5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Der rettende Ruf

Sonntag

Wochenspruch

 

Aus Gnade seid ihr gerettet durch den Glauben,
und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es.

Lied

 

Wach auf, du Geist der ersten Zeugen (EG 241)
Jesus, der zu den Fischern lief (EG 313)


Vorabend

Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht? Niemand weiß, was sie wert ist, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen. Die Tiefe spricht: »In mir ist sie nicht«; und das Meer spricht: »Bei mir ist sie auch nicht.« Man kann nicht Gold für sie geben noch Silber darwägen, sie zu bezahlen. Woher kommt denn die Weisheit? Und wo ist die Stätte der Einsicht? Sie ist verhüllt vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel. Der Abgrund und der Tod sprechen: »Wir haben mit unsern Ohren nur ein Gerücht von ihr gehört.« Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. Als er dem Wind sein Gewicht gegeben und dem Wasser sein Maß gesetzt, als er dem Regen ein Gesetz gegeben hat und dem Blitz und Donner den Weg: Damals schon sah er sie und verkündigte sie, bereitete sie und ergründete sie und sprach zum Menschen: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.
Hiob 28, 12-15.20-28 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

{Und} der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm.
1. Mose 12, 1-4a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Durch den Glauben ward Abraham dem Rufe gehorsam. Er traute allein der Verheißung und baute auf das Wort: "In ein Land, das Ich dir zeigen will." So wird Abraham ein Zeuge für den Christusweg des Gehorsams, (Spieker, [5] S. 81)

Epistel

{Denn} das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. Denn es steht geschrieben: »Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will Ich verwerfen.« Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt durch ihre Weisheit Gott in Seiner Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die da glauben. Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind.
1. Kor 1, 18-25 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Einladende ist der Gekreuzigte; darum fliehen viele vor Seiner Einladung, denn sie fürchten sich, daß auch sie auf den Weg des Kreuzes gerufen werden. (Spieker, [5] S. 187)

Evangelium

P. JordanEs begab sich aber, als sich die Menge zu Jesus {ihm} drängte, zu hören das Wort Gottes, da stand er am See Genezareth. Und er sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und ihnen ziehen helfen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Da Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die mit ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.
Lk 5, 1-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Jünger erfährt an dem Herrn göttliche Macht und überwältigende Güte, die ihn zutiefst seinen Abstand empfinden lassen. Aber die Güte des Herrn richtet ihn auf und läßt ihn seinen bisherigen Beruf mit einem völlig neuen Ziel und Sinn verstehen. (Spieker, [5] S. 207)

Abend

Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah Er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und Er sprach zu ihnen: Kommt, folgt Mir nach! Ich will euch zu Menschenfischern machen. Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten Ihm nach. Und als Er von dort weiterging, sah Er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und Er rief sie. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten Ihm nach.
Mt 4,18-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag


