WEIHNACHTEN

 
 
 

VIGIL ZUM CHRISTFEST

 

Montag

24. Dezember 2018

Tagesspruch

 

Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.


1. Lesung

P. Jordan{Und} Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten hin und setzte den Menschen hinein, den Er gemacht hatte. Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, verlockend anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Und es geht aus von Eden ein Strom, den Garten zu bewässern, und teilt sich von da in vier Hauptarme. Und Gott der HERRnahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERRgebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.
1. Mose 2, 8-10. 15-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gott der Herr bestellte den Menschen zum Ordner und Pfleger Seiner Schöpfung und gab den ganzen Reichtum der Erde unter seine Hand. Aber Er gab ihm ein Gebot des Lebens, damit er daran seine Grenzen erkenne und seinen Gehorsam beweise.
(Spieker [5], S. 251)


2. Lesung

{Und} die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten? Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Und sie hörten Gott den HERR, wie Er im Garten ging, als der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN zwischen den Bäumen im Garten. Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte Dich im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. Und Er sprach: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du gegessen von dem Baum, von dem Ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?2 Da sprach Adam: Die Frau, die Du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum und ich aß. Da sprach Gott der HERR zur Frau: Warum hast du das getan? Die Frau sprach: Die Schlange betrog mich, sodass ich aß. Da sprach Gott der Herr zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und nehme auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!

P. JordanDa wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens.
1. Mose 3, 1-15, 22-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Mensch hat das Bild Gottes nicht bewahrt, er hat den Gottesfrieden gebrochen, fortan geht durch die Schöpfung der Riß der großen Störung. Diese Störung wird zuerst am menschlichen Leibe offenbar: das Wissen um die Nackheit zeigt den Verlust der bindlidren Einfalt, der Leib ist ausgeliefert an Schmerzen und Krankheit, dahingegeben unter die Fron der Arbeit, dem Tode verfallen. Mit der ganzen Schöpfung warten wir auf unsres Leibes Erlösung (Spieker [5], S. 7)

3. Lesung

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, dass Ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: »Der Herr ist unsere Gerechtigkeit«. Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der HERR, dass man nicht mehr sagen wird: »So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!«, sondern: »So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.« Und sie sollen in ihrem Lande wohnen.
Jer 23, 5-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Aus Davids Geschlecht soll der rechte Hirte kommen, der die Zerstreuten sammelt. Gott hat den Davidssproß erweckt, der als der rechte Hirte über Seinem Volke wacht. Wir sind nicht nur geborgen in des Hirten Regiment, sondern wir haben auch teil an dem Heil und der Gerechtigkeit, die Er gebracht hat. (Spieker [5], S. 143)

4. Lesung

Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will Ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den Ich mit ihren Vätern schloss, als Ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie gebrochen haben, ob Ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den Ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will Mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen Mein Volk sein, und Ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, denn sie sollen Mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn Ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Jer 31, 31-34 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das Gesetz Gottes bleibt in Kraft; aber es steht nicht mehr vor uns als ein fremdes "du sollst", sondern es wird in unsere Herzen durch Christi Beispiel eingesenkt und wird unauslöschlich darin stehen bleiben. Der neue Bund ist durch Christi Opfer in Kraft getreten. Durch Ihn wird uns Vergebung zuteil, eine neue Liebesgesinnung ist in unser Herz gepflanzt. (Spieker [5], S. 48

CHRISTVESPER

Das Licht der Welt

 

Montag

24. Dezember 2018

Lied

 

Vom Himmel hoch (EG 24)
Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich (EG 26)


Alttestamentliche Lesung

Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir freut man sich, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians. Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.
Jes 9, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der mit Gedröhn auftretende Marsch-Stiefel, der blutbefleckte Mantel - sie erinnern nicht bloß an hinter uns liegende Jahre mit der brutal auftretenden Macht und ihrem blutigen Geschäft, sondem sie bezeichnen auch heute noch den Gang der Weltgeschichte. Aber es heißt: Ins Feuer damit! Den Flammen zur Speise! Eine neueZeit kommt herauf. Ihr Kennzeichen ist die Geburt des Kindes. Hier ist alles Gabe und Geschenk. Das Kind selbst ist ohnmächtig, hilfsbedürftig. Gott aber ist der Mächtige. Es geht um die Erfüllung göttlicher Ziele, die ihren Ausgang nehmen bei dem Kind, die ihre Vollendung finden in der Aufrichtung Seines Reiches. (Spieker [5], S. 24)

