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Lesung im Kirchenjahr
18. Sonntag nach Trinitatis
Das vornehmste Gebot


Sonntag
Montag
Dienstag
Mittwoch
Donnerstag
Freitag
Samstag

 

Dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe 1.Joh 4, 21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir sollen nicht nach selbsterwählten Grundsätzen leben, sondern nach einem Gebot, das wir »haben«, und zwar von Ihm selber haben. Dieses Gebot weist uns darauf hin, daß Gottes- und Bruderliebe unzertrennlich zusammengehören; und dieses Gebot meint nicht eine »allgemeine Menschenliebe«, sondern den Dienst an dem »Bruder«, an dem, der uns als Nächster gesetzt ist und an unserem nächsten Lebenskreis. In dieser Bruderliebe bewährt sich die Liebe zu Gott.
(Spieker [5], S. 263 f.)

Sonntag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

 

Wochenspruch

 

Dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe

Wochenlied
oder

 

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr (EG 397)
In Gottes Namen fang ich an (EG 494)

Vorabend
 
Ihr {aber}, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, daß ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« Wenn ihr euch aber untereinander beißt und freßt, so seht zu, daß ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet. Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, so daß ihr nicht tut, was ihr wollt. Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz.
Gal 5, 13-18 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Kreuz Christi läßt keinerlei Eitelkeit und Verherrlichung des Menschen mehr zu, jeder Versuch eigner Verdienstlilchkeit ist ausgeschlossen. Allein dem Glauben wird die Gnade Gottes zuteil, aus der das ganze Leben neu wird. Durch Christi Kreuz sind wir frei geworden von aller menschlichen Leistung und ganz gebunden an Ihn, unsern Herrn und Erlöser. Wir sind gerufen, in Seinem Namen unsern Brüdern zu dienen. (Spieker [5], S. 262 f.)
 
Alttestamentliche Lesung
 
{Und} Gott redete alle diese Worte: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen, aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, das dir der HERR, dein Gott, geben wird. Du sollst nicht töten. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat.
2.Mose 20, 1-17 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes heiliger Wille und Seine große Barmherzigkeit - beides wird uns durch die Sätze von Sinai kundgetan. Wir sollten davor erschrecken, daß der Fluch der Sünde bis Kind und Kindeskind reicht. Wir sollten zum Halten der Gebote gelockt werden dadurch, daß Gottes Barmherzigkeit sich an Tausenden erweist. Mit jedem Gebot hat Gott uns ein Geschenk Seinr Gnade gegeben, das zu schützen und zu bewahren die Gebote gegeben sind. (Spieker [5], S. 50)
 
Epistel
 
{Denn} das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum laßt uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.
Röm 14, 17-19 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Asketische Strenge oder christliche Weite? Der Apostel lenkt den Blick auf das Zentrale, auf die Gemeinschaft und ihre Mitte: dem Herrn zulieb geschieht die asketische Entsagung, an den Herrn weiß sich der Freie gebunden. Denn Christen kennen kein Leben an sich, sondern nur ein Leben, welches ausgerichtet ist auf den Herrn; keinen bloß natürlichen Tod, sondern ein Sterben mit dem Ausblick auf den Herrn. Vor Seinem Richtstuhl werden beide, die Gebundenen und die Freien, mit ihrem Gewissen offenbar werden. (Spieker [5], S. 294)
 
