20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Die Ordnungen Gottes

Sonntag

3. November 2019

Wochenspruch

 

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der HERR von dir fordert:
nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Lied

 

Wohl denen, die da wandeln (EG 295)
Meinem Gott gehört die Welt (EG 408)


Vorabend 1. Alternative

Der Herr hat den Menschen aus Erde geschaffen und ihn wieder zur Erde zurückkehren lassen. Er bestimmte ihnen die Zeit ihres Lebens und gab ihnen Macht über das, was auf Erden ist, und verlieh ihnen Kraft, wie Er selber sie hat, und schuf sie nach Seinem Bilde. Er bestimmte, dass alles Fleisch Ihn fürchten sollte, und gab den Menschen die Herrschaft über Tiere und Vögel. [Er gab ihnen den Gebrauch der fünf Sinne, als Sechstes gab er ihnen Verstand und teilte ihnen diesen zu und als Siebtes das Wort, Seine Werke auszulegen.] Er gab ihnen Vernunft, Sprache, Augen, Ohren und das Herz zum Denken. Er erfüllte sie mit kluger Erkenntnis und zeigte ihnen beides, Gutes und Böses. Er richtete Sein Auge auf ihre Herzen, ihnen die Größe Seiner Werke zu zeigen, [und trug ihnen auf, ewig den Ruhm Seiner Wunder zu verkünden,] und Seine großen Taten erzählen sollten. damit sie Seinen heiligen Namen loben. Er hat sie Wissen gelehrt und ihnen das Gesetz des Lebens zum Erbe gegeben, [damit sie erkennen, dass sie, obwohl sie sterblich sind, jetzt am Leben bleiben]. Er hat einen ewigen Bund mit ihnen geschlossen und ihnen Seine Ordnungen offenbart. Sie haben mit ihren Augen Seine hohe Majestät gesehen und mit ihren Ohren Seine herrliche Stimme gehört. Und Er sprach zu ihnen: Hütet euch vor allem Unrecht!, und befahl einem jeden seinen Nächsten an.
Sir 17, 1-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Weil uns in Christus ein neues "Gesetz des Lebens" gegeben ist, darum leuchten uns durch Ihn in einer durch den Menschen zerstörten Welt die ursprünglichen Ordnungen des Lebens wieder auf. (Spieker [5], S. 148)

Vorabend 2. Alternative

Nehmt zu Ohren und hört meine Stimme, merkt auf und hört meine Rede: Pflügt oder gräbt oder eggt denn ein Ackermann immerfort seinen Acker zur Saat? Ist's nicht so: Wenn er ihn geebnet hat, dann streut er Dill und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, ein jedes, wohin er's haben will, und Dinkel an den Rand? So unterweist ihn sein Gott und lehrt ihn, wie es recht sei. Auch drischt man den Dill nicht mit Dreschschlitten und lässt auch nicht die Walze über den Kümmel gehen, sondern den Dill schlägt man aus mit einem Stabe und den Kümmel mit einem Stecken. Zermalmt man etwa das Getreide? Nein, endlos drischt man's nicht. Man lässt seine Dreschwalze und seine Pferde darüber gehen, aber zermalmt es nicht. Auch das kommt her vom HERRN Zebaoth; Sein Rat ist wunderbar, und Er führt es herrlich hinaus.
Jes 28, 23-29 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die wechselvolle Hantierung des Bauern wird dem Propheten zum Gleichnis für das scheinbar widerspruchsvolle Handeln Gottes - immer gilt es, dem Reden Gottes "heute" offen zu sein und dem Handeln Gottes sich zur Verfügung zu halten. Wie widerspruchsvoll Sein Tun auch scheinen mag - er ist wunderbar in Seinen Mitteln und groß in Seinem Ziel. (Spieker [5], S. 77)