Epistel

Als {aber} die Zeit erfüllt war, sandte Gott Seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, auf dass Er die, die unter dem Gesetz waren, loskaufte, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist Seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.
Gal 4, 4-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Christus begab sich durch Seine leibliche Geburt unter die Herrschaft der Gesetzeswelt, damit Er uns aus ihrem Zwang erlöse zur Freiheit der Kinder Gottes. (Spieker, S. 36)

Evangelium

SinkwitzEs begab sich {aber} zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen Seines Wohlgefallens.
[Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.]
Lk 2, 1-14 (15-20) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Im Gegensatz zu dem römischen Weltherrscher, nach dem die geschichtliche Stunde genannt wird, kommt der wahre Weltheiland, dessen Würde die Engel verkünden, in Armut und Niedrigkeit. Er bringt uns die große Freude, die aus so tiefen Quellen stammt, daß irdische Ereignisse sie nicht mehr verschütten können. (Spieker [5], S. 23)

CHRISTNACHT

Das Kind in der Krippe

 

Montag

24. Dezember 2018

Lied

 

Es ist ein Ros entsprungen (EG 30)
Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37)


Alttestamentliche Lesung

Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, Ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR. Und es sollen zu der Zeit viele Völker sich zum HERRN wenden und sollen Mein Volk sein, und Ich will bei dir wohnen. - Und du sollst erkennen, dass mich der HERR Zebaoth zu dir gesandt hat. - Und der HERR wird Juda in Besitz nehmen als Sein Erbteil in dem heiligen Lande und wird Jerusalem wieder erwählen. Alles Fleisch sei stille vor dem HERRN; denn Er hat sich aufgemacht von Seiner heiligen Stätte!
Sach 2, 14-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Zion ist Gleichnis für das erlöste und vollendete Gottesvolk. Ihm gilt die Verheißung, daß Gott selber bei ihm Wohnung nimmt und in seiner Mitte weilt. Diese Verheißung geht in Erfüllung, wo Christus durch den Geist zu dem einzelnen Glied des Gottesvolkes kommt und es der Gegenwart Gottes froh und gewiß macht. (Spieker [5], S. 9)

Epistel

{Und} groß ist, wie jedermann bekennen muss, das Geheimnis des Glaubens: Er ist offenbart im Fleisch, gerechtfertigt im Geist, erschienen den Engeln, gepredigt den Heiden, geglaubt in der Welt, aufgenommen in die Herrlichkeit.
1.Tim 3, 16 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Lobpreisendes Bekenntnis zu Ehren der Gottesoffenbarung in Christus. (Spieker, [5] S. 152)

Evangelium

[Es begab sich {aber} zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.]
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen Seines Wohlgefallens. Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.
Lk 2, (1-7) (8-20) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

CHRISTFEST I

Die Menschwerdung des Wortes

 

Dienstag

25. Dezember 2018

Wochenspruch

 

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen Seine Herrlichkeit.

Lied

 

Gelobet seist du, Jesus Christ (EG 23)
Herbei, o ihr Gläubigen (EG 45)

Alttestamentliche Lesung

Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König! Deine Wächter rufen mit lauter Stimme und jubeln miteinander; denn sie werden's mit ihren Augen sehen, wenn der HERR nach Zion zurückkehrt. Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat Sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst. Der HERR hat offenbart Seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jes 52, 7-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Kirche gilt der Freudenruf dieses Sonntags, sie ist "Jerusalem", ihr wird die Frohbotschaft gebracht: Friede, Trost und Erlösung sind der Welt gegeben durch das Kreuz. Hier wird die zerstörte Ordnung wiederhergestellt, die Sünde getragen, ein neuer Zugang zu Gottes Vaterherzen eröffnet. Hier liegt der tiefste Grund des "Freuet euch" (Spieker [5], S. 101)

Epistel

Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands, machte Er uns selig - nicht um der Werke willen, die wir in Gerechtigkeit getan hätten, sondern nach Seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den Er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben seien nach der Hoffnung auf ewiges Leben.
Tit 3, 4-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Im Bad der heiligen Taufe hat uns Gott in Seinem Erbarmen Anteil gewährt an Seiner Menschenliebe, die in der Geburt des Heilands erschienen ist. Durch sie werden wir gewandelt und erneuert, daß wir das wahre Leben erlangen. (Spieker [5],  S.  23)

