Sonntag

13. November 2016

 

VORLETZTER SONNTAG IM KIRCHENJAHR
Weltgericht

 

Predigttext

 

Röm 8, 18-23 (24-25) (II. Reihe)
Mt 25, 31-46 (Rev. II)

Wochenspruch

 

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi

Wochenlied

 

Es ist gewißlich an der Zeit (EG 149)


Glaubenszeugen   Wochenspruch   Wochenpsalm

Alttestamentliche Lesung   Epistel   Evangelium   Abend

Gebete: Morgen   Mittag   Abend

Vorabend

Gott der HERR ließ mich schauen, und siehe, da stand ein Korb mit reifem Obst. Und er sprach: Was siehst du, Amos? Ich aber antwortete: Einen Korb mit reifem Obst. Da sprach der HERR zu mir: Reif zum Ende ist mein Volk Israel; ich will ihm nichts mehr übersehen. Und die Lieder im Tempel sollen in Heulen verkehrt werden zur selben Zeit, spricht Gott der HERR. Es werden an allen Orten viele Leichname liegen, die man heimlich hinwirft. Höret dies, die ihr die Armen unterdrückt und die Elenden im Lande zugrunde richtet und sprecht: Wann will denn der Neumond ein Ende haben, daß wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir Korn feilhalten können und das Maß verringern und den Preis steigern und die Waage fälschen, damit wir die Armen um Geld und die Geringen um ein Paar Schuhe in unsere Gewalt bringen und Spreu für Korn verkaufen? Der HERR hat bei sich, dem Ruhm Jakobs, geschworen: Niemals werde ich diese ihre Taten vergessen! Sollte nicht um solcher Taten willen das Land erbeben müssen und alle Bewohner trauern? Ja, es soll sich heben wie die Wasser des Nils und sich senken wie der Strom Ägyptens. Zur selben Zeit, spricht Gott der HERR, will ich die Sonne am Mittag untergehen und das Land am hellen Tage finster werden lassen. Ich will eure Feiertage in Trauer und alle eure Lieder in Wehklagen verwandeln. Ich will über alle Lenden den Sack bringen und alle Köpfe kahl machen und will ein Trauern schaffen, wie man trauert über den einzigen Sohn, und sie sollen ein bitteres Ende nehmen.
[Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören; daß sie hin und her von einem Meer zum andern, von Norden nach Osten laufen und des HERRN Wort suchen und doch nicht finden werden.
Amos 8, 1-10 (11-12) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

Sprich zu ihnen: So spricht der HERR: Wo ist jemand, wenn er fällt, der nicht gern wieder aufstünde? Wo ist jemand, wenn er irregeht, der nicht gern wieder zurechtkäme? Warum will denn dies Volk zu Jerusalem irregehen für und für? Sie halten so fest am falschen Gottesdienst, daß sie nicht umkehren wollen. Ich sehe und höre, daß sie nicht die Wahrheit reden. Es gibt niemand, dem seine Bosheit leid wäre und der spräche: Was hab ich doch getan! Sie laufen alle ihren Lauf wie ein Hengst, der in der Schlacht dahinstürmt. Der Storch unter dem Himmel weiß seine Zeit, Turteltaube, Kranich und Schwalbe halten die Zeit ein, in der sie wiederkommen sollen; aber mein Volk will das Recht des HERRN nicht wissen.
Jer 8, 4-7 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Zugvögel kennen die Zeit des Aufbruchs und ihr Ziel. »Unter dem Zwang eines gewaltigen Willens erheben sie sich alle zugleich und fliegen zielsicheren Fluges über Berge und Meere.« (aus Hans Schmidt, Die großen Propheten, S. 240). Sie beschämen die Menschen, welche von Gottes Gebot nichts wissen wollen. Sie sind in ihrer Sicherheit ein Abbild für den in Gott gebundenen Willen, welcher durch Christus zum neuen Gehorsam befreit ist.(Spieker [5], S. 59)

Epistel

Denn ich bin überzeugt, daß dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet darauf, daß die Kinder Gottes offenbar werden. Die Schöpfung ist ja unterworfen der Vergänglichkeit - ohne ihren Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat -, doch auf Hoffnung; denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, daß die ganze Schöpfung bis zu diesem Augenblick mit uns seufzt und sich ängstet. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.
[Denn wir sind zwar gerettet, doch auf Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld.]
Röm 8, 18-23 (24-25) Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wir lernen vom Apostel, die Kreatur, d. h. die ganze Schöpfungswelt, als eine harrende, seufzende, in Wehen liegende zu betrachten. sie streckt sich aus nach dem, was zukünftig ist. Dieses Ziel aller Schöpfung ist uns bewußt durch den göttlichen Geist, der in uns seufzt und fleht und stellvertretend für die ganze Schöpfung nach Erlösung ruft. Auch unser eigner Leib ist Teil der seufzenden Kreatur; so warten wir auch auf die Erlösung unsres Leibes. (Spieker [5], S. 149)

Evangelium

Wenn {aber} der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, undalle Völker werden vor ihm versammelt werden. Under wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken. Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen, oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch:Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan. Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in dasewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht. Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Matth 25, 31-46 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wie das Auge Gottes Adams Versteck durchschaut, so wird vor dem Auge des Weltenrichters nichts unentdeckt, nichts im Zwielicht des Unentschiedenen zurückbleiben. Dann wird sich zeigen, daß zu aller Zeit Christus der heimliche Zeuge jeder echten Liebestat und aller selbstverständlichen Güte, aber auch aller Härte und Ungerechtigkeit gewesen ist, ja, daß Er selbst dir in den Menschen, die auf deine Hilfe angewiesen waren, begegnet ist, Darum laßt uns, solange wir noch Zeit haben, bitten um Mehrung der Liebe und Minderung der Trägheit des Herzens, denn von dem Gehalt an Liebe wird abhängen, auf welcher Seite des Weltenrichters wir stehen werden. (Spieker [5], S. 322)

Abend

{Denn} Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der haßt das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, daß seine Werke in Gott getan sind.
Joh 3, 17-21 Lutherbibel 1984 © 1985 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die himmlische Lichtwelt ist zu uns herabgestiegen. sie ist in Christus zu uns gekommen auf die Erde und leuchtet hinein in alle Finsternisse dieser Welt. Es ist die Entscheidungsfrage für unser Leben, ob wir diesem Licht Raum geben bei uns oder ob wir uns ihm verschließen. Davon wird abhängen, ob wir teilhaben am Erbteil der Heiligen im Licht. (Spieker [5], S. 314)
 

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 16-10-02
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