Alttestamentliche Lesung

P. JordanSo ging Noah heraus mit seinen Söhnen und mit seiner Frau und den Frauen seiner Söhne, dazu alles wilde Getier, alles Vieh, alle Vögel und alles Gewürm, das auf Erden kriecht; das ging aus der Arche, ein jedes mit seinesgleichen. Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in Seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und Ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie Ich getan habe. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den Ich geschlossen habe zwischen Mir und euch und allem lebendigen Getier bei euch auf ewig: Meinen Bogen habe Ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen Mir und der Erde. Und wenn es kommt, dass Ich Wetterwolken über die Erde führe, so soll man Meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will Ich gedenken an Meinen Bund zwischen Mir und euch und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, dass hinfort keine Sintflut mehr komme, die alles Fleisch verderbe. Darum soll Mein Bogen in den Wolken sein, dass Ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allem lebendigen Getier unter allem Fleisch, das auf Erden ist. Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den Ich aufgerichtet habe zwischen Mir und allem Fleisch auf Erden.
1. Mose 8, 18-22; 9, 12-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Noah bringt das Dankopfer für die Rettung der Welt und empfängt Gottes Verheißung, daß die Erde fortan geborgen bleibe in den Ordnungen der göttlichen Barmherzigkeit. Gott läßt die Erde nicht entgelten, was wir Menschen täglich sündigen. (Spieker [5], S. 76)

Epistel

Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln der Herzen. Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott. Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.
[Wenn aber der Dienst, der den Tod bringt und der mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte, wie sollte nicht der Dienst, der den Geist gibt, viel mehr Herrlichkeit haben? Denn wenn der Dienst, der zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit.]
2.Kor 3, 3-6 (7-9) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Auch das Amt des Alten Bundes hatte den Glanz der Herrlichkeit, der ausstrahlt von der Heiligkeit der Gebote. Aber es kann nicht befreien und fröhlich machen, sondern es drückt nieder, ja es tötet, weil wir nie den Gesetzesbuchstaben erfüllen können, Wieviel heller strahlt das Amt des Neuen Bundes, welches Heil und Gerechtigkeit in Christus predigt und durch den Geist uns der Gotteskindschaft gewiß macht! (Spieker [5], S. 239)

Evangelium

{Und} Pharisäer traten hinzu und fragten Jesus {Ihn}, ob es einem Mann erlaubt sei, sich von seiner Frau zu scheiden, und versuchten Ihn damit. Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden. Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens Härte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben; aber von Anfang der Schöpfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.
[Und im Haus fragten Ihn die Jünger abermals danach. Und Er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegenüber die Ehe; und wenn die Frau sich scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie die Ehe.]
Und sie brachten Kinder zu Ihm, damit Er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde Er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu Mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, Ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und Er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
Mk 10, 2-9 (10-12) 13-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mose und auch der heutige Gesetzgeber erlauben die Scheidung, weil sie mit der Härte des menschlichen Herzens rechnen. Christus greift auf den Ursinn des Gebotes zurück und verkündet die Unscheidbarkeit der Ehe, weil Er die Härte des menschlichen Herzens wandelt und die Erfüllung der Ehe zeigt im gegenseitigen Dienen bis zu dem Tag, an dem Gott allein den heiligen Bund der Ehe löst durch den Tod. (Spieker [5], S. 50)

Abend

Es bleibt noch übrig zu sagen: Der Prediger war ein Weiser und lehrte auch das Volk gute Lehre, und er hörte und forschte, er formte viele Sprüche. Der Prediger suchte, dass er fände angenehme Worte und schriebe recht die Worte der Wahrheit. Die Worte der Weisen sind wie Stacheln, und wie eingeschlagene Nägel sind die einzelnen Sprüche; sie sind von einem einzigen Hirten gegeben. Und über sie hinaus, mein Sohn, lass dich warnen: Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren macht den Leib müde. Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte Seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen. Denn Gott wird alle Werke vor Gericht bringen, alles, was verborgen ist, es sei gut oder böse.
Pred 12, 9-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag

