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Lesung im Kirchenjahr
4. Sonntag im Advent
Die nahende Freude
Hoher Advent
Verheißung und Erwartung


Sonntag
17.12.
18.12.
19.12.
20.12.
21.12.
22.12.
23.12.
24.12.

 

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe. Phil 4, 4.5b
 
Der Herr ist nahe; das heißt nicht nur, daß der Herr in einem allgemeinen und zeitlosen Sinn uns immer und überall nahe ist, sondern daß Er zu uns kommt und daß wir Seiner Erscheinung entgegengehen. Diese Gewißheit ist der tragende Grund aller Mahnungen des Neuen Testamentes, darum auch dieses Aufrufes zur Freude. Das Wort "Freude" ist in unserer Sprache verwandt mit Frieden, so wie das entsprechende griechische Wort verwandt ist mit Gnade. Freude ist das Gefühl der innersten Lebensgesundeit, die kraftvoll ausschreitende Bewegung dessen, der seines Weges gewiß ist. Christus, der zu uns kommende Christus, ist der Lebensraum, in dem unser ganzes Leben genesen kann, und diese Frieden, Freude und Güte ausstrahlende Gesundung unseres ganzen Wesens ist das Kennzeichen einer christlichen Existenz, die davon durchdrungen ist, daß Christus nicht nur "alle Jahre wieder" zu uns kommt, sondern daß Seine endgültige Erscheinung unsere eigentliche Zukunft ist.
(Spieker [5], S. 14)

 

Sonntag

 

4. SONNTAG IM ADVENT

 

Wochenspruch

 

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe.

Wochenlied

 

Nun jauchzet, all ihr Frommen (EG 9)

Alttestamentliche Lesung
 
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Freudenboten, die da Frieden verkündigen, Gutes predigen, Heil verkündigen, die da sagen zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und rühmen miteinander; denn alle Augen werden es sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und rühmt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, daß aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jes 52, 7-10 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Kirche gilt der Freudenruf dieses Sonntags, sie ist "Jerusalem", ihr wird die Frohbotschaft gebracht: Friede, Trost und Erlösung sind der Welt gegeben durch das Kreuz. Hier wird die zerstörte Ordnung wiederhergestellt, die Sünde getragen, ein neuer Zugang zu Gottes Vaterherzen eröffnet. Hier liegt der tiefste Grund des "Freuet euch" (Spieker [5], S. 101)
 
Epistel
 
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte laßt kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.
Phil 4, 4-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Von der großen Freude, welche sich auswirkt in der Gelassenheit und Güte des Herzens, in der Stetigkeit des Gebets, in der Klarheit und Ordnung des inwendigen Menschen. Das alles ist die Wirkung von der Nähe unsres Herrn. (Spieker [5], S. 15)
 
Evangelium
 
[Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.]
Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit.
[Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.]
Luk 1, (39-45) 46-55 (56) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Lobpreis der Maria klingt weiter in dem Abendgebet der Kirche, welche sich damit als Gottes geringe Magd bekennt, die von Gottes Gnade lebt. Darüber hinaus weitet der Lobpreis unsren Blick, indem er uns schauen läßt den Sturz der gottfeindlichen Machthaber und die Erfüllung aller Gottesverheißungen an den Frommen. (Spieker [5], S. 16)
 
Abendlesung vom Kalendertage
 

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17. Dezember

 

HOHER ADVENT

Morgen
 
Im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, daß sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.
Lk 1, 26-38 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Engel verkündet das Geheimnis der Menschwerdung des Gottessohnes, welcher empfangen wird vom Heiligen Geist. Maria läßt in Demut und Gehorsam an sich geschehn, was Gott ihr durch den Engel verkündigen läßt. Um dieser Demut und ihres vollkommenen Vertrauens willen ist sie erwählt, die Mutter des Heilandes zu werden. Spieker [5], S. 15
 
Abend
 
Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen und deine Feinde abgewendet. Der HERR, der König Israels, ist bei dir, daß du dich vor keinem Unheil mehr fürchten mußt. Zur selben Zeit wird man sprechen zu Jerusalem: Fürchte dich nicht, Zion! Laß deine Hände nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. Wie an einem festlichen Tage nehme ich von dir hinweg das Unheil, daß du seinetwegen keine Schmach mehr trägst. Siehe, zur selben Zeit will ich mit allen denen ein Ende machen, die dich bedrängen, und will den Hinkenden helfen und die Zerstreuten sammeln und will sie zu Lob und Ehren bringen in allen Landen, wo man sie verachtet. Zur selben Zeit will ich euch heimbringen und euch zur selben Zeit sammeln; denn ich will euch zu Lob und Ehren bringen unter allen Völkern auf Erden, wenn ich eure Gefangenschaft wenden werde vor euren Augen, spricht der HERR.
Zef 3, 14-20 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Diese Verheißung ist für uns erfüllt. Deshalb darf die Gemeinde jauchzen und fröhlich sein, denn sie hat den lebendigen Heiland in ihrer Mitte, an Ihm hat sie Vergebung der Sünde, Leben und Seligkeit. Spieker [5], S. 6

