12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Die große Krankenheilung

Sonntag

Wochenspruch

 

Das geknickte Rohr wird Er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird Er nicht auslöschen.

Lied

 

Nun lob, mein Seel, den Herren (EG 289)
Wir haben Gottes Spuren festgestellt (EG E 20/EG Wü 656)


Vorabend

Jesus {Und Er} ging hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte sie am Sabbat. Und sie waren bestürzt über Seine Lehre; denn Seine Rede war gewaltig. Und es war ein Mensch in der Synagoge, besessen von einem Dämon, einem unreinen Geist, und der schrie laut: Halt, was haben wir mit Dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Bist Du gekommen, uns zu vernichten? Ich weiß, wer Du bist: der Heilige Gottes! Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Dämon warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden. Und es kam eine Furcht über sie alle, und sie redeten miteinander und sprachen: Was ist das für ein Wort? Er gebietet mit Vollmacht und Gewalt den unreinen Geistern, und sie fahren aus. Und die Kunde von Ihm erscholl in alle Orte des umliegenden Landes.
[Und Er machte sich auf aus der Synagoge und kam in Simons Haus. Und Simons Schwiegermutter lag in hohem Fieber, und sie baten Ihn für sie. Und Er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und sogleich stand sie auf und diente ihnen. Und als die Sonne untergegangen war, brachten alle ihre Kranken mit mancherlei Leiden zu Ihm. Und Er legte einem jeden die Hände auf und machte sie gesund.]
Lk 4, 31-37 (38-40) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Alttestamentliche Lesung

Wohlan, es ist noch eine kleine Weile, so soll der Libanon fruchtbares Land werden, und was jetzt fruchtbares Land ist, soll wie ein Wald werden. Zu der Zeit werden die Tauben hören die Worte des Buches, und die Augen der Blinden werden aus Dunkel und Finsternis sehen; und die Elenden werden wieder Freude haben am HERRN, und die Ärmsten unter den Menschen werden fröhlich sein in dem Heiligen Israels. Denn es wird ein Ende haben mit den Tyrannen und mit den Spöttern aus sein, und es werden vertilgt werden alle, die darauf aus sind, Unheil anzurichten, welche die Leute schuldig sprechen vor Gericht und stellen dem nach, der sie zurechtweist im Tor, und beugen durch Lügen das Recht des Unschuldigen. Darum spricht der HERR, der Abraham erlöst hat, zum Hause Jakob: Jakob soll nicht mehr beschämt dastehen, und sein Antlitz soll nicht mehr erblassen. Denn wenn sie sehen werden die Werke Meiner Hände - ihre Kinder - in ihrer Mitte, werden sie Meinen Namen heiligen; sie werden den Heiligen Jakobs heiligen und den Gott Israels fürchten. Und die, welche irren in ihrem Geist, werden Verstand annehmen, und die, welche murren, werden sich belehren lassen.
Jes 29, 17-24 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Gottes Volk hat in der Welt viel zu leiden. Mehr noch als körperliche Gebrechen bedrücken die Nöte, die von Gewalthabern und Verführern dieser Welt den Kindern Gottes bereitet werden. Alles Leid der Seinen wird Gott zu Seiner Zeit in Freude wandeln. Seine Heilstat in der Vergangenheit - Abraham, Christus - verbürgt uns Wunder seiner Gnade auch für die Zukunft. (Spieker [5], S. 239)

Epistel

P. JordanSaulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, dass er Anhänger dieses Weges, Männer und Frauen, wenn er sie fände, gefesselt nach Jerusalem führe. Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist Du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und ihm die Hände auflegte, dass er wieder sehend werde. Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wie viel Böses er Deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangen zu nehmen, die Deinen Namen anrufen. Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist Mein auserwähltes Werkzeug, dass er Meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um Meines Namens willen. Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, dass du wieder sehend und mit dem Heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich. Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, dass dieser Gottes Sohn sei.
Apg 9, 1-20 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Verfolger ist in Wirklichkeit der Verfolgte. Seit dem Zeugentode des Stephanus kann er der Gewalt Dessen nicht mehr entrinnen, welchem verheißen ist: "Er soll die Starken zum Raube haben, darum daß seine Seele gearbeitet hat." Jetzt erweist sich der Gekreuzigte als der Sieger: in der Lichtgestalt (Doxa) des Auferstandenen durchbricht Er den irdischen Raum, umleuchtet mit Seiner Klarheit den Verfolger und wirft ihn zu Boden. (Spieker [5], S. 333)