Evangelium

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist. In Ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat's nicht ergriffen. Das war das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet, die in diese Welt kommen. Es war in der Welt, und die Welt ist durch dasselbe gemacht; und die Welt erkannte es nicht. Er kam in Sein Eigentum; und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Wie viele Ihn aber aufnahmen, denen gab Er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an Seinen Namen glauben, die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
[Von Seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat es verkündigt.]
Joh 1, 1-5.9-14 (16-18) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Hinter der zeitlichen Geburt des Heilandes in unser Fleisch und Blut steht die ewige Geburt des Sohnes aus dem Vater. Meister Eckhart spricht von dem »ersten Ausbruch des Sohnes aus dem Vater«. Dieser ist so gewaltig, daß, wenn es tausend weitere Welten und mehr gäbe, die Wirkungsmacht des »ersten Ausbruchs« noch viel weiter reichte. So gibt uns Meister Eckhart eine Vorstellung von der Wirkungsmacht des göttlichen Wortes, von dem alle Dinge ihr Wesen haben, bis zuletzt, an der Wende der Zeiten, dieses göttliche Wort Gestalt annahm in Jesus Christus, fortwirkend in alle Ewigkeit. (Spieker [5], S. 24)

Abend

Wie ihr aber in allen Stücken reich seid, im Glauben und im Wort und in der Erkenntnis und in allem Eifer und in der Liebe, die wir in euch erweckt haben, so gebt auch reichlich bei dieser Wohltat. Nicht als Befehl sage ich das; sondern weil andere so eifrig sind, prüfe ich auch eure Liebe, ob sie echt sei. Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus: Obwohl er reich ist, wurde er doch arm um euretwillen, auf dass ihr durch seine Armut reich würdet.
2. Kor 8, 7-9 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

CHRISTFEST II

Der Sohn Davids

 

Mittwoch

26. Dezember 2018

Lied

 

Zu Bethlehem geboren (EG 32)
Kommt und lasst uns Christus ehren (EG 39)

Alttestamentliche Lesung

{Und} der HERR redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir ein Zeichen vom HERRN, deinem Gott, es sei drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe! Aber Ahas sprach: Ich will's nicht fordern, damit ich den HERRN nicht versuche. Da sprach Jesaja: Wohlan, so hört, ihr vom Hause David: Ist's euch zu wenig, dass ihr Menschen müde macht? Müsst ihr auch meinen Gott müde machen? Darum wird euch der HERRselbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären, den wird sie nennen Immanuel.
Jes 7, 10-14 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das Wort des Propheten, gesprochen in einer bestimmten Stunde menschlicher Not, wird durch Gottes Fügung zur Ankündigung der Geburt Christi, des wahren "Immanuel", in welchem Gott sich mit unserm Fleisch und Blut verbindet. (Spieker [5], S. 17)

Epistel

Nachdem Gott vorzeiten vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat Er zuletzt in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn, den Er eingesetzt hat zum Erben über alles, durch den Er auch die Welten gemacht hat. Er ist der Abglanz Seiner Herrlichkeit und das Ebenbild Seines Wesens und trägt alle Dinge mit Seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den Er ererbt hat, höher ist als ihr Name.
[Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt: »Du bist Mein Sohn, heute habe Ich Dich gezeugt«? Und wiederum: »Ich werde Sein Vater sein und Er wird Mein Sohn sein«? Und abermals, wenn Er den Erstgeborenen einführt in die Welt, spricht Er: »Und es sollen Ihn alle Engel Gottes anbeten.« Von den Engeln spricht Er zwar: »Er macht seine Engel zu Winden und Seine Diener zu Feuerflammen«, aber von dem Sohn: »Gott, Dein Thron währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, und das Zepter der Gerechtigkeit ist das Zepter Deines Reiches. Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat Dich, o Gott, Dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen Deiner Gefährten.« Und: »Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, Du aber bleibst. Und sie werden alle veralten wie ein Gewand; und wie einen Mantel wirst Du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und Deine Jahre werden nicht aufhören.« Zu welchem Engel aber hat Er jemals gesagt: »Setze Dich zu Meiner Rechten, bis Ich Deine Feinde zum Schemel unter Deine Füße lege«? Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?]
Hebr 1, 1-4 (5-14) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

In Christus ist die göttliche Herrlichkeit selber erschienen, in Ihm liegt ein getreuer Siegelabdruck des göttlichen Wesens vor uns. Die Engel wechseln ihre Gestalt, je nach ihrem Auftrag. Sie sind Flamme, Stimme oder Gesicht, Geistesmächte, aber für uns nicht personenhaft zu fassen. Christus aber ist der von Ewigkeit her Geborene. Er kommt unmittelbar aus dem Herzen Gottes und ist doch als ganz bestimmte Person mit Fleisch und Blut unter uns erschienen. (Spieker [5], S. 24)

