Sonntag

30. Oktober 2016

 

23. SONNTAG NACH TRINITATIS
Die Kirche in der Welt

 

Predigttext

 

Phil 3, 17 (18-19) 20-21 (II. Reihe)
Röm 13, 1-7 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Dem König aller Könige und Herrn aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, dem sei Ehre und ewige Macht.

Wochenlied

 

In dich hab ich gehoffet, Herr (EG 275)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend
 
Gebete: Morgen   Mittag   Abend
 
Vorabend
 
{Und} alsbald trieb er seine Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm hinüberzufahren nach Betsaida, bis er das Volk gehen ließe. Und als er sie fortgeschickt hatte, ging er hin auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war das Boot mitten auf dem See und er auf dem Land allein. Und er sah, daß sie sich abplagten beim Rudern, denn der Wind stand ihnen entgegen. Um die vierte Nachtwache kam er zu ihnen und ging auf dem See und wollte an ihnen vorübergehen. Und als sie ihn sahen auf dem See gehen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien; denn sie sahen ihn alle und erschraken. Aber sogleich redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht! und trat zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und sie entsetzten sich über die Maßen; denn sie waren um nichts verständiger geworden angesichts der Brote, sondern ihr Herz war verhärtet.
Mark 6, 45-52 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Er weiß um die Not der Seinen, Er weiß auch um unsre Not. Er, der Auferstandene, schreitet, aller Erdenschwere entkleidet, sicher über die Wellen, Er ist auch uns nahe auf dem wilden, bewegten Lebensmeer. Er tritt zu uns ins Schiff der Kirche und spricht: "Seid getrost, Ich bin's; fürchtet euch nicht!" (Spieker [5], S. 87)
 
Alttestamentliche Lesung
 
{Und} der HERR sprach: Es ist ein großes Geschrei über Sodom und Gomorra, daß ihre Sünden sehr schwer sind. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht so sei, damit ich's wisse. Aber Abraham blieb stehen vor dem HERRN und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es könnten vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären?5 Das sei ferne von dir, daß du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, so daß der Gerechte wäre gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir! Sollte der Richter aller Welt nicht gerecht richten? Der HERR sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihretwillen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, zu reden mit dem Herrn, wiewohl ich Erde und Asche bin. Es könnten vielleicht fünf weniger als fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man könnte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, daß ich noch mehr rede. Man könnte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden, mit dem Herrn zu reden. Man könnte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. Und er sprach: Ach, zürne nicht, Herr, daß ich nur noch einmal rede. Man könnte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen. Und der HERR ging weg, nachdem er aufgehört hatte, mit Abraham zu reden; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.
1.Mose 18, 20.21.22b-33 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Gewiß, Abraham "handelt" mit Gott, aber nicht für sich, sondern für andere. Er vertraut auf die Langmut Gottes, der einer ganzen Stadt vergeben will um des Restes von Frommen willen, die darin wohnen. Wie groß ist die Verantwortung des "heiligen Restes" in jeder Gemeinschaft, wie unbegründet die Angst vor der kleinen Zahl in Kirche und Gemeinde - denn gerade von der kleinen Zahl kann die Rettung ausgehn. (Spieker [5], S. 300)
 
Epistel
 
Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele leben so, daß ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich's auch unter Tränen: sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch, und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, daß er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.
Phil 3, 17 (18.19) 20-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
An unserm Wandel entscheidet sich, ob wir wirklich unser "Bürgerrecht" im Himmel haben. Menschen, welche an Gottes Statt ihren Bauch, an Stelle der Herrlichkeit ihr schändliches Treiben setzen, haben kein Recht, sich auf die himmlische Welt zu berufen. Jene himmlische Welt, deren wir warten, wird verleugnet oder bbezeugt durch unsern irdischen Wandel, nicht zuletzt durch unsre Leiblichkeit, welche auch teilhaben soll an der großen Erneuerung, die ihren Anfang genommen hat mit der verklärten Leiblichkeit des Auferstandenen. (Spieker [5], S. 302)
 