Evangelium

P. JordanUnd als Jesus {Er} wieder fortging aus dem Gebiet von Tyrus, kam er durch Sidon an das Galiläische Meer, mitten in das Gebiet der Zehn Städte. Und sie brachten zu Ihm einen, der taub war und stammelte, und baten Ihn, dass Er ihm die Hand auflege. Und Er nahm ihn aus der Menge beiseite und legte ihm die Finger in die Ohren und spuckte aus und berührte seine Zunge und sah auf zum Himmel und seufzte und sprach zu ihm: Hefata!, das heißt: Tu dich auf! Und sogleich taten sich seine Ohren auf, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete richtig. Und Er gebot ihnen, sie sollten's niemandem sagen. Je mehr Er's ihnen aber verbot, desto mehr breiteten sie es aus. Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht Er hören und die Sprachlosen reden.
P. SinkwitzMk 7, 31-37 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Hier auf Erden, wo gekämpft und gelitten wird, kommt Gott zu uns, hier nimmt Er teil an unsrer Not - das verkündet uns die enge leibliche Berührung, in die Christus mit diesem Taubstummen tritt. Er heilt durch die Macht Seines Wortes, durchbricht die Schranke, welche den Kranken trennt von der Welt der Gesunden. Er öffnet ihm die Welt himmlischen Trostes und göttlicher Offenbarung und löst das Band seiner Zunge. Auch mit dieser Heilung wird ein Zeichen aufgerichtet, daß die furchtbaren Zerstörungen, welche Abfall und Sünde in dieser Welt angerichtet haben, aufgehoben sind und alles wieder werden soll wie zu Anfang, da Gott die Welt gut geschaffen hat. (Spieker [5], S. 239)

Abend

P. JordanZu dieser Zeit wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben. Er aber wandte sein Antlitz zur Wand und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, gedenke doch, dass ich vor Dir in Treue und mit rechtschaffenem Herzen gewandelt bin und getan habe, was Dir wohlgefällt. Und Hiskia weinte sehr. Als aber Jesaja noch nicht zum mittleren Hof hinausgegangen war, kam des HERRN Wort zu ihm: Kehre um und sage Hiskia, dem Fürsten Meines Volks: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, Ich will dich gesund machen - am dritten Tage wirst du hinauf in das Haus des HERRN gehen -, und Ich will fünfzehn Jahre zu deinem Leben hinzutun und dich und diese Stadt erretten vor dem König von Assyrien und diese Stadt beschirmen um Meinetwillen und um Meines Knechtes David willen. Und Jesaja sprach: Bringt her ein Pflaster von Feigen! Und als sie das brachten, legten sie es auf das Geschwür, und er wurde gesund.
2. Kön 20, 1-7 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Wie wichtig, wenn auch heute noch ein Bote Gottes mit Warnung und Mahnung an ein Krankenlager tritt. Da ist die Möglichkeit gegeben, daß die Krankheit den Dienst tut, zu dem sie gesandt ist: den Menschen in die Beugung vor Gott und in die alleinige Ausrichtung auf Seine gnädige Hilfe zu treiben. (Spieker [5], S. 240)