4. November 2019


Morgen

Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Früchte einsammeln. Aber im siebenten Jahr sollst du es ruhen und brach liegen lassen, dass die Armen unter deinem Volk davon essen; und was übrig bleibt, mag das Wild auf dem Felde fressen. Ebenso sollst du es halten mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen. Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du ruhen, auf dass dein Rind und Esel sich ausruhen und deiner Sklavin Sohn und der Fremdling sich erquicken. Alles, was Ich euch gesagt habe, das haltet. Die Namen anderer Götter sollt ihr nicht anrufen, und aus eurem Munde sollen sie nicht gehört werden. Dreimal im Jahr sollst du Mir ein Fest feiern: Das Fest der Ungesäuerten Brote sollst du so halten, dass du sieben Tage ungesäuertes Brot isst, wie Ich dir geboten habe, im Monat Abib, denn zu dieser Zeit bist du aus Ägypten gezogen. Niemand erscheine mit leeren Händen vor Mir! Und du sollst halten das Fest der Ernte, der Erstlinge deiner Früchte, die du auf dem Felde gesät hast, und das Fest der Lese am Ausgang des Jahres, wenn du den Ertrag deiner Arbeit eingesammelt hast vom Felde.
2. Mose 23, 10-16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Wir gebieten euch {aber} im Namen unseres Herrn Jesus Christus, dass ihr euch zurückzieht von allen Brüdern und Schwestern, die unordentlich leben und nicht nach der Überlieferung, die ihr von uns empfangen habt. Denn ihr wisst, wie ihr unserm Vorbild folgen sollt. Denn wir haben nicht unordentlich bei euch gelebt, haben auch nicht umsonst Brot von jemandem genommen, sondern mit Mühe und Plage haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen. Nicht, dass wir dazu nicht das Recht hätten, sondern wir wollten uns selbst euch zum Vorbild geben, damit ihr uns folgt. Denn schon als wir bei euch waren, geboten wir euch: Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen. Denn wir hören, dass einige unter euch unordentlich wandeln und arbeiten nichts, sondern treiben unnütze Dinge. Solchen aber gebieten wir und ermahnen sie in dem Herrn Jesus Christus, dass sie still ihrer Arbeit nachgehen und ihr eigenes Brot essen. Ihr aber lasst's euch nicht verdrießen, Gutes zu tun.
2. Thess 3, 6-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Apostel gibt der Gemeinde das Vorbild echter Arbeitstreue, damit sie bewahrt bleibe vor »unordentlichem Wandel« und sich nicht durch Reden vom nahen Weltende verführen lasse zu frommem Müßiggang oder zielloser Aufgeregtheit. Wenn wir bei unserer Arbeit eingesenkt bleiben in Gottes Werk, so sind wir in Gottes Hut und fähig, an unsern Brüdern Gutes zu tun. (Spieker [5], S. 254)

20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag

5. November 2019


Morgen 1. Alternative

Am andern Morgen setzte sich Mose, um dem Volk Recht zu sprechen. Und das Volk stand um Mose her vom Morgen bis zum Abend. Als aber sein Schwiegervater alles sah, was er mit dem Volk tat, sprach er: Was tust du denn mit dem Volk? Warum musst du ganz allein dasitzen, und alles Volk steht um dich her vom Morgen bis zum Abend? Mose antwortete seinem Schwiegervater: Das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen. Denn wenn sie einen Streitfall haben, kommen sie zu mir, damit ich richte zwischen dem einen und dem andern und tue ihnen kund die Satzungen Gottes und Seine Weisungen. Sein Schwiegervater sprach zu ihm: Es ist nicht gut, wie du das tust. Du machst dich zu müde, dazu auch das Volk, das mit dir ist. Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst es allein nicht ausrichten. Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Vertritt du das Volk vor Gott und bringe ihre Anliegen vor Gott und schärfe ihnen die Satzungen und Weisungen ein, dass du sie lehrst den Weg, auf dem sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen. Sieh dich aber unter dem ganzen Volk um nach redlichen Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem ungerechten Gewinn feind. Die setze über sie als Oberste über Tausend, über Hundert, über Fünfzig und über Zehn, dass sie das Volk allezeit richten. Nur wenn es eine größere Sache ist, sollen sie diese vor dich bringen, alle geringeren Sachen aber sollen sie selber richten. So mach dir's leichter und lass sie mit dir tragen. Wirst du dies tun und wird Gott es dir gebieten, so kannst du bestehen, und auch dies ganze Volk kann in Frieden heimkehren. Mose gehorchte dem Wort seines Schwiegervaters und tat alles, was er sagte, und erwählte redliche Leute aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über das Volk, zu Obersten über Tausend, über Hundert, über Fünfzig und über Zehn, dass sie das Volk allezeit richteten, die schwereren Sachen vor Mose brächten und die kleineren Sachen selber richteten. Und Mose ließ seinen Schwiegervater ziehen, und der ging zurück in sein Land.
2. Mose 18, 13-27 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Morgen 2. Alternative