Evangelium

Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, Seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, der fromm und gerecht war und sie nicht in Schande bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu verlassen. Als er noch so dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn Er wird Sein Volk retten von ihren Sünden. Das ist aber alles geschehen, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns. Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab Ihm den Namen Jesus.
Matth 1, 18-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen - und wir sind es auch! Darum erkennt uns die Welt nicht; denn sie hat Ihn nicht erkannt. Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen: Wenn es offenbar wird, werden wir Ihm gleich sein; denn wir werden Ihn sehen, wie Er ist.
8Und jeder, der solche Hoffnung auf Ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist. Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht. Und ihr wisst, dass Er erschienen ist, damit Er die Sünden wegnehme, und in Ihm ist keine Sünde.]
1. Joh 3, 1-2 (3-5) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

ERZMÄRTYRER STEPHANUS

Zeuge des Glaubens

Mittwoch

26. Dezember 2018

Tagesspruch

 

Der Tod Seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN. Dir will ich Dankopfer bringen und des HERRN Namen anrufen.

Lied

 

Geist des Glaubens, Geist der Stärke (EG 137, 1.2.7.8)
Weil Gott in tiefster Nacht erschienen (EG 56)


Alttestamentliche Lesung

Der HERR aber sandte Propheten zu ihnen, dass sie sich zum HERRN bekehren sollten, und sie ermahnten sie, aber sie nahmen's nicht zu Ohren. Und der Geist Gottes ergriff Secharja, den Sohn des Priesters Jojada. Der trat vor das Volk und sprach zu ihnen: So spricht Gott: Warum übertretet ihr die Gebote des HERRN, sodass ihr kein Gelingen habt? Denn ihr habt den HERRN verlassen, darum wird Er euch auch verlassen. Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhof am Hause des HERRN.
2.Chr 24, 19-21 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Stephanus {aber}, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk. Da standen einige auf von der Synagoge der Libertiner und der Kyrenäer und der Alexandriner und einige von denen aus Kilikien und der Provinz Asia und stritten mit Stephanus. Doch sie vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geist, in dem er redete. Da stifteten sie einige Männer an, die sprachen: Wir haben ihn Lästerworte reden hören gegen Mose und gegen Gott. Und sie brachten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf, traten herzu und ergriffen ihn und führten ihn vor den Hohen Rat und stellten falsche Zeugen auf, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz. Denn wir haben ihn sagen hören: Dieser Jesus von Nazareth wird diese Stätte zerstören und die Ordnungen ändern, die uns Mose gegeben hat. Und alle, die im Hohen Rat saßen, blickten auf ihn und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht.
[Da fragte der Hohepriester: Ist das so? Er aber sprach: Liebe Brüder und Väter, hört zu. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: »Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das Ich dir zeigen will.« Da ging er aus dem Land der Chaldäer und wohnte in Haran. Und als sein Vater gestorben war, brachte Gott ihn von dort herüber in dies Land, in dem ihr nun wohnt, aber Er gab ihm kein Erbteil darin, auch nicht einen Fußbreit, und verhieß ihm, Er wolle es ihm und seinen Nachkommen zum Besitz geben, obwohl er noch kein Kind hatte. Denn so sprach Gott: »Seine Nachkommen werden Fremdlinge sein in einem fremden Lande, und man wird sie knechten und misshandeln vierhundert Jahre lang. Aber das Volk, dem sie als Knechte dienen werden, will Ich richten«, sprach Gott, »und danach werden sie ausziehen und Mir dienen an dieser Stätte.« Und Er gab ihm den Bund der Beschneidung. Und so zeugte er Isaak und beschnitt ihn am achten Tage, und Isaak den Jakob, und Jakob die zwölf Erzväter. Und die Erzväter wurden neidisch auf Josef und verkauften ihn nach Ägypten. Aber Gott war mit ihm und errettete ihn aus aller seiner Bedrängnis und gab ihm Gnade und Weisheit vor dem Pharao, dem König von Ägypten; der setzte ihn zum Regenten über Ägypten und über sein ganzes Haus. Es kam aber eine Hungersnot über ganz Ägypten und Kanaan und eine große Bedrängnis, und unsre Väter fanden keine Nahrung. Jakob aber hörte, dass es in Ägypten Getreide gebe, und sandte unsre Väter ein erstes Mal. Und beim zweiten Mal gab sich Josef seinen Brüdern zu erkennen; so wurde dem Pharao Josefs Herkunft bekannt. Josef aber sandte aus und ließ seinen Vater Jakob holen und seine ganze Verwandtschaft, fünfundsiebzig Menschen. Und Jakob zog hinab nach Ägypten und starb, er und unsre Väter; und sie wurden nach Sichem herübergebracht und in das Grab gelegt, das Abraham für Geld gekauft hatte von den Söhnen Hamors in Sichem. Als nun die Zeit der Verheißung nahte, die Gott dem Abraham zugesagt hatte, wuchs das Volk und mehrte sich in Ägypten, bis ein andrer König in Ägypten aufkam, der nichts wusste von Josef. Er ging mit Hinterlist vor gegen unser Volk und misshandelte unsre Väter und ließ ihre neugeborenen Kinder aussetzen, damit sie nicht am Leben blieben. Zu der Zeit wurde Mose geboren, und er war ein schönes Kind vor Gott und wurde drei Monate ernährt im Hause seines Vaters. Als er aber ausgesetzt wurde, nahm ihn die Tochter des Pharao