19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Heilung an Leib und Seele

Sonntag

27. Oktober 2019

Wochenspruch

 

Heile Du mich, HERR, so werde ich heil;
hilf Du mir, so ist mir geholfen.

Lied

 

Ich singe dir mit Herz und Mund (EG 324)
Da wohnt ein Sehnen tief in uns (EG E 24/SJ 128)


Vorabend

P. JordanUnd es war ein Mann in Lystra, der saß da ohne Kraft in den Füßen; er war gelähmt von Mutterleib an und hatte noch nie gehen können. Der hörte Paulus reden. Und als dieser ihn ansah und merkte, dass er glaubte, ihm könne geholfen werden, sprach er mit lauter Stimme: Stell dich aufrecht auf deine Füße! Und er sprang auf und ging umher. Da aber das Volk sah, was Paulus getan hatte, erhoben sie ihre Stimme und riefen auf Lykaonisch: Die Götter sind den Menschen gleich geworden und zu uns herabgestiegen. Und sie nannten Barnabas Zeus und Paulus Hermes, weil er das Wort führte. Und der Priester vom Tempel des Zeus vor der Stadt brachte Stiere und Kränze an die Stadttore und wollte mit dem Volk opfern. Als das die Apostel Barnabas und Paulus hörten, zerrissen sie ihre Kleider und sprangen unter das Volk und schrien: Ihr Männer, was macht ihr da? Wir sind auch sterbliche Menschen wie ihr und predigen euch das Evangelium, dass ihr euch bekehren sollt von diesen nichtigen Göttern zu dem lebendigen Gott, der Himmel und Erde und das Meer und alles, was darin ist, gemacht hat. Zwar hat er in den vergangenen Zeiten alle Heiden ihre eigenen Wege gehen lassen; und doch hat er sich selbst nicht unbezeugt gelassen, hat viel Gutes getan und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gegeben, hat euch ernährt und eure Herzen mit Freude erfüllt. - Und obwohl sie das sagten, konnten sie kaum das Volk davon abbringen, ihnen zu opfern.
Apg 14, 8-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

{Und} Mose hieb zwei steinerne Tafeln zu, wie die ersten waren, und stand am Morgen früh auf und stieg auf den Berg Sinai, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm die zwei steinernen Tafeln in seine Hand. Da kam der HERR hernieder in einer Wolke und trat daselbst zu ihm. Und er rief aus den Namen des HERRN. Und der HERR ging vor seinem Angesicht vorüber, und er rief aus: HERR, HERR, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue, der da Tausenden Gnade bewahrt und vergibt Missetat, Übertretung und Sünde, aber ungestraft lässt er niemand, sondern sucht die Missetat der Väter heim an Kindern und Kindeskindern bis ins dritte und vierte Glied. Und Mose neigte sich eilends zur Erde und betete an und sprach: Hab ich, HERR, Gnade vor Deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte, denn es ist ein halsstarriges Volk; und vergib uns unsere Missetat und Sünde und lass uns Dein Erbbesitz sein. Und der HERR sprach: Siehe, Ich will einen Bund schließen: Vor deinem ganzen Volk will Ich Wunder tun, wie sie nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern, und das ganze Volk, in dessen Mitte du bist, soll des HERRN Werk sehen; denn wunderbar wird sein, was Ich an dir tun werde.
2. Mose 34, 4-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wenn ein ganzes Volk vor Gott in der Schuld ist und die Gebote Gottes übertreten hat, so ist ihm nur dadurch zu helfen, daß die Tafeln des Gesetzes neu wieder vor ihm aufgerichtet werden. An ihnen wird offenbar, daß jedes göttliche Gebot zugleich eine Gabe und Gnade in sich schließt, welche uns verpflichtet, in den Geboten zu wandeln. (Spieker [5], S. 298)

