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Lesung im Kirchenjahr
Laetare
Für euch dahingegeben


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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.
Joh 12, 24  Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Siehe das Brot: im Brot empfangen wir das für uns geopferte Leben der natürlichen Welt als Speise, die unser Leben fristet. Im Samenkorn und im Brot erfahren wir das Opfer als das innerste Geheimnis der geschaffenen Welt. Siehe Christus im Bild des Brotes: Er legt sich selbst als Samenkorn in den Acker der Menschenwelt, damit aus Seinem Opfer die Gottesernte wachse; Er gibt sich selbst dar zur Nahrung für die Welt, damit "wir selbst wieder einer des andern täglich Brot werden".
(Spieker [5], S. 100)

Sonntag

LAETARE

 

Wochenspruch

 

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht

Wochenlied

 

Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt (EG 98)
Jesu, meine Freude (EG 396)


Vorabend
 
Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht mehr sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen. Da sprachen einige seiner Jünger untereinander: Was bedeutet das, was er zu uns sagt: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen; und: Ich gehe zum Vater? Da sprachen sie: Was bedeutet das, was er sagt: Noch eine kleine Weile? Wir wissen nicht, was er redet. Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Danach fragt ihr euch untereinander, daß ich gesagt habe: Noch eine kleine Weile, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals eine kleine Weile, dann werdet ihr mich sehen? Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden. Eine Frau, wenn sie gebiert, so hat sie Schmerzen, denn ihre Stunde ist gekommen. Wenn sie aber das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an die Angst um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist. Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen. An dem Tag werdet ihr mich nichts fragen.
Joh 16, 16-23a Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Alles Christenleben trägt die Überschrift "über ein Kleines", denn es ist ein Übergang bis zur Vollendung in Christi Reich. Aber auch diese endgültige Neugeburt des Lebens ist - ebenso wie die irdische Geburt - nicht möglich, ohne daß Angst und Schmerzen vorhergehn. Gleichwie Christus müssen auch wir hindurch durch die Todeslinie. Aber das letzte Wort wird die Freude haben. (Spieker [5], S. 147)
 
Alttestamentliche Lesung
 
Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln. Ich habe mein Angesicht im Augenblick des Zorns ein wenig vor dir verborgen, aber mit ewiger Gnade will ich mich deiner erbarmen, spricht der HERR, dein Erlöser. Ich halte es wie zur Zeit Noahs, als ich schwor, daß die Wasser Noahs nicht mehr über die Erde gehen sollten. So habe ich geschworen, daß ich nicht mehr über dich zürnen und dich nicht mehr schelten will. Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der HERR, dein Erbarmer.
Jes 54, 7-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Auch wenn Gott uns straft, bleibt Er treu; auch wenn Er zürnt, läßt Er uns nicht fallen. Aus den Wassern der Sintflut holt Er die Welt wieder heraus und schließt mit ihr Seinen Friedensbund. Mit uns hat Er im Waser der Taufe Seinen Bund gemacht. Auch die Taufe redet zu uns von Gottes Gericht über unser sündiges Wesen und von Seiner unwandelbaren Treue. Fester als die Berge, die wir gerne die"ewigen" nennen, steht unser Taufbund. Er wird nicht erschüttert durch menschliche Untreue. (Spieker [5], S. 203)
 
Epistel
 
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Trübsal, damit wir auch trösten können, die in allerlei Trübsal sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott. Denn wie die Leiden Christi reichlich über uns kommen, so werden wir auch reichlich getröstet durch Christus. Haben wir aber Trübsal, so geschieht es euch zu Trost und Heil. Haben wir Trost, so geschieht es zu eurem Trost, der sich wirksam erweist, wenn ihr mit Geduld dieselben Leiden ertragt, die auch wir leiden. Und unsre Hoffnung steht fest für euch, weil wir wissen: wie ihr an den Leiden teilhabt, so werdet ihr auch am Trost teilhaben.
2.Kor 1, 3-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Durch Seinen Apostel pflanzt Christus seiner Gemeinde das Gesetz Seines Opfers ein: in Gottes Gemeinden lebt Einer von dem Kampf und Sieg des Andern, betet Einer um das Werk des Andern, dankt Einer für die Bewahrung des Andern. "Das Dasein solcher priesterlicher Menschen mitten in dem tausendfachen Jammer der Welt ist das eigentliche Zeichen der Herrschaft Christi". (Spieker [5], S. 107)
 