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Montag


Morgen

{Und} als Jesus von dort weiterging, folgten Ihm zwei Blinde, die schrien: Du Sohn Davids, erbarme Dich unser! Als Er aber ins Haus kam, traten die Blinden zu Ihm. Und Jesus sprach zu ihnen: Glaubt ihr, dass Ich das tun kann? Da sprachen sie zu Ihm: Ja, Herr. Da berührte Er ihre Augen und sprach: Euch geschehe nach eurem Glauben! Und ihre Augen wurden geöffnet. Und Jesus bedrohte sie und sprach: Seht zu, dass es niemand erfahre! Aber sie gingen hinaus und verbreiteten die Kunde von Ihm in diesem ganzen Lande. Als diese nun hinausgingen, siehe, da brachten sie zu Ihm einen Menschen, der war stumm und besessen. Da der Dämon ausgetrieben war, redete der Stumme. Und das Volk verwunderte sich und sprach: So etwas ist noch nie in Israel gesehen worden. Aber die Pharisäer sprachen: Durch den Obersten der Dämonen treibt Er die Dämonen aus.
Mt 9, 27-34 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Er heilt die beiden Blinden »an der Schwelle des Himmelreiches« und den dämonischen Stummen »an der Pforte der Hölle«: den Blinden war bereits das innere Auge geöffnet für seine Herrlichkeit, während der stumme in dämonischer Besessenheit bereits den Mächten der Zerstörung anheimgefallen war. Durch die gleichen Geschehnisse lassen sich die einen zum Glauben führen und die innerlich widerstrebenden immer tiefer in Blindheit und Verstockung hineintreiben. (Spieker [5], S. 241)

Abend

Und als sie (nach der Speisung der Fünftausend) hinübergefahren waren ans Land, kamen sie nach Genezareth und legten an. Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten Ihn die Leute alsbald und liefen im ganzen Land umher und fingen an, die Kranken auf Tragen überall dorthin zu bringen, wo sie hörten, dass Er war. Und wo Er in Dörfer, Städte oder Höfe hineinging, da legten sie die Kranken auf den Markt und baten Ihn, dass diese auch nur den Saum Seines Gewandes berühren dürften; und alle, die Ihn berührten, wurden gesund.
Mk 6, 53-56 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Dienstag


Morgen

Da redeten Mirjam und Aaron gegen Mose um seiner Frau willen, der Kuschiterin, die er genommen hatte. Er hatte sich nämlich eine kuschitische Frau genommen. Und sie sprachen: Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? Und der HERR hörte es. Der Mann Mose war sehr demütig, mehr als alle Menschen auf Erden. Und sogleich sprach der HERR zu Mose und zu Aaron und zu Mirjam: Geht hinaus, ihr drei, zu der Stiftshütte! Und sie gingen alle drei hinaus. Da kam der HERR hernieder in der Wolkensäule und trat in den Eingang der Stiftshütte und rief Aaron und Mirjam und die gingen beide hin. Und Er sprach: Hört Meine Worte: Wenn unter euch ein Prophet ist, dann will Ich, der HERR, Mich ihm kundmachen in Gesichten oder mit ihm reden in Träumen. Aber so steht es nicht mit meinem Knecht Mose; ihm ist mein ganzes Haus anvertraut. Von Mund zu Mund rede ich mit ihm, offen und nicht in dunklen Worten, und er sieht den HERRN in Seiner Gestalt. Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, gegen Meinen Knecht Mose zu reden? Und der Zorn des HERRN entbrannte gegen sie, und Er wandte sich weg; auch wich die Wolke von der Stiftshütte. Und siehe, da war Mirjam aussätzig wie Schnee. Und Aaron wandte sich zu Mirjam und wird gewahr, dass sie aussätzig ist, und sprach zu Mose: Ach, mein Herr, lass die Sünde nicht auf uns bleiben, mit der wir töricht getan und uns versündigt haben. Lass Mirjam nicht sein wie ein Totgeborenes, das von seiner Mutter Leibe kommt und von dem schon die Hälfte seines Fleisches geschwunden ist. Mose aber schrie zu dem HERRN: Ach, Gott, heile sie! Der HERR sprach zu Mose: Wenn ihr Vater ihr ins Angesicht gespien hätte, würde sie nicht sieben Tage sich schämen? Lass sie abgesondert sein sieben Tage außerhalb des Lagers; danach soll sie wieder aufgenommen werden. So wurde Mirjam sieben Tage abgesondert außerhalb des Lagers. Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen wurde.
4. Mose 12, 1-15 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Jesus {Und Er} ging abermals in die Synagoge. Und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie gaben acht, ob Er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie Ihn verklagen könnten. Und Er sprach zu dem Menschen mit der verdorrten Hand: Steh auf und tritt in die Mitte! Und Er sprach zu ihnen: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes tun oder Böses tun, Leben retten oder töten? Sie aber schwiegen still. Und Er sah sie ringsum an mit Zorn, betrübt über ihr erstarrtes Herz, und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus! Und er streckte sie aus; und seine Hand wurde wieder gesund. Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald Rat über Ihn mit den Anhängern des Herodes, dass sie Ihn umbrächten. Aber Jesus entwich mit Seinen Jüngern an das Meer, und eine große Menge aus Galiläa folgte Ihm; auch aus Judäa und Jerusalem, aus Idumäa und von jenseits des Jordans und aus der Umgebung von Tyrus und Sidon kam eine große Menge zu Ihm, da sie von Seinen Taten hörten. Und Er sagte zu Seinen Jüngern, sie sollten Ihm ein Boot bereithalten, damit das Volk Ihn nicht bedränge. Denn Er heilte viele, sodass sie über Ihn herfielen, damit Ihn anrührten alle, die geplagt waren.
[Und wenn Ihn die unreinen Geister sahen, fielen sie vor Ihm nieder und schrien: Du bist Gottes Sohn! Und Er bedrohte sie hart, dass sie Ihn nicht offenbar machten.]
Mk 3, 1-10 (11.12) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Der Sinn des Sabbats war Ruhe und Erquickung, denn »am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes«. Die Menschen haben aus Wohltat Plage gemacht, indem sie den siebenten Tag belasteten mit ihren gesetzlichen Vorschriften. Christus stellt durch die Tat seiner Hilfe den ursprünglichen Sinn dieses Tages wieder ins Licht. Durch seine Auferstehung weiht er den ersten Tag der Woche zum Tag heiliger Freude und dankbaren Lobpreises für seinen Ostersieg. (Spieker [5], S. 50)