Evangelium
 
Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, wie sie ihn in seinen Worten fangen könnten; und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht das Ansehen der Menschen. Darum sage uns, was meinst du: Ist's recht, daß man dem Kaiser Steuern zahlt oder nicht? Als nun Jesus ihre Bosheit merkte, sprach er: Ihr Heuchler, was versucht ihr mich? Zeigt mir die Steuermünze! Und sie reichten ihm einen Silbergroschen. Und er sprach zu ihnen: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen davon.
Matth 22, 15-22 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Mit scharfem Schnitt scheidet Christus den Anspruch des Staates von dem Anspruch Gottes. Dem Staate gegenüber handelt es sich um "Rückerstattungspflicht": ihr nehmt den Staat in Anspruch, genießt seinen Schutz, arbeitet mit seinem Gelde - so gebt ihm wieder, was ihm gebührt! Vor allem aber: Gebt Gott zurück, was Gottes ist! Er schuf euch zu Seinem Bild, so tragt ihr also Sein Bild an euch - darum begebt euch Ihm zum Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Den "Totalitätsanspruch" hat Gott allein. (Spieker [5], S. 302)
 
Abend
 
{Und} als Ahab Elia sah, sprach Ahab zu ihm: Bist du nun da, der Israel ins Unglück stürzt? Er aber sprach: Nicht ich stürze Israel ins Unglück, sondern du und deines Vaters Haus dadurch, daß ihr des HERRN Gebote verlassen habt und wandelt den Baalen nach. Wohlan, so sende nun hin und versammle zu mir ganz Israel auf den Berg Karmel und die vierhundertundfünfzig Propheten Baals, auch die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen. So sandte Ahab hin zu ganz Israel und versammelte die Propheten auf den Berg Karmel. Da trat Elia zu allem Volk und sprach: Wie lange hinket ihr auf beiden Seiten? Ist der HERR Gott, so wandelt ihm nach, ist's aber Baal, so wandelt ihm nach. Und das Volk antwortete ihm nichts. Da sprach Elia zum Volk: Ich bin allein übriggeblieben als Prophet des HERRN, aber die Propheten Baals sind vierhundertundfünfzig Mann. So gebt uns nun zwei junge Stiere und laßt sie wählen einen Stier und ihn zerstücken und aufs Holz legen, aber kein Feuer daran legen; dann will ich den andern Stier nehmen und aufs Holz legen und auch kein Feuer daran legen. Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, aber ich will den Namen des HERRN anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der ist wahrhaftig Gott. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Das ist recht.
[Und Elia sprach zu den Propheten Baals: Wählt ihr einen Stier und richtet zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft den Namen eures Gottes an, aber legt kein Feuer daran. Und sie nahmen den Stier, den man ihnen gab, und richteten zu und riefen den Namen Baals an vom Morgen bis zum Mittag und sprachen: Baal, erhöre uns! Aber es war da keine Stimme noch Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den sie gemacht hatten. Als es nun Mittag wurde, verspottete sie Elia und sprach: Ruft laut! Denn er ist ja ein Gott; er ist in Gedanken oder hat zu schaffen oder ist über Land oder schläft vielleicht, daß er aufwache.]
Und als es Zeit war, das Speisopfer zu opfern, trat der Prophet Elia herzu und sprach: HERR, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, laß heute kundwerden, daß du Gott in Israel bist und ich dein Knecht und daß ich das alles nach deinem Wort getan habe! Erhöre mich, HERR, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, daß du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst! Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben. Als das alles Volk sah, fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Der HERR ist Gott, der HERR ist Gott!
1.Kön 18, 17-24 (25-27) 36-39 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
 
Ist Elia auch ein einsamer Zeuge seines Gottes und "allein übriggeblieben" im allgemeinen Abfall, so ist er doch gegenüber der großen Zahl der Stärkere, weil er seines Gottes gewiß ist. Er sucht Seinen Beistand in starkem und gläubigem Gebet, und der Herr Himmels und der Erde bezeugt sich gewaltig im Feuer.(Spieker, [5] S. 303)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-10-02
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