Evangelium
 
Es waren einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen's Jesus weiter. Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, daß der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt haßt, der wird's erhalten zum ewigen Leben. Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.
Joh 12, 20-26 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Auch Christus wird gleich dem Weizenkorn in die Erde gelegt. Aber Sein Grab ist nicht mehr nur Stätte des Todes, sondern der Ort der Wandlung. Aus Seinem Opfer wächst Frucht für die Vielen. Wo Menschen gespeist werden mit Christi Kraft, da wächst Bereitschaft zum Opfer, Kraft der Liebe, Glaubensgewißheit, Trost im Sterben. (Spieker, [5] S. 103)
 
Abend
 
Die Apostel kamen bei Jesus zusammen und verkündeten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Und er sprach zu ihnen: Geht ihr allein an eine einsame Stätte und ruht ein wenig. Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten nicht Zeit genug zum Essen. Und sie fuhren in einem Boot an eine einsame Stätte für sich allein. Und man sah sie wegfahren, und viele merkten es und liefen aus allen Städten zu Fuß dorthin zusammen und kamen ihnen zuvor. Und Jesus stieg aus und sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er fing eine lange Predigt an. Als nun der Tag fast vorüber war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Es ist öde hier, und der Tag ist fast vorüber; laß sie gehen, damit sie in die Höfe und Dörfer ringsum gehen und sich Brot kaufen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen! Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir denn hingehen und für zweihundert Silbergroschen Brot kaufen und ihnen zu essen geben? Er aber sprach zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Geht hin und seht! Und als sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf und zwei Fische. Und er gebot ihnen, daß sie sich alle lagerten, tischweise, auf das grüne Gras. Und sie setzten sich, in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. Und er nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel, dankte und brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie unter ihnen austeilten, und die zwei Fische teilte er unter sie alle. Und sie aßen alle und wurden satt. Und sie sammelten die Brocken auf, zwölf Körbe voll, und von den Fischen. Und die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Mann.
Mark 6, 30-44 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Heilszeit ist angebrochen: in der Wüste speist der Herr das Volk mit wunderbarem Brot, das die Tausende sättigt und von dem noch übrigbleibt für die zwölf Stämme des Gottesvolkes. Dies Mahl in der Wüste weist als ein Zeichen voraus auf jenes letzte Mahl, bei dem der Herr sich selber zur Speise macht, von dem Geschlecht um Geschlecht zehren wird bis ans Ende der Welt. (Spieker, [5] S. 289)
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Montag

LAETARE

Morgen
 
Gedenke des ganzen Weges, den dich der HERR, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf daß er dich demütigte und versuchte, damit kundwürde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Manna, das du und deine Väter nie gekannt hatten, auf daß er dir kundtäte, daß der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht. Deine Kleider sind nicht zerrissen an dir, und deine Füße sind nicht geschwollen diese vierzig Jahre. So erkennst du ja in deinem Herzen, daß der HERR, dein Gott, dich erzogen hat, wie ein Mann seinen Sohn erzieht. So halte nun die Gebote des HERRN, deines Gottes, daß du in seinen Wegen wandelst und ihn fürchtest. Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind, die an den Bergen und in den Auen fließen, ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume und Honig gibt, ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts mangelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz aus den Bergen haust. Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir gegeben hat.
5. Mose 8, 2-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Erfahrung, daß "der Mensch nicht vom Brot allein lebt", machen wir vor allem in Zeiten schweren Druckes und harter Prüfung, wenn wir merken, aus welcher Kraft wir eigentlich leben. Es ist keine der geringsten Tücken des Satans, daß er nach überstandener Mühsal uns das vergessen läßt und uns einredet, wir selber hätten es aus eigener Kraft geschafft. (Spieker [5], S. 90)
 
