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Lesung im Kirchenjahr
Karwoche
Der Schmerzensmann


Karwoche
Montag
Dienstag
Mittwoch
Gründonnerstag
Karfreitag
Karsamstag

 

Der Menschensohn muß erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
Joh 3, 14b.15

 

Freitag

KARFREITAG

 

Tagesspruch

 

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3, 16
 

Tageslied
oder

 

Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld (EG 83)
Christe, du Schöpfer aller Welt (EG 92)

Trauermette   Vormittag   Mittag   Todesstunde   Abend
 

Trauermette

1. Lesung
 
Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du liebhast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne und sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz und reckte seine Hand aus und faßte das Messer, daß er seinen Sohn schlachtete. Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, daß du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich in der Hecke mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes Statt. Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sieht. Und der Engel des HERRN rief Abraham abermals vom Himmel her und sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der HERR: Weil du solches getan hast und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont, will ich dein Geschlecht segnen und mehren wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Ufer des Meeres, und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorcht hast.
1. Mose 22, 1-18 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
In der Opferung Isaaks, des Trägers der Verheißung, durch seinen Vater Abraham ist vorgebildet die Hingabe des Gottessohnes durch den ewigen Vater; sie läßt vorausblicken auf das große Volk, welches durch dieses Opfer zusammengebracht und gesegnet wird mit Vergebung der Sünden. (Spieker [5], S. 122)
 
2. Lesung
 
Da brachen sie auf von dem Berge Hor in Richtung auf das Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Und das Volk wurde verdrossen auf dem Wege und redete wider Gott und wider Mose: Warum hast du uns aus Ägypten geführt, daß wir sterben in der Wüste? Denn es ist kein Brot noch Wasser hier, und uns ekelt vor dieser mageren Speise. Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen das Volk, daß viele aus Israel starben. Da kamen sie zu Mose und sprachen: Wir haben gesündigt, daß wir wider den HERRN und wider dich geredet haben. Bitte den HERRN, daß er die Schlangen von uns nehme. Und Mose bat für das Volk. Da sprach der HERR zu Mose: Mache dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen ist und sieht sie an, der soll leben. Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.
4. Mose 21, 4-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die erhöhte Schlange ist Abbild für den am Kreuz Erhöhten. Das Zeichen des Fluches wird gewandelt in das Zeichen des Lebens. (Spieker [5], S. 105)
 
3. Lesung
 
Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muß der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
Joh 3, 14-19
 
Christus, der Welt zum Heil gesandt, wird ihr zum Gericht. Das Licht leuchtet mit gölttlicher Klarheit bis in die verborgensten Tiefen des menschlichen Herzens und macht das Innerste offenbar. Die Glaubenden gewähren dem Licht Zutritt, sie "tun" die Wahrheit indem sie sich dem Urteil Gottes stellen. (Spieker [5], S. 42)

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Vormittag


Alttestamentliche Lesung
 
[Siehe, meinem Knecht wird's gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein. Wie sich viele über ihn entsetzten, weil seine Gestalt häßlicher war als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Menschenkinder, so wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die werden es nun sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden es merken.]
Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des HERRN offenbart? Er schoß auf vor ihm wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet. Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der HERR warf unser aller Sünde auf ihn. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist. So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden. Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.
Jes (52, 13-15) 53, 1-12 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Hier wird nicht bloß vor uns hingestellt das große Opfergesetz der Welt, die erlösende Macht des stellvertretenden Dienens, sondern hier wird eine Gestalt geschaut, welche Zug um Zug dieses Opfergesetz verwirkicht und damit der Welt, die in Auflösung begriffen ist, wieder eine Mitte gibt. Die Kirche las zu allen Zeiten dieses geheimnisvolle Kapitel als eine Darstellung und Deutung der Leiden Christi und sah darin vorausverkündet Seinen Sieg und die Frucht Seines Sieges. Zwischen uns und unserm Herrn vollzieht sich jener merkwürdige Schicksalstausch, von dem wir im Liede dieser Woche singen: "Dein Kampf ist unser Sieg, dein Tod ist unser Leben / in Deinen Banden ist die Freiheit uns gegeben." (EG 87, 3) (Spieker [5], S. 124)
 