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18. Dezember

 

HOHER ADVENT

Morgen
 
Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlaß, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an euch. Den Geist dämpft nicht. Prophetische Rede verachtet nicht. Prüft aber alles, und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt. Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist er, der euch ruft; er wird's auch tun.
1.Thess 5, 16-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Wenn wir dankbar sind "in allen Dingen", erkennen wir, daß auch in Leid, Trübsal und Anfechtung Gottes guter und gnädiger Wille an uns geschieht, ja, daß Sein Friede unser ganzes Leben im Blick auf das ewige Ziel, zu dem wir gerufen sind, in Ordnung hält, heiligt und bewahrt. (Spieker [5], S. 248)
 
Abend
 
(Jakobs Segen:) Juda, du bist's! Dich werden deine Brüder preisen. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken sein, vor dir werden deines Vaters Söhne sich verneigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hochgekommen, mein Sohn, vom Raube. Wie ein Löwe hat er sich hingestreckt und wie eine Löwin sich gelagert. Wer will ihn aufstören? Es wird das Zepter von Juda nicht weichen noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis daß der Held komme, und ihm werden die Völker anhangen. Er wird seinen Esel an den Weinstock binden und seiner Eselin Füllen an die edle Rebe. Er wird sein Kleid in Wein waschen und seinen Mantel in Traubenblut. Seine Augen sind dunkel von Wein und seine Zähne weiß von Milch.
1.Mos 49, 8-12  Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Lobspruch über Juda. Ihm ist die Dauer des Köigtums verheißen, bis daß Der kommt, dem das Szepter gebührt, der kommende Herrscher und König, dem die Völker gehorchen werden - "Denn es ist ja offenbar, daß unser Herr aus Juda hervorgegangen ist" (Hebr 7,14). (Spieker [5], S. 5)

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19. Dezember

 

HOHER ADVENT

Morgen
 
Gott ist mein Zeuge, daß unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.
2.Kor 1, 18-22 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Ebensowenig wie im Wort des Apostels Ja und Nein zugleich waren, sind sie es in dem Wort Christi. In Ihm wird das Ja gesprochen zu allen Verheißungen Gottes. Dieser Verheißungen sind wir teilhaftig seit unserer Taufe, sie ist das Siegel unserer unlöslichen Zugehörigkeit zu Christus. (Spieker [5], S. 4)
 
Abend
 
Es wird geschehen zu der Zeit, daß das Reis aus der Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Heiden fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein. Und der Herr wird zu der Zeit zum zweitenmal seine Hand ausstrecken, daß er den Rest seines Volks loskaufe, der übriggeblieben ist in Assur, Ägypten, Patros, Kusch, Elam, Schinar, Hamat und auf den Inseln des Meeres. Und er wird ein Zeichen aufrichten unter den Völkern und zusammenbringen die Verjagten Israels und die Zerstreuten Judas sammeln von den vier Enden der Erde. Und der Neid Ephraims wird aufhören und die Feindschaft Judas ausgerottet werden, daß Ephraim nicht mehr neidisch ist auf Juda und Juda nicht mehr Ephraim feind ist.
Jes 11, 10-13 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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20. Dezember

 

HOHER ADVENT

Morgen
 
Ich sah in der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben innen und außen, versiegelt mit sieben Siegeln. Und ich sah einen starken Engel, der rief mit großer Stimme: Wer ist würdig, das Buch aufzutun und seine Siegel zu brechen? Und niemand, weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde, konnte das Buch auftun und hineinsehen. Und ich weinte sehr, weil niemand für würdig befunden wurde, das Buch aufzutun und hineinzusehen. Und einer von den Ältesten spricht zu mir: Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamm Juda, die Wurzel Davids, aufzutun das Buch und seine sieben Siegel.
Offb 5, 1-5 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Ihm, der geopfert ward wie ein Lamm, der überwunden hat wie ein Löwe, - Ihm allein gebührt es, das geheimnisvolle Buch mit den sieben Siegeln aufzutun, welches den verborgenen Welt- und Heilsplan Gottes enthält und welches kein Engel und kein unterirdisches Wesen eröffnen kann, geschweige denn ein Mensch. Darum muß Christus kommen, der in Seinem Kreuzesopfer und Seinem Ostersieg den Sinn der Geschichte enthüllt und den göttlichen Welt- und Heilsplan aufschließt. (Spieker [5], S. 150)
 