auf und zog ihn auf als ihren Sohn. Und Mose wurde in aller Weisheit der Ägypter gelehrt und war mächtig in Worten und Werken. Als er aber vierzig Jahre alt wurde, gedachte er, nach seinen Brüdern, den Israeliten, zu sehen. Und sah einen Unrecht leiden; da stand er ihm bei und rächte den, dem Leid geschah, und erschlug den Ägypter. Er meinte aber, seine Brüder sollten's verstehen, dass Gott durch seine Hand ihnen Rettung bringe; aber sie verstanden's nicht. Und am nächsten Tag kam er zu ihnen, als sie miteinander stritten, und ermahnte sie, Frieden zu halten, und sprach: Ihr Männer, ihr seid doch Brüder; warum tut einer dem andern Unrecht? Der aber seinem Nächsten Unrecht getan hatte, stieß ihn von sich und sprach: »Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Willst du mich auch töten, wie du gestern den Ägypter getötet hast?« Mose aber floh wegen dieser Rede und lebte als Fremdling im Lande Midian; dort zeugte er zwei Söhne. Als vierzig Jahre vergangen waren, erschien ihm in der Wüste am Berge Sinai ein Engel in einer Feuerflamme im Dornbusch. Da Mose das sah, wunderte er sich über die Erscheinung. Als er aber hinzuging zu schauen, geschah die Stimme des Herrn zu ihm: »Ich bin der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.« Mose aber fing an zu zittern und wagte nicht hinzuschauen. Da sprach der Herr zu ihm: »Zieh die Schuhe aus von deinen Füßen; denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliges Land! Ich habe gesehen das Leiden Meines Volkes, das in Ägypten ist, und habe sein Seufzen gehört und bin herabgekommen, es zu erretten. Und nun komm her, Ich will dich nach Ägypten senden.« Diesen Mose, den sie verleugnet hatten, als sie sprachen: »Wer hat dich als Aufseher und Richter eingesetzt?«, den sandte Gott als Anführer und Befreier durch den Engel, der ihm im Dornbusch erschienen war. Dieser Mose führte sie heraus und tat Wunder und Zeichen in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste vierzig Jahre lang. Dies ist der Mose, der zu den Israeliten gesagt hat: »Einen Propheten wie mich wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern.« Dieser ist's, der in der Gemeinde in der Wüste stand zwischen dem Engel, der mit ihm redete auf dem Berge Sinai, und unsern Vätern. Er empfing Worte des Lebens, um sie uns weiterzugeben. Ihm wollten unsre Väter nicht gehorsam werden, sondern sie stießen ihn von sich und wandten sich in ihrem Herzen wieder Ägypten zu und sprachen zu Aaron: »Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn wir wissen nicht, was diesem Mose, der uns aus dem Lande Ägypten geführt hat, widerfahren ist.« Und sie machten zu der Zeit ein Kalb und opferten dem Götzenbild und freuten sich über das Werk ihrer Hände. Aber Gott wandte sich ab und gab sie dahin, sodass sie dem Heer des Himmels dienten, wie geschrieben steht im Buch der Propheten: »Habt ihr vom Hause Israel die vierzig Jahre in der Wüste Mir Schlachtopfer und Gaben dargebracht? Ihr trugt das Zelt Molochs umher und den Stern eures Gottes Räfan, die Bilder, die ihr gemacht hattet, sie anzubeten. Und ich will euch wegführen bis über Babylon hinaus.« Es hatten unsre Väter die Stiftshütte in der Wüste, wie der es angeordnet hatte, der zu Mose redete, dass er sie machen sollte nach dem Vorbild, das er gesehen hatte. Diese übernahmen unsre Väter und brachten sie mit, als sie unter Josua das Land der Völker in Besitz nahmen, die Gott vertrieb vor dem Angesicht unsrer Väter, bis zur Zeit Davids. Der fand Gnade bei Gott und bat darum, dass er eine heilige Stätte finden möge für das Haus Jakob. Salomo aber baute Ihm ein Haus. Aber der Höchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind, wie der Prophet spricht: »Der Himmel ist Mein Thron und die Erde der Schemel Meiner Füße; was wollt ihr Mir denn für ein Haus bauen«, spricht der Herr, »oder was ist die Stätte Meiner Ruhe? Hat nicht Meine Hand das alles gemacht?« Ihr, halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, ihr widerstrebt allezeit dem Heiligen Geist, wie eure Väter, so auch ihr. Welchen der Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben getötet, die zuvor verkündigten das Kommen des Gerechten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid. Ihr habt das Gesetz empfangen durch Weisung von Engeln und habt's nicht gehalten. Als sie das hörten, ging's ihnen durchs Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn.]
P.JordanEr aber, voll Heiligen Geistes, sah auf zum Himmel und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus stehen zur Rechten Gottes und sprach: Siehe, ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen. Sie schrien aber laut und hielten sich ihre Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn ein, stießen ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Und die Zeugen legten ihre Kleider ab zu den Füßen eines jungen Mannes, der hieß Saulus, und sie steinigten Stephanus; der rief den Herrn an und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Er fiel auf die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Und als er das gesagt hatte, verschied er.
Apg 6, 8-15; 7, (1-54) 55-60 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Kirche begeht das Gedächtnis ihres ersten Blutzeugen an Weihnachten, damit über dem Jubel und der Freude nicht vergessen werde, daß ihr eigner Weg auf Erden gleich dem ihres Meisters mit dem Blut der Märtyrer gezeichnet ist. (Spieker [5], S. 25)