Epistel

Leidet jemand unter euch, der bete; ist jemand guten Mutes, der singe Psalmen. Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden. Bekennt also einander eure Sünden und betet füreinander, dass ihr gesund werdet. Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.
Jak 5, 13-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Not des Kranken liegt darin, daß er abgetrennt ist von der Gemeinschaft. Gewiß nimmt ihn Gott »besonders«, denn Er hat mit ihm allein zu reden und zu handeln. Aber der Kranke bleibt doch auch Glied der Gemeinde. Ihren Vertretern wird in unserm Text die doppelte Aufgabe gestellt: über dem Kranken zu beten und ihn mit Öl zu salben im Namen des Herrn - geistliche und leibliche Hilfe liegen ineinander. Der Dienst der Gemeinde umfaßt den ganzen Menschen, er geht bis an die Wurzel, wenn sie seine Beichte annimmt und ihm das Wort der Vergebung zuspricht. (Spieker [5], S. 240)

Evangelium

P. Jordan{Und} nach etlichen Tagen ging Jesus {Er} wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass Er im Hause war. Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und Er sagte ihnen das Wort. Und es kamen einige, die brachten zu Ihm einen Gelähmten, von vieren getragen. Und da sie ihn nicht zu Ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo Er war, gruben es auf und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. Da nun Jesus ihren Glauben sah, sprach Er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben. Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? Und Jesus erkannte alsbald in Seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh hin? Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden - sprach Er zu dem Gelähmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim! Und er stand auf und nahm sogleich sein Bett und ging hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben solches noch nie gesehen.
Mk 2, 1-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Blick des Herzenskündigers dringt bis zur Wurzel der Krankheit, Er spricht den Sünder los und macht das Neuwerden des ganzen Menschen sichtbar auch an seinem Leibe. Niemand kann Sünden vergeben als Gott allein: hier ist Gott in Seinem Sohn zu den Menschen gekommen mit Seiner lebenerneuernden, heilenden Kraft. (Spieker [5], S. 190)

Abend

Denk an deinen Schöpfer in deiner Jugend, ehe die bösen Tage kommen und die Jahre nahen, da du wirst sagen: »Sie gefallen mir nicht«; ehe die Sonne und das Licht, der Mond und die Sterne finster werden und die Wolken wiederkommen nach dem Regen, - zur Zeit, wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich krümmen und müßig stehen die Müllerinnen, weil es so wenige geworden sind, wenn finster werden, die durch die Fenster sehen, wenn die Türen an der Gasse sich schließen, dass die Stimme der Mühle leise wird und sie sich hebt, wie wenn ein Vogel singt, und alle Töchter des Gesanges sich neigen; wenn man vor Höhen sich fürchtet und sich ängstigt auf dem Wege, wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht; denn der Mensch fährt dahin, wo er ewig bleibt, und die Klageleute gehen umher auf der Gasse; - ehe der silberne Strick zerreißt und die goldene Schale zerbricht und der Eimer zerschellt an der Quelle und das Rad zerbrochen in den Brunnen fällt. Denn der Staub muss wieder zur Erde kommen, wie er gewesen ist, und der Geist wieder zu Gott, der ihn gegeben hat.
[Es ist alles ganz eitel, sprach der Prediger, ganz eitel.]
Pred 12, 1-7 (8) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

APOSTEL SIMON UND JUDAS

Botschafter an Christi Statt

Samstag

28. Oktober 2019

Tagesspruch

 

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten,
der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt.