Evangelium
 
Und es trat zu ihm einer von den Schriftgelehrten, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander stritten. Und als er sah, daß er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches ist das höchste Gebot von allen? Jesus aber antwortete ihm: Das höchste Gebot ist das: »Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der Herr allein, und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt und von allen deinen Kräften« Das andre ist dies: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«. Es ist kein anderes Gebot größer als diese. Und der Schriftgelehrte sprach zu ihm: Meister, du hast wahrhaftig recht geredet! Er ist nur einer, und ist kein anderer außer ihm; und ihn lieben von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt und von allen Kräften, und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer. Als Jesus aber sah, daß er verständig antwortete, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und niemand wagte mehr, ihn zu fragen.
Mark 12, 28-34 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Unser Leben hat nur Sinn, wenn wir es ganz hineinopfern in die Welt mit allen Kräften des Leibes und der Seele. Wir gehören nicht uns selbst, sondern ganz, mit unserer ganzen irdischen Wirklichkeit, Gott unserm Herrn Der schenkt uns täglich unser Leben neu, damit wir es brauchen zu Seinem Lob und zum Dienst unsres Nächsten. (Spieker [5], S. 102)
 
Abend
 
{Denn} das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, daß wir's hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, daß du es tust. Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. Wenn du gehorchst den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, daß du den HERRN, deinen Gott, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen.
[Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern läßt dich verführen, daß du andere Götter anbetest und ihnen dienst, so verkünde ich euch heute, daß ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, indem ihr den HERRN, euren Gott, liebt und seiner Stimme gehorcht und ihm anhanget. Denn das bedeutet für dich, daß du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.]
5.Mose 30, 11-16 (17-20) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gottes Gebot ist keine weltfremde Angelegenheit, es bedarf keiner besonderen Weisheit, um Gott zu dienen. Sein Gebot ragt in unseren Alltag hinein, und es bedarf nur des gehorsamen Herzens und des offenen Auges, dann haben wir mit dem »vornehmsten Gebot« genug zu tun unser Leben lang. (Spieker [5], S. 266 f.)
 
Wochenspruch
 
Dies Gebot haben wir von ihm, daß wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe 1.Joh 4, 21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir sollen nicht nach selbsterwählten Grundsätzen leben, sondern nach einem Gebot, das wir »haben«, und zwar von Ihm selber haben. Dieses Gebot weist uns darauf hin, daß Gottes- und Bruderliebe unzertrennlich zusammengehören; und dieses Gebot meint nicht eine »allgemeine Menschenliebe«, sondern den Dienst an dem »Bruder«, an dem, der uns als Nächster gesetzt ist und an unserem nächsten Lebenskreis. In dieser Bruderliebe bewährt sich die Liebe zu Gott.
(Spieker [5], S. 263 f.)

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Montag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Von der brüderlichen Liebe aber ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst seid von Gott gelehrt, euch untereinander zu lieben. Und das tut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Mazedonien sind. Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder, daß ihr darin noch vollkommener werdet, und setzt eure Ehre darein, daß ihr ein stilles Leben führt und das Eure schafft und mit euren eigenen Händen arbeitet, wie wir euch geboten haben, damit ihr ehrbar lebt vor denen, die draußen sind, und auf niemanden angewiesen seid.
1.Thess 4, 9-12 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir sind es schuldig, der Gemeinde Gottes Ehre zu machen durch ein zuchtvolles Leben in treuer Erfüllung unsrer Berufspflichten. Wenn du dich hütest vor frommer Schwärmerei und dich sammelst auf das dir aufgetragene Werk, wirst du deiner Verantwortung gegen die Gemeinde und gegen deinen Bruder am besten gerecht. (Spieker [5], S. 265)
 