Evangelium

Jesus sprach zu den Zwölf: Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater das Kind, und die Kinder werden sich empören gegen ihre Eltern und werden sie zu Tode bringen. Und ihr werdet gehasst werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig.
Matth 10, 16-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Taubeneinfalt und Schlangenklugheit, lauterste Wahrhaftigkeit mit äußerster Klugheit ist den Zeugen Gottes in der Welt befohlen, wie "die behutsame, ganz sauber und ganz sicher das Messer führende Klugheit des echten Chirurgen." [Johannes Wilkens, Die urchristliche Botschaft I, S. 151]. Ebenso sind sie zu unerschrockenem Einsatz und zugleich elastischem Widerstand aufgerufen: sich nicht zum Martyrium drängen, sogar "weichen", wenn der Druck der Verfolgung zu groß geworden ist - aber nicht um menschlicher Selbsterhaltung, sondern immer um des Evangeliums willen! (Spieker [5], S. 227)

Abend

APOSTEL UND EVANGELIST JOHANNES

Apostel und Evangelisten

Donnerstag

27. Dezember 2018

Tagesspruch

 

Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.

Lied

 

Wunderbarer Gnadenthron (EG 38)
Herr, du hast darum gebetet (EG 267)


Alttestamentliche Lesung

Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang Seiner Wege, ehe Er etwas schuf, von Anbeginn her. Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. Als die Tiefe noch nicht war, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, als Er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. Als Er die Himmel bereitete, war ich da, als Er den Kreis zog über der Tiefe, als Er die Wolken droben mächtig machte, als Er stark machte die Quellen der Tiefe, als Er dem Meer seine Grenze setzte und den Wassern, dass sie nicht überschreiten Seinen Befehl; als Er die Grundfesten der Erde legte, da war ich beständig bei Ihm; ich war Seine Lust täglich und spielte vor Ihm allezeit; ich spielte auf Seinem Erdkreis und hatte meine Lust an den Menschenkindern. So hört nun auf mich, meine Söhne! Wohl denen, die meine Wege einhalten! Hört die Zucht und werdet weise und schlagt sie nicht in den Wind! Wohl dem Menschen, der mir gehorcht, dass er wache an meiner Tür täglich, dass er hüte die Pfosten meiner Tore! Wer mich findet, der findet das Leben und erlangt Wohlgefallen vom HERRN. Wer aber mich verfehlt, zerstört sein Leben; alle, die mich hassen, lieben den Tod.
Spr 8, 22-36 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Epistel

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist - was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit Seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir, auf dass unsere Freude vollkommen sei.
1.Joh 1, 1-4 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Jünger, der beim heiligen Mahl an des Herrn Brust lag, bezeugt uns das Leben aus Gott, welches in dieser Todeswelt erschienen ist: nicht als bloße Idee, sondern als geschichtliche Person, und dennoch das ganze, heilige und gewaltige Leben Gottes in sich tragend. An diesem Leben Anteil zu geben mit den Mitteln, die ihr anvertraut sind, ist die Aufgabe der Kirche. (Spieker [5], S. 26)