Morgen

{Und} zu der Zeit, als der Knabe Samuel dem HERRN diente unter Eli, war des HERRN Wort selten, und es gab kaum noch Offenbarung. Und es begab sich zur selben Zeit, dass Eli lag an seinem Ort, und seine Augen fingen an, schwach zu werden, sodass er nicht mehr sehen konnte. Die Lampe Gottes war noch nicht verloschen. Und Samuel hatte sich gelegt im Tempel des HERRN, wo die Lade Gottes war. Und der HERR rief Samuel. Er aber antwortete: Siehe, hier bin ich!, und lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen; geh wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. Der HERR rief abermals: Samuel! Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; geh wieder hin und lege dich schlafen. Aber Samuel kannte den HERRN noch nicht, und des HERRN Wort war ihm noch nicht offenbart. Und der HERR rief Samuel wieder, zum dritten Mal. Und er stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! Du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der HERR den Knaben rief. Und Eli sprach zu Samuel: Geh wieder hin und lege dich schlafen; und wenn du gerufen wirst, so sprich: Rede, HERR, denn Dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort. Da kam der HERR und trat herzu und rief wie vorher: Samuel, Samuel! Und Samuel sprach: Rede, denn Dein Knecht hört. Und der HERR sprach zu Samuel: Siehe, Ich werde etwas tun in Israel, dass jedem, der davon hört, beide Ohren gellen. An dem Tage will Ich über Eli kommen lassen, was Ich gegen sein Haus geredet habe; Ich will es anfangen und vollenden. Denn Ich hab's ihm angesagt, dass Ich sein Haus für immer richten will um der Schuld willen, dass er wusste, wie seine Söhne sich schändlich verhielten, und hat ihnen nicht gewehrt. Darum habe Ich dem Hause Eli geschworen, dass die Schuld des Hauses Eli niemals gesühnt werden solle, weder mit Schlachtopfern noch mit Speisopfern. Und Samuel lag bis an den Morgen und tat dann die Türen auf am Hause des HERRN. Samuel aber fürchtete sich, Eli von der Erscheinung zu berichten. Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich! Er sprach: Was war das für ein Wort, das Er dir gesagt hat? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wenn du mir etwas verschweigst von all dem, das Er dir gesagt hat. Da sagte ihm Samuel alles und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HERR; Er tue, was Ihm wohlgefällt.
1. Sam 3, 1-18 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

In Zeiten, in denen "des Herrn Wort selten" ist, rechnen wir gar nicht mehr mit der Möglichkeit, daß der Ruf Gottes unmittelbar an uns gerichtet sein könnte, und merken es nicht, wenn wirklich Gottes Anruf an uns ergeht. In solchen Zeiten müssen wir wieder lernen: "wachsein im Gebet"; uns bereit halten, die Stimme Gottes zu hören; darauf antworten in demütigem Gehorsam. (Spieker [5], S. 94)

Abend

HERR, Du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des HERRN Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will Seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in Seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« Aber der HERR ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.
Jer 20, 7-11 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Prophet weiß etwas von der überwältigenden Macht des göttlichen Wortes; er hat etwas erfahren von der Not und den Leiden, in welche ihn der Glaubensgehorsam bringen wird; er kennt die Versuchung, die göttliche Stimme in sich selber zum Schweigen zu bringen. Aber Gott erweist sich ihm als zu mächtig, er muß dem Ruf gehorchen und darf erfahren, daß das Eintreten für Gottes Sache unüberwindlich macht. (Spieker [5], S. 94)

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag


Morgen

Gott {Und Er} sprach zu mir: Du Menschenkind, Ich sende dich zu den abtrünnigen Israeliten und zu den Völkern, die von Mir abtrünnig geworden sind. Sie und ihre Väter haben sich bis auf diesen heutigen Tag gegen Mich aufgelehnt. Und die Kinder, zu denen Ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: »So spricht Gott der HERR! « Sie gehorchen oder lassen es - denn sie sind ein Haus des Widerspruchs -, dennoch sollen sie wissen, dass ein Prophet unter ihnen gewesen ist. Und du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht fürchten noch vor ihren Worten fürchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen um dich, und du wohnst unter Skorpionen; aber du sollst dich nicht fürchten vor ihren Worten und dich vor ihrem Angesicht nicht entsetzen - denn sie sind ein Haus des Widerspruchs -, sondern du sollst ihnen Meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen es; denn sie sind ein Haus des Widerspruchs. Aber du, Menschenkind, höre, was Ich dir sage, und widersprich nicht wie das Haus des Widerspruchs.
Hes 2, 3-8a Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Harte Köpfe und verstockte Herzen sind wohl ein schwieriger Boden für die Aussaat des göttlichen Samens. Aber Ablehnung und Widerstand heben die Wahrheit nicht auf, welche der Diener des Herrn zu verkünden hat. Wehe denen, welche mit dem Boten die Botschaft ablehnen: "Wer euch verachtet, der verachtet Mich" [Luk 10, 16] (Spieker, [5] S. 182)