Lied

 

Bei dir, Jesu, will ich bleiben (EG 400, 1-4)
Ist Gott für mich, so trete (EG 351, 1-4)


Alttestamentliche Lesung

Merkt auf, ihr Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Rede meines Mundes. Meine Lehre rinne wie der Regen, und meine Rede riesele wie Tau, wie der Regen auf das Gras und wie die Tropfen auf das Kraut. Denn ich will den Namen des HERRN preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist der Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alle Seine Wege sind recht. Treu ist Gott und kein Böses an Ihm, gerecht und wahrhaftig ist Er.
5. Mose 32, 1-4 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der Ölberg heißt und nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt. Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Apg 1, 12-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Evangelium

(Aus der Abschiedsrede Jesu:) Das gebiete Ich euch, dass ihr euch untereinander liebt. Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie Mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern Ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Denkt an das Wort, das Ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie Mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie Mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten. Aber das alles werden sie euch tun um Meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der Mich gesandt hat. Wenn Ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen nicht gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorbringen, um ihre Sünde zu entschuldigen. Wer Mich hasst, der hasst auch Meinen Vater. Hätte Ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie Mich und Meinen Vater. Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen Mich ohne Grund«.
Joh 15, 17-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Christus ist der Beginn einer neuen und das Ende der alten Welt. Die Kirche, als die Gemeinde dieses Christus, ist für die Welt eine ständige Erinnerung daran, daß ihre Stunde geschlagen hat.
Um so nötiger aber ist es, daß die Christen in dieser Welt das Gebot immer wieder neu hören: daß sie sich »untereinander lieben«. Die Liebe ist das Lebensgesetz derer, die der Herr »von der Welt erwählt hat«. (Spieker [5], S. 354)


19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag

28. Oktober 2019


Abend

Da ließ Mose Israel vom Schilfmeer aufbrechen, und sie zogen zur Wüste Schur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste und fanden kein Wasser. Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war sehr bitter. Daher nannte man den Ort Mara. Da murrte das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken? Er schrie zu dem HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und versuchte sie und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor Ihm, und merken auf Seine Gebote und halten alle Seine Gesetze, so will Ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die Ich den Ägyptern auferlegt habe; denn Ich bin der HERR, dein Arzt. Und sie kamen nach Elim; da waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume. Und sie lagerten sich dort am Wasser.
2. Mose 15, 22-27 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

29. Oktober 2019


Morgen

Und es begab sich, als Jesus {Er} in einer der Städte war, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er nieder auf sein Angesicht und bat Ihn und sprach: Herr, willst Du, so kannst Du mich reinigen. Und Er streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will's tun, sei rein! Und sogleich wich der Aussatz von ihm. Und Er gebot ihm, dass er's niemandem sagen sollte. Geh aber hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Aber die Kunde von Ihm breitete sich immer weiter aus, und es kam eine große Menge zusammen, zu hören und gesund zu werden von ihren Krankheiten. Er aber entwich in die Einöde und betete.
Lk 5, 12-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

(Jesus sprach zum Volk:) Hat euch nicht Mose das Gesetz gegeben? Und niemand unter euch tut das Gesetz. Warum sucht ihr Mich zu töten? Das Volk antwortete: Du bist von einem Dämon besessen; wer sucht Dich zu töten? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe Ich getan und es wundert euch alle. Darum hat Mose euch die Beschneidung gegeben - nicht dass sie von Mose kommt, sondern von den Vätern -, und ihr beschneidet einen Menschen auch am Sabbat. Wenn ein Mensch am Sabbat die Beschneidung empfängt, damit nicht das Gesetz des Mose gebrochen werde, was zürnt ihr dann Mir, weil Ich am Sabbat den ganzen Menschen gesund gemacht habe? Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet gerecht.
Joh 7, 19-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

30. Oktober 2019


Morgen

P. Jordan{Und} Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. Und Seine Jünger fragten Ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. Wir müssen die Werke dessen wirken, der Mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange Ich in der Welt bin, bin Ich das Licht der Welt. Als Er das gesagt hatte, spuckte Er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah - das heißt übersetzt: gesandt - und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.
Joh 9, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Seit den Tagen des Hiob, den seine Freunde ödeten mit ihren zudringlichen Versuchen, ihn von seiner Schuld zu überzeugen, bis auf den heutigen Tag ist es Menschenart, nach dem »Warum« des Leidens zu fragen. Christus kehrt die Frage um in das »Wozu?« Fortan ist das unsre Aufgabe: das Licht Christi zu bezeugen auch gegenüber der Unbegreiflichkeit menschlichen Leidens. Dies geschieht in der Kraft sich selbst aufopfernder Liebe. (Spieker [5], S. 42)