Evangelium

Petrus aber wandte sich um und sah den Jünger folgen, den Jesus lieb hatte, der auch beim Abendessen an Seiner Brust gelegen und gesagt hatte: Herr, wer ist's, der Dich verrät? Als Petrus diesen sah, spricht er zu Jesus: Herr, was wird aber mit diesem? Jesus spricht zu ihm: Wenn Ich will, dass er bleibt, bis Ich komme, was geht es dich an? Folge du Mir nach! Da kam unter den Brüdern die Rede auf: Dieser Jünger stirbt nicht. Aber Jesus hatte nicht zu ihm gesagt: Er stirbt nicht, sondern: Wenn Ich will, dass er bleibt, bis Ich komme, was geht es dich an? Dies ist der Jünger, der das bezeugt und aufgeschrieben hat, und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.
Joh 21, 20-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Zwei verschiedene Wege der Jüngerschaft: auf dem einen wird der Herr gepriesen durchs Martyrium, auf dem andern durch die Glut der Liebe und die Tiefe der Erkenntnis. (Spieker [5], S. 26)

WEIHNACHTEN

Donnerstag

27. Dezember 2018


Abend

Wer {aber} Sein Wort hält, in dem ist wahrlich die Liebe Gottes vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm sind. Wer sagt, dass er in Ihm bleibt, der soll so leben, wie Er gelebt hat. Meine Lieben, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern das alte Gebot, das ihr von Anfang an gehabt habt. Das alte Gebot ist das Wort, das ihr gehört habt. Und doch schreibe ich euch ein neues Gebot, das wahr ist in Ihm und in euch; denn die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon.
1.Joh 2, 5-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

»Dieses alte Gebot ist immer unerhört neu, wenn es nicht als kluge Berechnung sozialer Vorteile, sondern als das Abbild der Liebe verstanden wird, mit der Christus die Seinen geliebt hat. Mitten in einer Welt des Hasses, der Vergeltung und des Grauens gibt es einen Ort des Lichtes und der Güte. Welche christliche Aufgabe, daß wir mit unserem Leben glaubhaft bezeugen sollen, daß die Finsternis im Weichen ist und das 'wahre Licht' schon scheint!« (Wilhelm Stählin)

UNSCHULDIGE KINDER VON BETHLEHEM

Opfer um Jesu willen

Freitag

28. Dezember 2018

Tagesspruch

 

Der Tod Seiner Heiligen wiegt schwer vor dem HERRN. Dir will ich Dankopfer bringen und des HERRN Namen anrufen.

Lied

 

Vom Himmel kam der Engel Schar (EG 25)
Es mag sein, dass alles fällt (EG 378)


Alttestamentliche Lesung

So spricht der HERR: Man hört Klagegeschrei und bittres Weinen in Rama: Rahel weint über ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen über ihre Kinder; denn es ist aus mit ihnen. Aber so spricht der HERR: Lass dein Schreien und Weinen und die Tränen deiner Augen; denn deine Mühe wird belohnt werden, spricht der HERR. Sie sollen wiederkommen aus dem Lande des Feindes, und es gibt eine Hoffnung für deine Zukunft, spricht der HERR: Deine Kinder sollen wieder in ihre Heimat kommen.
Jer 31, 15-17 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Schon beim Propheten ist die Klage der Mutter Rahel aufgenommen in tröstliche Zusage und Verheißung: das Volk, um welches Rahel trauert, wird wiederkehren und wird Zukunft haben. Auch die Rahel-Klage wird überwunden durch den Trost Gottes, der alles menschliche Weinen verwandeln wird in Freude. (Spieker [5], S. 28)

Epistel

{Und} es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte große Qual bei der Geburt. Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße. Und sie gebar einen Sohn, einen Knaben, der alle Völker weiden sollte mit eisernem Stabe. Und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. Und die Frau entfloh in die Wüste, wo sie einen Ort hatte, bereitet von Gott, dass sie dort ernährt werde tausendzweihundertsechzig Tage.
Offb 12, 1-6 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Hier wird die Bedrohung des göttlichen Kindes in den riesenhaften Dimensionen des Weltganzen gezeigt. Der Widersacher Gottes steht wider den Sohn auf schon ehe Er geboren ist. Auf Erden beginnt dieser Kampf bei Herodes, er setzt sich fort durch die Jahrhunderte bis in unsere Tage. Aber Gott erweist sich als der Stärkere, indem er den Sohn aus dem Tode erweckt und in die himmlische Welt entrückt, während die »Mutter«, d. i. die messianische Heilsgemeinde auf Erden, dem »Zorn des alten Drachen« ausgesetzt bleibt, so lange diese Welt steht. (Spieker [5], S. 27 f.)