Abend
 
So spricht Gott, der HERR, der die Himmel schafft und ausbreitet, der die Erde macht und ihr Gewächs, der dem Volk auf ihr den Odem gibt und den Geist denen, die auf ihr gehen: Ich, der HERR, habe dich gerufen in Gerechtigkeit und halte dich bei der Hand und behüte dich und mache dich zum Bund für das Volk, zum Licht der Heiden, daß du die Augen der Blinden öffnen sollst und die Gefangenen aus dem Gefängnis führen und, die da sitzen in der Finsternis, aus dem Kerker. Ich, der HERR, das ist mein Name, ich will meine Ehre keinem andern geben noch meinen Ruhm den Götzen. Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe denn es aufgeht, lasse ich's euch hören.
Jes 42, 5-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Was der Prophet als das Werk des Gottesknechts geschaut hat, das ist im Werk Christi erfüllt. Ihn treibt die Liebe zu allem Zerbrochenen mit verlöschendem Leben, das der Aufrichtung, Stärkung und Anfachung bedarf. Weltweit und still ist Sein Dienst. Gott verbindet sich darin aufs neue mit Seinen Geschöpfn und läßt in alle Dunkelheit die Herrlichkeit Seiner Heilsordnung neu hineinleuchten. (Spieker [5]bsp;S. 240)

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21. Dezember

HOHER ADVENT

Morgen
 
Dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf: Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür aufgetan, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und hast meinen Namen nicht verleugnet. Weil du mein Wort von der Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Siehe, ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!
[Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.]
Offb 3, 7.8.10.11 (12) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Geheimnis der "kleinen Kraft"! Trotz des Mangels an Macht und Einfluß besitzt die Gemeinde zu Philadelphia des Entscheidende: sie hält fest am Wort und bezeugt den Namen ihres Herrn. Deshalb ist sie das Bild der wahren Kirche, ihr gilt die Verheißung, daß sie bewahrt werde in der letzten schweren Drangsal und daß sie zum tragenden Pfeiler im künftigen Tempel werde.
(Spieker [5], S. 328)

 
Abend
 

Ich, der HERR, bin dein Heiland und ich, der Mächtige Jakobs, dein Erlöser. Ich will Gold anstatt des Erzes und Silber anstatt des Eisens bringen und Erz anstatt des Holzes und Eisen anstatt der Steine. Und ich will zu deiner Obrigkeit den Frieden machen und zu deinen Vögten die Gerechtigkeit. Man soll nicht mehr von Frevel hören in deinem Lande noch von Schaden oder Verderben in deinen Grenzen, sondern deine Mauern sollen "Heil" und deine Tore "Lob" heißen. Die Sonne soll nicht mehr dein Licht sein am Tage, und der Glanz des Mondes soll dir nicht mehr leuchten, sondern der HERR wird dein ewiges Licht und dein Gott wird dein Glanz sein. Deine Sonne wird nicht mehr untergehen und dein Mond nicht den Schein verlieren; denn der HERR wird dein ewiges Licht sein, und die Tage deines Leidens sollen ein Ende haben. Und dein Volk sollen lauter Gerechte sein. Sie werden das Land ewiglich besitzen als der Sproß meiner Pflanzung und als ein Werk meiner Hände mir zum Preise. Aus dem Kleinsten sollen tausend werden und aus dem Geringsten ein mächtiges Volk. Ich, der HERR, will es zu seiner Zeit eilends ausrichten.
Jes 60, 16b-22 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Im Gegensatz zur irdischen Sonne, welche untergeht, welche einmal erloschen sein wird, redet der Prophet von einer Sonne, die nicht mehr untergeht - von jener "Sonne der Gerechtigkeit", welche diese Welt erleuchtet mit dem Glanz der Wahrheit und sie erwärmt mit dem göttlichen Liebesfeuer. Wo sie leuchtet, da spendet sie Leben, Heil und Gerechtigkeit. (Spieker [5], S. 206)

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22. Dezember

HOHER ADVENT

Morgen
 
Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern. Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. - Amen, ja, komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!
Offb 22, 16.17.20.21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
"Amen, ja, komm, Herr Jesus". In diesem Gebetsruf klingt die Heilige Schrift aus. Es ist das Gebet der Kirche bis auf diesen Tag. Der Ruf geht nicht ins Leere; ihm antwortet die Stimme Christi: "Ja, ich komme bald." Sie kommt aus der Ewigkeit und kling ein in jede Zeit. Er kommt hier schon in den Gaben des Heiligen Mahles, bei dem wir beten: "Marána thá", unser Herr, komm! (Spieker [5], S. 6)
 