GEDENKEN DER REFORMATION

Gnade und Glaube

Donnerstag

31. Oktober 2019

Tagesspruch

 

Einen andern Grund kann niemand legen außer den,
der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

Lied

 

Nun freut euch lieben Christen g'mein (EG 341 - in Auswahl)
Die ganze Welt hast du uns überlassen (EG 360 - in Auswahl)


Vorabend

Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an Ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an Meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig Meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Da antworteten sie Ihm: Wir sind Abrahams Nachkommen und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst Du dann: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.
Joh 8, 31-36 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Geistliches Wachstum gibt es nur in der Freiheit, es kann sich nur entfalten kraft innerer Notwendigkeit, es wird hintangehalten durch gesetzlichen Zwang, unmöglich gemacht durch Versklavung unter die Sünde. Solche Freiheit gibt es nur durch Gehorsam gegen die "Wahrheit", d. i. die Wirklichkeit göttlichen Lebens, wie sie in Christus erschienen ist. Nur durch Ihn werden wir frei vom Zwang des Gesetzes und von der erniedriegenden Herrschaft der Sünde. (Spieker [5], S. 220)

Alttestamentliche Lesung

Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.
5. Mose 6, 4-9 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Es gilt, über der Vielfalt der irdischen Dinge und Gaben Den nicht zu vergessen, der sie gegeben hat, sondern Ihn über alle Dinge zu lieben und Sein heiliges Gebot immerdar vor Augen zu haben. (Spieker [5], S. 179)

Epistel

Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen, und werden ohne Verdienst gerecht aus Seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt zur Sühne in Seinem Blut zum Erweis Seiner Gerechtigkeit, indem Er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit der Geduld Gottes, um nun, in dieser Zeit, Seine Gerechtigkeit zu erweisen, auf dass Er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist aus dem Glauben an Jesus. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens. So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.
Röm 3, 21-28 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Gerechtigkeit, mit der allein wir vor Gott erscheinen können, ist nicht durch menschliche Leistung erworben, sondern durch die Gnade Gottes in Christus verliehen. (Spieker [5], S. 75)

Evangelium

P. JordanAls Jesus {Er aber} das Volk sah, ging Er auf einen Berg. Und Er setzte Sich, und Seine Jünger traten zu Ihm. Und Er tat Seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
[Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um Meinetwillen schmähen und verfolgen und allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen. Seid fröhlich und jubelt; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.]
Mt 5, 1-10 (11.12) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Auch die Verklärten der himmlischen Welt sind einmal Glieder der Gemeinschaft auf Erden gewesen. Sie sind »auf der königlichen Heerstraße Christi« gewandelt als die Barmherzigen, Herzensreinen, Friedensstifter und Märtyrer. Aber sie sind ihre Straße gezogen nicht bereits als die Heiligen und Vollkommenen, sondern als die Bettler und Armen im Geist, als Leidgebeugte, als die demütigen und doch starken Dulder, als solche, welche gerungen haben um dem »gnädigen Gott« und um Seine Gerechtigkeit - an diesen hat die Gnade Gottes große Wunder getan und hat an ihnen die Verheißung der großen Seligkeit verwirklicht. (Spieker [5], S. 359)

GEDENKEN ALLER HEILIGEN

Die Wolke der Zeugen

Freitag

1. November 2019

Tagesspruch

 

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Lied

 

Ich glaube, dass die Heiligen (EG 253 in Auswahl)
Jerusalem, du hochgebaute Stadt (EG 150, 1.3-5)