Abend
 
Habt acht auf eure Frömmigkeit, daß ihr die nicht übt vor den Leuten, um von ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibe; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten.
Matth 6, 1-4 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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Dienstag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Paulus, ein Apostel Christi Jesu nach dem Befehl Gottes, unseres Heilands, und Christi Jesu, der unsre Hoffnung ist, an Timotheus, meinen rechten Sohn im Glauben: Gnade, Barmherzigkeit, Friede von Gott, dem Vater, und unserm Herrn Christus Jesus! Du weißt, wie ich dich ermahnt habe, in Ephesus zu bleiben, als ich nach Mazedonien zog, und einigen zu gebieten, daß sie nicht anders lehren, auch nicht achthaben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen, als daß sie dem Ratschluß Gottes im Glauben dienen. Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben. Davon sind einige abgeirrt und haben sich hingewandt zu unnützem Geschwätz, wollen die Schrift meistern und verstehen selber nicht, was sie sagen oder was sie so fest behaupten. Wir wissen aber, daß das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht,
[weil er weiß, daß dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern, den Unzüchtigen, den Knabenschändern, den Menschenhändlern, den Lügnern, den Meineidigen und wenn noch etwas anderes der heilsamen Lehre zuwider ist, nach dem Evangelium von der Herrlichkeit des seligen Gottes, das mir anvertraut ist.]
1. Tim 1, 1-8 (9-11) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
Liebes Kind, laß den Armen nicht Not leiden, und sei nicht hart gegen den Bedürftigen. Verachte den Hungrigen nicht, und betrübe den Menschen nicht in seiner Armut. Einem betrübten Herzen füge nicht noch mehr Leid zu, und laß den Notleidenden auf deine Gabe nicht warten. Die Bitte des Elenden schlage nicht ab, und wende dein Angesicht nicht weg von dem Armen. Wende deine Augen nicht weg von dem Bittenden, und gib ihm keinen Anlaß, dir zu fluchen. Denn der ihn gemacht hat, erhört sein Gebet, wenn er mit bitterem Herzen dich verflucht. Mach dich nicht unbeliebt in der Gemeinde, und vor einem Großen beuge dein Haupt. Höre den Armen an, und antworte ihm freundlich auf seinen Gruß. Rette den, dem Gewalt geschieht, vor dem, der ihm Unrecht antut; und sei unerschrocken, wenn du ein Urteil sprechen sollst. Sei zu den Waisen wie ein Vater, und tritt für ihre Mutter ein, als wärst du ihr Mann, dann wird der Höchste dich Sohn nennen, und er wird dich lieber haben, als dich deine Mutter hat.
Sir 4, 1-11 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wir werden mit unsern Worten und Taten vor Den gestellt, der ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist, der von uns Rechenschaft fordert über alles, was wir Christi geringsten Brüdern getan und nicht getan haben. (Spieker [5], S. 246)
 
oder
 
Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten; du sollst nicht einem Schuldigen Beistand leisten und kein falscher Zeuge sein. Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen und nicht so antworten vor Gericht, daß du der Menge nachgibst und vom Rechten abweichst. Du sollst den Geringen nicht begünstigen in seiner Sache. Wenn du dem Rind oder Esel deines Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zuführen. Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last liegen siehst, so laß ihn ja nicht im Stich, sondern hilf mit ihm zusammen dem Tiere auf. Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Sache. Halte dich ferne von einer Sache, bei der Lüge im Spiel ist. Den Unschuldigen und den, der im Recht ist, sollst du nicht töten; denn ich lasse den Schuldigen nicht Recht haben. Du sollst dich nicht durch Geschenke bestechen lassen; denn Geschenke machen die Sehenden blind und verdrehen die Sache derer, die im Recht sind. Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, weil ihr auch Fremdlinge in ägyptenland gewesen seid.
2. Mose 23, 1-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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Mittwoch

