Alltäglichkeit und nehmen Seine Botschaft nicht auf. Auch wir sind in Gefahr, das Wort zu überhören, weil es uns zu vertraut ist. Wir können nur bitten, Gott wolle uns Sein Zeugnis lebendig, neu und gewaltig machen, daß wir daraus die Stimme der Ewigkeit vernehmen. (Spieker [5], S. 78)
 
Abend
 
Nehmet zu Ohren und höret meine Stimme, merket auf und höret meine Rede: Pflügt oder gräbt oder bricht denn ein Ackermann seinen Acker zur Saat immerfort um? Ist's nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, dann streut er Dill und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, ein jedes, wohin er's haben will, und Spelt an den Rand? So unterwies ihn sein Gott und lehrte ihn, wie es recht sei. Auch drischt man den Dill nicht mit Dreschschlitten und läßt auch nicht die Walze über den Kümmel gehen, sondern den Dill schlägt man aus mit einem Stabe und den Kümmel mit einem Stecken. Zermalmt man etwa das Getreide? Nein, man drischt es nicht ganz und gar, wenn man's mit Dreschwalzen und ihrem Gespann ausdrischt.
Jes 28, 23-29 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die wechselvolle Hantierung des Bauern wird dem Propheten zum Gleichnis für das scheinbar widerspruchsvolle Handeln Gottes - immer gilt es, dem Reden Gottes "heute" offen zu sein und dem Handeln Gottes sich zur Verfügung zu halten. Wie widerspruchsvoll Sein Tun auch scheinen mag - er ist wunderbar in Seinen Mitteln und groß in Seinem Ziel. (Spieker [5], S. 77)

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Donnerstag

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, und keinen faulen Baum, der gute Frucht trägt. Denn jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Man pflückt ja nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage? Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie - ich will euch zeigen, wem er gleicht. Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riß der Strom an dem Haus und konnte es nicht bewegen; denn es war gut gebaut. Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Strom riß an ihm, und es fiel gleich zusammen, und sein Einsturz war groß.
Luk 6, 43-49 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wie der Baum bestimmend ist für die Frucht, so der Mensch für die Tat. Wenn aus einem Menschen, den wir für ehrbar und ordentlich hielten, plötzlich eine Tat hervorbricht, die wir ihm nie zugetraut hätten, so ist das ein Zeichen, daß er innerlich schon längst schwer in Unordnung geraten sein muß. Darum bitten wir um ein reines Herz und einen neuen gewissen Geist, damit wir solche Worte reden und solche Werke tun, mit denen wir vor Gott und Menschen bestehen können. (Spieker [5], S. 221)
 
Abend
 
Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet und denken ohne Unterlaß vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, daß ihr erwählt seid; denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem heiligen Geist und in großer Gewißheit. Ihr wißt ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen. Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im heiligen Geist, so daß ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja. Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekanntgeworden, so daß wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.
1.Thess 1, 2-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Wunder des Heiligen Geistes, durch welches hier auf Erden Kirche wird; da steht am Anfang die Verkündigung des Evangeliums durch den Apostel - sie geschah in der Kraft Gottes, aber auch unter großer Trübsal; da ist die Bewährung des jungen Christenstandes in der Gemeinde durch das Glaubenswerk, den Dienst der Liebe, durch das Starkbleiben in der Hoffnung; da ist schließlich die Ausstrahlung in weite Räume durch den missionarischen Dienst - und das alles über sich hinausweisend in eine große Zukunft. (Spieker [5], S. 249)

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Freitag

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Da antwortete ihm das Volk: Wir haben aus dem Gesetz gehört, daß der Christus in Ewigkeit bleibt; wieso sagst du dann: Der Menschensohn muß erhöht werden? Wer ist dieser Menschensohn? Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht. Glaubt an das Licht, solange ihr's habt, damit ihr Kinder des Lichtes werdet. Das redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.
[Und obwohl er solche Zeichen vor ihren Augen tat, glaubten sie doch nicht an ihn, damit erfüllt werde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagte: »Herr, wer glaubt unserm Predigen? Und wem ist der Arm des Herrn offenbart?« Darum konnten sie nicht glauben, denn Jesaja hat wiederum gesagt: »Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.« Das hat Jesaja gesagt, weil er seine Herrlichkeit sah und redete von ihm. Doch auch von den Oberen glaubten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, um nicht aus der Synagoge ausgestoßen zu werden.]
Joh 12, 34-36 (37-42) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
"Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch": das ist Mahnung, die Gnadenstunde nicht zu versäumen, und zugleich Trost, daß noch die Wirklichkeit Gottes sichtbar ist in dieser Welt. (Spieker [5], S. 30)
 
Abend
 
Du aber bist mir gefolgt in der Lehre, im Leben, im Streben, im Glauben, in der Langmut, in der Liebe, in der Geduld, in den Verfolgungen, in den Leiden, die mir widerfahren sind in Antiochia, in Ikonion, in Lystra. Welche Verfolgungen ertrug ich da! Und aus allen hat mich der Herr erlöst. Und alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber und Betrügern wird's je länger, desto ärger: sie verführen und werden verführt. Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.
2.Tim 3, 10-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Heilige Schrift "atmet Gottesfeist", deshalb kann sie belehren, überführen, aufrichten, erziehen. Darum ist es lebensentscheidend, daß dieser Dienst der Schrift wirklich von deiner Kindheit an geschieht. (Spieker [5], S. 182)

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Samstag

SEXAGESIMÄ

Morgen
 
Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte; das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, so daß die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen. Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war. Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu dem Volk, und ohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: »Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.«
Matth 13, 31-35 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Keimkraft des Senfkorns, die Gärkraft des Sauerteigs - tröstliche Abbilder für die Wirkungsmacht des göttlichen Wortes. Den Glaubensboten, die zu unserem Volke kamen, stand keine andere Macht zu Gebote als die Kraft dieses Wortes. Wie der Sauerteig die ganze Masse des Brotteiges durchdringt, so durchdringt die Botschaft von Christus das Leben eines Volkes mit einem neuen Geist, nämlich dem Geist der Barmherzigkeit und Liebe. (Spieker [5], S. 64)
 
Abend


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-22
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