Vorabend

(Aus dem hohepriesterlichem Gebet Jesu:) Ich habe Deinen Namen den Menschen offenbart, die Du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren Dein, und Du hast sie Mir gegeben, und sie haben Dein Wort bewahrt. Nun wissen sie, dass alles, was Du Mir gegeben hast, von Dir kommt. Denn die Worte, die Du Mir gegeben hast, habe Ich ihnen gegeben, und sie haben sie angenommen und wahrhaftig erkannt, dass Ich von Dir ausgegangen bin, und sie glauben, dass Du Mich gesandt hast. Ich bitte für sie. Nicht für die Welt bitte Ich, sondern für die, die Du Mir gegeben hast, denn sie sind Dein. Und alles, was Mein ist, das ist Dein, und was Dein ist, das ist Mein; und Ich bin in ihnen verherrlicht. Und Ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt, und Ich komme zu Dir. Heiliger Vater, erhalte sie in Deinem Namen, den Du Mir gegeben hast, dass sie eins seien wie Wir. Solange Ich bei ihnen war, erhielt Ich sie in Deinem Namen, den Du mir gegeben hast, und Ich habe sie bewahrt, und keiner von ihnen ist verloren außer dem Sohn des Verderbens, damit die Schrift erfüllt werde. Nun aber komme Ich zu Dir, und dies rede ich in der Welt, auf dass Meine Freude in ihnen vollkommen sei. Ich habe ihnen Dein Wort gegeben, und die Welt hasst sie; denn sie sind nicht von der Welt, wie auch Ich nicht von der Welt bin.
Joh 17, 6-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

Im ersten Jahr Belsazars, des Königs von Babel, hatte Daniel einen Traum und Gesichte auf seinem Bett; und er schrieb den Traum auf: Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere. Ich sah in diesem Gesicht in der Nacht, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn und gelangte zu dem, der uralt war, und wurde vor ihn gebracht. Ihm wurde gegeben Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende. Ich, Daniel, war entsetzt, und dies Gesicht erschreckte mich. Und ich ging zu einem von denen, die dastanden, und bat ihn, dass er mir über das alles Genaueres berichtete. Und er redete mit mir und sagte mir, was es bedeutete. Diese vier großen Tiere sind vier Königreiche, die auf Erden kommen werden. Aber die Heiligen des Höchsten werden das Reich empfangen und werden's immer und ewig besitzen. Aber das Reich und die Macht und die Gewalt über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Höchsten gegeben werden, dessen Reich ewig ist, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen.
Dan 7, 1-3.13-18.27 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Über den irdischen Weltreichen stehen als selbstgewählte Zeichen der Hoheit Gestalten aus dem Tierreich, Natur und Grenze dieser Reiche andeutend. Sie alle deuten voraus auf das Reich des Menschen, in welchem das Bild Gottes wiederhergestellt, durch welchen das Volk Gottes zur Herrschaft gelangt und die Weltgeschichte zu ihrem Ziele gebracht wird. (Spieker [5], S. 322 f.)

Epistel

Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei unserm Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Wesen und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Offb 7, 9-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Seher schaut die Schar der Verklärten. Sie haben das Kleid der Arbeit und Plage, den blutigen Rock des Kampfes vertauscht mit dem Gewand der himmlischen Welt und tragen Palmen in den Händen wie einst die makkabäischen Sieger beim Einzug in das befreite Jerusalem. Ihr Lobpreis gilt dem Lamm, das überwunden hat und durch sein freiwilliges Opfer die Macht der Sünde und des Todes gebrochen hat. (Spieker [5], S. 360)