Epistel
 
[Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben. Und er ist darum für alle gestorben, damit, die da leben, hinfort nicht sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferstanden ist. Darum kennen wir von nun an niemanden mehr nach dem Fleisch; und auch wenn wir Christus gekannt haben nach dem Fleisch, so kennen wir ihn doch jetzt so nicht mehr. Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.]
Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
2. Kor 5, (14b-18) 19-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
An  e i n e r  Stelle ist die Welt wirklich anders geworden: in Christus ist sie in das ursprüngliche Kindesverhältnis zurückgeführt, d. i. versöhnt, die rechte Gottesordnung, die durch den Sündenfall zerstört war, ist wieder hergestellt. Wer an dem neuen Sein in Christo Anteil hat, der hat auch teil an Christi Gerechtigkeit, d. h. dem völligen Zusammenklang mit Gottes Willen und Ordnung. (Spieker [5], S. 149)
 
Evangelium
 
Da überantwortete er ihnen Jesus, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen ihn aber, und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf hebräisch Golgatha. Dort kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesus aber in der Mitte. Pilatus aber schrieb eine Aufschrift und setzte sie auf das Kreuz; und es war geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Diese Aufschrift lasen viele Juden, denn die Stätte, wo Jesus gekreuzigt wurde, war nahe bei der Stadt. Und es war geschrieben in hebräischer, lateinischer und griechischer Sprache. Da sprachen die Hohenpriester der Juden zu Pilatus: Schreib nicht: Der König der Juden, sondern, daß er gesagt hat: Ich bin der König der Juden. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben. Als aber die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile, für jeden Soldaten einen Teil, dazu auch das Gewand. Das war aber ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Da sprachen sie untereinander: Laßt uns das nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte die Schrift erfüllt werden, die sagt: »Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und haben über mein Gewand das Los geworfen.« Das taten die Soldaten. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als nun Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Danach, als Jesus wußte, daß schon alles vollbracht war, spricht er, damit die Schrift erfüllt würde: Mich dürstet. Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und steckten ihn auf ein Ysoprohr und hielten es ihm an den Mund. Als nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied.
Joh 19, 16-30 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Er wird durch die Überschrift in den drei heiligen Sprachen der Welt kundgetan als der wahre König der Juden. Er bezeichnet am Kreuz durch Zusammenführung von Maria und Johannes die Einheit der Kirche. Er vollendet Sein Priestertum durch das Opfer Seiner selbst. (Spieker [5], S. 124)

 
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Mittag

Lesung
 
Wenn man alle Gefangenen auf Erden unter die Füße tritt und eines Mannes Recht vor dem Allerhöchsten beugt und eines Menschen Sache verdreht, - sollte das der Herr nicht sehen? Wer darf denn sagen, daß solches geschieht ohne des Herrn Befehl und daß nicht Böses und Gutes kommt aus dem Munde des Allerhöchsten? Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde! Laßt uns erforschen und prüfen unsern Wandel und uns zum HERRN bekehren! Laßt uns unser Herz samt den Händen aufheben zu Gott im Himmel! Wir, wir haben gesündigt und sind ungehorsam gewesen, darum hast du nicht vergeben. Du hast dich in Zorn gehüllt und uns verfolgt und ohne Erbarmen getötet. Du hast dich mit einer Wolke verdeckt, daß kein Gebet hindurch konnte. Du hast uns zu Kehricht und Unrat gemacht unter den Völkern. Alle unsere Feinde reißen ihr Maul auf über uns. Wir werden gedrückt und geplagt mit Schrecken und Angst. Wasserbäche rinnen aus meinen Augen über den Jammer der Tochter meines Volks. Meine Augen fließen und können's nicht lassen, und es ist kein Aufhören da, bis der HERR vom Himmel herabschaut und darein sieht.
Klgl 3, 34-50 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nicht weil Gott nicht hört, sondern weil unsre Sünden uns von Gott scheiden, darum dringt unser Gebet nicht an Gottes Ohr, und Gottes Angesicht ist uns verborgen. Nur ein rückhaltloses Bekenntnis stellt uns vor die Wirklichkeit Gottes und gibt uns die Gewißheit, daß Gott auf uns sieht, daß Er ein Einsehen hat mit unsrer Not. (Spieker [5], S. 299)