Evangelium

Als die Weisen aus dem Morgenland {sie aber} hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des Herrn dem Josef im Traum und sprach: Steh auf, nimm das Kindlein und seine Mutter mit dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich dir's sage; denn Herodes hat vor, das Kindlein zu suchen, um es umzubringen. Da stand er auf und nahm das Kindlein und seine Mutter mit sich bei Nacht und entwich nach Ägypten und blieb dort bis nach dem Tod des Herodes, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.« Als Herodes nun sah, dass er von den Weisen betrogen war, wurde er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Knaben in Bethlehem töten und in der ganzen Gegend, die zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er von den Weisen genau erkundet hatte. Da wurde erfüllt, was gesagt ist durch den Propheten Jeremia, der da spricht: »In Rama hat man ein Geschrei gehört, viel Weinen und Wehklagen; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.«
Matth 2, 13-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die Rettung des  e i n e n  Kindes wiegt das Sterben der vielen Kinder auf. An diesen  e i n e n  Kind hängt der Erlösungsrat Gottes und die Rettung der Welt. In diesem Kind wird der Trost erscheinen , welcher allein für die Trauer der bethlehemitischen Mütter ausreichend ist. Durch dieses Kind wird den bethlehemitischen Kindern das Tor aufgetan zur himmlischen Welt. (Spieker [5], S. 28)

WEIHNACHTEN

Freitag

28. Dezember 2018


Abend

Danach sah ich vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind über die Erde blase noch über das Meer noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen andern Engel aufsteigen vom Aufgang der Sonne her, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes und rief mit großer Stimme zu den vier Engeln, denen Macht gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zu tun: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen. Und ich hörte die Zahl derer, die versiegelt wurden: hundertvierundvierzigtausend, die versiegelt waren aus allen Stämmen Israels. Danach sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, angetan mit weißen Kleidern und mit Palmzweigen in ihren Händen, und riefen mit großer Stimme: Das Heil ist bei unserm Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Wesen und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Offb 7, 1-4. 9-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Samstag

29. Dezember 2018


Morgen

Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und Seine Liebe ist in uns vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, dass Er uns von Seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat.
1. Joh 4, 12-16a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Nur wer in Jesus den Sohn Gottes erkannt hat, der ist über alle Zweifel an Gottes Wirklichkeit hinaus durch die unumstößliche Gewißheit der göttlichen Liebe. (Spieker [2], S. 48)

Abend

(Gott spricht:) Hört Mir zu, ihr vom Hause Jakob und alle, die ihr noch übrig seid vom Hause Israel, die ihr von Mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an Mir aufgeladen seid: Auch bis in euer Alter bin Ich derselbe, und Ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Wem wollt ihr Mich gleichstellen, und mit wem vergleicht ihr Mich? An wem messt ihr Mich, dass Ich ihm gleich sein soll? Gedenkt doch daran und seid fest, ihr Abtrünnigen, nehmt's zu Herzen! Gedenkt des Vorigen von alters her, denn Ich bin Gott, und sonst keiner, ein Gott, dem nichts gleicht, der Ich zuvor verkündige, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist, und der Ich sage: Was Ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was Ich mir vorgenommen habe, das tue Ich.
Jes 46, 3-5. 8-10 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wochenspruch

Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen Seine Herrlichkeit.

Der Herr ist nahe; das heißt nicht nur, daß der Herr in einem allgemeinen und zeitlosen Sinn uns immer und überall nahe ist, sondern daß Er zu uns kommt und daß wir Seiner Erscheinung entgegengehen. Diese Gewißheit ist der tragende Grund aller Mahnungen des Neuen Testamentes, darum auch dieses Aufrufes zur Freude. Das Wort "Freude" ist in unserer Sprache verwandt mit Frieden, so wie das entsprechende griechische Wort verwandt ist mit Gnade. Freude ist das Gefühl der innersten Lebensgesundeit, die kraftvoll ausschreitende Bewegung dessen, der seines Weges gewiß ist. Christus, der zu uns kommende Christus, ist der Lebensraum, in dem unser ganzes Leben genesen kann, und diese Frieden, Freude und Güte ausstrahlende Gesundung unseres ganzen Wesens ist das Kennzeichen einer christlichen Existenz, die davon durchdrungen ist, daß Christus nicht nur "alle Jahre wieder" zu uns kommt, sondern daß Seine endgültige Erscheinung unsere eigentliche Zukunft ist.
(Spieker [5], S. 14)

© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 18-06-14
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