Evangelium

P. JordanAls Jesus {Er aber} das Volk sah, ging Er auf einen Berg. Und Er setzte Sich, und Seine Jünger traten zu Ihm. Und Er tat Seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Mt 5, 1-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Auch die Verklärten der himmlischen Welt sind einmal Glieder der Gemeinschaft auf Erden gewesen. Sie sind »auf der königlichen Heerstraße Christi« gewandelt als die Barmherzigen, Herzensreinen, Friedensstifter und Märtyrer. Aber sie sind ihre Straße gezogen nicht bereits als die Heiligen und Vollkommenen, sondern als die Bettler und Armen im Geist, als Leidgebeugte, als die demütigen und doch starken Dulder, als solche, welche gerungen haben um dem »gnädigen Gott« und um Seine Gerechtigkeit - an diesen hat die Gnade Gottes große Wunder getan und hat an ihnen die Verheißung der großen Seligkeit verwirklicht. (Spieker [5], S. 359)

19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

1. November 2019


Abend

{Und} Jesus kam in das Haus des Petrus und sah, dass dessen Schwiegermutter zu Bett lag und hatte das Fieber. Da berührte Er ihre Hand und das Fieber verließ sie. Und sie stand auf und diente Ihm. Am Abend aber brachten sie viele Besessene zu Ihm; und Er trieb die Geister aus durch Sein Wort und machte alle Kranken gesund, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Er hat unsre Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheiten hat er getragen.«
Matth 8, 14-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott ist herabgestiegen in unsre Not. Christus erfüllt, was geweissagt ist durch die Propheten: Er nimmt auf sich unsre Schwachheit. Das Heilungswerk gehört schon zu Seiner Passion: Er beugt Seinen Rücken unter unsrer Last und trägt sie. (Spieker [5], S. 241)

19. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag

2. November 2019


Morgen

Jesus {Und Er} lehrte in einer Synagoge am Sabbat. Und siehe, eine Frau war da, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist, der sie krank machte; und sie war verkrümmt und konnte sich nicht mehr aufrichten. Als aber Jesus sie sah, rief Er sie zu sich und sprach zu ihr: Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit! Und legte die Hände auf sie; und sogleich richtete sie sich auf und pries Gott. Da antwortete der Vorsteher der Synagoge, denn er war unwillig, dass Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu dem Volk: Es sind sechs Tage, an denen man arbeiten soll; an denen kommt und lasst euch heilen, aber nicht am Sabbattag. Da antwortete ihm der Herr und sprach: Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn zur Tränke? Musste dann nicht diese, die doch Abrahams Tochter ist, die der Satan schon achtzehn Jahre gebunden hatte, am Sabbat von dieser Fessel gelöst werden? Und als Er das sagte, schämten sich alle, die gegen Ihn waren. Und alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch Ihn geschahen.
Luk 13, 10-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wochenspruch

Heile Du mich, Herr, so werde ich heil; hilf Du mir, so ist mir geholfen.
Jer 17, 14

Es ist selbstverständlich, daß der, der um Hilfe ruft, in Wahrheit will, daß ihm geholfen werde, oder daß der Leidende auch wirklich Heillung verlangt. Es ist aber nicht selbstverständlich, daß dem, der gemäß seinem eigenen Wunsch eine Hilfe empfängt, damit wirklich geholfen ist, oder der, dessen Leiden »kuriert« wurde, in Wahrheit geheilt ist. Denn wie dürfen wir sagen, wir seien geheilt, solange das Übel nicht in seiner Wurzel erkannt, unsere Krankheit nicht in eben dem Herde, von dem aus sie sich in dem ganzen Bereich des Lebens ausbreitet, durch heilende Kräfte überwunden ist? Eben dies aber ist Gottes Werk, wenn Er als Arzt sich unserer Krankheit annimmt: Er läßt sich nicht durch unsere törichten Klagen und Bitten dazu erweichen, an Symptomen zu bessern, sondern Er bringt uns zurück aus der verkehrten Richtung unseres Weges und »sucht« uns, die von Gott Entlaufenen, »heim«, Darum heißt es, daß dem wirklich geholfen ist, der sich von Gott helfen läßt, und daß der, der sich in die Hände des göttlichen Arztes begibt, in Wahrheit geheilt wird.
(Spieker [5], S. 282 f.)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-10-26
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