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, daß ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt. Wer ist sie, die heraufsteigt von der Wüste und lehnt sich auf ihren Freund? Unter dem Apfelbaum weckte ich dich, wo deine Mutter mit dir in Wehen kam, wo in Wehen kam, die dich gebar. Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, so daß auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen.
Hohel 8, 4-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
[{Und} alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.]
Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich's gebührt in dem Herrn. Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden. Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wißt, daß ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus! Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person. Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven, und bedenkt, daß auch ihr einen Herrn im Himmel habt.
Kol 3, (17) 18 - 4, 1 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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Donnerstag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
In diesen Tagen aber, als die Zahl der Jünger zunahm, erhob sich ein Murren unter den griechischen Juden in der Gemeinde gegen die hebräischen, weil ihre Witwen übersehen wurden bei der täglichen Versorgung. Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht recht, daß wir für die Mahlzeiten sorgen und darüber das Wort Gottes vernachlässigen. Darum, ihr lieben Brüder, seht euch um nach sieben Männern in eurer Mitte, die einen guten Ruf haben und voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wir bestellen wollen zu diesem Dienst. Wir aber wollen ganz beim Gebet und beim Dienst des Wortes bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen Menge gut; und sie wählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, den Judengenossen aus Antiochia. Diese Männer stellten sie vor die Apostel; die beteten und legten die Hände auf sie. Und das Wort Gottes breitete sich aus, und die Zahl der Jünger wurde sehr groß in Jerusalem. Es wurden auch viele Priester dem Glauben gehorsam.
Apg 6, 1-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Die Sieben, die hier als Vertreter für den griechisch sprechenden Teil der Gemeinde herausgestellt werden, sind nicht bloß »Armenpfleger«, sondern zugleich Diener am Wort. So ist seit den Anfangszeiten der Kirche der Dienst der Liebe unlöslich mit dem Dienst der Verkündigung, die Austeilung der Gaben mit derAusteilung des Wortes verknüpft.
 
Abend
 
Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.
Mark 3, 31-35 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nicht die leibliche Beziehungm sondern allein der Gehorsam gegen den Willen Gottes bewirlt die echte Zugehörigkeit zu Jesu Familie. Auch Seine Mutter und Seine Brüder werden erst dann wieder zu Ihm finden. wenn sie sich dieser Regel unterwerfen und im Tun des Willen Gottes sich mit dem Gottessohn vereinigen. (Spieker [5], S. 16)

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Freitag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Es wurden aber auch andere hingeführt, zwei übeltäter, daß sie mit ihm hingerichtet würden. Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.
Luk 23, 32-34 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Abend
 
[Es ist zwar alles rein; aber es ist nicht gut für den, der es mit schlechtem Gewissen ißt. Es ist besser, du ißt kein Fleisch und trinkst keinen Wein und tust nichts, woran sich dein Bruder stößt. Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft. Wer aber dabei zweifelt und dennoch ißt, der ist gerichtet, denn es kommt nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde. Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben.]
Jeder von uns lebe so, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
Röm (14, 20b - 15, 1) 15, 2-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
In der Gemeinde Gottes tragen die Starken besondere Verantwortung für die Schwachen. Sie werden dazu verpflchtet durch das Vorbild Christi, an welches uns ein Wort aus dem Karfreitagspsalm erinnert: »Die Schmähungen derer, die Dich schmähen, sind auf mich gefallen.« Er hat stellvertretend die Gottesfeindschaft der Sünder auf sich genommen. (Spieker [5], S. 195)

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Samstag

18. SONNTAG NACH TRINITATIS

Morgen
 
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: »Du sollst nicht töten«; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein. Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig. Darum: wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in den Sinn, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.
Matth 5, 17-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Nichts, was einmal Hülle des Lebens war, wird von Christus unehrbietig beiseite getan, aber alles, was im Gesetz steht, wird in einer neuen Tiefe gefaßt und in seinem göttlliche Sinn erkannt und verwirlicht. - Die »bessere Gerechtigkeit« ist das innere Gutsein aus reiner Begnadung, darum steht sie turmhoch über jedem menschlichen Werk. Sie zeigt sich in der überwindung von Haß und Zorn, in der Bereitschaft zur Versöhnung mit deinem Bruder. Der Gang zum Altar, der Stätte des Gebetes und des Opfers, erinnert dich, daß du nur mit versöhntem Herzen, wenn du zuvor die Vergebung deines Bruders gesucht hast, Gott ein reines Opfer darbringen kannst. (Spieker [5], S. 50/210 f.)
 
Abend


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-24
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