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Todesstunde

Lesung
 
Passion nach Johannes - Joh 18, 1 - 19, 37
 
Die Kirche hat dem Karfreitag die Passsion nach dem vierten Evangelisten zugeordnet, weil dieser am klarsten bezeugt, daß Leiden und Sterben unsers Heilands nicht Zusammenbruch und Niederlage bedeuten, sondern höchste Vollendung und Sieg, wie es in dem doppelsinnigen Kreuzeswort zum Ausdruck kommt: »es ist vollbracht«. An ihr Ende gebracht sind Qual und Leiden; aber auch zur Vollendung gebracht ist Sein dreifaches Amt als Prophet, König und Hoherpriester, vollendet ist das Werk unsrer Erlösung. Er bezeugt vor dem Sterben die Einheit der Kirche, Er erschließt ihr im Tode durch Blut und Wasser, die aus Seiner Seite strömen, den Born der Gnaden, welche wir als Frucht Seines Todes in Taufe und Abendmahl empfangen. (Spieker [5], S. 125)

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Abend


Lesung
 
Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, daß er den Leichnam Jesu abnehmen dürfe. Und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leichnam Jesu ab. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals in der Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte Myrrhe gemischt mit Aloe, etwa hundert Pfund. Da nahmen sie den Leichnam Jesu und banden ihn in Leinentücher mit wohlriechenden Ölen, wie die Juden zu begraben pflegen. Es war aber an der Stätte, wo er gekreuzigt wurde, ein Garten und im Garten ein neues Grab, in das noch nie jemand gelegt worden war. Dahin legten sie Jesus wegen des Rüsttags der Juden, weil das Grab nahe war.
Joh 19, 38-42 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Am Abend wird Christi Leib ins Grab gesenkt, es wird die Liebe der Menschen kund, die ihn mit königlichen Ehren bestatten. Am Abend des Karfreitags wird offenbar, daß Gottes Zorngericht zu Ende ist und Sein Erbarmen sich herabsenkt auf die sündige Welt. (Spieker [5], S. 125)

 
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Samstag

KARSAMSTAG

 

Tagesspruch

 

Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Joh 3, 16
 

Tageslied
oder

 

Wir danken dir, Herr Jesu Christ (EG 79)
O Traurigkeit, o Herzeleid (EG 80)

Trauermette   Mittag   Abend
 

Trauermette

1. Lesung
 
Ich will wieder an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld erkennen und mein Angesicht suchen; wenn's ihnen übel ergeht, so werden sie mich suchen: »Kommt, wir wollen wieder zum HERRN; denn er hat uns zerrissen, er wird uns auch heilen, er hat uns geschlagen, er wird uns auch verbinden. Er macht uns lebendig nach zwei Tagen, er wird uns am dritten Tage aufrichten, daß wir vor ihm leben werden. Laßt uns darauf achthaben und danach trachten, den HERRN zu erkennen; denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.«
Hos 5, 15 - 6, 3 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
2. Lesung
 
Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen; auch nicht, um sich oftmals zu opfern, wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht; sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an. Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für allemal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben. Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht: so ist auch Christus einmal geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen; zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.
Hebr 9, 24-28 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Hohepriester ist eingegangen in das "Heilige Gottes", von dem das Allerheiligste des Tempels nur ein irdisches Abbild war. Sein Opfer wird zu einem "neuen und lebendigen Wege", auf dem wir aus dem Tode ins Leben gehn, auf dem wir hineingehn in die neue Welt Gottes. (Spieker [5], S. 107)
 