Abend
 
Zur selben Zeit will ich die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten und ihre Risse vermauern und, was abgebrochen ist, wieder aufrichten und will sie bauen, wie sie vorzeiten gewesen ist, damit sie in Besitz nehmen, was übrig ist von Edom, und alle Heiden, über die mein Name genannt ist, spricht der HERR, der solches tut. Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, daß man zugleich ackern und ernten, zugleich keltern und säen wird. Und die Berge werden von süßem Wein triefen, und alle Hügel werden fruchtbar sein. Denn ich will die Gefangenschaft meines Volks Israel wenden, daß sie die verwüsteten Städte wieder aufbauen und bewohnen sollen, daß sie Weinberge pflanzen und Wein davon trinken, Gärten anlegen und Früchte daraus essen. Denn ich will sie in ihr Land pflanzen, daß sie nicht mehr aus ihrem Land ausgerottet werden, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.
Amos 9, 11-15 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

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23. Dezember

HOHER ADVENT

Morgen
 
Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen zu bestätigen, die den Vätern gegeben sind; die Heiden aber sollen Gott loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben steht: "Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen." Und wiederum heißt es: "Freut euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!" Und wiederum: "Lobet den Herrn, alle Heiden, und preist ihn, alle Völker!" Und wiederum spricht Jesaja: " Es wird kommen der Sproß aus der Wurzel Isais und wird aufstehen, um zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen." Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, daß ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des heiligen Geistes.
Röm 15, 8-13 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Christus kommt als der "Heiden Heiland" und bestätigt uralte Verheißungen Gottes. Darum ist die Zeit Seines Kommens die Zeit des Jubels, des Lobens und Dankens bei allen Heiden, die nun nicht mehr gottferne Völker sind, sondern Anteil empfangen an dem Gottesreich, das Gott vorzeiten den Vätern verheißen hat. (Spieker [5], S. 7)
 
Abend
 
Der HERR redete zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe! Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, damit ich den HERRN nicht versuche. Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist's euch zu wenig, daß ihr Menschen müde macht? Müßt ihr auch meinen Gott müde machen? Darum wird euch der HERR selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.
Jes 7, 10-14 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Das Wort des Propheten, gesprochen in einer bestimmten Stunde menschlicher Not, wird durch Gottes Fügung zur Ankündigung der Geburt Christi, des wahren "Immanuel", in welchem Gott sich mit unserm Fleisch und Blut verbindet. (Spieker [5], S. 17)

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24. Dezember

HOHER ADVENT

Morgen
 
(1. Lesung nur, wenn keine Vigil gehalten wird)
Die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, daß ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und das Weib sah, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Mühsal schaffen, wenn du schwanger wirst; unter Mühen sollst du Kinder gebären. Und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, aber er soll dein Herr sein. Und zum Manne sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deines Weibes und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen -, verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden. Und Adam nannte sein Weib Eva; denn sie wurde die Mutter aller, die da leben. Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
1. Mose 3, 1-6. 14-24 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Der Mensch hat das Bild Gottes nicht bewahrt, er hat den Gottesfrieden gebrochen, fortan geht durch die Schöpfung der Riß der großen Störung. Diese Störung wird zuerst am menschlichen Leibe offenbar: das Wissen um die Nackheit zeigt den Verlust der bindlidren Einfalt, der Leib ist ausgeliefert an Schmerzen und Krankheit, dahingegeben unter die Fron der Arbeit, dem Tode verfallen. Mit der ganzen Schöpfung warten wir auf unsres Leibes Erlösung (Spieker [5], S. 7)
 
Wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben. Denn die Sünde war wohl in der Welt, ehe das Gesetz kam; aber wo kein Gesetz ist, da wird Sünde nicht angerechnet. Dennoch herrschte der Tod von Adam an bis Mose auch über die, die nicht gesündigt hatten durch die gleiche Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild dessen, der kommen sollte. Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Röm 5, 12-14. 18-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gewiß gehören wir alle noch in die Menschheitsreihe, die mit Adam beginnt. Wir sind noch der Sünde und dem Tode unterworfen. Aber durch unsere Taufe sind wir zugleich der neuen Menschheitsreihe eingefügt und haben seitdem Anteil an den Lebenskräften Christi. Im Nicaenischen Bekenntnis bekennen wir uns zu dem »Leben der zukünftigen Welt«. Das ist das Leben des neuen Aeon, in welchen auch du versetzt bist durch deine Taufe. So wird Adams Fall überwunden. Am 24. Dezember werden Adam und alle seine Kinder eingeladen, an der Seligkeit teilzuhaben, die in Christus begonnen hat. (Spieker [5], S. 18)
 
Heiligabend


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 04-11-22
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