Samuel {aber} rief das Volk zusammen zum HERRN nach Mizpa und sprach zu den Israeliten: So sagt der HERR, der Gott Israels: Ich habe Israel aus Ägypten geführt und euch aus der Hand der Ägypter errettet und aus der Hand aller Königreiche, die euch bedrängten. Ihr aber habt heute euren Gott verworfen, der euch aus aller eurer Not und Bedrängnis geholfen hat, und habt gesprochen: Nein, setze vielmehr einen König über uns! Wohlan, so tretet nun vor den HERRN nach euren Stämmen und Tausendschaften! Als nun Samuel alle Stämme Israels herantreten ließ, fiel das Los auf den Stamm Benjamin. Und als er den Stamm Benjamin herantreten ließ mit seinen Geschlechtern, fiel das Los auf das Geschlecht Matri, und als er das Geschlecht Matri herantreten ließ, Mann für Mann, fiel das Los auf Saul, den Sohn des Kisch. Und sie suchten ihn, aber sie fanden ihn nicht. Da befragten sie abermals den HERRN: Ist der Mann hierhergekommen? Der HERR antwortete: Siehe, er hat sich bei dem Tross versteckt. Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Und als er unter das Volk trat, war er um eine Haupteslänge größer als alles Volk. Und Samuel sprach zu allem Volk: Da seht ihr, wen der HERR erwählt hat; denn ihm ist keiner gleich im ganzen Volk. Da jauchzte das ganze Volk und sprach: Es lebe der König! Samuel aber tat dem Volk das Recht des Königtums kund und schrieb's in ein Buch und legte es vor dem HERRN nieder. Und Samuel entließ das ganze Volk, einen jeden in sein Haus.
1. Sam 10, 17-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, ist sie von Gott angeordnet. Darum: Wer sich der Obrigkeit widersetzt, der widerstrebt Gottes Anordnung; die ihr aber widerstreben, werden ihr Urteil empfangen. Denn die Gewalt haben, muss man nicht fürchten wegen guter, sondern wegen böser Werke. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, dann wirst du Lob von ihr erhalten. Denn sie ist Gottes Dienerin, dir zugut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst. Sie ist Gottes Dienerin und vollzieht die Strafe an dem, der Böses tut. Darum ist es notwendig, sich unterzuordnen, nicht allein um der Strafe, sondern auch um des Gewissens willen. Deshalb zahlt ihr ja auch Steuer; denn sie sind Gottes Diener, auf diesen Dienst beständig bedacht. So gebt nun jedem, was ihr schuldig seid: Steuer, dem die Steuer gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht, dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.
Röm 13, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch

6. November 2019


Morgen

Am Morgen {aber} standen sie auf, und Abrahams Knecht {er} sprach: Lasst mich ziehen zu meinem Herrn. Aber Rebekkas {ihr} Bruder und ihre Mutter sprachen: Lass doch das Mädchen noch einige Zeit bei uns bleiben, vielleicht zehn Tage; danach mag sie ziehen. Da sprach er zu ihnen: Haltet mich nicht auf, denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben. Lasst mich, dass ich zu meinem Herrn ziehe. Da sprachen sie: Wir wollen das Mädchen rufen und fragen, was sie dazu sagt. Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es. Da ließen sie Rebekka, ihre Schwester, ziehen mit ihrer Amme, samt Abrahams Knecht und seinen Leuten. Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: Du, unsere Schwester, wachse zu vieltausendmal tausend, und dein Geschlecht besitze die Tore seiner Feinde. So machte sich Rebekka auf mit ihren Mägden, und sie setzten sich auf die Kamele und zogen dem Manne nach. Und der Knecht nahm Rebekka und zog von dannen. Isaak aber war gezogen zum »Brunnen des Lebendigen, der mich sieht« und wohnte im Südlande. Und er war hinausgegangen auf das Feld gegen Abend und hob seine Augen auf und sah, dass Kamele daherkamen. Und Rebekka hob ihre Augen auf und sah Isaak; da stieg sie eilends vom Kamel und sprach zu dem Knecht: Wer ist der Mann, der uns entgegenkommt auf dem Felde? Der Knecht sprach: Das ist mein Herr. Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Und der Knecht erzählte Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Da führte sie Isaak in das Zelt seiner Mutter Sara und nahm die Rebekka, und sie wurde seine Frau und er gewann sie lieb. Also wurde Isaak getröstet über seine Mutter.
1. Mose 24, 54b-67 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat Sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit Er für Sich die Gemeinde herrlich bereite, die keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei. So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder Seines Leibes. »Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein«. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde.
Eph 5, 25-32 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das ist das tiefste Geheimnis der ehelichen Liebe, daß sie »das Christusgeheimnis im irdischen Raum bezeugen und abbilden soll«. Die geschlechtliche Liebe soll durchdrungen werden von der Christusliebe, die den anvertrauten Menschen mit hineinzunehmen trachtet in das wahre göttliche Leben, Die Unterordnung der Frau ist nicht sklavische Unterwürfigkeit, sondern Hingabe an den Mann als das ihr von Christus gesetzte Haupt. Die Führungsaufgabe des Mannes wird zur verantwortlichen Liebe, die zum Opfer bereit ist nach dem Vorbild Christi. (Spieker [5], S. 266)

20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag

7. November 2019


Morgen

(Mose sprach:) Sieh, ich habe euch gelehrt Gebote und Rechte, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, dass ihr danach tun sollt im Lande, in das ihr kommen werdet, um es einzunehmen. So haltet sie nun und tut sie! Denn darin zeigt sich den Völkern eure Weisheit und euer Verstand. Wenn sie alle diese Gebote hören werden, dann müssen sie sagen: Was für weise und verständige Leute sind das, ein herrliches Volk! Denn wo ist so ein herrliches Volk, dem Götter so nahe sind wie uns der HERR, unser Gott, sooft wir Ihn anrufen? Und wo ist so ein großes Volk, das so gerechte Ordnungen und Gebote hat wie dies ganze Gesetz, das ich euch heute vorlege? Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang. Und du sollst deinen Kindern und Kindeskindern kundtun den Tag, da du vor dem HERRN, deinem Gott, standest an dem Berge Horeb, als der HERR zu mir sagte: Versammle Mir das Volk, dass Ich sie Meine Worte hören lasse und sie Mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren.
5. Mose 4, 5-13 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Nicht durch eignes Verdienst, sondern durch die Gnadengabe Gottes ist Israel ein "herrliches Volk" vor allen Völkern. In dieser Gabe Gottes ist jedem Volk die Grundordnung gegeben, durch die es leben soll; es gibt keine Eigengesetzlichkeit der Volksordnung. Kein neuer "Volksnomos" kann aufgerichtet werden. Der Gott, der aus dem Feuer des Sinai geredet hat, ist auch der Herr unsres Volkes. (Spieker [5], S. 51)