3. Lesung
 
[Am Abend aber kam ein reicher Mann aus Arimathäa, der hieß Josef und war auch ein Jünger Jesu. Der ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm ihn geben. Und Josef nahm den Leib und wickelte ihn in ein reines Leinentuch und legte ihn in sein eigenes neues Grab, das er in einen Felsen hatte hauen lassen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon.]
Es waren aber dort Maria von Magdala und die andere Maria; die saßen dem Grab gegenüber. Am nächsten Tag, der auf den Rüsttag folgt, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, daß dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, daß man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.
Matth 27, (57-60) 61-66 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das neue Grab, in welches Joseph den Leichnam Jesu legt, wird zur Stätte des Lebens werden. Selbst die Feinde haben das Wort behalten: "Ich will nach dreien Tagen auferstehen." Mit ihrem vergeblichen Bemühn, das Grab zu verwahren und sich menschlich zu sichern gegen das, was sie fürchten, müssen auch sie das Leben bezeugen helfen, welches Stein und Siegel sprengt. (Spieker [5], S. 125)

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Mittag

Lesung
 
Mein Auge macht mir Schmerzen wegen all der Töchter meiner Stadt. Meine Feinde haben mich ohne Grund gejagt wie einen Vogel. Sie haben mein Leben in der Grube zunichte gemacht und Steine auf mich geworfen. Wasser hat mein Haupt überschwemmt; da sprach ich: Nun bin ich verloren. Ich rief aber deinen Namen an, HERR, unten aus der Grube, und du erhörtest meine Stimme: »Verbirg deine Ohren nicht vor meinem Seufzen und Schreien!« Du nahtest dich zu mir, als ich dich anrief, und sprachst: Fürchte dich nicht! Du führst, Herr, meine Sache und erlösest mein Leben. Du siehst, HERR, wie mir Unrecht geschieht; hilf mir zu meinem Recht! Du siehst, wie sie Rache üben wollen, und kennst alle ihre Gedanken gegen mich. HERR, du hörst ihr Schmähen und alle ihre Anschläge gegen mich, die Reden meiner Widersacher und ihr Geschwätz über mich den ganzen Tag.
Klgl 3, 51-62 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

 

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Abend

1. Lesung
 
Christus hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, damit er euch zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist. In ihm ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis, die einst ungehorsam waren, als Gott harrte und Geduld hatte zur Zeit Noahs, als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch. Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi, welcher ist zur Rechten Gottes, aufgefahren gen Himmel, und es sind ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Mächte.
1. Petr 3, 18-22 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Christus der Sieger dringt vor bis zu den "Geistern im Gefängnis", die gebunden waren im Totenreich, und bringt ihnen die frohe Botschaft vom Sieg über den Tod. So hat auch uns Sein Ruf getroffen im Gefängnis der Welt bei unsrer Taufe. Sie holt uns heraus aus dem Raum des Todes ans Licht eines neuen Gottestages und verbindet uns mit Gott durch den "Bund eines guten Gewissens". (Spieker [5], S. 126)
 
2. Lesung
 
Da fingen einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern an und sprachen zu ihm: Meister, wir möchten gern ein Zeichen von dir sehen. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und abtrünniges Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, es sei denn das Zeichen des Propheten Jona. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein. Die Leute von Ninive werden auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona. Die Königin vom Süden wird auftreten beim Jüngsten Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.
Matth 12, 38-42 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Alle ungläubigen und schwankenden Seelen begehren ein Zeichen, das ihren Glauben an Christus begründen oder befestigen soll. Aber ihnen wird, gleich den Schriftgelehrten und Pharisäern, das Zeichen verweigert - die Zeichen sind da: sie sind errichtet in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments, sie weisen hin auf Ihn, der gekreuzigt, gestorben und am dritten Tage auferstanden ist. (Spieker [5], S. 91)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-22
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