Abend
 
Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben. Die wird euch der Menschensohn geben; denn auf dem ist das Siegel Gottes des Vaters. Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, daß wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, daß ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsre Väter haben in der Wüste das Manna gegessen, wie geschrieben steht: »Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen.« Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn Gottes Brot ist das, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot. Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Joh 6, 26-35 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Jesus weist diejenigen von sich, die bei Ihm nur ihr Nahrungs- und Glücksverlangen stillen wollen. Die Seinen haben nur um das Eine bemüüht zu sein: sich Speise zu schaffen, die sich nicht verzehrt, sich im Glauben beschenken zu lassen mit Seiner Gegenwart, der unvergänglichen Speise - Er ist "das rechte Brot vom Himmel", welches das Volk Gottes auf seinem Wege nährt und stärkt. (Spieker [5], S. )

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Dienstag

LAETARE


Morgen
 
Hiob spricht: Wie sollte dann ich ihm antworten und Worte finden vor ihm? Wenn ich auch recht habe, so kann ich ihm doch nicht antworten, sondern ich müßte um mein Recht flehen. Wenn ich ihn auch anrufe, daß er mir antwortet, so glaube ich nicht, daß er meine Stimme hört, vielmehr greift er nach mir im Wettersturm und schlägt mir viele Wunden ohne Grund. Er läßt mich nicht Atem schöpfen, sondern sättigt mich mit Bitternis. Geht es um Macht und Gewalt: Er hat sie. Geht es um Recht: Wer will ihn vorladen? Wäre ich gerecht, so müßte mich doch mein Mund verdammen; wäre ich unschuldig, so würde er mich doch schuldig sprechen. Ich bin unschuldig! Ich möchte nicht mehr leben; ich verachte mein Leben. Es ist eins, darum sage ich: Er bringt den Frommen um wie den Gottlosen. Wenn seine Geißel plötzlich tötet, so spottet er über die Verzweiflung der Unschuldigen. Denn er ist nicht ein Mensch wie ich, dem ich antworten könnte, daß wir miteinander vor Gericht gingen. Daß es doch zwischen uns einen Schiedsmann gäbe, der seine Hand auf uns beide legte! Daß er seine Rute von mir nehme und mich nicht mehr ängstige! So wollte ich reden und mich nicht vor ihm fürchten, denn ich bin mir keiner Schuld bewußt.
Hiob 9, 14-23. 32-35 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
Und sie führten Jesus zu dem Hohenpriester; und es versammelten sich alle Hohenpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. Petrus aber folgte ihm nach von ferne, bis hinein in den Palast des Hohenpriesters, und saß da bei den Knechten und wärmte sich am Feuer. Aber die Hohenpriester und der ganze Hohe Rat suchten Zeugnis gegen Jesus, daß sie ihn zu Tode brächten, und fanden nichts. Denn viele gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn; aber ihr Zeugnis stimmte nicht überein. Und einige standen auf und gaben falsches Zeugnis ab gegen ihn und sprachen: Wir haben gehört, daß er gesagt hat: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Aber ihr Zeugnis stimmte auch so nicht überein. Und der Hohepriester stand auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sprach: Antwortest du nichts auf das, was diese gegen dich bezeugen? Er aber schwieg still und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du der Christus, der Sohn des Hochgelobten? Jesus aber sprach: Ich bin's; und ihr werdet sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Was bedürfen wir weiterer Zeugen? Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was ist euer Urteil? Sie aber verurteilten ihn alle, daß er des Todes schuldig sei. Da fingen einige an, ihn anzuspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Und die Knechte schlugen ihn ins Angesicht.
Mark 14, 53-65 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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Mittwoch

LAETARE

Morgen
 
Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Niemand hat größere Liebe als die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete. Ich sage hinfort nicht, daß ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, daß ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, daß ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. Das gebiete ich euch, daß ihr euch untereinander liebt.
Joh 15, 9-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir leben davon, daß wir von Gott geliebt sind. Seine unbegreiflich große Liebe ist uns in Jesus Christus offenbar geworden. Er nennt uns Seine Freunde - wir dürfen teilhaben an Seiner Liebe. Wir können einander nur lieb haben, weil wir Seine Liebe empfangen haben- wie die Rebe nur Frucht bringen kann, weil sie die Wärme der Sonne empfangen hat. Nur durch Ihn bringt unser Leben bleibende Frucht. (Spieker [5], S. 265)
 