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Mittwoch


Morgen

P. Jordan{Und} als sie zu dem Volk kamen, trat ein Mensch zu Jesus {Ihm}, kniete vor Ihm nieder und sprach: Herr, erbarme Dich über meinen Sohn! Denn er ist mondsüchtig und hat schwer zu leiden; er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser; und ich habe ihn zu Deinen Jüngern gebracht und sie konnten ihm nicht helfen. Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll Ich bei euch sein? Wie lange soll Ich euch ertragen? Bringt ihn Mir her! Und Jesus bedrohte ihn; und der Dämon fuhr aus von ihm, und der Knabe wurde gesund zu derselben Stunde. Da traten die Jünger zu Jesus, als sie allein waren, und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, Ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.
[Aber diese Art fährt nur aus durch Beten und Fasten.]
Mt 17, 14-20 (21) Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

{Und} Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo Er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, und ging hin zu Ihm und bat Ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn der war todkrank. Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Und während er noch hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. Da fragte er sie nach der Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, dass es zu der Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause. Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.
Joh 4, 46-54 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Groß und gebieterisch steht Christi Herrschermacht über der Erdennot, Er rettet vom Tode und erhält am Leben allein durch sein allmächtiges Wort. Er hat die Vollmacht, dem betrübten Vater zu sagen: »Geh hin, dein Sohn lebt.« Der Vater traut dieser Verheißung und darf ihre Erfüllung schauen. Weil der Glaube dieses Mannes sich nicht auf »Zeichen und Wunder« gründet, sondern allein auf Christi tröstliches Wort, darum ist er echt und wirkt fortzeugend, so daß auch sein ganzes Haus zum Glauben kommt. (Spieker [5], S. 293)

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Donnerstag


Morgen

Jesus und Seine Jünger {Und sie} kamen nach Betsaida. Und sie brachten zu Ihm einen Blinden und baten Ihn, dass Er ihn anrühre. Und Er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn hinaus vor das Dorf, spuckte in seine Augen, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: Siehst du etwas? Und er sah auf und sprach: Ich sehe die Menschen umhergehen, als sähe ich Bäume. Danach legte Er abermals die Hände auf seine Augen. Da sah er deutlich und wurde wieder zurechtgebracht und konnte alles scharf sehen. Und Er schickte ihn heim und sprach: Geh aber nicht hinein in das Dorf!
Mk 8, 22-26 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

{Und} es begab sich danach, dass Jesus {Er} von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog und predigte und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes; und die Zwölf waren mit Ihm, dazu etliche Frauen, die Er gesund gemacht hatte von bösen Geistern und Krankheiten, nämlich Maria, genannt Magdalena, von der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihnen dienten mit ihrer Habe.
Lk 8, 1-3 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Freitag