Abend

Wie ist es nun, Brüder und Schwestern? Wenn ihr zusammenkommt, so hat ein jeder einen Psalm, er hat eine Lehre, er hat eine Offenbarung, er hat eine Zungenrede, er hat eine Auslegung. Lasst es alles geschehen zur Erbauung! Wenn jemand in Zungen redet, so seien es zwei oder höchstens drei und einer nach dem andern; und einer lege es aus. Ist aber kein Ausleger da, so schweige er in der Gemeinde und rede für sich selber und für Gott. Auch von den Propheten lasst zwei oder drei reden, und die andern lasst darüber urteilen. Wenn aber einem andern, der dabeisitzt, eine Offenbarung zuteilwird, so schweige der Erste. Ihr könnt alle prophetisch reden, doch einer nach dem andern, damit alle lernen und alle ermahnt werden. Die Geister der Propheten sind den Propheten untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.
1. Kor 14, 26-33a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Apostel unterbindet nicht die freie Geistesäußerung im Gottesdienst, er lenkt sie in geordnete Bahnen. Die liturgische Ordnung des Gottesdienstes ist nicht um ihrer selbst willen da, sondern sie dient der geordneten Verkündigung und dem Aufbau der Gemeinde. (Spieker [5], S. 187)

20. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag

8. November 2019


Morgen

Da führten sie Jesus von Kaiphas vor das Prätorium; es war aber früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein in das Prätorium, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passamahl essen könnten. Da kam Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Was für eine Klage bringt ihr vor gegen diesen Menschen? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten dir Ihn nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr Ihn und richtet Ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Es ist uns nicht erlaubt, jemanden zu töten. So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das Er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes Er sterben würde.
Joh 18, 28-32  Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Weil nun Christus im Fleisch gelitten hat, so wappnet euch auch mit demselben Sinn; denn wer im Fleisch gelitten hat, der hat Ruhe vor der Sünde, dass er hinfort die noch übrige Zeit im Fleisch nicht den Begierden der Menschen, sondern dem Willen Gottes lebe. Denn es ist genug, dass ihr die vergangene Zeit zugebracht habt nach heidnischem Willen, als ihr ein Leben führtet in Ausschweifung, Begierde, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und gräulichem Götzendienst. Das befremdet sie, dass ihr euch nicht mehr mit ihnen stürzt in denselben Strom wüsten Treibens, und sie lästern; aber sie werden Rechenschaft geben dem, der bereit ist, zu richten die Lebenden und die Toten. Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise leben im Geist.
1. Petr 4, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der stärkste Bußruf ist die Botschaft vom Ende aller Dinge und dem nahenden Gericht. Diese Botschaft macht uns die Umkehr von unserem bisherigen Wege dringlich. Daß die Frist bemessen ist, steigert die Verantwortung, macht aber das Opfer der Entsagung leicht. (Spieker [5], S. 325)

GEDENKEN DER NOVEMBERPOGROME

Erinnerung und Umkehr

Samstag

9. November 2019

Tagesspruch

 

Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut's nicht, dem ist's Sünde.

Lied

 

Nimm von uns, Herr, du treuer Gott (EG 146)
O Herr, nimm unsre Schuld (EG 235)


Alttestamentliche Lesung

Der ist nicht stark, der in der Not nicht fest ist. Errette, die man zum Tode schleppt, und entzieh dich nicht denen, die zur Schlachtbank wanken. Sprichst du: »Siehe, wir haben's nicht gewusst!«, fürwahr, der die Herzen prüft, merkt es, und der auf deine Seele achthat, weiß es und vergilt dem Menschen nach seinem Tun.
Spr 24, 10-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest im Glauben, und wisst, dass ebendieselben Leiden über eure Brüder und Schwestern in der Welt kommen.
1. Petr 5, 8-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Evangelium

{Und} Petrus war unten im Hof. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters; und als sie Petrus sah, wie er sich wärmte, schaute sie ihn an und sprach: Und du warst auch mit dem Jesus von Nazareth. Er leugnete aber und sprach: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähte. Und die Magd sah ihn und fing abermals an, denen zu sagen, die dabeistanden: Dieser ist einer von denen. Und er leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen die, die dabeistanden, abermals zu Petrus: Wahrhaftig, du bist einer von denen; denn du bist auch ein Galiläer. Er aber fing an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet. Und alsbald krähte der Hahn zum zweiten Mal. Da gedachte Petrus an das Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er fing an zu weinen.
Mk 14, 66-72 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-11-01
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