Abend
 
Jesus sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst - er weiß nicht, wie. Denn von selbst bringt die Erde Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.
[Und er sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden? Es ist wie ein Senfkorn: wenn das gesät wird aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden; und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, so daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können. Und durch viele solche Gleichnisse sagte er ihnen das Wort so, wie sie es zu hören vermochten. Und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen; aber wenn sie allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.]
Mark 4, 26-29 (30-34) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Hat der Landmann das Seine getan, so bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Saat voll Vertrauen Dem zu überlassen, der allein Wachstum und Gedeihen gibt. Damit ist aller rastlosen Betriebsamkeit gewehrt. Wir dürfen den Wachstumskräften des göttlichen Samens rückhaltlos vertrauen, aber wir sind auch gemahnt an den Ernst des Gerichts, an dem offfenbar wird, ob wir selber Hörer des Wortes waren. (Spieker [5], S. 79)

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Donnerstag

LAETARE

Morgen
 
Wir, die wir leben, werden immerdar in den Tod gegeben um Jesu willen, damit auch das Leben Jesu offenbar werde an unserm sterblichen Fleisch. So ist nun der Tod mächtig in uns, aber das Leben in euch. Weil wir aber denselben Geist des Glaubens haben, wie geschrieben steht: »Ich glaube, darum rede ich«, so glauben wir auch, darum reden wir auch; denn wir wissen, daß der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, wird uns auch auferwecken mit Jesus und wird uns vor sich stellen samt euch. Denn es geschieht alles um euretwillen, damit die überschwengliche Gnade durch die Danksagung vieler noch reicher werde zur Ehre Gottes. Darum werden wir nicht müde; sondern wenn auch unser äußerer Mensch verfällt, so wird doch der innere von Tag zu Tag erneuert. Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit, uns, die wir nicht sehen auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig.
2.Kor 4, 11-18 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wer die irdische Trübsal im Glauben durchleidet, der erfährt etwas von der umwandelnden Kraft Christi, welche im Sterben des äußeren Menschen die Erneuerung des inwendigen bewirkt. Nur die durch das Kreuz gezeichnete Gemeinde kann das Geheimnis der Herrlichkeit Gottes bezeugen. Ihr Reden wird zur Danksagung und zum Lobpreis. Auf diese künftige Herrlichkeit warten wir in der Trübsasl und Vergänglichkeit dieses Erdenlebens. (Spieker [5], S. 69)
 
Abend
 
Da fing Petrus an und sagte zu ihm: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus sprach: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder äcker verläßt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen - und in der zukünftigen Welt das ewige Leben. Viele aber werden die Letzten sein, die die Ersten sind, und die Ersten sein, die die Letzten sind. Sie waren aber auf dem Wege hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voran; und sie entsetzten sich; die ihm aber nachfolgten, fürchteten sich. Und er nahm abermals die Zwölf zu sich und fing an, ihnen zu sagen, was ihm widerfahren werde: Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird überantwortet werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und sie werden ihn zum Tode verurteilen und den Heiden überantworten. Die werden ihn verspotten und anspeien und geißeln und töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.
Mark 10, 28-34 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Ja, auch in der Ordnung des Gottesreiches gibt es "Lohn": Wer um Christi willen sich trennen muß von den Blutsverwandten, findet neue Brüder und Schwestern in der Gemeinde, wer um seines Glaubens willen seiner Güter enteignet wird, wird entschädigt durch das unverlierbare Gut. (Spieker [5], S. 208)

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Freitag

LAETARE

Morgen
 
Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich's wiedernehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Da entstand abermals Zwietracht unter den Juden wegen dieser Worte. Viele unter ihnen sprachen: Er hat einen bösen Geist und ist von Sinnen; was hört ihr ihm zu? Andere sprachen: Das sind nicht Worte eines Besessenen; kann denn ein böser Geist die Augen der Blinden auftun? Es war damals das Fest der Tempelweihe in Jerusalem, und es war Winter. Und Jesus ging umher im Tempel in der Halle Salomos. Da umringten ihn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du uns im Ungewissen? Bist du der Christus, so sage es frei heraus. Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich tue in meines Vaters Namen, die zeugen von mir. Aber ihr glaubt nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen.
Joh 10, 17-26 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Er gibt Sein Leben dahin in königlicher Freiheit, Er gibt es nicht, weil Er der Gewalt weicht. Selbst noch bei der Gefangennahme ist Er der Handelnde. Er gibt Sein Leben dahin aus Gehorsam gegen den Willen Seines Vaters und aus Liebe zu den Seinen. Aus der Freiwilligkeit Seines Dienstes ist vielen die Kraft erwachsen, in Seiner Nachfolge menschliche Schwachheit und Todesangst zu überwinden. (Spieker [5], S. 98)
 