Morgen

Als aber Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mensch aus Galiläa wäre. Und als er vernahm, dass Er unter die Herrschaft des Herodes gehörte, sandte er Ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch in Jerusalem war. Als aber Herodes Jesus sah, freute er sich sehr; denn er hätte Ihn längst gerne gesehen; denn er hatte von Ihm gehört und hoffte, er würde ein Zeichen von Ihm sehen. Und er fragte Ihn mancherlei. Er antwortete ihm aber nichts. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten standen dabei und verklagten Ihn hart. Aber Herodes mit seinen Soldaten verachtete und verspottete Ihn, legte Ihm ein weißes Gewand an und sandte ihn zurück zu Pilatus. An diesem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde; denn vorher waren sie einander feind.
Lk 23, 6-12 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abend

Da aber Jesus das erkannte, entwich Er von dort. Und eine große Menge folgte Ihm, und Er heilte sie alle und gebot ihnen, dass sie Ihn nicht offenbar machten, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Jesaja, der da spricht: »Siehe, das ist Mein Knecht, den Ich erwählt habe, Mein Geliebter, an dem Meine Seele Wohlgefallen hat; Ich will Meinen Geist auf ihn legen, und er soll den Völkern das Recht verkündigen. Er wird nicht streiten noch schreien, und man wird seine Stimme nicht hören auf den Gassen; das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Recht zum Sieg führt; und die Völker werden auf seinen Namen hoffen.«
Mt 12, 15-21 Lutherbibel 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Mit der Heilung am Sabbat [vgl. die Lesung am Dienstag Abend] trifft Jesus den Sinn des Feiertags, an dem Leib und Seele sich freuen sollen in dem lebendigen Gott. Er führt den großen Sabbat herauf, an dem Leib und Seele gesunden und alles wieder »sehr gut« wird. Er erfüllt den längst geweissagten Gotteswillen. (Spieker [5], S. 238)

12. SONNTAG NACH TRINITATIS

Samstag


Morgen

So hatte nun die Gemeinde Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samarien und baute sich auf und lebte in der Furcht des Herrn und mehrte sich unter dem Beistand des Heiligen Geistes. Es geschah aber, als Petrus überall im Land umherzog, dass er auch zu den Heiligen kam, die in Lydda wohnten. Dort fand er einen Mann mit Namen Äneas, der hatte acht Jahre auf dem Bett gelegen, er war gelähmt. Und Petrus sprach zu ihm: Äneas, Jesus Christus macht dich gesund; steh auf und mach dir selber das Bett. Und sogleich stand er auf. Da sahen ihn alle, die in Lydda und in Scharon wohnten, und bekehrten sich zu dem Herrn.
Apg 9, 31-35

Die Gemeinde hat den lebendigen Herrn in ihrer Mitte. Von ihm gehn wunderbare Lebenskräfte aus. Im vollmächtigen Wort Seiner Knechte macht Er gesund, wo Menschenkraft nichts mehr vermag. Er erweckt Herzen und Hände zu tätiger Liebe. Er ruft aus dem Tode ins Leben und bezeugt sich als Herr des Lebens. (Spieker [5], S. 240)

Wochenspruch

Das geknickte Rohr wird Er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird Er nicht auslöschen. Jes 42, 3

Das geknickte Rohr, der glimmende Docht: das zwiefache Bild für alles, was schwach, gefährdet, gebrechlich, »halbe Kraft« ist. Die Kraft des gesunden Lebens zu wenden an die Erhaltung und Pflege des schwachen »lebensunwerten« Lebens, ist gar nicht menschlich-vernünftig, und die Selbsterhaltung des gesunden Lebens setzt solcher »Verschwendung« notwendige Grenzen. Aber eben diese »Verschwendung« gehört zu dem Wesen Christi. Wir können nicht aufhören, im Dienst an den Schwachen, Alten, Siechen das Wunder der Liebe Christi zu bezeugen. (Spieker [5], S. 238)


© Joachim Januschek
Letzte Änderung: 19-07-19
zurueck     top     weiter

Impressum
Haftungsausschluss