Abend

{Denn} ihr wisst selbst, Brüder und Schwestern, wie wir Eingang gefunden haben bei euch: Es war nicht vergeblich; sondern als wir zuvor gelitten hatten und misshandelt worden waren in Philippi, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen in hartem Kampf. Denn unsre Ermahnung kommt nicht aus betrügerischer Absicht oder unlauterem Sinn noch mit List, sondern wie Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, so reden wir, nicht, als wollten wir Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisst, noch mit versteckter Habsucht - Gott ist Zeuge -, haben auch nicht Ehre gesucht von den Leuten, weder von euch noch von andern, obwohl wir unser Gewicht als Christi Apostel hätten einsetzen können, sondern wir waren arglos unter euch. Wie eine Amme ihre Kinder pflegt, so haben wir Herzenslust an euch und sind bereit, euch teilhaben zu lassen nicht allein am Evangelium Gottes, sondern auch an unserm Leben; denn wir haben euch lieb gewonnen.
1. Thess 2, 1-8 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch


Morgen

Als {aber} Jesus die Menge um Sich sah, befahl Er, hinüber ans andre Ufer zu fahren. Und es trat ein Schriftgelehrter herzu und sprach zu Ihm: Meister, ich will Dir folgen, wohin Du gehst. Jesus sagt zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo Er Sein Haupt hinlege. Ein anderer aber, einer Seiner Jünger, sprach zu Ihm: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus spricht zu ihm: Folge Mir nach und lass die Toten ihre Toten begraben!
Mt 8, 18-22 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

{Denn} ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum: wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte und übertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Volk weit und eiferte über die Maßen für die Überlieferungen meiner Väter. Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch Seine Gnade berufen hat, dass Er Seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich Ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte wieder zurück nach Damaskus. Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder. Was ich euch aber schreibe - siehe, Gott weiß, ich lüge nicht! Danach kam ich in die Länder Syrien und Kilikien. Ich war aber unbekannt von Angesicht den Gemeinden Christi in Judäa. Sie hatten nur gehört: Der uns einst verfolgte, der predigt jetzt den Glauben, den er einst zu zerstören suchte. Und sie priesen Gott um meinetwillen.
Gal 1, 13-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Solange der Apostel eifert und wütet wider die Gemeinde Gottes, leht er sich auf gegen Gottes Rat. Darum muß er in Gottes Schule Gehorsam lernen, damit er begnadet werde mit der Heilsbotschaft. Fern vom Schauplatz der Weltgeschichte wird er in der Stille bereitet, bis er sollte hervortreten und zum "Licht des Erdkreises" werden. (Spieker, [5] S. 237)

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag


Morgen

Als Paulus und Barnabas {sie} aber nach Jerusalem kamen, wurden sie empfangen von der Gemeinde und von den Aposteln und von den Ältesten. Und sie verkündeten, wie viel Gott mit ihnen getan hatte. Da traten einige von der Gruppe der Pharisäer auf, die gläubig geworden waren, und sprachen: Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das Gesetz des Mose zu halten. Da kamen die Apostel und die Ältesten zusammen, über diese Sache zu beraten. Als man sich aber lange gestritten hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer, liebe Brüder, ihr wisst, dass Gott vor langer Zeit unter euch bestimmt hat, dass durch meinen Mund die Heiden das Wort des Evangeliums hören und glauben. Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben. Warum versucht ihr denn nun Gott dadurch, dass ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsre Väter noch wir haben tragen können? Vielmehr glauben wir, durch die Gnade des Herrn Jesus selig zu werden, auf gleiche Weise wie auch sie. Da schwieg die ganze Menge still und hörte Paulus und Barnabas zu, die erzählten, wie große Zeichen und Wunder Gott durch sie getan hatte unter den Heiden.
Apg 15, 4-12  Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Es begab sich aber zu der Zeit, dass Jesus {Er} auf einen Berg ging, um zu beten; und Er blieb über Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief Er Seine Jünger und erwählte zwölf von ihnen, die Er auch Apostel nannte: Simon, den Er auch Petrus nannte, und Andreas, seinen Bruder, Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholomäus; Matthäus und Thomas; Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, genannt der Zelot; Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Und Er ging mit ihnen hinab und trat auf ein ebenes Feld, Er und eine große Schar Seiner Jünger und eine große Menge des Volkes aus dem ganzen jüdischen Land und Jerusalem und aus dem Küstenland von Tyrus und Sidon, die gekommen waren, Ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern umgetrieben wurden, die wurden gesund. Und alles Volk suchte Ihn anzurühren; denn es ging Kraft von Ihm aus und heilte sie alle.
Lk 6, 12-19 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag


Morgen

Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dann umkehrst, so stärke deine Brüder. Er aber sprach zu Ihm: Herr, ich bin bereit, mit Dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Er aber sprach: Petrus, Ich sage dir: Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du Mich kennst.
Lk 22, 31-34 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Herr weiß um die Gefahr, die dem Jünger, die der Christenheit droht von dem Widersacher. Aber wir sind nicht wehrlos den Mächten der Tiefe ausgeliefert, sindern wir wissen uns geborgen in der Fürbitte unsres Herrn - selbst der sinkende Petrus wird gerettet durch seines Herrn Hand. (Spieker, [5] S. 295)

Abend

Was wollen wir hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht? Das sei ferne! Denn Er spricht zu Mose: »Wem Ich gnädig bin, dem bin Ich gnädig; und wessen Ich Mich erbarme, dessen erbarme Ich Mich.« So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen. Denn die Schrift sagt zum Pharao: »Eben dazu habe Ich dich erweckt, dass Ich an dir Meine Macht erweise und dass Mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde.« So erbarmt Er sich nun, wessen Er will, und verstockt, wen Er will. Nun sagst du zu mir: Was beschuldigt Er uns dann noch? Wer kann Seinem Willen widerstehen? Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht etwa ein Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich so gemacht? Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen? Da Gott Seinen Zorn erzeigen und Seine Macht kundtun wollte, hat Er mit großer Geduld ertragen die Gefäße des Zorns, die zum Verderben bestimmt waren, auf dass Er den Reichtum Seiner Herrlichkeit kundtue an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die Er zuvor bereitet hatte zur Herrlichkeit.
[So hat Er auch uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden. Wie Er denn auch durch Hosea spricht: »Ich will das Mein Volk nennen, das nicht Mein Volk war, und Meine Geliebte, die nicht Meine Geliebte war.« »Und es soll geschehen: An dem Ort, da zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht Mein Volk, sollen sie Kinder des lebendigen Gottes genannt werden.«]
Röm 9, 14-23 (24-26) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

5. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag


Morgen

Gerühmt muss werden; wenn es auch nichts nützt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn. Ich kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren - ist er im Leib gewesen? Ich weiß es nicht; oder ist er außer dem Leib gewesen? Ich weiß es nicht; Gott weiß es -, da wurde derselbe entrückt bis in den dritten Himmel. Und ich kenne denselben Menschen - ob er im Leib oder außer dem Leib gewesen ist, weiß ich nicht; Gott weiß es -, der wurde entrückt in das Paradies und hörte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. Für denselben will ich mich rühmen; für mich selbst aber will ich mich nicht rühmen, außer meiner Schwachheit. Denn wenn ich mich rühmen wollte, wäre ich kein Narr; denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit nicht jemand mich höher achte, als er an mir sieht oder von mir hört. Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft vollendet sich in der Schwachheit. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark.
2. Kor 12, 1-10 Lutherbibel 2017© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Das Rühmen des Apostels besteht einzig darin, daß es ihn als echten Diener Christi in Selbstaufopferung und Hingabe für die Gemeinden kennzeichnet. Den hohen Offenbarungen, deren er er sich rühmen könnte, stehen Stunden tiefer Demütigung und Schwäche gegenüber, in denen die Christuskraft sein einziger Trost ist. (Spieker, [5] S. 77)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 19-06-27
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