Abend
 
Diese Leute, die so verkehrt denken, sagen untereinander: »Kurz und voller Leid ist unser Leben, und wenn ein Mensch dahin soll, so gibt es keine Rettung; auch weiß man von keinem, der aus dem Totenreich befreit. So laßt uns dem Gerechten auflauern; denn er ist uns lästig und widersetzt sich unserm Tun und schilt uns, weil wir gegen das Gesetz sündigen, und hält uns vor, daß wir gegen die Zucht verstoßen. Er behauptet, Erkenntnis Gottes zu haben, und rühmt sich, Gottes Kind zu sein. Er wird uns zum Vorwurf bei allem, was wir denken; er ist uns unleidlich, wenn er sich nur sehen läßt. Denn sein Leben unterscheidet sich von dem der andern, und ganz anders sind seine Wege. Als falsche Münze gelten wir ihm, und er meidet unsre Wege wie Schmutz; er rühmt, wie es die Gerechten zuletzt gut haben werden, und prahlt damit, daß Gott sein Vater sei. So laßt doch sehen, ob sein Wort wahr ist, und prüfen, was bei seinem Ende geschehen wird. Ist der Gerechte Gottes Sohn, so wird er ihm helfen und ihn erretten aus der Hand der Widersacher. Durch Schmach und Qual wollen wir ihn auf die Probe stellen, damit wir erfahren, wieviel er ertragen kann, und prüfen, wie geduldig er ist. Wir wollen ihn zu schimpflichem Tod verurteilen; denn dann wird ihm gnädige Heimsuchung widerfahren, wie er sagt.« Das alles denken sie - und irren; denn ihre Bosheit hat sie verblendet, so daß sie Gottes Geheimnisse nicht erkennen; auch haben sie nicht die Hoffnung, daß ein frommes Leben belohnt wird, und sie achten die Ehre für nichts, die untadeligen Seelen gegeben wird.
[Denn Gott hat den Menschen zur Unvergänglichkeit geschaffen und ihn zum Abbild seines eignen Wesens gemacht. Aber durch des Teufels Neid ist der Tod in die Welt gekommen, und es müssen ihn erfahren, die ihm angehören.]
Weish 2, 1.12-22 (23-25) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
oder
 
Der HERR tat mir kund ihr Vorhaben, damit ich's wisse, und er zeigte es mir. Denn ich war wie ein argloses Lamm gewesen, das zur Schlachtbank geführt wird, und wußte nicht, daß sie gegen mich beratschlagt und gesagt hatten: Laßt uns den Baum in seinem Saft verderben und ihn aus dem Lande der Lebendigen ausrotten, daß seines Namens nimmermehr gedacht werde. Aber du, HERR Zebaoth, du gerechter Richter, der du Nieren und Herzen prüfst, laß mich sehen, wie du ihnen vergiltst; denn ich habe dir meine Sache befohlen.
Jer 11, 18-20 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Im Schicksal des Propheten, den seine Landsleute "wie ein arm Schaf zur Schlachtbank führen wollen", zeichnet sich schon der Leidensweg Christi ab. Aber wie der Prophet seine Sache Gott befohlen hat, so weiß sich Christus auf Seinem Weg geborgen in dem Willen Seines Vaters und gerufen zum Dienst an der Erlösung der Welt. (Spieker [5], S. 99)

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Samstag

LAETARE

Morgen
 
Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten. Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit: den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe, und ihr sollt auch leben. An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch. Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist's, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.
Joh 14, 15-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nur wer schon mit Christus verbunden und bereit ist, Seinem Gebot zu gehorchen, dem gilt die Verheißung des Heiligen Geistes. Durch Ihn, den "Parakleten", den Beistand und Tröster, ist uns eine neue, nie mehr aufhörende Gemeinschaft mit Christus geschenkt, ja, Er ist's selber, der in dieser neuen, veränderten Gestalt zu uns kommt: "Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch." (Spieker [5], S. 164)
 
Abend

 


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-22
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